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00619   Das Angesicht Mose = spricht vom Gesetz Das Angesicht Stephanus = spricht von Gnade.

Apg 6,15–7,1ff  in Verbindung mit 2. Mose 19 betrachten, und die heilsgeschichtliche und typologische Linien zwischen Mose und Stephanus


1. Ausgangspunkt: 2. Mose 19 – Die Erscheinung Jehova’s am Sinai



Es gibt Momente in der Schrift, in denen die Herrlichkeit Gottes sichtbar wird – nicht nur als Lehre, sondern als Licht, das Menschen verändert.
Mose stieg auf den Berg Sinai und kam aus der Gegenwart Jehova’s zurück, und die Haut seines Angesichts strahlte.
Der Glanz war nicht sein eigener; er war Widerschein der Nähe Gottes, Zeichen einer Begegnung, die den Menschen formt.

Jahrhunderte später steht Stephanus vor dem Hohen Rat.
Menschen richten ihn, aber Gott krönt ihn mit einem Glanz, der nicht von dieser Welt ist.
Sein Angesicht wird wie das eines Engels, weil er – voll Heiligen Geistes – den Himmel geöffnet sieht
und die Herrlichkeit Gottes, und Jesus zur Rechten Gottes.

Zwischen Mose und Stephanus spannt sich eine herrliche Linie heilsgeschichtlicher Wahrheit:
Der eine strahlt, weil er aus der Gegenwart Gottes kommt; der andere strahlt, weil er in die Gegenwart Gottes schaut.
Mose bringt das Gesetz vom Sinai; Stephanus bezeugt den verherrlichten Christus vom Himmel her.
Das Licht des Sinai war eine vergehende Herrlichkeit, aber das Licht, das Stephanus umstrahlt,
ist die bleibende, vollkommene Herrlichkeit des Neuen Bundes.

Diese beiden Zeugen führen uns hin zu Christus selbst – der Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes
und der Abdruck seines Wesens. Wer Ihn sieht, wird verändert. Wer in seiner Nähe lebt, wird Lichtträger.
Und wer seine Herrlichkeit schaut, wird selbst zum Zeugnis für die Welt.

In 2. Mose 19 offenbart sich Jehova in Majestät, Heiligkeit und Herrlichkeit.
Der Berg raucht, donnert, bebt; das Volk muss Abstand halten.
Es ist die Szene der
Gabe des Gesetzes.
Mose steigt hinauf, spricht mit Gott und ist der
Bote einer Bundesoffenbarung, die im Charakter fordernd, heilig,
aber auch schreckenerregend
ist (vgl. Hebr 12,18–21).

Schon hier ist Mose der Mittler, der dem Volk Gottes Worte bringt.


2. Apg 6,15: Stephanus – ein Angesicht wie das Angesicht eines Engels

Apostelgeschichte 6,15 sagt:

„Und alle, die im Synedrium saßen, blickten unverwandt auf ihn und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.“

Das bedeutet biblisch gesehen:

Stephanus erscheint in diesem Moment als Zeuge Gottes, wie Mose am Sinai der Zeuge Gottes war.


3. Verbindung zu Mose: Seine Haut strahlte (2. Mose 34,29–35)

Moses Angesicht strahlte, als er aus der Gegenwart Gottes kam.
Das Strahlen war:

Stephanus’ Angesicht — wie eines Engels — steht typologisch auf derselben Ebene:

Beiden ist gemeinsam:

  1. Sie standen vor Menschen als Zeugen Gottes

  2. Ihre Angesichter zeigten äußerlich etwas von der unsichtbaren Herrlichkeit Gottes

  3. Sie sprachen Worte Gottes

  4. Sie dienten als Mittler einer göttlichen Botschaft

  5. Sie wurden vom Volk abgelehnt



4. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied: Gesetz vs. Evangelium

Mose

Spricht die Forderungen Gottes:
„Wenn ihr... so werde ich...“ (2. Mo 19,5)

Sein Angesicht strahlt die Herrlichkeit des Alten Bundes wider —
Paulus nennt diese Herrlichkeit in 2Kor 3 sogar eine vergehende Herrlichkeit.

Stephanus

Spricht vom auferstandenen und verherrlichten Christus,
er sieht „die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen“ (Apg 7,55–56).

Das ist die Herrlichkeit des Neuen Bundes — eine bleibende Herrlichkeit (2Kor 3,8–11).


5. Heilsgeschichtliche Linie: Mose – Stephanus – Christus

In Stephanus beginnt das Volk endgültig, die himmlische Berufung abzulehnen.
Wie Israel einst am Sinai versagt, so auch hier:
Die Führer verwerfen den Geist, den Stephanus verkündigt (Apg 7,51).


6. Direkter Vergleich der beiden Szenen

Mose in 2Mo 19 / 34 Stephanus in Apg 6–7
Steht vor Gott am Sinai Steht vor Gott im Himmel
Strahlendes Angesicht durch Nähe Jehova’s Angesicht wie eines Engels durch Nähe Gottes
Bringt das Gesetz Bringt Zeugnis des verherrlichten Christus
Israel fürchtet und lehnt ab Israel lehnt ab und tötet ihn
Herrlichkeit ist verhüllt (Tuch) Herrlichkeit wird offenbart (Himmel geöffnet)

7. Fazit für die Bibelstunde zu 2. Mose 19

Ja, man kann Apg 6,15–7,1 sehr gewinnbringend danebenstellen.

Stephanus ist in der Apostelgeschichte eine Art „neuer Mose“, aber mit höherer Berufung:

Aber:

Damit zeigt Apg 6–7 genau den Übergang von der Herrlichkeit des Sinai zur Herrlichkeit des Himmels.

„Mose am Sinai – Stephanus vor dem Hohen Rat“
Ein Vergleich der Herrlichkeit (2Mo 19 // Apg 6,15–7,1)**


1. Einleitung: Zwei Männer Gottes in entscheidenden Offenbarungsmomenten


2. Mose in 2Mo 19: Der Mittler des Gesetzes


3. Stephanus in Apg 6,15: Ein Angesicht wie eines Engels


4. Gemeinsamkeiten: Zwei Männer in der Gegenwart Gottes

1. Sichtbare Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes

2. Beide sind Mittler einer göttlichen Botschaft

3. Beide stehen vor dem Volk als Zeugen Gottes


5. Unterschiede: Gesetz vom Sinai vs. Herrlichkeit vom Himmel

Mose Stephanus
Offenbarung am Berg Sinai, auf der Erde Offenbarung im geöffneten Himmel
Bringer des Alten Bundes Zeuge des Neuen Bundes
Herrlichkeit: vergehend (2Kor 3,7) Herrlichkeit: bleibend (2Kor 3,10–11)
Volk fürchtet sich Volk verhärtet sich

Mose kommt von der Herrlichkeit herab
Stephanus wird zur Herrlichkeit hinaufgezogen.


6. Stephanus als „neuer Mose“ – aber mit einer höheren Botschaft


7. Die heilsgeschichtliche Linie


8. Anwendung für


9. Schlussgedanke

Mose strahlte, weil er in Gottes Gegenwart gewesen war.
Stephanus strahlte, weil er Gottes Herrlichkeit sah.
Beide verweisen auf Christus, die wahre Ausstrahlung der Herrlichkeit Gottes (Hebr 1,3).