Bibelkreis.ch
Fragen und Antworten BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing
Elberfelder 2023
Logos | Logos Bible Study Platform
www.Bibelkreis.ch
https://www.bibelkommentare.de/
https://www.bibelkreis.ch/Darby%20Synopsis%20komplett/ohne_titel_3.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/kelly_william_at.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/Kelly%20William%20NT.html

Die Begegnung
zwischen dem Herrn Jesus und Nikodemus gehört zu den grundlegendsten Abschnitten
des ganzen Neuen Testaments.
Hier erklärt der Sohn Gottes selbst, dass der
natürliche Mensch – gleich welcher Bildung, Tradition oder Frömmigkeit – unfähig
ist, das Reich Gottes zu sehen, es zu verstehen oder hineinzugehen.
Der fromme Nikodemus, ein Lehrer Israels und Mitglied
des Hohen Rates, steht stellvertretend für alle religiösen Bemühungen, die doch
nicht zu Gott führen.
Jesus zeigt ihm, dass der Mensch nicht Erziehung,
Reform oder geistliche Schulung braucht, sondern
eine neue
Geburt, eine Geburt
von oben.
„Von neuem
geboren“ bedeutet wörtlich „von oben geboren“ – ein Leben, das nicht aus dem
Fleisch, nicht aus dem natürlichen Menschen hervorgeht, sondern aus Gott selbst.
Dieses neue Leben entsteht durch das
Wort Gottes,
das als „Wasser“ reinigt, und durch den
Heiligen
Geist, der neues Leben wirkt.
Der natürliche Mensch versteht diese Dinge nicht, weil
sie geistlich beurteilt werden.
Darum muss Gott selbst zuerst Leben schenken, bevor
der Mensch glauben und verstehen kann.
Jesus verwendet
das Bild des Windes, um das souveräne, unsichtbare und dennoch machtvolle Wirken
des Geistes zu verdeutlichen.
Wiedergeburt ist kein menschlicher Entschluss, sondern
ein göttliches Wirken, das Frucht bringt, die sichtbar wird.
Nikodemus, obwohl Lehrer Israels, erkennt diese
Wahrheit nicht, weil sie nur durch das neue Leben erkannt werden kann.
Jesu Worte zeigen, dass Wiedergeburt nicht nur
notwendig, sondern auch vollkommen unausweichlich ist: „Ihr müsst von neuem
geboren werden.“
Im Anschluss
stellt der Herr das Kreuz in den Mittelpunkt: Wie die eherne Schlange in der
Wüste erhöht wurde, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden.
Hier zeigt sich die Grundlage des neuen Lebens: das
stellvertretende Werk Christi, das Heil und ewiges Leben ermöglicht.
Die Wiedergeburt führt daher unweigerlich zum Glauben
an den Sohn Gottes.
Der Glaube ist nicht Ursache, sondern Frucht der neuen
Geburt.
Johannes 3,16
fasst die ganze Heilsbotschaft zusammen: Gottes Liebe, Gottes Gabe, Gottes
Einladung und Gottes Verheißung.
Wer glaubt, hat ewiges Leben; wer nicht glaubt, bleibt
im Gericht, weil er das einzige Rettungsmittel ablehnt.
Der Gegensatz zwischen Licht und Finsternis zeigt den
moralischen Zustand des Menschen: Die alte Natur hasst das Licht, die neue sucht
es.
Der Wiedergeborene kommt zum Licht, weil er die
Wahrheit liebt und weil seine Werke „in Gott gewirkt“ sind.
Johannes 3,1–21
ist damit nicht nur die Lehre von der Wiedergeburt, sondern auch die Offenbarung
der Liebe Gottes, die im Sohn sichtbar geworden ist.
Dieses Kapitel zeigt das Wesen des Menschen, das
Wirken Gottes, die Grundlage der Errettung und das sichtbare Ergebnis im Leben
des Wiedergeborenen.

Einführung: Was ist Wiedergeburt?
Tieferführung: Biblische Grundlagen der Wiedergeburt
Sprache und Begriffsklärung: „Wiedergeburt“ – griechisch erklärt
„Buße“ im biblischen Sinn – Metanoia / Metanoeō
Zusammenhang zwischen Wiedergeburt und Buße
Kurzes Fazit zur seelsorgerlichen Anwendung
Die Wiedergeburt ist
das souveräne Wirken Gottes,
durch das ein Mensch aus geistlichem Tod
(Eph 2,1) zu neuem geistlichen Leben
gebracht wird.
Die Elberfelder 1905 verwendet die Ausdrücke:
„aus Gott geboren“ (Joh 1,13)
„von neuem geboren“ bzw. „von oben geboren“ (Joh 3,3.5.7)
„neue Schöpfung“ (2Kor 5,17)
„er hat uns lebendig gemacht“ (Eph 2,5)
Wiedergeburt bedeutet:
Gott schafft durch sein Wort und seinen Geist ein völlig neues Leben, eine neue Natur im Menschen.
Der Mensch empfängt göttliches Leben – das ewige Leben.
Sie ist keine moralische Verbesserung, kein religiöses Bemühen, sondern ein neu erschaffenes Leben Gottes im Menschen.
Der Schlüsseltext ist Johannes 3,3–7 (Elb1905):
„Wenn jemand nicht von neuem (gr. anōthen = von oben, von neu her) geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
anōthen ἄνωθεν bedeutet eigentlich
„von oben“.
Luther übersetzte: „von neuem“, beide Bedeutungen gehören zusammen.
Die Wiedergeburt kommt von oben, vom Vater durch den Heiligen Geist.
„… denen er Autorität gab, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“
Wiedergeburt ist nicht natürlich, nicht durch Abstammung, Tradition oder Entscheidung eines Menschen, sondern durch Gottes souveränen Akt.
„Nach seinem eigenen Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit…“
Gott wirkt die neue Geburt
durch sein Wort.
Das Evangelium ist der „Samen“ (1Pet 1,23), durch den neues Leben entsteht.
„… errettet … durch die Waschung der Wiedergeburt und die Erneuerung des Heiligen Geistes.“
Der Heilige Geist ist der
Gebärer der neuen Natur.
Er schafft Leben, reinigt und erneuert.
Der Mensch ist geistlich „tot in
Vergehungen und Sünden“ – unfähig, Gott zu suchen.
Darum muss Gott zuerst lebendig machen
(V5), damit Glaube überhaupt entstehen kann.
Der biblische Begriff besteht aus zwei Bildern:
Laut-Literierung: gennáō (ge-NNAA-oh).
Grundbedeutung:
ein Leben hervorbringen, erzeugen.
Im NT: Gott erzeugt neues geistliches Leben.
Laut-Literierung:
palingenesía
(pa-lin-ge-ne-SII-a).
Zweimal im NT (Mt 19,28; Tit 3,5).
palin = wieder
genesis = Geburt / Entstehung
In Tit 3,5 eindeutig im individuellen, geistlichen Sinn:
„Waschung der Wiedergeburt“ = eine reinigende, erneuernde neue Lebensschöpfung.
Die Elberfelder 1905 übersetzt metanoeō / metanoia meistens mit „Buße tun“ / „Buße“, aber im Sinn einer inneren Umkehr des Denkens, nicht eines rein äußerlichen Rituals.
Laut-Literierung:
metánoia (me-TA-no-ja).
Grundbedeutung:
Eine Änderung des Denkens, eine Umkehr im innersten Herzen.
Laut-Literierung: metano-É-oh (me-ta-no-EE-oh).
Wesentlich:
Buße bedeutet Umkehr, Wendung zu Gott, Abkehr vom Weg der Sünde.
Es ist Herzensumkehr, nicht Werkbuße.
Laut-Literierung: schuv (schuuw).
Auch im AT bedeutet Buße: sich umwenden, zurückkehren zu Gott.
Die Schrift zeigt zwei Seiten des Geschehens:
Gott wirkt zuerst neues Leben.
Er öffnet das Herz (Apg 16,14).
Er schenkt Licht und Einsicht.
Der Mensch erkennt seine Sünde.
Er wendet sich ab vom alten Weg.
Er glaubt dem Evangelium (Mk 1,15).
Die Buße ist die
erste Bewegung dieses neuen
Lebens.
Der Mensch tut Buße – weil
Gott in ihm schon Leben gewirkt hat.
Wiedergeburt = neues Leben
Buße = dieses neue Leben wendet sich zu Gott
Wiedergeburt ist souveränes Handeln Gottes.
Buße ist die innerliche Umkehr, die Frucht des neuen Lebens ist.
Der wiedergeborene Mensch empfindet:
Echte Sündenerkenntnis
Echte Hinwendung zum Herrn
Neues Verlangen nach Gottes Wort
Freude an Christus
Die Elberfelder 1905 bringt diese Begriffe sprachlich sehr sauber und nah am Urtext.
(für Bibelstunde und vertieftes Studium)
Die Heilige Schrift macht unmissverständlich klar, dass der Mensch von Natur aus geistlich tot ist (Epheser 2,1). Dieser Tod bedeutet nicht Vernichtung, sondern Trennung von Gott und völlige Unfähigkeit, Gott zu erkennen oder zu suchen. Darum kann der Mensch sich nicht selbst zu Gott zurückarbeiten oder sich selbst „verbessern“. Es ist notwendig, dass Gott selbst neues Leben wirkt – ein Leben, das von oben kommt.
Dieses neue Leben nennt die Bibel Wiedergeburt, „Geburt aus Gott“ oder „Geburt von oben“. Der Herr Jesus selbst hat diese Wahrheit zuerst gelehrt, und die Apostel haben sie entfaltet.
In Johannes 3 begegnet der Herr Jesus dem Pharisäer Nikodemus. Obwohl Nikodemus ein gelehrter Mann und religiöser Führer war, sagte der Herr ihm:
„Wenn jemand nicht von neuem (griechisch: ἄνωθεν – anōthen, wörtlich: von oben) **geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Joh 3,3; Elberfelder 1905)
Damit macht der Herr drei Dinge deutlich:
Kein Mensch – weder fromm noch moralisch noch religiös – kann das Reich Gottes sehen oder hineingehen, ohne von neuem geboren zu sein (V.3 und 5).
Das Wort anōthen bedeutet eigentlich „von oben“. Die Wiedergeburt ist also nicht ein menschliches Werk, sondern kommt aus Gott (Joh 1,13).
„Wasser“ bezeichnet im Johannesevangelium die reinigende Kraft des Wortes Gottes (vgl. Joh 15,3; Eph 5,26; 1Pt 1,23).
Der Heilige Geist ist derjenige, der das neue Leben wirkt.
Der Herr Jesus fasst zusammen:
„Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“ (V.6)
Das natürliche Leben kann niemals das göttliche hervorbringen. Darum muss Gott selbst handeln.
Hier steht:
„Die … aus Gott geboren sind.“
Nicht aus eigener Willensanstrengung, nicht aus Leistung oder Herkunft, sondern Gott erzeugt neues Leben in denen, die an den Namen seines Sohnes glauben.
„Nach seinem eigenen Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit.“
Gottes Wort ist der göttliche Same (1Pt 1,23; griechisch: σπορᾶ – sporá, „Same“), durch den er neues Leben in uns wachsen lässt.
„… durch die Waschung der Wiedergeburt und die Erneuerung des Heiligen Geistes.“
Hier steht das Wort
παλιγγενεσία – palingenesía
(Laut-Literierung: pa-lin-ge-ne-SII-a), das wörtlich „neue Entstehung“,
„Wieder-Geburt“ bedeutet.
Der Geist Gottes ist der Schöpfer des neuen Lebens, der Reiniger, Erneuerer,
Wiederhersteller.
Der natürliche Mensch ist „tot in
Vergehungen und Sünden“ (V.1).
Doch Gott, „reich an Barmherzigkeit“, hat uns „mit
Christus lebendig gemacht“ (V.5).
Dieses Lebendigmachen ist Wiedergeburt.
Laut-Literierung:
ge-NNAA-oh
Grundbedeutung: hervorbringen, ein Leben ins Dasein rufen.
Wenn die Schrift sagt: „aus Gott geboren“, meint sie:
Gott hat geistliches Leben gewirkt,
das vorher nicht da war.
palin = wieder
genesis = Geburt, Entstehung
Es bezeichnet die neu geschaffene geistliche Existenz, die der Gläubige durch Gottes Gnade empfängt.
Der Begriff „Buße“ wird in der Elberfelder2023 treu als Übersetzung des griechischen μετάνοια – metánoia (Laut-Literierung: me-TA-no-ja) wiedergegeben.
meta = um, nach
noeō = denken, überlegen
metánoia = Sinnesänderung, Umdenken, eine innere Umkehr.
Darum bedeutet Buße nicht „Reuegefühle zeigen“, „Leistungen bringen“ oder „sich selbst bestrafen“, sondern:
Buße ist die innere Umkehr des Herzens, das sich vom bisherigen Weg abwendet und Gott zuwendet.
Laut-Literierung:
me-ta-no-É-oh
Bedeutet: umkehren, anders denken, die Richtung wechseln.
In Verbindung mit dem Evangelium bedeutet es:
Umkehr zu Gott durch den Glauben an Jesus Christus (Apg 20,21).
Laut-Literierung:
schuuw
Bedeutung: sich umdrehen, zurückkehren.
Es bezeichnet im Alten Testament die
Herzensbewegung des Menschen zurück zu Gott.
Die Schrift zeigt zwei Seiten des gleichen Geschehens:
Gott schenkt Leben, öffnet die Augen, erleuchtet das Herz.
Er wirkt neues Verlangen, neue Gesinnung, neues Empfinden.
Die Wiedergeburt geschieht vor der bewussten Umkehr.
Der wiedergeborene Mensch erkennt: Ich bin ein verlorener Sünder.
Er kehrt um zu Gott.
Er glaubt an Christus.
Die Umkehr ist die erste Bewegung des neuen Lebens – das Aufleuchten der Gott gewirkten Geburt im Herzen.
Die Wiedergeburt ist also
die göttliche Seite.
Die Buße ist die Antwort, die dieses
neue Leben zeigt.
*-*-*-*-*-*-*-*-*-*-*-*-*
Verdeutlichung von:
Verhältnis von Wiedergeburt und Buße 03.12.2025
Samuel K.
„Die Wiedergeburt geschieht vor der bewussten Umkehr.“
„Erst Wiedergeburt, dann Buße.“
„Umkehr ist die erste Bewegung eines bereits vorhandenen neuen Lebens.“
➡️
Dies ist klassisch Calvinistisch (TULIP, besonders „I“ – irresistible grace).
Die Schrift lehrt aber nirgends,
dass ein Mensch wiedergeboren ist, bevor er
glaubt.
Auch Joh 3 und
Tit 3,5 sagen das nicht.
Die Bibel zeigt:
Der Mensch ist verloren und muss von neuem geboren werden (Joh 3,7).
Diese Geburt geschieht durch das Wort (Jak 1,18; 1Pet 1,23).
Der Heilige Geist wirkt über das Wort (Joh 3,5–8).
Die Wiedergeburt ist Gottes Werk, aber sie geschieht im Zusammenhang mit dem Glauben, nicht davor.
Wichtig:
Die Schrift verbindet Wiedergeburt und Glauben
zeitgleich, nicht als eine
zeitliche Reihenfolge „erst Wiedergeburt → danach Glaube“.
Wo immer jemand glaubt, ist er geboren aus Gott (Joh 1,12–13; 1Joh 5,1).
Hier nun ein Vorschlag, wie du das Ganze ausgewogen formulieren kannst, ohne TULIP-Nachklang:
Der Heilige Geist wirkt am Herzen des Menschen:
Er überführt von Sünde (Joh 16,8).
Er öffnet das Verständnis für das Wort (Apg 16,14).
Er zieht den Menschen zu Christus (Joh 12,32).
Dieses Wirken Gottes geschieht
vor,
in und
durch die Bekehrung –
aber es ist nicht
Wiedergeburt selbst.
Die Wiedergeburt ist die
neue Geburt aus Wasser und Geist
(Joh 3,5),
die im Zusammenhang mit dem Glauben
geschieht (Joh 1,12–13; 1Joh 5,1).
Buße bedeutet:
Einsicht über die eigene Sündigkeit,
Hinwendung zu Gott,
Vertrauen auf Christus.
Buße und Glaube entstehen
als Antwort auf das Wirken
des Heiligen Geistes durch das Wort.
Wenn der Mensch so zu Christus kommt,
schenkt Gott neues Leben.
Wiedergeburt und Buße gehören zusammen, aber sie sind nicht zeitlich getrennt wie Ursache und spätere Wirkung.
Der Geist wirkt → der Mensch reagiert in Buße und Glauben → Gott gebiert neu.
So entsteht ein
einheitliches Geschehen, in
dem Gottes Wirken die Grundlage ist und die menschliche Umkehr die Antwort –
und die neue Geburt geschieht
da, wo der Mensch
Christus im Glauben annimmt.
Korrigierte Kurzformulierung
Die Schrift zeigt zwei Aspekte eines einheitlichen Geschehens:
Der Heilige Geist
wirkt am Herzen des Menschen, überführt von Sünde, öffnet das Ohr für Gottes
Wort und zieht zu Christus.
Wenn der Mensch dem Wort glaubt, schenkt Gott neues
Leben (Joh 1,12–13; 1Joh 5,1).
Die Wiedergeburt ist daher
Gottes Werk,
das
im Zusammenhang mit dem Glauben
geschieht.
Unter dem Wirken
des Geistes erkennt der Mensch seine Sündigkeit, kehrt um und vertraut auf
Christus.
Buße und Glaube sind die
Antwort auf
Gottes Wirken durch das Wort.
Wiedergeburt und
Buße korrekt: Umkehr umkehren gehören untrennbar zusammen:
Gott wirkt durch sein Wort – der Mensch glaubt – Gott
schenkt neues Leben.
Die Bibel zeigt keine zeitliche Trennung „erst
Wiedergeburt, dann Glaube“, sondern eine
gleichzeitige Einheit
von Gottes Handeln und menschlicher Umkehr.
Wo Gott neues Leben geschenkt hat, zeigen sich Früchte:
Sündenerkenntnis: „Ich bin schuldig vor Gott.“
Umkehr: Abkehr vom alten Leben, Hinwendung zu Christus.
Liebe zum Wort: Der wiedergeborene Mensch hungert nach Gottes Wort.
Gehorsam: Ein neues Verlangen, den Willen Gottes zu tun.
Neues Empfinden für Heiligkeit: Der Gläubige hasst die Sünde.
Freude an Christus: Er wird zur Mitte des Lebens.
Neues Verhältnis zu den Gläubigen: Sie sind Brüder und Schwestern.
Diese Früchte schaffen nicht die Wiedergeburt – sie beweisen sie.
Die Wiedergeburt ist das souveräne Wirken Gottes,
durch sein Wort,
durch seinen Geist,
in einem verlorenen Sünder,
dem er geistliches Leben schenkt.
Die Umkehr ist die Antwort dieses neuen Lebens – die bewusste Umkehr des Herzens, das nun im Licht Gottes steht.
Wer wiedergeboren ist, hat
ewiges Leben empfangen (Joh
3,16; 1Joh 5,11–12).
Dieses Leben ist Gottes Geschenk, unwiderruflich, gnädig, göttlich.
Einleitung und Kontext
Vers-für-Vers-Auslegung (Joh 3,1–21)
Theologische Hauptlinien
Zusammenfassung
(Elberfelder 1905, mit Sprach- und Kontextbezügen)
Johannes 2 endete damit, dass Jesus „alle kannte“ und wusste, „was in dem Menschen war“ (2,24–25). Daran schließt die Begegnung mit Nikodemus an – einem angesehenen, religiösen Mann, der dennoch das Entscheidende nicht kannte: das neue Leben aus Gott.
Johannes 3 ist damit der grundlegende Abschnitt der Schrift über:
Wesen und Notwendigkeit der Wiedergeburt,
ihr Mittel (Wort Gottes),
ihr Urheber (Heiliger Geist),
und ihre Frucht (Glaube an den Sohn).
„Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden.“
Nikodemus repräsentiert
– Religiosität,
– Bildung,
– moralische Anstrengung,
– offizielle Stellung,
aber dennoch geistliche Blindheit.
Er ist „ein Oberster der Juden“, also
Mitglied des Sanhedrins. Die Betonung liegt jedoch auf „ein Mensch“.
Der Mensch – wie angesehen auch immer – steht
als natürlicher Mensch
unfähig vor Gott.
„Dieser kam zu ihm bei Nacht …“
Das „bei Nacht“ zeigt seine Furcht, aber
auch sein inneres Suchen.
Er erkennt die Zeichen Jesu, aber nicht die Person Jesu.
aber nur Wiedergeburt bringt Erkenntnis Gottes.
Nikodemus sagt: „Wir wissen …“, doch Jesus zeigt ihm, dass er nichts Wesentliches weiß.
„Wenn jemand nicht von neuem (ἄνωθεν – anōthen = von oben, von neu her) geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
Drei zentrale Punkte:
Unbedingte Notwendigkeit – „wenn nicht“
Nicht Verbesserung, sondern Geburt – „geboren“
Neuer Ursprung – anōthen: von oben, nicht menschlich
Der natürliche Mensch kann Gott
nicht sehen, nicht erkennen,
nicht wahrnehmen.
Es braucht ein völlig neues Leben – göttliches Leben.
Nikodemus versteht „Geburt“ nur biologisch.
Der natürliche Mensch versteht geistliche Realitäten
nicht (1Kor 2,14).
Das Problem ist nicht der Intellekt, sondern die Natur.
„Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“
Vgl. Joh 15,3; Eph 5,26; Tit 3,5; 1Pet 1,23.
„Geist“ = der Heilige Geist, der das neue Leben wirkt.
Keine äußere Taufe ist gemeint, sondern innere Reinigung durch das Wort.
Der Mensch braucht nicht Reform – sondern Neuschöpfung.
„Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, ist Geist.“
„Fleisch“ (griech.
sarx) bedeutet die gefallene,
Adams-Natur.
Sie bringt niemals etwas
Göttliches hervor.
Darum ist die Wiedergeburt notwendig, weil
die alte Natur hoffnungslos unfähig
ist.
„Geist“ ist das Neue, Göttliche – ein völlig anderes Leben.
„Wundere dich nicht …“
Nikodemus ist überrascht – doch der Herr
zeigt:
Dies ist kein geheimnisvolles
Zusatzwissen, sondern die grundlegende Wahrheit des Reiches Gottes.
Erkenntnis Gottes ist nicht durch Studium oder Werke zu erreichen, sondern allein durch göttliches Wirken im Herzen.
„Der Wind weht, wo er will … so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“
„Wind“ = pneuma – derselbe Ausdruck wie „Geist“.
Das Bild zeigt:
Unsichtbarkeit des Wirkens
Souveränität („wo er will“)
Wirklichkeit – man sieht die Wirkung
Wiedergeburt ist nicht sichtbar in ihrer Entstehung, aber sichtbar in ihrer Frucht.
Nikodemus, „der Lehrer Israels“, hätte aus Hesekiel 36,25–27 wissen müssen, dass Gott durch Wasser und Geist reinigt und neues Herz schenkt.
Jesus zeigt: wahre Erkenntnis hängt nicht an Bildung, sondern an neuem Leben.
„Ihr nehmt unser Zeugnis nicht an.“
Plural „wir“ (Vater, Sohn, Geist).
Die religiöse Führung lehnt das göttliche Zeugnis ab – weil sie
nicht wiedergeboren sind.
„Irdisches“ = Wiedergeburt im Menschen, auf
der Erde.
„Himmlisches“ = die Herrlichkeiten der göttlichen Ratschlüsse, die himmlische
Stellung, die ewigen Dinge.
Wer das Erste nicht annehmen kann, wird das Zweite nie verstehen.
„Niemand ist hinaufgestiegen … als nur der, der aus dem Himmel herabgestiegen ist.“
Der Herr Jesus ist
der einzige Offenbarer Gottes.
Er allein kennt Gott vollkommen.
Er allein kann Wiedergeburt erklären und schenken.
„Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöhte …“
Die eherne Schlange (4Mo 21) ist ein Bild des Kreuzes:
Das Gericht Gottes über die Sünde
Christus, der zur Sünde gemacht wurde
Der Blick des Glaubens bringt Leben
aber das Mittel, das dieses Leben ermöglicht, ist das Kreuz Christi.
„Denn also hat Gott die Welt geliebt …“
Der bekannteste, aber oft oberflächlich gelesene Vers.
Hier stehen vier große Wahrheiten:
Gottes Motiv: Liebe
Gottes Gabe: der eingeborene Sohn
Gottes Angebot: „jeder, der glaubt“
Gottes Wirkung: ewiges Leben statt Verderben
Wichtig:
Der Glaube ist nicht die Ursache der Wiedergeburt, sondern die
Frucht der neuen Natur.
Der erste Auftrag des ersten Kommens Jesu
ist Rettung.
Das Gericht kommt später – wenn das Angebot der Gnade endgültig abgewiesen wird.
Das Gericht ist nicht erst zukünftig – es ist bereits wirksam im Zustand des Menschen ohne Christus: „schon gerichtet“.
Warum?
Weil er das einzige Heilsmittel ablehnt: den Sohn Gottes.
Der Herr zeigt das moralische Problem des Menschen:
Das Licht (Christus) ist in die Welt gekommen.
Die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht.
Warum? „Denn ihre Werke waren böse.“
Die Ablehnung Christi ist kein intellektuelles Problem, sondern ein moralisches.
„Wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht …“
Der Wiedergeborene
sucht das Licht,
liebt die Wahrheit,
meidet die Finsternis,
will, dass seine Werke „in Gott gewirkt“ erscheinen.
Das neue Leben zieht zum Licht hin, nicht davon weg.
Der natürliche Mensch ist blind
und verloren
(selbst der religiöse Nikodemus).
Wiedergeburt ist notwendig
– kein Mensch kommt ohne sie zum Glauben oder zum Reich Gottes.
Wiedergeburt kommt „von oben“
– sie ist das souveräne Wirken Gottes.
Das Mittel der Wiedergeburt ist
das Wort Gottes
(„Wasser“).
Der Urheber ist der Heilige Geist
(„Geist“).
Das Kreuz Christi macht
Wiedergeburt und ewiges Leben möglich
(Serpent-Bild).
Glaube ist die Frucht des neuen
Lebens
– nicht seine Ursache.
Die neue Natur zieht zum Licht
– sie liebt die Wahrheit.
Johannes 3,1–21 zeigt in vollkommener Klarheit:
Was der Mensch ist (tot, blind, sündig)
Was Gott tut (neues Leben schenken)
Wie Gott es tut (Wort + Geist, als Wirkung des Kreuzes)
Was daraus entsteht (Glaube, Licht, neues Leben)
Es ist die gründlichste Erklärung der
geistlichen Wiedergeburt im
gesamten Neuen Testament – gegeben vom Herrn Jesus selbst.
| Vers(e) | Inhalt / Handlung | Theologische Bedeutung | Griechische Schlüsselbegriffe | Kernpunkt für die Lehre der Wiedergeburt |
|---|---|---|---|---|
| 3,1 | Nikodemus, Pharisäer und Oberster, wird vorgestellt | Religiös, moralisch, aber geistlich tot | – | Religiösität ersetzt nicht neues Leben |
| 3,2 | Nikodemus kommt bei Nacht zu Jesus | Suchen, aber Furcht; Zeichen erkannt, Person nicht | – | Äußere Zeichen führen nicht zu Wiedergeburt |
| 3,3 | Jesus erklärt: „Von neuem / von oben geboren“ | Unbedingte Notwendigkeit der Wiedergeburt | anōthen (ἄνωθεν) = „von oben“ | Neues Leben kommt von Gott, nicht vom Menschen |
| 3,4 | Nikodemus versteht es natürlich | Der natürliche Mensch versteht Geistliches nicht | – | Wiedergeburt ist keine zweite physische Geburt |
| 3,5 | Geburt „aus Wasser und Geist“ | Wort Gottes + Heiliger Geist | hydōr (ὕδωρ) = Wasser, pneuma (πνεῦμα) = Geist | Mittel der Wiedergeburt ist das Wort; Urheber ist der Geist |
| 3,6 | Fleisch gebiert Fleisch; Geist gebiert Geist | Zwei Naturen im absoluten Gegensatz | sarx (σάρξ) = Fleisch | Die alte Natur kann Gottes Leben nicht hervorbringen |
| 3,7 | „Wundere dich nicht“ | Wiedergeburt ist grundlegend, nicht optional | – | Jesus erwartet, dass ein Lehrer Israels dies weiß |
| 3,8 | Wind-Bild vom Wirken des Geistes | Unsichtbarkeit, Souveränität, Realität | pneuma = Wind/Geist | Wiedergeburt ist unsichtbares, souveränes Wirken Gottes |
| 3,9–10 | Nikodemus versteht nicht | Fehlende Erkenntnis trotz religiöser Bildung | – | Wiedergeburt ist Voraussetzung für Erkenntnis |
| 3,11 | Jesu Zeugnis wird nicht angenommen | Ablehnung des göttlichen Zeugnisses | – | Der natürliche Mensch lehnt göttliche Wahrheit ab |
| 3,12 | Irdisches (Wiedergeburt) vs. Himmlisches | Wiedergeburt ist „irdische“ Wahrheit; Ratschlüsse sind „himmlisch“ | – | Ohne neue Geburt kein Verständnis der Ratschlüsse Gottes |
| 3,13 | Der Sohn als Offenbarer des Himmels | Niemand kennt Gott wie der Sohn | – | Nur Christus offenbart und schenkt neues Leben |
| 3,14–15 | Die Schlange in der Wüste als Vorbild | Kreuz als Grundlage des ewigen Lebens | – | Wiedergeburt möglich durch das Erlösungswerk Christi |
| 3,16 | Liebe Gottes; Gabe des Sohnes | Ewiges Leben durch Glauben | – | Wiedergeburt und Glaube gehören zusammen; Glaube ist Frucht |
| 3,17 | Jesus kam zur Rettung, nicht zum Gericht | Offenbarung der Gnade | – | Wiedergeburt führt zu Rettung und Leben |
| 3,18 | Wer glaubt, nicht gerichtet; wer nicht glaubt, schon gerichtet | Zustand des Menschen ohne Christus | – | Ablehnung Christi zeigt das Fehlen der Wiedergeburt |
| 3,19–20 | Menschen lieben Finsternis statt Licht | Moralische Ursache der Ablehnung | phōs (φῶς) = Licht | Die alte Natur flieht das Licht; neue Natur sucht es |
| 3,21 | Wer die Wahrheit tut, kommt zum Licht | Kennzeichen des wiedergeborenen Menschen | alētheia (ἀλήθεια) = Wahrheit | Das neue Leben zieht zu Christus, dem Licht |
Wiedergeburt ist absolut notwendig (3,3.5).
Sie ist göttliches, souveränes Wirken (3,6–8).
Ihr Mittel ist das Wort, ihr Urheber der Geist (3,5).
Ihre Grundlage ist das Kreuz (3,14–15).
Ihre Früchte sind Glaube, Licht, Wahrheit (3,16–21).