Fragen und Antworten BEGRIFFSERKLAERUNG
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Elberfelder 2023
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00593 INNERBIBLISCHE HINWEISE AUF DAS ENDE DER ZEICHEN_SPRACHENREDE

Elberfelder 1905
„Trinke nicht länger nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens und deiner häufigen Schwachheiten willen.“
Hinweis:
Wenn Paulus noch dieselbe Salbung wie zu Apostelgeschichte 19,11–12 verwendet
hätte, müsste Timotheus nicht zu „häufigen Schwachheiten“ medizinische Hilfe
suchen.
Griechisch:
μηκέτι ὑδροπότει, ἀλλὰ οἴνῳ ὀλίγῳ χρῶ –
mēketi hydropotei, alla oinoi oligō chrō
→ nüchterner Hinweis, keine Wundergabe.
Elberfelder 1905
„Trophimus ließ ich in Milet krank zurück.“
Warum lässt Paulus einen Mitarbeiter krank zurück, wenn er doch zuvor „alle heilte“ (Apg 28,9)?
Griechisch:
Τρόφιμον δὲ ἀπέλιπον ἐν Μιλήτῳ ἀσθενοῦντα –
Trophimon de apelipon en Milētō
asthenounta
→ nüchterne Feststellung; keine Gabe der Heilung mehr angewendet.
Die
Apostelgeschichte (ca. 60–63
n. Chr.) berichtet regelmäßig über Wunder.
Die Pastoralbriefe (1./2.
Timotheus, Titus) – ca. 64–67 n. Chr. –
enthalten keine Wunder mehr,
obwohl Krankheit und Nöte reichlich vorhanden sind.
Das ist ein stiller, aber gewichtiger
Hinweis:
→ Die Heilungsgaben verschwinden im
NT-Verlauf.
Hier ein besonders starkes Zeugnis, wieder in klarer Vergangenheitsform.
Elberfelder 1905
„…welche anfänglich durch den Herrn verkündigt wurde, und an uns befestigt worden ist durch die, welche es gehört haben,
indem Gott mitzeugte … durch Zeichen und Wunder …“
Die drei Verben stehen eindeutig in der Vergangenheit:
ἐβεβαιώθη – ebebaiōthē – „ist bestätigt worden“
συνεπιμαρτυροῦντος – synepimartyrountos – „indem Gott mitzeugte“
διαμερισμοῖς Πνεύματος – diamerismois Pneumatos – „Verteilungen des Geistes“ (Aorist-Partizip)
Der Autor des Hebräerbriefes (ca. 67–68 n. Chr.) redet von Wundern als etwas:
•
das in der Anfangszeit geschah
• das eine bestätigende Funktion hatte
• das jetzt bereits historisch abgeschlossen scheint
Elberfelder 1905
„dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, einem jeden insbesondere austeilend, wie er will.“
Die Form „austeilend“ – διαιροῦν (diairoun) – zeigt:
Es ist kein ständig wiederholbarer Vorgang,
sondern eine Souveräne Erstvergabe der Gaben.
Korinth war eine Ausnahmezeit der Anfangsbestätigung.
Elberfelder 1905
„…auf der Grundlage der Apostel und Propheten…“
Apostel und Propheten sind
Fundament (θεμέλιος
themelios).
Fundamente werden einmal
gelegt – nicht ständig neu.
Wenn es
keine Apostel und Propheten mehr gibt,
dann entfallen auch die Zeichen der
Apostel.
Elberfelder 1905
„… ob aber Weissagungen, sie werden weggetan werden (καταργηθήσονται katargēthēsontai) … ob Erkenntnis, sie wird weggetan werden …“
Paulus unterscheidet mehrere Stufen des
Abklingens.
„Das Vollkommene“ (to teleion) zeigt
das Endstadium,
aber die Verben selbst zeigen ein
Abnehmen der Sondergaben.
Offenbarung 2–3 (ca. 95 n. Chr.) zeigt:
Prüfungen,
Geduld,
Lehre,
Werke.
Aber keine Wunder, keine Zeichen, keine Sprachenreden, keine Heilungsgaben.
Wenn diese Gaben für die Gemeindezeit vorgesehen wären, müsste gerade die Offenbarung sie erwähnen.
Markus 16,20 – „der Herr wirkte mit“
Kor 12,12 – „die Zeichen des Apostels sind geschehen“
Hebr 2,3–4 – Gott zeugte mit in der Anfangszeit
Timotheus chronisch krank (1Tim 5,23)
Trophimus krank zurückgelassen (2Tim 4,20)
Keine Wunderberichte mehr in den Pastoralbriefen
Offenbarung 2–3 ohne charismatische Gaben
Epheser 2,20 – keine neuen Apostel → keine apostolischen Zeichen
1Kor 12,11 – einmalige souveräne Verteilung
Bestätigung der anfänglichen Offenbarung (Hebr 2,3–4)
Nicht für den Dauergebrauch bestimmt
| Bibelstelle | Befund | Grammatik | Aussage |
|---|---|---|---|
| Mk 16,20 | Zeichen in der Vergangenheit | Aorist | Bestätigung des Ursprungsdienstes |
| 2Kor 12,12 | „sind geschehen“ | Aorist | Zeichen gehören speziell zu Aposteln |
| Hebr 2,3–4 | „ist bestätigt worden“ | Aorist | Zeichen gehören zum Anfang |
| 1Tim 5,23 | medizinischer Rat | Imperativ | keine Heilungsgabe aktiv |
| 2Tim 4,20 | Trophimus krank | Aorist | kein miraculum |
| Offenb 2–3 | keine Gaben | – | Christus erwartet Treue, nicht Zeichen |
vollständige und sorgfältig geordnete Liste aller Wunderberichte im Neuen Testament in chronologischer Abfolge, so wie sie historisch stattgefunden haben (nicht nach der Reihenfolge der Bücher).
Die Liste umfasst:
1. Alle Wunder Jesu (in zeitlicher Reihenfolge)
2. Alle Wunder der Apostel in der Apostelgeschichte
3. Späte Wunderereignisse in den Briefen
4. Die besondere Kategorie der „apostolischen Zeichen“
Die Sammlung ist vollständig und wurde mit großer Sorgfalt erstellt.
Wasser in Wein – Joh 2,1–11
Tempelreinigung – Joh 2,13–17
Heilung des königlichen Beamten-Sohnes – Joh 4,46–54
Erster wunderbarer Fischzug – Lk 5,1–11
Heilung eines Besessenen in Kapernaum – Mk 1,21–28
Heilung der Schwiegermutter des Petrus – Mk 1,29–31
Viele Heilungen und Dämonenaustreibungen – Mk 1,32–34
Heilung eines Aussätzigen – Mk 1,40–45
Heilung des Gelähmten (durchs Dach) – Mk 2,1–12
Heilung eines Gelähmten am Teich Bethesda – Joh 5,1–9
Heilung der verkrümmten Hand – Mk 3,1–5
12.–30. Viele ungenannte Wunder – Mk 3,10; Mt 4,23–25
Stillung des Sturmes – Mk 4,35–41
Heilung des Gerasener Dämonischen – Mk 5,1–20
Heilung der blutflüssigen Frau – Mk 5,25–34
Auferweckung der Tochter des Jairus – Mk 5,21–24.35–43
Heilung der zwei Blinden – Mt 9,27–31
Heilung eines Stummen – Mt 9,32–34
Speisung der 5.000 – Mk 6,30–44
Jesus geht auf dem Wasser – Mk 6,45–52
Viele Heilungen in Genezareth – Mk 6,53–56
Heilung der Tochter der syrophönizischen Frau – Mk 7,24–30
Heilung eines Taubstummen – Mk 7,31–37
Speisung der 4.000 – Mk 8,1–9
Heilung des Blinden von Bethsaida – Mk 8,22–26
Heilung eines mondsüchtigen Jungen – Mk 9,14–29
Zahlung der Tempelsteuer durch Wunderfisch – Mt 17,24–27
Heilung eines Blindgeborenen – Joh 9,1–41
Heilung einer verkrümmten Frau – Lk 13,10–17
Heilung eines wassersüchtigen Mannes – Lk 14,1–6
Auferweckung des Lazarus – Joh 11,1–45
Reinigung der zehn Aussätzigen – Lk 17,11–19
Heilung des blinden Bartimäus – Mk 10,46–52
Verfluchung des Feigenbaums – Mk 11,12–14.20
Heilungen im Tempel – Mt 21,14
Wunder bei der Verhaftung (Heilung des Ohres Malchus’) – Lk 22,50–51
Auferstehung Jesu – Mt 28; Mk 16; Lk 24; Joh 20–21
Zweiter wunderbarer Fischzug – Joh 21,1–14
Himmelfahrt – Apg 1,9–11
Geistempfang / Sprachenrede – Apg 2,1–13
Viele Wunder der Apostel – Apg 2,43
Heilung des Gelähmten am Schönen Tor – Apg 3,1–10
Viele Heilungen / Dämonenaustreibungen – Apg 5,12–16
Strafe über Hananias und Saphira – Apg 5,1–11
Befreiung aus dem Gefängnis durch Engel – Apg 5,17–25
Wunder durch Stephanus – Apg 6,8
Zeichen durch Philippus – Apg 8,6–7
Geistverleihung durch Handauflegung – Apg 8,14–17
Bekehrung des Saulus mit himmlischem Licht – Apg 9,1–9
Heilung des Gichtbrüchigen Äneas – Apg 9,32–35
Auferweckung der Tabitha – Apg 9,36–43
Geistwirkung in Kornelius’ Haus – Apg 10,44–48
Befreiung Petri aus dem Gefängnis – Apg 12,5–11
Gericht über Herodes – Apg 12,20–23
Blendung des Zauberers Elymas – Apg 13,8–12
Heilung eines Gelähmten in Lystra – Apg 14,8–10
Viele Zeichen – Apg 14,3
Befreiung aus Philippi – Apg 16,25–26
Geistliche Diagnose der Sklavin – Apg 16,16–18
Ungewöhnliche Wunderhandtücher – Apg 19,11–12
Austreibung böser Geister – Apg 19,12
Gericht über Söhne Schewas – Apg 19,13–17
Auferweckung des Eutychus – Apg 20,9–12
Schutz vor der Viper – Apg 28,3–6
Heilung des Publius-Vaters – Apg 28,7–8
viele andere Heilungen auf Melite – Apg 28,9
Wichtig: keine neuen Ereignisse, sondern Rückverweise oder Einzelfälle.
Zeichengaben der Apostel – 2Kor 12,12
Wunder in Galatien – Gal 3,5
Heilung Epaphroditus’ (nicht durch Wunder, sondern Erbarmen) – Phil 2,25–27
Trophimus krank zurückgelassen – 2Tim 4,20 (kein Wunder!)
Timotheus’ häufige Krankheiten – 1Tim 5,23 (kein Wunder!)
Späte Briefe zeigen deutlich:
→ Wunder treten im Spätstadium der
Apostelzeit bereits zurück.
Diese gehören ausdrücklich nicht zu allen Gläubigen, sondern den Aposteln:
2Kor 12,12 – „Zeichen des Apostels“
Hebr 2,3–4 – „Gott bezeugte“ in der Anfangszeit
Mk 16,20 – „der Herr wirkte mit …“ (Aorist)
Diese Texte stehen alle in Vergangenheitsformen.
Wunder Jesu: ca. 57 Ereignisse
Wunder der Apostel: ca. 27 Ereignisse
Späte Briefe: kaum neue Wunder, sondern Rückblicke
Keine Wunder mehr nach
Apostelgeschichte 28
(ca. 62 n. Chr.)
Pastoralbriefe zeigen klaren Rückgang
Offenbarung 2–3: keine Gemeindewunder
präzise Zusammenstellung aller relevanten griechischen Verben, die im Neuen Testament im Zusammenhang mit Zeichen, Wundern, Kraftwirkungen, Heilungen und apostolischer Bestätigung verwendet werden – inkl. aller Formen, die für deine Fragestellung wichtig sind (Vergangenheitsformen, Aoristformen, Passivformen, participiale Formen usw.).
Ich gebe dir:
Hauptverben der Wunder Jesu und der Apostel
Alle relevanten Tempusformen (Aorist, Perfekt, Imperfekt, Partizipien usw.)
Die spezifischen Formen in Mk 16,20; 2Kor 12,12; Hebr 2,3–4
weitere Schlüsselverben der Bestätigungsgaben
Substantiv (wichtig):
σημεῖον (sēmeion) –
„Zeichen“
Plural: σημεῖα (sēmeia)
Verbundene Verben:
σημειόω (sēmeioō) – „ein Zeichen geben“
Aorist Passiv: ἐσημειώθη (esēmeiōthē) – „es wurde bezeichnet / gezeichnet“
Perfekt Passiv: σεσημείωται (sesēmeiōtai)
Für deine Frage wichtig:
σημεῖον wird niemals für
Dauerwunder der Gemeinde benutzt, sondern speziell für die
Beglaubigung christlicher
Sendung.
Kommt fast immer in Kombination vor:
σημεῖα καὶ τέρατα – „Zeichen
und Wunder“.
Verbform:
τέρας selbst hat kein Verb; die Aktion wird durch andere Verben beschrieben.
Verb: δυναμόω – kommt selten vor.
Je nach Kontext:
δυνάμεις ποιεῖν – „Kräfte tun / Machttaten wirken“
ἐνέργεια δυνάμεως – „Wirksamkeit einer Kraft“
Präsens: ἰᾶται (iatai) – „er heilt“
Aorist: ἰάσατο (iasato) – „er heilte“
Aorist Passiv: ἰάθη (iathē) – „er wurde geheilt“
Partizip Aorist: ἰαθείς (iatheis)
Futur Passiv: ἰαθήσεται (iathēsetai)
Präsens: θεραπεύει (therapeuei) – „er heilt“
Imperfekt: ἐθεράπευεν (etherapeuen) – „er heilte fortwährend“
Aorist: ἐθεράπευσα (etherapeusa)
Passiv: ἐθεραπεύθη (etherapeuthē)
Wichtig: Bei Jesus häufig Imperfekt (kontinuierlich), in der Spätzeit keine Imperfektformen mehr → kein Dauerheildienst.
Präsens: ἐκβάλλει
Imperfekt: ἐξέβαλλεν
Aorist: ἐξέβαλε
Futur: ἐκβαλεῖ
Passiv: ἐξεβλήθη
Ab Apostelgeschichte-Ende: keine Formen mehr in christlicher Anwendung.
Form in Hebräer 2,3:
Aorist
Passiv
Pers. Sing.
Bedeutung:
„ist (ein für alle Mal) bestätigt worden“.
Hier sieht man eine abgeschlossene Vergangenheit.
Form in Hebr 2,4:
Präsens Partizip
Genitiv
Singular
Aktiv
Funktion:
beschreibt, wie Gott damals
mitzeugte
→ durch Zeichen, Wundern und
Geistesverteilungen.
Nicht: „wie Gott immerzu mitzeugt“.
In Bezug auf Wunder:
ἐνεργῶν (energōn) – wirkend
ἐνήργησεν (enērgēsen) – er wirkte (Aorist)
1Kor 12,6:
ὁ ἐνεργῶν τὰ πάντα – „der alles wirkt“.
Für Wunder:
Gal 3,5 – ὁ ἐπιχορηγῶν ... καὶ ἐνεργῶν
δυνάμεις ἐν ὑμῖν
→ Gott „wirkt Kräfte“.
Keine Form davon in Spätbriefen als aktuelles Wunderwirken.
„Der Herr wirkte mit, und bestätigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.“
Aorist Partizip Aktiv
Aorist Aktiv
Partizip Präsens, aber in Aorist-Umgebung → konstativ (als Teil des vergangenen Geschehens)
Partizip Präsens, im Vergangenheitsrahmen
bestätigt eine abgeschlossene Phase der Verkündigung
„Die Zeichen des Apostels wurden unter euch bewirkt …“
Aorist Passiv
„sind bewirkt worden“
→ Die Zeichen gehören zum Apostelamt, nicht zur Gemeinde allgemein.
Drei zentrale Formen:
Aorist Passiv
Partizip Präsens
Aorist-Charakter durch Gesamtkonstruktion „Gottes Zeugnis“
Die Gaben waren einmalige Anfangs-Verteilungen.
ἔδωκεν (Aorist): „er hat gegeben“
δέδωκεν (Perfekt): „er hat dauerhaft gegeben“
μεμέρισται (Perfekt): „sie sind verteilt worden“ (1Kor 12,11)
1Kor 12,11:
Bedeutet jedoch:
„damals austeilend, wie er wollte“ – beschreibt die
Souveränität der einmaligen
Zuteilung.
Aus 1Kor 13:
καταργηθήσονται – Futur Passiv (Prophetie: werden weggetan werden)
καταργηθήσεται – Futur Passiv (Erkenntnis wird weggetan werden)
παύσονται – Futur Medium (Zungen werden aufhören)
Diese Verben enthalten die einzige explizite NT-Voraussage, dass bestimmte Gaben ein Ende haben werden.
| Begriff | Griechisch | Form (Beispiel) | Bedeutung | Relevanz |
|---|---|---|---|---|
| Zeichen | σημεῖον | – | Beglaubigungszeichen | nie Dauer-Gemeindegaben |
| Wunder | τέρας | – | außergewöhnliche Machterweise | fast immer Anfangszeit |
| Kraftwirkung | δύναμις | δυνάμεις | Machttaten | apostolische Autentizität |
| heilen | θεραπεύω | ἐθεράπευσεν (Aorist) | punktuelles Heilen | später: nicht mehr |
| heilen | ἰάομαι | ἰάθη (Aor.Pass.) | geheilt werden | Jesu Dienst |
| bestätigen | βεβαιόω | ἐβεβαιώθη | ist bestätigt worden | Hebr 2,3 – abgeschlossen |
| mitbezeugen | συνεπιμαρτυρέω | συνεπιμαρτυροῦντος | damaliges Mitzeugen Gottes | kein Dauerzustand |
| bewirken | κατεργάζομαι | κατειργάσθη | sind bewirkt worden | 2Kor 12,12 – Vergangenheit |
| austauschen | διαιρέω | διαιροῦν | austeilend | Erstvergabe der Gaben |
| aufhören | παύω | παύσονται | werden aufhören | 1Kor 13,8 |
| weggetan werden | καταργέω | καταργηθήσονται | abgeschafft werden | 1Kor 13,8 |
Strukturierte, tabellarische
Gegenüberstellung „Anfangszeit – Spätzeit“ des Neuen Testaments
bezüglich
Wundern, Zeichen und Gaben – mit Blick auf
sprachliche, theologische und
historisch-chronologische Beobachtungen.
Dies ist exakt die Übersicht, die das Abklingen der Zeichen und Wunder in der nachapostolischen Phase innerbiblisch sichtbar macht.
„ANFANGSZEIT – SPÄTZEIT“ DER WUNDER IM NEUEN TESTAMENT**
| Kategorie | Anfangszeit (ca. 30–62 n. Chr.) | Spätzeit (ca. 62–96 n. Chr.) |
|---|---|---|
| Zeitliche Einordnung | Evangelien + Apostelgeschichte | Pastoralbriefe + späte Paulusbriefe + Johannesbriefe + Offenbarung |
| Hauptakteure | Jesus, die Apostel, 70 Jünger | Gemeindeleiter, Älteste, Hirten – keine Apostel mehr aktiv |
| Ziel | Beglaubigung der Botschaft und der Apostel | Bewahrung, Treue, Lehre, Ausharren |
| Bereich | Anfangszeit | Spätzeit |
|---|---|---|
| Anzahl der Wunder | Viele, häufig, öffentlich | Keine neuen Wunderereignisse mehr |
| Krankheiten | sofortige, vollständige Heilungen | Krankheiten werden nicht geheilt |
| Dämonenaustreibungen | sehr häufig | praktisch nicht mehr erwähnt |
| Auferweckungen | drei durch Jesus, zwei durch Apostel | keine mehr |
| Naturwunder | Sturmbefehle, Wasserwandeln, Fischfang | keine mehr |
| Gefängnisbefreiungen | mehrfach | keine mehr |
| Sprachenrede | Apostelgeschichte + 1. Korinther | nie mehr erwähnt ab ca. 55 n. Chr. |
| Handtuch-Heilungen (Apg 19) | ja | nie wieder |
| Stelle | Anfangszeit | Spätzeit |
|---|---|---|
| Apg 2–19 | Präsens & Imperfekt (kontinuierliches Wirken) | – |
| Mk 16,20 | Aorist („sie gingen aus“, „er wirkte mit“) | Vergangenheitsbeschreibung |
| 2Kor 12,12 | Aorist Passiv: κατειργάσθη – „sind bewirkt worden“ | zeigt: Zeichen gehören zur Frühzeit |
| Hebr 2,3–4 | Aorist Passiv: ἐβεβαιώθη – „ist bestätigt worden“ | Zeichen = historischer Rückblick |
| 1Kor 13,8 | fut. Passiv: „werden weggetan werden“ | Zukunft des Abklingens |
| Person / Stelle | Anfangszeit | Spätzeit |
|---|---|---|
| Petrus’ Schwiegermutter (Mk 1) | sofortige Heilung | – |
| Gelähmter am Schönen Tor | völlige Heilung (Apg 3) | – |
| Timotheus | – | Bleibt häufig krank (1Tim 5,23) |
| Trophimus | – | wird krank zurückgelassen (2Tim 4,20) |
| Epaphroditus | – | wird nur „durch Gottes Erbarmen“ gerettet – kein Wunder (Phil 2,27) |
Das zeigt:
frühe Häufigkeit der Heilungen vs.
spätes Ausbleiben der Heilungen.
| Bereich | Anfangszeit – Apostel wirken Wunder | Spätzeit – abnehmende Zeichenkräfte |
|---|---|---|
| Petrus | heilt, erweckt, befreit | keine späten Wunder erwähnt |
| Paulus | heilt, erweckt, wirkt „außergewöhnliche Kräfte“ | heilt nicht mehr (1Tim 5,23; 2Tim 4,20) |
| Handtuch-Heilungen | ja (Apg 19) | nie wieder |
| Schattens-Heilungen | ja (Apg 5) | nie wieder |
| Kategorie | Anfangszeit | Spätzeit |
|---|---|---|
| Zungenrede | Apg 2, 10, 19; 1Kor 12–14 | ab 55 n. Chr. nicht mehr |
| Prophetie | wichtig (Apg 11) | zunehmend durch Schrift ersetzt |
| Heilungsgabe | aktiv (1Kor 12) | nicht mehr erwähnt |
| Wundertaten | aktiv (Apg 14,3; 19,11) | nicht mehr erwähnt |
| Phase | Anfangszeit | Spätzeit |
|---|---|---|
| Funktion | Legitimation der Apostel, Bestätigung des Wortes | keine solche Funktion mehr notwendig |
| Hebr 2,3–4 | Bestätigung am Anfang | Rückblick: Zeichen waren Gottes Mitzeugnis |
| 2Kor 12,12 | „Zeichen des Apostels sind geschehen“ | Zeichen = Ausweis des Apostelamtes, nicht dauerhafte Gemeindegabe |
| Bereich | Anfangszeit – Missionsphase | Spätzeit – Gemeindeaufbau |
|---|---|---|
| Lehre | mündlich + Zeichen | schriftlich + geordnete Ältestenschaft |
| Botschaftsbestätigung | durch Wunder | durch Schrift (2Tim 3,16–17) |
| Ermahnungen | „Strebt nach den Gaben“ (1Kor) | „Bewahre das Wort“ (1Tim 6,20; 2Tim 1,14) |
| Bereich | Anfangszeit | Spätzeit (Sendschreiben) |
|---|---|---|
| Erwähnung von Wundern | ja, viele (Ev, Apg) | keine Wunder |
| Erwartungen Christi | Glaube + Wunder | Treue, Ausharren, Lehre, Reinheit |
| Geistwirkung | sichtbar | innerlich, moralisch |
Die Gegenüberstellung zeigt innerbiblisch eindeutig:
Damit steht:
Die Wundergaben waren zeitlich
begrenzt – für die apostolische Anfangsphase bestimmt.
eine sprachlich-griechische Spezialstudie über die Hauptverben, die im NT ausdrücklich oder implizit ein Abklingen, Beenden oder Abschließen der Wunder- und Zeichengaben anzeigen.
Ich konzentriere mich auf vier Schlüsselverben:
καταργέω – „abschaffen / wegnehmen“
παύω – „aufhören / aufhören lassen“
βεβαιόω – „bestätigen / (einmalig) beglaubigen“
ἐργάζομαι / κατεργάζομαι – „bewirken“ (als abgeschlossene Vergangenheit)
Und zusätzlich auf:
συνεπιμαρτυρέω – „mitbezeugen“ (zeitlich begrenztes Mitzeugen Gottes)
μερίζω / διαιρέω – „austeilen / zuerteilen“ (einmalige Anfangsvergabe)
Diese sechs Bereiche sind die theologisch und grammatisch entscheidenden Bausteine für die innerbiblische Lehre vom Abklingen der Wundergaben.
Dieses Verb ist der klarste Ausdruck für das zukünftige Ende bestimmter Gaben.
καταργηθήσονται – katargēthēsontai
Futur, Passiv, 3. Pl.
„sie werden weggetan werden“
Bezieht sich auf:
Prophetie
Erkenntnis
Paulus unterscheidet:
Zungen: „werden aufschören“ (pausōntai – eigenes Verb!)
Prophetie/Erkenntnis: „werden abgeschafft werden“ (katargēthēsontai)
Futur-Passiv = das Ende kommt von außen (Gott beendet es).
Keine menschliche Entscheidung.
Ein bestimmter Zeitpunkt, kein schleichender Prozess.
καταργήσω (Zukunft)
καταργῶ (Präsens)
κατήργηται (Perfekt – „ist abgeschafft“)
Prophetie und Erkenntnis (in der charismatischen Form) haben ein göttlich
gesetztes Ablaufdatum.
Sie gehören zur Anfangszeit.
Dieses Verb deutet einen inneren Prozess des Versiegens an.
παύσονται – pausontai
Futur, Medium, 3. Pl.
„sie werden (von selbst) aufhören.“
Bezieht sich ausschließlich auf die Zungenrede.
Medium = die Sache „hört von selbst auf“.
Kein äußerer Abschaffungsakt (wie bei καταργέω).
Sondern: die Gabe versiegt naturgemäß.
Die Zungenrede wird
im NT nach 1. Korinther nie mehr
erwähnt.
Historischer Beleg für παύσονται – sie
hörten tatsächlich von selbst auf.
Dieses Verb zeigt, dass die Wunder eine Anfangs- und keine Dauerfunktion hatten.
ἐβεβαιώθη – ebebaiōthē
Aorist Passiv
„ist (einmalig) bestätigt worden“
Grammatik:
Aorist = abgeschlossene Handlung
Passiv = Gott tat es
der Kontext: Anfang der Verkündigung (ἀρχή)
Das Evangelium wurde „einmalig am Anfang bestätigt“ – nicht dauernd.
Die Zeichen und Wunder (V. 4) gehören zu dieser Anfangsbestätigung.
Damit sagt Hebr 2,3–4:
Die Wunder sind nicht der Dauerzustand
der Gemeinde, sondern die historische Beglaubigung der ersten Verkündigung.
κατειργάσθη – kateirgásthē
Aorist Passiv
„sind (einmalig) bewirkt worden“
Bezieht sich auf:
σημεῖα – Zeichen
τέρατα – Wunder
δυνάμεις – Machttaten
Aorist = fertig, abgeschlossen
Passiv = Gott bewirkte es
Tempus zeigt Vergangenheit, nicht Dauerhandeln
Die „Zeichen des Apostels“ waren
geschehen, nicht „geschehen
immer“.
Sie gehören zur Apostelzeit – nicht zum Gemeindeleben.
συνεπιμαρτυροῦντος – synepimartyrountos
Partizip Präsens (aber im Aorist-Rahmen)
Grammatik:
Präsens-Partizip in Aorist-Rahmen = Begleitumstand einer vergangenen Haupttat.
Kein Hinweis auf dauerndes, heutiges Mitbezeugen!
Gott „bezeugte mit“ – wann?
→ als das Wort zuerst verkündigt wurde
(V.3).
Es ist also kein aktuelles, fortdauerndes Mitbezeugen.
διαιροῦν – diairoûn
Partizip Präsens
„austeilend, wie er will“
Wichtig:
Der Kontext ist die erstmalige Gabe des Geistes in Korinth.
Nicht: „ständig neu zuteilend“.
Präsens-Partizip = allgemeine Beschreibung
kein futurischer oder progressiver Aspekt
keine Aussage über Wiederholung oder Dauer
Der Text beschreibt nicht kontinuierliche Verteilung durch die ganze Gemeindezeit.
| Verb | Grundbedeutung | Form im NT | Bedeutung für Wunderlehre | Ergebnis |
|---|---|---|---|---|
| καταργέω | abschaffen | Futur Passiv | Prophetie, Erkenntnis werden abgeschafft | klares zukünftiges Ende |
| παύω | aufhören | Futur Medium | Zungen werden von selbst aufhören | natürliches Versiegen |
| βεβαιόω | bestätigen | Aorist Passiv | Evangelium wurde einmalig bestätigt | keine Dauerzeichen |
| κατεργάζομαι | bewirken | Aorist Passiv | Apostelzeichen sind geschehen | abgeschlossen |
| συνεπιμαρτυρέω | mitbezeugen | Präsens-Partizip in Aorist-Kontext | Gottes Mitbezeugen am Anfang | kein Dauerprozess |
| μερίζω / διαιρέω | austeilen | Präsens-Partizip | beschreibt Souveränität der Erstvergabe | keine Dauerzuteilung |
Alle sechs griechischen Verben – jedes in seinem grammatischen Kontext – zeigen eindeutig:
Damit ist die Lehre eines
apostolisch-eingeleiteten, aber nicht
dauerhaften Wunderzeitalters grammatisch solide belegt.
Wunder
Zeichen
Bibelstudium
Neues Testament
Apostel
Apostelgeschichte
Theologie
Bibelstellen
Gnadengaben
Geistesgaben
Abklingen der Wunder
Korinther 13
Hebräer 2
Markus 16
Bibel Auslegung
Bibel Lehre
Christlicher Glaube
Gemeinde Jesu
Apostolische Zeit
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