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00649
Heilszeitliche Belehrung zur Taufe in Matthäus 28 – Warum der Befehl nicht in
der Gnadenzeit erging

Der Taufbefehl in Matthäus 28 gehört heilsgeschichtlich nicht zur Gemeindezeit.
Er wurde vor Pfingsten gegeben, als die christliche Haushaltung noch nicht begonnen hatte.
Die Gemeinde entsteht erst durch den Heiligen Geist in Apostelgeschichte 2.
Der Herr spricht in Matthäus 28 zu einem jüdischen Jüngerkreis, dem Überrest Israels.
Die Formulierung „lehret sie halten alles“ verweist auf irdische Gebote des Königreichs.
Diese Gebote gehören nicht zur Gnadenzeit, sondern zur messianischen Reichsordnung.
Auch die Wendung „alle Nationen“ entspricht Jesaja 11 und Psalm 2 – dem Königreich.
Die Taufe in Mt 28 ist daher kein Gemeindebefehl, sondern Teil des Königreichsprogramms.
In der Apostelgeschichte zitieren die Apostel Mt 28 niemals als Grundlage ihrer Taufe.
Stattdessen taufen sie im Namen Jesu Christi – dem Auferstandenen.
Die christliche Taufe wird erst durch die apostolische Lehre in Römer 6 und 1Kor 12 erklärt.
Mt 28 enthält keinerlei Hinweise auf den Leib Christi oder die Geistestaufe.
Der Rahmen von Matthäus ist durchgehend jüdisch-messianisch geprägt.
Deshalb kann der dortige Taufauftrag nicht der Gemeinde anvertraut sein.
Der Herr kündigt an, was im Königreich von Israel zu den Nationen ausgehen wird.
Erst die Offenbarung an Paulus erklärt die Struktur und Lehre der Gemeindezeit.
Mt 28 ist also eine prophetische Vorschau, keine gemeindliche Anordnung.
Die Gnadenzeit steht unter dem Evangelium der freien Gnade, nicht unter Geboten.
Im 1000-jährigen Reich wird der Auftrag von Mt 28 seine volle Erfüllung finden.
Darum gehört der Taufbefehl heilsgeschichtlich nicht in die Zeit der Gemeinde.
Matthäus 28,16–20 findet
vor Pfingsten, also
vor der Geburt der Gemeinde statt.
Die Gemeinde entsteht erst in
Apostelgeschichte 2, wenn der Heilige Geist kommt (vgl. Apg 1,5; 2,1–4;
1Kor 12,13).
➡️
Der Befehl wird also in einer Zeit gegeben, in der die christliche Haushaltung
noch nicht begonnen hat.
Er steht damit formal noch unter dem
Rest der alttestamentlichen Ordnung (Mt 5,17–19) und im Rahmen des
Königreichsprogramms für Israel.
Der Auftrag lautet:
„Gehet hin und machet zu Jüngern alle Heiden, taufet sie… lehret sie halten alles, was ich euch geboten habe.“ (Mt 28,19–20)
Drei Punkte fallen auf:
Was hat der Herr den Jüngern bis dahin geboten?
– Bergpredigt (Mt 5–7)
– Sendung eines irdischen Königreiches (Mt 10)
– Reinheits- und Opfergebote, soweit sie noch bestanden (Mt 8; 23,23)
– Gebote, die eindeutig nicht
die Gemeinde kennzeichnen (z. B. Opfergabe: Mt 5,23–24)
➡️ Dies ist
kein neutestamentlicher
Gemeindeauftrag.
Die Gemeinde wird nicht „das
halten, was Jesus seinen Jüngern während seines irdischen Lebens geboten hat“,
sondern lebt „unter der Gnade“ (Röm 6,14) und in der Lehre der Apostel (Apg
2,42).
Im Griechischen steht:
πάντα τὰ ἔθνη = alle Nationen
Dies entspricht der Prophetie von Ps 2,8 und Jes 11,10: Nationen im messianischen Königreich.
➡️ Der Horizont ist messianisch, nicht gemeindlich.
In Mt 28 wird nicht gesagt:
– „in einen Leib hineingetauft“ – wie in
1Kor 12,13
– „mit Christus begraben“ – wie in Röm 6
– „durch Glauben gerettet“ – wie Eph 2,8–9
➡️ Der Taufbefehl in Mt 28 enthält keinerlei Lehraussagen über die Gemeinde.
Das ganze Evangelium ist heilsgeschichtlich so ausgerichtet, dass:
Jesus als Messias Israels vorgestellt wird.
Die Jünger sind der Überrest Israels (vgl. Mt 19,28).
Der Auftrag in Mt 28 ist die Königsreichs-Perspective, die von Israel zu den Nationen geht.
Die Gemeinde kommt in Matthäus nur zweimal vor (Mt 16,18; Mt 18,17), aber ohne Lehre, ohne Verwaltung, ohne Geistestaufe, ohne Leib-Christi-Gedanken.
➡️ Matthäus 28 kann daher nicht der Geburtsbefehl für die Gemeinde sein.
In der Apostelgeschichte sieht man deutlich:
Pfingsten (Apg 2): Taufe geschieht „auf den Namen Jesu Christi“ (nicht Dreinamenformel wie Mt 28)
Samarien (Apg 8): wieder „im Namen Jesu“
Kornelius (Apg 10): geistliche Taufe geht der Wassertaufe voran
Paulus (Apg 19): lehrt die Taufe im Licht des Christusgeheimnisses
Auffällig:
➡️
Die Apostel zitieren Matthäus 28 nie
als Grundlage ihrer Taufpraxis.
➡️ Sie taufen stets im Blick auf den
auferstandenen Christus, nicht im Blick auf die irdischen Gebote Jesu.
Das zeigt:
Der Taufbefehl von Mt 28 wird erst
durch die apostolische Lehre der Gemeindezeit richtig eingeordnet – nicht
umgekehrt.
Matthäus 28 ist:
gegeben vor der Gemeindezeit,
im Rahmen des messianischen Königreichsprogramms,
an einen jüdischen Jüngerkern,
ohne Lehre der christlichen Haushaltung.
Die Gemeinde erhält ihren eigentlichen Taufauftrag durch die apostolische Offenbarung – nicht durch den irdischen Taufbefehl Jesu.
Jes 2,2–4; Jes 11; Sach 14 zeigen:
Israel wird das Wort des HERRN zu den Nationen tragen.
Die Nationen werden Jünger des Königs.
Es gibt erneut eine Taufe der Unterwerfung unter den König (Hes 36,25–27 im Zusammenhang mit Israel).
➡️ Mt 28 ist im Vollsinn ein tausendjähriger Königreichsauftrag, der in der Gnadenzeit nur „vorläufig“ verwirklicht wird.
Der Taufbefehl in Mt 28 gehört heilsgeschichtlich nicht zur Gnadenzeit, weil er:
vor Pfingsten gegeben wurde,
nicht auf die Gemeinde bezogen ist,
auf das Königreich Israels zielt,
Lehren enthält, die nicht zur Gemeinde gehören,
von den Aposteln in Apg nie als Grundlage der christlichen Taufe zitiert wird.