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00645 Was bedeutet: "eine Taufe " in Epheser 4.5?
Paulus zählt hier sieben geistliche Einheiten auf, die alle Gläubigen miteinander verbinden:
ein Leib
ein Geist
eine Hoffnung
ein Herr
ein Glaube
eine Taufe
ein Gott und Vater
Es geht also um Dinge, die wesensmäßig alle Gläubigen gemeinsam haben – einheitstiftende Tatsachen.
Darum muss auch die „eine Taufe“ etwas sein, was alle Gläubigen ohne Ausnahme besitzen.
Viele Ausleger haben das angenommen.
Aber: die Wassertaufe ist nicht bei
allen Gläubigen identisch – weder in der Form noch in der Zeit noch im
Verständnis. Sie ist zwar ein Gebot des Herrn, aber nicht das, was alle Christen
wesensmäßig vereint.
Außerdem spricht Epheser 4 von dem, was der Geist wirkt – nicht von äußeren Ritualen.
Darum ist es sehr wahrscheinlich, dass Paulus nicht die Wassertaufe meint.
Die Schrift spricht von einer geistlichen Taufe, die der Herr Jesus mit dem Heiligen Geist wirkt:
„Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden.“
— 1Kor 12,13
Das entspricht genau dem Zusammenhang von Eph 4:
„ein Leib“ (V. 4)
„ein Geist“ (V. 4)
„eine Taufe“ (V. 5)
Hier gibt es eine klare Parallelität:
Der eine Geist tauft alle Gläubigen in den einen Leib hinein.
Diese geistliche Taufe verbindet jeden Gläubigen – unabhängig von Zeit, Ort, Kultur oder Bekenntnis – mit Christus und untereinander.
In zwei Dimensionen:
Am Pfingsttag (Apg 2) wurde der Heilige Geist gesandt, und der Leib Christi wurde „gebildet“. Das ist die einmalige geistliche „Einsetzung“.
Jeder Mensch, der heute zum Glauben kommt, wird durch den Geist in diese bereits existierende Einheit eingefügt (1Kor 12,13).
Das ist die „eine Taufe“, die durch alle Jahrhunderte hindurch dasselbe bleibt.
Die Wassertaufe ist:
ein Bekenntnis des Gläubigen,
ein Ausdruck seiner Identifikation mit dem Tod Christi,
ein äußeres Zeichen.
Die „eine Taufe“ in Eph 4,5 ist:
innerlich,
geistlich,
von Christus durch den Geist gewirkt,
und für alle Gläubigen gleich.
Daher ist sie das Fundament der wahren christlichen Einheit.
„Eine Taufe“ in Eph 4,5 bedeutet:
Die eine, geistliche Taufe durch den Heiligen Geist, durch die alle Gläubigen in den einen Leib Christi eingefügt werden (1Kor 12,13).
Sie ist nicht die Wassertaufe, sondern die geistliche Vereinigung mit Christus und seinem Leib. Sie gehört zu den sieben unerschütterlichen Grundtatsachen christlicher Einheit.
eine Wortstudie zu baptisma
(βάπτισμα)
als auch
eine klare Gegenüberstellung von Wasser- und Geisttaufe
enthält – besonders im Hinblick auf Epheser 4,5: „eine Taufe“.
βάπτισμα (baptisma) = „Taufe“, „Eintauchung“
Substantivbildung vom Verb βαπτίζω (baptizō)
wörtlich: „untertauchen, eintauchen, überwältigen“
Die Grundidee ist immer ein Überwältigtwerden von etwas (Wasser, Gericht, Geist).
wörtlich: physisches Untertauchen
rituell: Waschungen (Mk 7,4; Hebr 9,10)
symbolisch-gerichtlich: „Taufe des Leidens“ (Mk 10,38–39; Lk 12,50)
geistlich: Geisttaufe (Apg 1,5; 1Kor 12,13)
baptisma ist also kein technischer Terminus ausschließlich für Wasser – der Kontext entscheidet.
Johannes-Taufe (Mk 1,4)
Christliche Wassertaufe (Apg 2,38; 8,36–38)
Die Taufe Christi im Leiden:
„Ich habe eine Taufe, womit ich getauft werden muss“ (Lk 12,50)
Die „Taufe mit Heiligem Geist“ (Apg 1,5)
Die Taufe in den Leib Christi
hinein (1Kor 12,13)
→ für die Auslegung von Eph 4,5 entscheidend.
baptisma beschreibt immer eine Vereinigung mit etwas, mit dem man „untertaucht“.
Bei Wasser = äußeres Bekenntnis.
Bei Geist = innere, göttliche Einfügung in eine neue Stellung.
Bei Leiden = Untertauchen unter das Gericht Gottes.
In Eph 4,5 muss baptisma – wegen des thematischen Kontextes – etwas sein, das alle Gläubigen gemeinsam besitzen → deshalb keine rituelle Handlung, sondern geistliche Identifikation.
Eine klare Übersicht, wie die Schrift diese beiden Taufen unterscheidet und wie sie sich zueinander verhalten.
| Thema | Wassertaufe | Geisttaufe |
|---|---|---|
| Wesen | Äußerer Akt des Gehorsams, Bekenntnis des Glaubens | Innere göttliche Handlung des Heiligen Geistes |
| Art | Symbolisch | Real, geistlich |
| Mittel | Wasser | Heiliger Geist |
| Akteur | Ein Jünger tauft | Christus tauft (Apg 1,5) |
| Frage | Wassertaufe | Geisttaufe |
|---|---|---|
| Seit wann? | Dienst des Johannes → bis heute | Seit Pfingsten (Apg 2) |
| Häufigkeit | Bei jeder Bekehrung (in der Praxis unterschiedlich) | Einmalig bei der Wiedergeburt: „wir alle … getauft worden sind“ (1Kor 12,13) |
| Einmalig / wiederholbar? | Einmal als Bekenntnis | Einmalig, nie wiederholt |
| Wirkung | Wassertaufe | Geisttaufe |
|---|---|---|
| Stellung vor Gott | Ändert die Stellung nicht | Fügt in den Leib Christi ein (1Kor 12,13) |
| Gemeinschaft | Sichtbare Gemeinschaft der Jünger | Geistliche Einheit aller Gläubigen |
| Heil | kein Heilsmittel | geschieht gleichzeitig mit neuem Leben, Versiegelung, Einwohnung |
| Frage | Wassertaufe | Geisttaufe |
|---|---|---|
| Bezug auf Gnade? | Ausdruck des Gehorsams nach der Bekehrung | Bestandteil des Wirkens des Geistes bei Wiedergeburt |
| Bezug auf Einheit? | Sichtbares Bekenntnis | Tatsächliche Einfügung in den einen Leib |
| Symbol/Realität? | Bild | Erfüllung / Realität |
Die Wassertaufe drückt aus, was die Geisttaufe bewirkt.
Wasser: Ich gehöre Christus an.
Geist: Christus fügt mich seinem Leib zu.
Daher kann Eph 4,5 – im Rahmen der „sieben Einheiten“ – nicht die Wasserhandlung meinen, sondern die eine geistliche Wirklichkeit, die jeder Gläubige ohne Ausnahme besitzt.
Alle sieben Punkte sind geistliche Tatsachen, nicht äußere Riten:
„ein Leib“ → geistlich
„ein Geist“ → geistlich
„eine Hoffnung“ → geistlich
„ein Herr“ → geistlich
„ein Glaube“ → geistlich
„eine Taufe“ → ebenfalls geistlich
„ein Gott und Vater“ → geistlich
Man bricht die Parallelität, wenn man an dieser Stelle ein äußeres Ritual einführt.
„Wir alle sind in einem Geist zu einem Leib getauft worden.“
→ exakt derselbe dreifache Zusammenhang wie in Eph 4:
ein Leib
ein Geist
eine Taufe
Damit ist die Schrift an dieser Stelle selbstauslegend.
Der Leib Christi existiert seit Pfingsten.
Seit Pfingsten wird jeder Gläubige geistlich eingegliedert.
Dies ist eine göttliche, unveränderliche Realität.
Daher:
eine Taufe = die eine Geisttaufe.
„Eine Taufe“ in Eph 4,5 ist nicht die Wassertaufe, sondern die eine, geistliche Taufe durch den Heiligen Geist, durch die alle Gläubigen in den einen Leib Christi eingefügt werden (1Kor 12,13). Das Wort baptisma bedeutet „Eintauchung“ und kann sowohl äussere als auch geistliche Vorgänge beschreiben. Im Zusammenhang von Eph 4 gehört es eindeutig zu den geistlichen Einheiten, die alle Gläubigen verbinden.
sprachlich-theologisch sorgfältige Wortstudie zu βαπτίζω (baptízō), weit über das Grundlexikon-Niveau hinaus.
Ich präsentiere sie in fünf klaren Teilen:
Morphologie & Grundbedeutung
Semantische Bedeutungsfelder in klassischem Griechisch, LXX und NT
Theologische Verwendungen im Neuen Testament
Beziehung zu verwandten Begriffen (βάπτω, βάπτισμα, βάπτισις)
Schlussfolgerungen für die Auslegung von Eckstellen (inkl. Eph 4,5)
Verb: βαπτίζω (baptízō)
Präsens Aktiv: βαπτίζω
Aorist Aktiv: ἐβάπτισα
Perfekt Passiv: βεβάπτισμαι
Grundwurzel: βάπτω (báptō) = eintauchen, färben
βαπτίζω ist eine
intensive Form von βάπτω.
Das zeigt: Es geht nicht um ein flüchtiges Benetzen, sondern um
ein vollständiges Überwältigen /
Untertauchen in ein Medium.
Die eigentliche Bedeutung von βαπτίζω lautet:
„untertauchen, versenken, eintauchen, jemanden oder etwas einer neuen Einfluss-Sphäre aussetzen“
Darunter fallen:
physisches Untertauchen
Überflutetwerden
Überwältigtwerden
Hineinversetztwerden in eine neue Umgebung
Wichtig:
Die Betonung liegt auf Veränderung,
nicht auf dem Wasser als solchem.
Die Bedeutung entwickelt sich von der profanen über die jüdisch-hellenistische bis zur neutestamentlichen Verwendung.
Hier finden wir Bedeutungen wie:
Eintauchen eines Gegenstandes
– etwa um etwas zu färben (Schriftsteller Plutarch, Polybios).
Versenken eines Schiffes
– „das Schiff wurde baptisiert“ =
es sank (Josephus, Strabon).
Überwältigen durch ein Element
– ein Mensch wird von Sorgen „überflutet“ („baptízō“ als Bild).
Kern: ein völliges Untertauchen, physisch oder metaphorisch.
In der LXX ist βαπτίζω selten, aber bedeutend:
2Kön 5,14 – Naeman taucht sich siebenmal im Jordan.
Jes 21,4 – „mein Herz ist überwältigt“ (metaphorisch).
Wichtig:
Auch im AT ist das Verb nicht
technisch oder rituell festgelegt.
Hier wird βαπτίζω verwendet für:
rituelle Waschungen
Katastrophen (Überflutung, Untergang)
Initiationshandlungen
Beispiele Josephus:
„Er taufte (= überwältigte) sie mit Blut“ (metaphorisch)
„Das Schiff wurde getauft (= versenkt)“
➜ Wasser ist nicht definierend – das Überwältigtwerden ist definierend.
Im NT umfasst βαπτίζω vier Hauptfelder:
Johannes-Taufe (Mk 1,4)
Jüngertaufe (Mt 28,19; Apg 2,38)
Mk 7,4 – „Waschungen (baptismoí) der Becher und Krüge“
Mk 10,38 – „könnt ihr mit der Taufe
getauft werden, womit ich getauft werde?“
→ Taufe = Eintauchen in Leiden / Gericht Gottes.
Apg 1,5 – „mit Heiligem Geist getauft“
1Kor 12,13 – „in einem Geist zu einem Leib getauft“
Diese letzte Kategorie ist entscheidend für Epheser 4,5.
Johannes verwendete βαπτίζω für eine Bußtaufe:
äußerer Akt – inneres Bekenntnis – nicht Wiedergeburt.
Bild vom Tod und Auferstehung (Röm 6; Kol 2)
Ausdruck des Bekenntnisses
Der Herr bezeichnet sein Leiden als Taufe:
völliges Eintauchen in das Gericht Gottes (Lk 12,50).
Hier zeigt das Verb seine ursprüngliche
Tiefe:
komplettes Überwältigtwerden – nicht
Wasser!
Hier erreicht βαπτίζω seine theologisch höchste Bedeutung:
„Denn in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden.“
— 1Kor 12,13
Das bedeutet:
Christus selbst tauft (Apg 1,5).
Der Heilige Geist ist das „Medium“.
Resultat: Einfügung in den Leib Christi.
Und diese Geisttaufe ist die „eine Taufe“ von Eph 4,5.
bedeutet „eintauchen“, „eintunken“, „färben“.
nie für geistliche Vorgänge im NT.
Beispiel: Lk 16,24 – „die Spitze des Fingers ins Wasser tauchen“.
🡆 βαπτίζω ist die verstärkte Form: vollständiges Eintauchen.
→ Was
getan wird (Ereignis)
Wird sowohl für Wasser als auch für Geist benutzt.
→ rituelle Reinigung (Hebr 9,10)
— nicht im NT, aber in klassischer Literatur: gemeinsames Überwältigen.
Das Verb bedeutet nicht primär „Wasser“, sondern:
„untertauchen, überwältigen, in eine neue Sphäre hineinversetzen“
Das Wasser ist nur in manchen Kontexten das gewählte Medium.
Wasser als sichtbares Symbol
Kennzeichen: Untertauchen (nicht Besprengen)
Fokus: Bekenntnis, Identifikation
Ein intensiver, bildlicher Gebrauch des ursprünglichen Sinnes.
Hier zeigt sich die vollkommene Entfaltung des Verbs:
Christus „taucht“ Gläubige in den Geist hinein.
Der Geist „überwältigt“ und „vereint“ zu einem Leib.
Keine äußere Handlung, sondern göttliche Realität.
Darum lautet die Schlussfolgerung:
Warum?
Weil alle anderen sechs Einheiten des Abschnitts rein geistlich sind.
Weil Eph 4 parallel zu 1Kor 12,13 ist.
Weil Wassertaufe nicht „eine“ im Sinne universaler Gleichheit ist.
Weil die Wassertaufe nie „Einheit aller Gläubigen“ bewirkt.
βαπτίζω bedeutet ursprünglich „untertauchen / überwältigen“.
Im NT hat es vier Bedeutungsfelder, von denen die höchste und entscheidende die Geisttaufe ist: Christus fügt durch den Geist alle Gläubigen dem einen Leib ein.
Dies ist die „eine Taufe“ von Eph 4,5, die als geistliche, nicht-rituelle, objektive Realität jeden Wiedergeborenen umfasst.