Fragen und Antworten BEGRIFFSERKLAERUNG
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Elberfelder 2023
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00592 Römer 11:21-22
denn wenn Gott der natürlichen Zweige nicht geschont hat, dass er auch deiner
etwa nicht schonen werde.

Römerbrief 11,21-22 (ELBBK) – also «
[21] denn wenn Gott
der natürlichen Zweige nicht geschont hat,
daß er auch deiner etwa nicht schonen
werde.
[22] Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes: gegen die, die gefallen
sind, Strenge; gegen dich aber Güte Gottes, wenn du an der Güte bleibst; sonst
wirst auch du ausgeschnitten werden.»
Römer 11,21–22 – Die Güte und die Strenge Gottes im
Bild des Ölbaums
Zusammenfassung von Römer 11,21–22:
Paulus zeigt die Güte und Strenge Gottes im
Bild des Ölbaums,
warnt die Heidenchristen vor Überheblichkeit
und ruft zum
Bleiben in der Güte Gottes auf.
Für
vertiefte Beschäftigung mit Israels heilsgeschichtlicher Stellung.
In Römer 11 richtet sich der Apostel Paulus
von Tarsus an christliche Heiden (Gentiles) in der Gemeinde, erklärt, dass
Israel nicht grundsätzlich verworfen sei, sondern dass Gott „ein Teil“
ausgewählt habe („ein Überrest“) – vgl. Rö 11,1-7. Dann kommt das Bild vom
Olivenbaum (11,17-24): Israel als der Stammbaum („natürliche Zweige“), Heiden,
die durch Glauben eingepfropft wurden („wildes Olive“) u. a.
Enduring
Word+2Bible
Hub+2
In diesen Versen 21-22 warnt Paulus also: Wenn Gott die natürlichen Zweige nicht
verschont hat, wieviel mehr solltest du als Eingepfropfter wachsam sein.
Vers 21 („denn wenn Gott der natürlichen Zweige nicht geschont hat…“)
„Natürliche Zweige“: das sind die ursprünglichen Israeliten, die im Bund mit Jehova standen – „naturell“, nicht aufgrund von persönlicher Gerechtigkeit. Bible Hub+1
Der Gedanke: Wenn Gott gegenüber diesen Zweigen Strenge geübt hat (Wegfall ihrer Sonderstellung, Teilhabe, Möglichkeit des Ausschlusses), dann sollten die eingepfropften Heiden nicht auf Eigenüberhebung bauen. Enduring Word+1
„… daß er auch deiner etwa nicht schonen werde“: Das heißt nicht unbedingt „Verlust des Heils“ im persönlichen Sinn (das hängt davon ab, wie man den Baum-Bildgebrauch versteht), sondern: Die Gemeinde bzw. der eingebundene Zweig darf sich nicht in Sicherheit wiegen; es besteht eine reale Gefahr von Ausschluss oder Verlust von Privilegien.
Vers 22 („Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes …“)
Paulus spricht von zwei Seiten Gottes:
Strenge gegenüber denen, die „gefallen“ sind – also denjenigen natürlichen Zweigen, die im Unglauben verharren. Bible Hub+1
Güte gegenüber dir – dem Heidenchristen, dem Eingepfropften – aber unter der Bedingung: „wenn du an der Güte bleibst“.
Die Warnung: „sonst wirst auch du ausgeschnitten werden“ bedeutet, dass der Eingepfropfte sich nicht auf seine Stellung ausruhen darf. Es gibt eine Verantwortung, „in der Güte“ zu bleiben. The Bible Outlined+1
Wichtig: Viele Ausleger betonen, dass Paulus nicht primär über individuelle Heilssicherheit spricht, sondern über das Verhältnis von Gemeinde bzw. Kirche und die institutionelle Eingliederung im Olive-Bild. versebyversecommentary.com
Wachsamkeit: Auch als Christ darf man sich nicht der Selbstzufriedenheit hingeben. Das Privileg, in die Gemeinschaft Gottes eingepfropft zu sein (durch Glauben), fordert auf, im Glauben zu bleiben („an der Güte bleiben“).
Demut und Dankbarkeit: Die Erwählung und Eingliederung sind nicht Ergebnis eines höheren eigenen Wert („wildes Olive“!), sondern allein durch Gottes Gnade. Daher darf keine Überheblichkeit gegen die „natürlichen Zweige“ auftreten (d.h. gegen Israel).
Warnung: Der Hinweis auf das „Ausgeschnittenwerden“ zeigt, dass nicht alle automatisch in Gott bleiben – das Verhältnis bleibt dynamisch: Eingepfropft → Treue → Gemeinschaft → Gefahr des Ausschlusses bei Untreue.
Trost und Ermutigung: Gleichzeitig wird die Güte Gottes gegenüber uns deutlich – wir sind nicht von uns aus im Baum, sondern durch Gottes Gnade. Und diese Güte wirkt, wenn wir in ihr bleiben.
Bund und Gnadenwahl: Paulus verbindet hier die alttestamentlichen Zusagen an Israel mit der neuen Eingliederung der Heiden. Der Stammbaum (Olive) bleibt, die Zweige (Israel) werden ausgezogen wegen Unglaubens, Heiden eingepfropft. Das unterstreicht Gottes souveräne Wahl und zugleich seine Gerechtigkeit. Enduring Word+1
Güte vs. Strenge Gottes: Gott ist nicht nur liebend, sondern auch gerecht und strafend. In dem Moment, wo Menschen im Unglauben verharren, gilt seine Strenge – das ist erstaunlich und ernst zugleich. Bible Hub
Die Bedingung „wenn du bleibst“: Das zeigt, dass der Gnadenstand nicht automatisch heißt „Unveränderlichkeit“. Es geht um bleibenden Glauben und Verbindung. Manche Ausleger betonen, dass dies eher die Stellung in der Gemeinde meint, nicht unbedingt das Heil im endgültigen Sinn. versebyversecommentary.com
Beim Vortrag: Hebe das Bild des Olivenbaums hervor – das macht den Gedanken konkret: ein Baum, Zweige, einpflanzen, ausschneiden.
Stelle Fragen: „Was bedeutet ‚an der Güte bleiben‘ konkret für uns heute?“, „Was sind Zeichen dafür, dass ein Zweig ‚ausgeschnitten‘ sein könnte?“
Ermutige nicht zur Angst, aber zur ernsten Selbstprüfung – Paulus’ Warnung ist für alle Christen relevant.
Verbinde mit WDBL-Gedanken zur Elberfelder und zur Frage: „Wie erhalte ich meine Stellung in der Gemeinde?“