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00623  Johannes 11,54  die heilsgeschichtliche Wende nach dem siebten Zeichen (Auferweckung des Lazarus)

Zum Johannes Evangelium:

00623 Johannes 11,54  die heilsgeschichtliche Wende nach dem siebten Zeichen (Auferweckung des Lazarus)
 



Die Auferweckung des Lazarus ist das siebte und letzte Zeichen des Herrn Jesus im Johannesevangelium vor der Kreuzigung  das Letze, achte  ist nach der AUFERSTEUNG
Sie bildet den Höhepunkt seines öffentlichen Dienstes unter der jüdischen Nation.
Doch gerade dieses größte Zeichen führt zur endgültigen Entscheidung des Hohen Rates:
Von jenem Tag an ratschlagten sie, ihn zu töten.

Darauf antwortet der Herr mit einer bemerkenswerten Bewegung:
Er „wandelte nicht mehr öffentlich unter den Juden“,
sondern zog sich zurück nach Ephraim, nahe der Wüste.
Dieser Rückzug markiert die sichtbare Wende im Evangelium.
Das Zeugnis an die Nation Israel ist abgeschlossen.
Der öffentliche Dienst endet; der Weg ans Kreuz beginnt.

In Johannes 12 wird die Verstockung Israels ausdrücklich bestätigt
und in den Kapiteln 13–17 öffnet sich ein neuer Abschnitt:
Der Herr offenbart sich nun den Seinen,
bereitet sie auf seinen Weg zum Vater vor
und kündigt den Heiligen Geist als Beistand an.

Johannes 11,54 ist daher eine entscheidende heilsgeschichtliche Nahtstelle:
Vom Dienst an Israel hin zum Dienst an der Jüngerschar.
Vom öffentlichen Zeugnis hin zur inneren Offenbarung des Vaters.
Vom Zeichen der Auferstehungskraft hin zum Weg der Hingabe am Kreuz.



Ich habe noch eine Frage zur letzten Donnerstrsg Bibel- Stunde:
Dass unser Herr sich abgewandt hatte mit diesem 7. Zeichen (Lazarus) von den Ungläubigen,

könnnen wir das aus diesem, folgenden Vers entnehmen?
Johannes 11,54 Jesus nun wandelte nicht mehr frei öffentlich unter den Juden,

sondern ging von dannen hinweg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt, genannt Ephraim;
und daselbst verweilte er mit den Jüngern. 
C:K:S:
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1. Der Kontext von Joh 11,45–53: Das endgültige Beschlussfassen des jüdischen Führungsrates

Unmittelbar nach dem Wunder an Lazarus berichten die Verse:

Das bedeutet:
Der nationale Unglaube Israels wird offiziell und endgültig (nicht individuell, aber als Volksführung).
► Israel verwirft den Sohn Gottes ein letztes Mal als Nation.

Das siebte Zeichen führt zur endgültigen Entscheidung gegen Christus.


2. Joh 11,54 – Die Antwort Jesu auf diesen endgültigen Beschluss

Der Vers lautet:

„Jesus nun wandelte nicht mehr frei öffentlich unter den Juden, sondern ging von dannen hinweg … und verweilte dort mit den Jüngern.“

Drei Beobachtungen:

(a) „Nicht mehr frei öffentlich unter den Juden“

Der Herr zieht sich von öffentlichen Auftritten unter dem Volk zurück.
Das Wort parrēsia (offen, freimütig, öffentlich) zeigt, dass er seinen öffentlichen Dienst beendet.

(b) „Er ging von dannen hinweg … in eine Gegend nahe der Wüste“

Die Bewegung ist bewusst:

Das hat symbolische Aussagekraft:
Das Zeugnis an die Nation ist abgeschlossen.

(c) „… und verweilte dort mit den Jüngern“

Jetzt richtet der Herr sich vordergründig den Seinen zu.
Es folgt Johannes 12–17:

Der Fokus verschiebt sich:
von Israel → zu der Schar der Glaubenden, die sein Eigentum sind.


3. Kann man sagen: Der Herr hat sich von den Ungläubigen abgewandt?

Ja – aber in folgendem Sinn:

Heilsgeschichtlich: JA.

Johannes zeigt eine klare Dreiteilung:

Mit Joh 11,53–54 findet ein sichtbarer Wendepunkt statt:
das öffentliche Zeugnis an Israel ist abgeschlossen.

Das ist der Sinn vieler Ausleger, wenn sie sprechen:
► „Mit dem siebten Zeichen wendet sich der Herr vom Unglauben Israels ab.“

Beobachtbar im Text: JA.

Joh 11,54 ist die explizite Begründung des Evangelisten:

Moralisch/individuell: NEIN.

Der Herr wendet sich niemals von einzelnen Menschen ab, die noch glauben könnten.
Es gibt weiterhin:

Die Abwendung betrifft nicht:


4. Theologische Linie im Johannesevangelium

Diese Rückzugsbewegung ist nicht isoliert:

Johannes 11,54 ist der Wendepunkt – theologisch wie erzählerisch.


5. Fazit


Man kann und soll aus Joh 11,54 entnehmen, dass:

1. das öffentliche Zeugnis Christi vor der jüdischen Nation abgeschlossen ist,

2. der Herr sich heilsgeschichtlich gesehen vom ungläubigen Israel abwendet,

3. der Schwerpunkt nun auf die Seinen (Joh 13–17) übergeht.

Diese Abwendung ist räumlich, dienstlich, heilsgeschichtlich, aber nicht moralisch.


Eine klare, grafisch strukturierte heilsgeschichtliche Übersicht über das Johannesevangelium, mit besonderem Fokus auf den Wendepunkt Johannes 11,53–54.

Ich habe die Darstellung so kompakt und präzise gebaut, dass du sie auch direkt für eine Bibelstunde verwenden kannst.


Heilsgeschichtliche Übersicht des Johannesevangeliums

1. Die große Struktur des Johannesevangeliums


Kap. 1–11 ────                  Wendepunkt ──────── Kap. 12–21:

Präsentation Christi an Israel                   Christus mit den Seinen / Sein Weg ans Kreuz

Links: Der Herr offenbart sich der Welt und besonders der Nation Israel.
Rechts: Der Herr dient den Seinen und geht den Weg zum Kreuz.


2. Die sieben Zeichen und der heilsgeschichtliche Aufbau (Joh 1–11)

Joh 12       | Berufung + 1. Zeichen (Wasser → Wein)
Joh 3         | Neues Leben
Joh 4         | Samaria und 2. Zeichen
Joh 5         | Zeugnisse über den Sohn
Joh 6         | Brot des Lebens (3. Zeichen)
Joh 710      | Ablehnung Israels (steigt an)
Joh 11        | 7. Zeichen: Auferweckung des Lazarus → endgültige Entscheidung

Zunehmende Offenbarung → zunehmender Widerstand → endgültige Verwerfung.

Der Höhepunkt:
Lazarus = Vorwegnahme der Auferstehungskraft des Sohnes.
Reaktion = Der Hohe Rat beschließt den Tod Jesu (11,53).


3. Der heilsgeschichtliche Wendepunkt (Joh 11,53–54)

Joh 11,53 Beschluss: Christus MUSS sterben
oh
11,54 Jesus zieht sich zurück öffentliches Zeugnis beendet

Hier verlagert sich das gesamte Evangelium:

Von der Öffentlichkeit ─────────► in die Verborgenheit
Von Israel ─────────────────────► zu den Seinen
Vom Zeugnis  ───────────────────► zur Vorbereitung auf das Kreuz

Jesus:


4. Heilsgeschichtliche Verschiebung ab Kapitel 12

Kapitel 12 – Israel lehnt endgültig ab

12,37 Obwohl er viele Zeichen getan hatte sie glaubten nicht
12
,38 Erfüllung Jes 53,1Unglaube als Prophetie
12
,40 Verstockung wie bei Jesaja Gericht über Israel


Johannes betont ausdrücklich:
► Die Zeit des öffentlichen Dienstes ist vorbei.


5. Die neue Blickrichtung (Joh 13–17)

Joh 13 Liebesdienst des Herrn (Fußwaschung)
Joh 14 Der Vater und das Haus des Vaters
Joh 15 Frucht und Gemeinschaft
Joh 16 Der Heilige Geist als Beistand
Joh 17 Das hohepriesterliche Gebet – die Seinen in der Zukunft

Dies ist eindeutig nicht mehr Dienst an der Nation, sondern:

Intimer Dienst für die Jünger
Vorbereitung auf die Gemeinde-Zeit
Offenbarung des Vaters

6. Der heilsgeschichtliche Verlauf des Johannes-Evangeliums

(1) Offenbarung des Wortes (Joh 1)
 │ ▼
(2) Dienst und Zeichen vor Israel (Joh 211)
    │
    │ Ablehnung wächst
      ▼
(3) 7. Zeichen – Lazarus (Joh 11)
      │ ├──► Israel verwirft den Messias endgültig (11,53)
      │ ▼ (
4
) Rückzug Jesu – Ende des öffentlichen Dienstes (11,54)
      │ ▼
(5) Gericht über Israels Unglauben (Joh 12,3741)
      │ ▼
(6) Dienst für die Seinen (Joh 1317)
      │ ▼
(7) Kreuz – Auferstehung – Sendung (Joh 1821)


7. Kurzfazit