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Man kann aus dem 1. Korintherbrief klar
erkennen, dass die Korinther vieles von dem, was Paulus in Kapitel 10 und 11
schreibt,
bereits wussten, aber
zugleich nicht richtig beachtet,
missverstanden oder
praktisch vernachlässigt
hatten.
Paulus schreibt nicht als Erstbelehrung,
sondern als Korrektur, Erinnerung und
Vertiefung.
Mehrfach spricht Paulus so, als wüssten sie die Wahrheit bereits, und er „erinnert“ sie nur:
„Ich lobe euch, weil ihr an mich in allen Dingen gedenkt und die
Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe.“
(1Kor 11,2)
→ Sie hatten Überlieferungen (παραδόσεις) empfangen — bereits vorher.
„Wisst ihr nicht…?“
(1Kor 3,16; 5,6; 6,2.3.9.15.16.19; 9,13.24)
→ Wiederkehrende rhetorische Form: Ihr solltet das wissen — ihr habt es gehört.
Diese Formulierung zeigt, dass Paulus etwas anspricht, was bekannt sein sollte, weil er es ihnen schon gesagt hat.
Paulus sagt ausdrücklich:
(1Kor 10,1)
→ Das bedeutet nicht, dass sie es gar nicht wussten, sondern dass sie die geistliche Bedeutung der bekannten Geschichten ignorierten.
Dann zeigt er:
Sie alle hatten „geistliche Speise“ & „Trank“ – wie die Gläubigen heute (10,3–4).
Gott missfiel ihnen wegen Begierde, Götzendienst, Unzucht, Murren (10,5–10).
„Dies widerfuhr ihnen als Vorbilder … zur Ermahnung für uns“ (10,11).
Das alles sind Erinnerungen, nicht neue Offenbarungen.
Weil die Korinther Gefahr liefen, dieselben Fehler zu machen:
Teilnahme an Götzentempeln (Kap. 8–10),
Selbstsicherheit,
Fehlender geistlicher Ernst.
Sie kannten die Ereignisse, aber hatten die Anwendung nicht verinnerlicht.
Hier wird besonders deutlich, dass sie vieles schon wussten.
Paulus hatte ihnen bereits Überlieferungen gegeben – das umfasst:
die göttliche Ordnung von Mann und Frau,
das Verhalten im Gebet,
das Mahl des Herrn.
Dies war also nicht neu.
Mehrere Aussagen zeigen, dass die Gemeinde bereits Grundbelehrung hatte:
„Urteilt bei euch selbst…“
(11,13)
→ Sie sollten aus bereits vertrauten Prinzipien selbst urteilen können.
„Wir haben solche Sitte nicht,
noch die Gemeinden Gottes.“ (11,16)
→ Paulus erinnert an eine schon bestehende
Gemeindepraxis, nicht an
eine Neuerfindung.
Hier sagt Paulus:
„Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch auch überliefert habe…“ (11,23)
→ Die Grundlage des Mahls
hatte Paulus ihnen schon früher
überliefert.
Was neu ist, ist nicht die Wahrheit an
sich, sondern die Korrektur
ihrer falschen Praxis.
Die Korinther kannten:
den Sinn des Brotes,
den Sinn des Kelches,
das Gedächtnismahl,
die Bedeutung der Gemeinschaft.
Was sie falsch machten, war:
Spaltungen,
Missachtung der Armen,
Profanisierung des Mahls (ein „eigenes Mahl“),
Unwürdiges Verhalten.
Paulus erinnert, ordnet, schärft ein — er begründet nicht von Grund auf.
„Wisst ihr nicht…?“
„Ich erinnere euch…“
„Wie ich euch übergeben habe…“
„Urteilt selbst…“
„Wir haben keine andere Gewohnheit…“
Die Art, wie Paulus schreibt, setzt
Vorwissen voraus.
Er begründet nicht alles neu,
sondern ruft bekannte Wahrheit
in Erinnerung.
Der Brief reagiert auf:
Fragen der Korinther (7,1: „Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt…“)
Berichte über Missstände (1,11; 5,1)
Das zeigt: Paulus schreibt nicht als Erstbelehrung, sondern in Reaktion auf bereits bestehende Lehre und Praxis.
Paulus erinnert, schärft ein, korrigiert und vertieft.
Deshalb musste Paulus:
die alttestamentlichen Beispiele (Kap. 10) neu anwenden,
die göttliche Ordnung und die Sitte der Gemeinden (11,2–16) zurechtrücken,
das Mahl des Herrn (11,17–34) reinigen und ordnen.