Fragen und Antworten BEGRIFFSERKLAERUNG
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Elberfelder 2023
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Daniel 12 ist das Schlusskapitel der großen
Endzeitprophetie Daniels und zugleich einer der klarsten Texte des Alten
Testaments über die Auferstehung.
Es zeigt die einzigartige Drangsalszeit Israels, die Bewahrung des gläubigen
Überrestes und die endgültigen Wege Gottes mit seinem Volk.
Michael, der Fürst Israels, tritt auf den Plan, wenn die Not am größten ist –
eine Drangsal „wie sie nicht gewesen ist, seitdem Nationen bestehen“.
Doch gerade in dieser dunkelsten Stunde offenbart Gott seine Macht zur Rettung.
Daniel beschreibt die Auferstehung der Gerechten zum ewigen Leben und die der
Gottlosen zur ewigen Schmach.
Erstmals werden die zwei Ausgänge der Auferstehung klar unterschieden.
Gleichzeitig wird deutlich, dass Gott die Verständigen in der Endzeit unterweist
und ihnen Einsicht schenkt.
Das Buch soll versiegelt bleiben, bis die Stunde der Erfüllung gekommen ist.
Wer versteht, wird leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste.
Die Weissagung spricht auch von geheimnisvollen Zeitangaben: 1260, 1290 und 1335
Tage.
Sie markieren die letzten Abläufe der Drangsal und den Übergang ins messianische
Reich.
Schließlich richtet Gottes Wort den Blick auf Daniel selbst:
Er soll ruhen, bis er „am Ende der Tage“ wieder auferstehen wird – zu seinem von
Gott bereiteten Erbteil.
Damit endet das Buch Daniel mit einer festen Hoffnung:
Gottes Gericht ist gerecht, seine Verheißung zuverlässig, und das Leben
triumphiert über den Tod.
Wer dieses Kapitel studiert, erhält einen tiefen Einblick in Gottes Wege mit
Israel und die kommende Weltordnung.
Daniel 12 verbindet Warnung, Trost und herrliche Zukunftsaussicht.
Es zeigt: Gott behält das letzte Wort – in der Geschichte, im Gericht und in der
Auferstehung.
Ein Kapitel voller Licht für die, die verstehen.
Reihe
„Auferstehung“,
Vers-für-Vers-Auslegung von Daniel 12, einem der zentralsten Kapitel
zur Lehre der Auferstehung, zur
Endzeit und zur
Zukunft Israels.
Heilsgeschichtlich klar und in
Verbindung zum Gesamtzusammenhang des Buches Daniel.
(Elberfelder 1905 als Grundtext, mit sprachlichen Hinweisen)
Daniel 12 bildet den Abschluss der großen Endzeitprophetie Daniels (Kapitel 10–12). Die Kapitel 10 und 11 schildern die geschichtlichen Entwicklungen bis zum Endzeit-König, dem letzten Weltherrscher (der „König des Nordens“ in Kapitel 11). Kapitel 12 wechselt nun die Perspektive auf Israel, auf die Zeit der Drangsal, auf die Auferstehung und auf Daniels eigenes Ende und seine Hoffnung.
„Und in jener Zeit wird Michael auftreten, der große Fürst, der für die Kinder deines Volkes steht; und es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie sie nicht gewesen ist, seitdem Nationen bestehen bis zu jener Zeit. Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden, jeder, der im Buche geschrieben gefunden wird.“
Michael („Wer ist wie Gott?“) wird im AT ausschließlich in Verbindung mit Israel genannt (Dan 10,21; Judas 9). Er ist der Engelsfürst, der Israel in himmlischer Weise schützt.
„In jener Zeit“ = die Zeit des Endes, d.h. die zweite Hälfte der 70. Jahrwoche (Dan 9,27), die „Drangsal Jakobs“ (Jer 30,7), die der Herr „große Drangsal“ nennt (Mt 24,21).
„Wie sie nicht gewesen ist“: absolute Einzigartigkeit; eine weltweite, beispiellose Trübsal.
Hier wird nicht die Gemeinde angesprochen, sondern Israel („dein Volk“).
Die Gemeinde wird nie Gegenstand der Drangsalsankündigungen des AT; sie ist ein Geheimnis (Eph 3,3–9).
Bewahrung des gläubigen Überrestes: „jeder, der im Buche geschrieben gefunden wird“ ➝ das „Buch“ entspricht dem „Buch des Lebens“ (Mal 3,16; Offb 3,5; 20,12).
„Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden erwachen: diese zu ewigem Leben, jene zur Schmach, zu ewigem Abscheu.“
„Viele“ = nicht „wenige“; es handelt sich um die Menge der Toten, aber im Hebräischen oft stellvertretend für die Gesamtheit (vgl. Jes 53,11–12).
„Schlafen im Staub“ = Bild des Todes und der Rückkehr zum Erdreich (1Mo 3,19).
Die Gerechten: „zu ewigem
Leben“
➝ Beteiligung an der Ersten
Auferstehung (Offb 20,4–6), die
mehrere Phasen hat:
Christus als Erstling (1Kor 15,23)
die Gläubigen der Gnadenzeit (Entrückung)
der gläubige Überrest Israels und die Märtyrer der Endzeit nach der Drangsal (Offb 20,4)
Die Ungerechten: „zur
Schmach, zu ewigem Abscheu“
➝ die Auferstehung des Gerichts
(Joh 5,29), die nach dem 1000-jährigen Reich kommt (Offb 20,11–15).
Daniel 12,2 ist die klarste Auferstehungsstelle im AT.
Das AT unterscheidet bereits zwei Auferstehungen, wenn auch nicht deren zeitlichen Abstand.
„Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Ausdehnung; und die, welche die vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne, immer und ewig.“
„Verständige“: die Einsichtigen in der Endzeit, die Gottes Wort verstehen (Dan 11,33; 12,10).
„Leuchten“: Bild der kommenden Herrlichkeit; vgl. Mt 13,43: „dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne“.
„Viele zur Gerechtigkeit weisen“: Evangelisationsdienst—im AT besonders bezogen auf die Verkündigung des gläubigen Überrestes während der Endzeit.
Es ist ein ewiger Lohn, sichtbar in der zukünftigen Herrlichkeit im Reich und in der Ewigkeit.
„Und du, Daniel, verschließe die Worte und versiegle das Buch bis zur Zeit des Endes; viele werden es durchforschen, und die Erkenntnis wird sich mehren.“
Nicht im Sinn von „verbergen“, sondern im Sinn von bewahren und abschließen.
Die Prophezeiung war für Daniel nicht vollständig verständlich, aber für Menschen in der Endzeit wird sie aufgeschlossen.
Vor allem Erkenntnis über prophetische Zusammenhänge – besonders wenn die Ereignisse eintreten.
Gleichzeitig weltweite Zunahme von Wissen (technisch, politisch, global).
Drei Engelgestalten stehen am Strom; einer fragt: „Wie lange…?“
Antwort: „eine Zeit, Zeiten und eine halbe Zeit“ – also 3½ Jahre.
Dies entspricht der zweiten Hälfte der 70. Jahrwoche (Dan 9,27).
Diese Zeit endet mit der Zerschmetterung der Macht des heiligen Volkes – d.h. wenn Israel durch die Drangsal zur völligen Hilflosigkeit gebracht wird (vgl. Hos 5,15; Sach 12,10).
Wenn Israel keinen eigenen Ausweg mehr hat, greift Gott ein und sendet den Messias (Sach 14,3–4; Mt 24,30).
„Ich aber hörte es, verstand es aber nicht …“
Daniel erhält Offenbarungen, die über sein persönliches Verständnis hinausgehen. Es zeigt, dass die Endzeitprophetien erst in der Endzeit wirklich klar werden.
„Geh hin, Daniel! Denn die Worte sollen verschlossen und versiegelt sein bis zur Zeit des Endes.“
Die Prophetie gilt sicher und verlässlich.
Ihre volle Bedeutung erschließt sich erst, wenn der Zeitrahmen erreicht ist.
„Viele werden gereinigt und weiß gemacht und geläutert werden; aber die Gottlosen werden gottlos handeln, und keiner der Gottlosen wird verstehen, aber die Verständigen werden verstehen.“
Der gläubige Überrest
Wird durch die Drangsal geläutert (Sach 13,9).
Gewinnt geistliches Verständnis.
Die Gottlosen
Verhärten sich weiter.
Kein prophetisches Verständnis.
Dies entspricht Römer 11 und zeigt die letzte Scheidung innerhalb Israels.
„Und von der Zeit an, da das beständige Opfer abgeschafft und der Gräuel der Verwüstung aufgestellt wird, sind es 1290 Tage. Glückselig der, der da wartet und 1335 Tage erreicht!“
Der Gräuel der Verwüstung wird zur Mitte der Woche aufgestellt (Dan 9,27; Mt 24,15).
Die bekannte Drangsalsdauer sind 1260 Tage (3½ Jahre).
Nun kommen 30 Tage extra (1290) und dann weitere 45 Tage (1335).
1260 Tage = reine Drangsalszeit.
1290 Tage = bis zur völligen Beseitigung des Gräuels / Reinigung des Heiligtums.
1335 Tage = Vollendung des Übergangs ins messianische Reich.
Alle, die diese Zeit durchstehen, gehören zu den Gesegneten des kommenden Reiches (vgl. Mt 25,34).
„Du aber, geh hin bis zum Ende; und du wirst ruhen und wirst stehen zu deinem Lose am Ende der Tage.“
„Du wirst ruhen“ = er wird sterben (Dan 9,2; Jes 57,2).
„Du wirst stehen“ = Auferstehung des Glaubenden (Dan 12,2; Joh 5,29a).
„zu deinem Lose“ = Anteil im kommenden Reich Israels (Hes 45–48).
Daniel gehört zu den alttestamentlichen Heiligen und wird mit ihnen (Hebr 11,40) im Reich auferstehen.
Nicht in der Entrückung, sondern bei der Auferstehung des Überrestes Israels nach der Drangsal (Offb 20,4).
Daniel 12 ist der Höhepunkt der alttestamentlichen Auferstehungslehre.
Es unterscheidet klar:
Auferstehung zum Leben
Auferstehung zum Gericht
Es zeigt den gläubigen Überrest Israels, der durch die Drangsal hindurch gerettet wird.
Es ordnet die Ereignisse in den Rahmen der 70. Jahrwoche ein.
Daniel selbst wird am Ende der Tage auferstehen und seinen Anteil im Reich empfangen.
Verbindendes Kapitel „Auferstehung im Alten Testament“, das die vier großen Grundtexte zusammenführt:
Psalm 16 – die Auferstehung des Messias
Hiob 19 – die persönliche Auferstehung des Gläubigen
Jesaja 26 – die nationale Auferstehung Israels
Daniel 12 – die Auferstehung der Gerechten und Ungerechten
Ich formuliere das Kapitel so, dass du es direkt als theologisches Bindeglied in deiner Reihe verwenden kannst.
Eine systematische Zusammenführung der zentralen alttestamentlichen Auferstehungsaussagen
Das Alte Testament enthält keine zusammenhängende Lehre der Auferstehung wie das Neue Testament; aber es bietet klare, kraftvolle Einzeloffenbarungen, die sich wie Mosaiksteine zu einer Gesamtbotschaft fügen. Diese vier Texte bilden die tragenden Grundsäulen:
Psalm 16 – der Messias wird aus dem Tod auferstehen.
Hiob 19 – der Gläubige wird im Fleisch Gott schauen.
Jesaja 26 – Israel als Nation wird aus Tod und Gericht zu neuem Leben erwachen.
Daniel 12 – die Auferstehung aller Menschen: Gerechte und Ungerechte.
Gemeinsam bezeugen sie:
Der Tod hat im Alten Testament niemals
das letzte Wort.
„Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, noch zugeben, dass dein Frommer die Verwesung sehe.“ (Ps 16,10)
Psalm 16 ist der erste Text, der eindeutig eine körperliche Auferstehung spricht – und zwar die Auferstehung des Messias.
Das hebräische Wort „ḥasid“ bezeichnet den
gottesfürchtigen, vollkommen Treuen.
David spricht prophetisch über jemanden, der weit über ihn hinausgeht –
Christus.
David starb und sah die Verwesung (Apg
2,29).
Jesus starb, aber sah keine Verwesung
(Apg 2,31).
Dies bestätigt die frühe Auferstehung
am dritten Tag.
Psalm 16 zeigt:
Der Tod konnte Christus nicht halten.
Der Weg des Lebens (V. 11) führt durch das Grab zur Herrlichkeit.
Erst die Auferstehung des Messias macht alle weiteren Auferstehungen möglich.
„Ich weiß: mein Erlöser lebt … und nachdem meine Haut dieses zerschlagen ist, werde ich aus meinem Fleisch Gott schauen.“ (Hiob 19,25–26)
Hiobs Bekenntnis ist die kraftvollste persönliche Glaubensaussage des AT zur Auferstehung.
Hiob sieht seinen Erlöser jenseits des Todes:
lebend
stehend
als sein Fürsprecher.
Hiob sagt ausdrücklich:
„nachdem meine Haut zerstört ist“
„aus meinem Fleisch werde ich Gott schauen“
Das spricht klar gegen eine rein geistige Existenz nach dem Tod.
„Meine Augen schauen“ – die Wiederherstellung der Persönlichkeit in der Auferstehung.
Hiob 19 zeigt:
Jeder Gläubige des AT erwartete die körperliche Auferstehung.
Der Tod trennt, aber vernichtet nicht.
„Deine Toten werden leben; meine Leichname – sie werden auferstehen.“ (Jes 26,19)
Dies ist die prophetische Auferstehung des Volkes Israel.
Israel wurde:
geistlich tot durch Abfall,
national tot durch Zerstreuung.
„Steht auf und jubelt, ihr Bewohner des
Staubes!“
Das Bild des Staubes verbindet Jes 26 mit Daniel 12 – es geht um die
Wiederbelebung der Hoffnung Israels.
Wie bei Hiob und Psalm 16 ist auch hier der lebende HERR („Jehova“) die Quelle der Auferstehung.
Jesaja 26 betont:
Die Auferstehung betrifft nicht nur Einzelne, sondern ganze Geschichtsverläufe.
Israel wird nach der Drangsal (Jes 26,20–21) zu neuem Leben erweckt und in das messianische Reich geführt.
„Viele … werden erwachen: diese zu ewigem Leben, jene zur Schmach.“ (Dan 12,2)
Daniel 12 führt die alttestamentliche Lehre zur Auferstehung zu ihrer systematischen Form.
Zum ewigen Leben – die Gerechten, besonders der gläubige Überrest Israels.
Zum ewigen Gericht – die Ungerechten aller Zeiten.
Diese Struktur wird im NT ausdrücklich bestätigt (Joh 5,29; Offb 20,4–6.11–15).
Daniel unterscheidet bereits:
die Auferstehung der Gerechten am Ende der Drangsal,
die Auferstehung der Ungerechten erst nach dem 1000-jährigen Reich.
Vers 13 zeigt:
Daniel ruht – und wird auferstehen „zu seinem Lose“.
Damit bestätigt das AT eine
Auferstehung der alttestamentlichen Heiligen in Verbindung mit der
Einführung des Reiches.
Psalm 16 zeigt die Auferstehung des Messias.
Hiob 19 zeigt einen Erlöser, der lebt.
Jes 26 und Dan 12 zeigen, dass diese Kraft auch Israel und die Menschen erfasst.
Ohne Psalm 16 könnte es kein Jes 26, Hiob 19 oder Dan 12 geben.
Alle vier Texte sprechen körperlich:
„nicht die Verwesung sehen“ (Ps 16)
„aus meinem Fleisch“ (Hiob 19)
„sie werden leben“ (Jes 26)
„werden erwachen“ (Dan 12)
Die Auferstehung ist nie eine bloß geistige Fortexistenz.
Hiob: persönliche Hoffnung
Psalm 16: messianische Hoffnung
Jesaja 26: nationale Hoffnung
Daniel 12: universelle Hoffnung (und Warnung)
Daniel 12 macht klar:
Leben
Gericht
Jes 26 und Hiob 19 betonen die Seite der Gerechten; Psalm 16 zeigt die Quelle dieses Lebens.
Jes 26 verbindet Auferstehung mit der Drangsal Israels.
Daniel 12 ordnet die Auferstehung in die 70. Jahrwoche ein.
Hiob zeigt den Gläubigen, der auf den „letzten Tag“ wartet.
Psalm 16 begründet die Auferstehung in der Auferstehung des Christus.
Das Alte Testament lehrt klar:
Es gibt eine körperliche Auferstehung – nicht nur geistiges Weiterleben.
Der Messias muss zuerst auferstehen (Ps 16).
Der einzelne Gläubige wird auferstehen (Hiob 19).
Israel wird national auferstehen (Jes 26).
Die Gerechten und Ungerechten werden auferstehen – zu Leben oder Gericht (Dan 12).
Alle Auferstehung ist Gott gewirkt, nie menschlich.
Der Mittelpunkt ist Christus, der den Tod besiegt hat.
Damit steht das Alte Testament völlig im Einklang mit der späteren Lehre des Neuen Testaments.
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Daniel 12
Daniel-Auslegung
Vers-für-Vers-Auslegung
Endzeit
Auferstehung
Drangsal Jakobs
Michael der Fürst
Buch des Lebens
Gerechte und Ungerechte
Endzeitprophetie
70. Jahrwoche
große Drangsal
Überrest Israel
Auferstehung im AT
messianisches Reich
Gräuel der Verwüstung
1290 Tage
1335 Tage
prophetische Schrift
heilsgeschichtliche Auslegung