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00654  Kann man aus dem 1. Korintherbrief sehen, ob sie das was Paulus zB.: 1. Kor 10 & 11 schon gewusst haben, im Moment, da er es niedergeschrieben hat?


Haben die Christen in Korinth das, was Paulus in 1. Korinther 10 und 11 schreibt, bereits früher gewusst?

Diese Frage berührt die grundlegende Art, wie der Apostel Paulus lehrt, erinnert, korrigiert und die Gläubigen geistlich neu ausrichtet.
Der 1. Korintherbrief zeigt deutlich, dass Paulus nicht zum ersten Mal Unterweisung gibt, sondern an bereits Bekanntes anknüpft.
Immer wieder benutzt er Formulierungen wie „Wisst ihr nicht?“ oder „wie ich euch übergeben habe“, die voraussetzen, dass er diese Wahrheiten schon früher erklärt hatte.
Die Korinther kannten die Grundlagen, doch sie hatten vieles vernachlässigt oder falsch angewendet.
Kapitel 10 erinnert sie an die warnenden Beispiele Israels und zeigt, wie ernst Gott Heiligkeit nimmt.
Kapitel 11 ruft ihnen die göttliche Ordnung von Mann und Frau in der Versammlung neu ins Bewusstsein.
Auch die Einsetzung des Mahls des Herrn war ihnen nicht neu – Paulus hatte es ihnen bereits überliefert.
Was jedoch fehlte, war das geistliche Verständnis und die praktische Umsetzung dieser Wahrheit.
Darum schreibt Paulus keine grundsätzliche Erstbelehrung, sondern eine notwendige Klärung.
Er führt sie zurück zu den göttlichen Prinzipien, die sie bereits kannten.
Er erinnert sie daran, dass Erkenntnis ohne Gehorsam ins Leere läuft.
Er korrigiert Missstände, die aus Stolz, Unordnung oder Gleichgültigkeit entstanden waren.
Er betont erneut den Ernst des Mahls des Herrn und die Bedeutung einer würdigen Haltung.
Die Warnungen in Kapitel 10 und die Anweisungen in Kapitel 11 sind also keine neuen Offenbarungen, sondern apostolische Ermahnungen.
Sie dienen dazu, die Korinther auf das Fundament zurückzuführen, das Paulus selbst gelegt hatte.
Diese Beobachtung hilft uns zu verstehen, wie der Apostel die Gemeinden geistlich formt.
Er baut auf dem auf, was bereits gelehrt worden ist, und vertieft die Wahrheit in neuen Situationen.
So wird sichtbar, dass biblische Belehrung immer Erinnerung, Anwendung und Korrektur umfasst.
Auch wir sind heute darauf angewiesen, bekannte Wahrheiten immer wieder neu zu hören, zu beherzigen und im Glauben praktisch auszuleben.



Man kann aus dem 1. Korintherbrief klar erkennen, dass die Korinther vieles von dem, was Paulus in Kapitel 10 und 11 schreibt,
bereits wussten
, aber zugleich nicht richtig beachtet, missverstanden oder praktisch vernachlässigt hatten.
Paulus schreibt nicht als Erstbelehrung, sondern als Korrektur, Erinnerung und Vertiefung.


1. Grundsatz: Paulus setzt voraus, dass die Korinther bereits Belehrung empfangen hatten

Mehrfach spricht Paulus so, als wüssten sie die Wahrheit bereits, und er „erinnert“ sie nur:

Diese Formulierung zeigt, dass Paulus etwas anspricht, was bekannt sein sollte, weil er es ihnen schon gesagt hat.


2. Kapitel 10: Warnungen aus Israels Geschichte

Paulus sagt ausdrücklich:

„Ich will aber nicht, dass ihr unkundig seid…“

(1Kor 10,1)

→ Das bedeutet nicht, dass sie es gar nicht wussten, sondern dass sie die geistliche Bedeutung der bekannten Geschichten ignorierten.

Dann zeigt er:

Das alles sind Erinnerungen, nicht neue Offenbarungen.

Warum spricht Paulus das an?

Weil die Korinther Gefahr liefen, dieselben Fehler zu machen:

Sie kannten die Ereignisse, aber hatten die Anwendung nicht verinnerlicht.


3. Kapitel 11 (Frauen/Haare/Kopfbedeckung & Mahl des Herrn)

Hier wird besonders deutlich, dass sie vieles schon wussten.

a) Überlieferungen (11,2)

Paulus hatte ihnen bereits Überlieferungen gegeben – das umfasst:

Dies war also nicht neu.

b) Zur Kopfbedeckung

Mehrere Aussagen zeigen, dass die Gemeinde bereits Grundbelehrung hatte:

c) Zum Mahl des Herrn (11,17–34)

Hier sagt Paulus:

„Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe…“ (11,23)

→ Die Grundlage des Mahls hatte Paulus ihnen schon früher überliefert.
Was neu ist, ist nicht die Wahrheit an sich, sondern die Korrektur ihrer falschen Praxis.

Die Korinther kannten:

Was sie falsch machten, war:

Paulus erinnert, ordnet, schärft ein — er begründet nicht von Grund auf.


4. Wie sieht man, was sie bereits wussten?

a) Wiederkehrende Formulierungen

b) Korrektur statt Einführung

Die Art, wie Paulus schreibt, setzt Vorwissen voraus.
Er begründet nicht alles neu, sondern ruft bekannte Wahrheit in Erinnerung.

c) Die Struktur des 1. Korintherbriefes

Der Brief reagiert auf:

  1. Fragen der Korinther (7,1: „Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt…“)

  2. Berichte über Missstände (1,11; 5,1)

Das zeigt: Paulus schreibt nicht als Erstbelehrung, sondern in Reaktion auf bereits bestehende Lehre und Praxis.


5. Fazit: Wussten die Korinther 1Kor 10 & 11 schon?

Ja — sie kannten die Grundwahrheiten bereits.

Paulus erinnert, schärft ein, korrigiert und vertieft.

Nein — sie hatten die geistliche Tragweite nicht verstanden und praktizierten es nicht recht.

Deshalb musste Paulus: