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00646
Matthäus 16,18 keine
Gemeinde-Lehre Es geht um den jüdischen Überrest

Matthäus 16 und 18 sprechen heilsgeschichtlich nicht von der christlichen Gemeinde.
Die Gemeinde entsteht erst zu Pfingsten, wenn der Heilige Geist kommt.
Erst dort beginnt das Hineintaufen in den Leib Christi nach 1Kor 12,13.
Die Lehre vom „einen Leib“ wird erst in Epheser 2–3 offenbart.
Vorher war das Geheimnis der Gemeinde völlig unbekannt.
Paulus erhält dieses Geheimnis erstmals in Eph 3,3–6 und Kol 1,26.
Daher kann Mt 16,18 keine Lehre der Gemeindezeit darstellen.
Wenn Jesus sagt „Ich werde meine Versammlung bauen“, spricht Er in der Zukunft.
Die Versammlung existiert zu diesem Zeitpunkt also noch gar nicht.
Mt 16 beschreibt eine kommende messianische Versammlung, nicht die Kirche.
„Ekklesia“ bedeutet allgemein „Versammlung“, nicht automatisch „Gemeinde“.
In der LXX ist es oft die Versammlung Israels, nicht ein neutestamentlicher Leib.
Der Rahmen in Matthäus 16 ist eindeutig jüdisch: Israel, Messias, Königreich, Überrest.
Auch Mt 18 zeigt keine Gemeinde-Ordnung, sondern eine jüdische Königreichsordnung.
Dort fehlt jeder Hinweis auf den Leib Christi oder auf apostolische Gemeindeautorität.
Die Sprache entspricht exakt der LXX-Bezeichnung der Gemeinde Israels.
Es geht in Mt 18 um den gläubigen Überrest – nicht um die Gemeindezucht der Kirche.
Beide Ekklesia-Stellen sind prophetische Vorausblicke, keine Offenbarung der Gemeinde.
Die neutestamentliche Gemeinde wird erst in Apostelgeschichte und durch Paulus definiert.
Darum gehören Mt 16 und Mt 18 heilsgeschichtlich zu Israel und nicht zur christlichen Gemeinde.
Eine sehr
klare, dispensationalistische Einsicht, die viele Fragen im Matthäusevangelium
sofort ordnet.
Ich fasse dir die
heilsgeschichtliche Einordnung von „meine Versammlung“
in Mt 16,18 und „die Versammlung“ in Mt 18,17
kurz zusammen und zeige,
warum beide Stellen
nicht
von der christlichen Gemeinde sprechen, sondern vom
messianischen
Überrest Israels.
Die christliche Gemeinde entsteht erst Pfingsten (Apg 2), durch:
den Heiligen Geist, der kommt (Apg 1,5–8; 2,1–4)
das Hineingetauftwerden in den Leib Christi (1Kor 12,13)
die Rede vom einen Leib (Eph 2–3)
Und:
➡️ Erst Paulus erhält die Offenbarung
des Geheimnisses der Gemeinde (Eph 3,3–6; Kol 1,26).
Matthäus 16 und 18 liegen vor alldem.
Darum kann Mt 16,18 keine Lehre der Gemeindezeit sein.
Der Herr sagt nicht:
„Ich baue…“
sondern:
„Ich werde bauen“ (οἰκοδομήσω – Futur).
Das bedeutet:
Die Versammlung existiert noch nicht.
Es ist ein zukünftiges Werk des Herrn.
Es wird von IHM allein getan (kein Auftrag an die Jünger).
👉 Daher ist Mt 16,18 keine Definition, sondern ein Programm-Versprechen.
Das griechische Wort ekklēsía heißt:
Versammlung
Herausgerufene Gemeinschaft
Im AT (LXX) ist es:
die
Versammlung Israels
– 5Mo 9,10; 23,2–4
– Ps 22,23; 26,12
– 1Kön 8,14
Im NT ist es keineswegs ein technischer Begriff für die Gemeinde.
Der Zusammenhang entscheidet.
In Mt 16 ist der Rahmen:
Israel
Messias
Königreich
Überrest
➡️ Es geht nicht um die Gemeinde, sondern um den gläubigen Überrest Israels, der in der zukünftigen Zeit dem Messias folgt.
„sage es der Versammlung“
In Mt 18 fällt sofort auf:
kein Heiliger Geist
keine apostolische Autorität
kein Leib Christi
kein neutestamentliches Amt
kein Hinweis auf Christi Tod und Auferstehung
stattdessen:
– verlorenes Schaf (Überrest)
– kindliche Stellung in Bezug auf das Königreich
– jüdischer Rahmen
– Bindungs- und Lösungsautorität wie Mt 16,19
Und vor allem:
Die „Versammlung“ in Mt 18 ist die jüdische Gemeinde / Synagoge des Überrestes.
➡️ Es geht um eine jüdische Königreichsordnung, nicht um die christliche Gemeindezucht wie in 1Kor 5.
Mt 16 – die zukünftige messianische Versammlung
Mt 18 – praktische Ordnung dieses
künftigen Überrestes
Beide zusammen:
passen perfekt in das Matthäusevangelium (Evangelium des Königs)
passen NICHT in die paulinische Gemeindeoffenbarung
bereiten den jüdischen Überrest der Zukunft (Mt 24) vor
stehen heilsgeschichtlich VOR Pfingsten
Darum:
➡️
Die christliche Gemeinde wird erst
später offenbart (Eph 3)
➡️ Hier ist es Israel, nicht die
Kirche