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00643
Gegenüberstellung „Tisch des Herrn (1Kor 10) / Mahl des Herrn (1Kor 11)“,
Gegenüberstellung von
„Tisch
des Herrn“ (1Kor 10) und
„Mahl
des Herrn“ (1Kor 11).
Der Apostel Paulus
unterscheidet im 1. Korintherbrief bewusst zwischen dem
„Tisch des
Herrn“ (1Kor 10) und dem
„Mahl des
Herrn“ (1Kor 11).
Beide Ausdrücke stehen in engem Zusammenhang, dürfen
jedoch nicht gleichgesetzt werden.
Der
Tisch des
Herrn spricht in erster Linie von
Gemeinschaft.
Er beschreibt den geistlichen Bereich, in dem Gläubige
gemeinsam
Anteil haben an Christus und aneinander.
Wer am Tisch des Herrn teilnimmt, bekennt sich
öffentlich zu Ihm
und trennt sich von jeder anderen religiösen
Gemeinschaft
und von jedem Götzendienst.
Hier geht es nicht
um eine Handlung, sondern um eine
Stellung.
Der Tisch des Herrn umfasst das ganze Leben der
Gemeinschaft der Erlösten.
Er stellt einen exklusiven Bereich dar:
Man kann nicht zugleich am Tisch des Herrn
und am Tisch der Dämonen teilnehmen.
Das
Mahl des
Herrn hingegen beschreibt eine
konkrete
Handlung.
Es ist das von dem Herrn eingesetzte Gedächtnismahl,
in dem Brot und Kelch genommen werden
zur Erinnerung an seinen Leib und sein Blut.
Hier steht nicht die Gemeinschaft untereinander,
sondern das
Gedenken an den Herrn selbst
im Mittelpunkt.
In 1Kor 11 wird
daher der persönliche Zustand geprüft:
Selbstgericht, Ordnung und Ehrfurcht sind
unerlässlich.
Unwürdiges Essen betrifft nicht den Wert der Person,
sondern den falschen Umgang mit dem Mahl.
Zusammengefasst:
Der
Tisch des Herrn
beschreibt den
Grundsatz der Gemeinschaft,
das
Mahl des Herrn
die
Ausübung des Gedenkens.
Beides gehört zusammen –
aber beides hat seinen eigenen, klaren Platz in der
Schrift.
| Aspekt | Tisch des Herrn – 1Kor 10 | Mahl des Herrn – 1Kor 11 |
|---|---|---|
| Biblische Stelle | 1Kor 10,14–22 | 1Kor 11,17–34 |
| Kontext | Abgrenzung von Götzenopfern und heidnischer Gemeinschaft | Missstände im praktischen Zusammenkommen der Gemeinde |
| Schwerpunkt | Geistliche Bedeutung der Teilnahme | Praktische Ordnung und Durchführung der Mahlfeier |
| Hauptgedanke | Gemeinschaft mit Christus und Einheit des Leibes (V. 16–17) | Würdiges Gedenken an den Herrn und Selbstprüfung (V. 24–29) |
| Symbolischer Fokus | „Tisch“ = Gemeinschaft | „Mahl“ = Gedächtnishandlung |
| Worum geht es? | Was das Brot und der Kelch geistlich bedeuten | Wie die Gemeinde das Mahl praktisch feiert |
| Zentrale Lehre | „Ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen.“ (V. 17) | „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ (V. 24–25) |
| Warnung | Gemeinschaft mit Dämonen (V. 20–21) | Unwürdiges Essen und Trinken, Missachtung des Leibes (V. 27–29) |
| Einheit | Geistliche Einheit aller Gläubigen | Praktische Einheit beim gemeinsamen Essen (Warten, Rücksicht) |
| Hindernis der Teilnahme | Götzendienst / dämonische Gemeinschaft | Unwürdiges Verhalten gegenüber Christus und der Gemeinde |
| Bezug auf den Leib Christi | Leib als geistliche Einheit des gesamten Leibes | Leib als geopferter Körper Jesu und als Gemeinde (V. 29) |
| Ausrichtung | Christus als Mittelpunkt der Gemeinschaft | Christus als Mittelpunkt des Gedächtnisses |
| Anweisung zur persönlichen Prüfung | Keine explizite Prüfung | „Der Mensch prüfe aber sich selbst.“ (V. 28) |
| Disziplin | moralische und geistliche Inkompatibilität (Götzen) | göttliche Erziehung bei Missbrauch (Schwachheit, Krankheit, Schlafen) |
| Gemeinschaftsbedeutung | Teilnahme = Ausdruck der Einheit aller Gläubigen | Teilnahme = Ausdruck der würdigen Erinnerung an sein Opfer |
| Ausschlussgrund | Verbindung zu Götzendienst | persönlicher Missbrauch des Mahls |
| Ziel | Reinheit der geistlichen Gemeinschaft | Ordnung, Liebe, gegenseitige Rücksicht beim Zusammenkommen |
| Christusbezug | Einheit mit Christus und seinem Opfer | Gedächtnis an Christus und Verkündigung seines Todes |
Die beiden Kapitel behandeln das Gleiche – aber von zwei Seiten.**
Die Teilnahme zeigt:
Wir gehören zu Christus, wir sind ein Leib, wir haben Teil an seinem Opfer.
Die Teilnahme muss:
Christus ehren, den Leib beachten, in Liebe und Demut geschehen.
Der Tisch des Herrn (Kap. 10) beschreibt die geistliche Realität der Gemeinschaft mit Christus und miteinander.
Das Mahl des Herrn (Kap. 11) beschreibt die praktische Durchführung des Gedächtnismahls und die persönliche Herzenshaltung.
Der Tisch grenzt von Götzendienst ab — das Mahl warnt vor Respektlosigkeit und Selbstsucht.
1Kor 10 zeigt die Objektseite des Mahls: was es bedeutet.
1Kor 11 zeigt die Subjektseite: wie man teilnimmt.
Diese von Paulus selbst gesetzte Zweiteilung verhindert, dass man:
das Mahl zu einer „Stellungsprüfung“ macht,
globalen Disziplinarismus hineinliest,
menschliche Ordnungen als Teilnahmebedingungen aufstellt,
die Einheit der Gläubigen einschränkt.
Erklärung:
1Kor 10 = Was das Mahl geistlich bedeutet
1Kor 11 = Wie man es praktiziert
Diese Reihenfolge ist göttlich-absichtlich.
1Kor 10 zeigt was das Mahl bedeutet –
1Kor 11 zeigt, wie man es würdig feiert.