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(Johannes 4,23–24; unter Berücksichtigung der Elberfelder 1905)
Elberfelder 1905:
„Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden;
denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.“
Der Herr Jesus sagt diesen Satz noch vor dem Kreuz, aber mit Blick in die kommende Gnadenzeit:
„Es kommt die Stunde“ = das war zukünftig
„und ist jetzt“ = weil Er selbst, der Sohn Gottes, da war
Die Anbetung der Samariter (auf dem Garizim)
und der Juden (im Tempel zu Jerusalem) war
ortsgebunden und
rituell bestimmt (Opferdienst,
Priesterschaft, Festordnung).
Mit dem Kommen des Messias und besonders nach
Seinem Tod, Seiner Auferstehung und
der Gabe des Heiligen Geistes an Pfingsten entsteht eine völlig neue
Art der Anbetung:
Nicht mehr:
Priesterklasse
Heiligtum aus Stein
Opfer aus Tieren
kultische Reinheitsgebote
Sondern:
eine himmlische Priesterschaft aller Wiedergeborenen
ein geistliches Heiligtum
eine vollbrachte Erlösung
der innewohnende Heilige Geist
Dies ist die Grundlage dafür, dass der Herr
sagt:
„Der Vater sucht solche als seine
Anbeter!“
Im Griechischen steht
ἐν πνεύματι („im Geist“), und
das meint im Johannes-Evangelium gewöhnlich
den Heiligen Geist.
Gemeint ist nicht:
religiöse Stimmung,
innere Ergriffenheit,
menschliches Gefühl,
sondern:
Anbetung, die aus dem Wirken des Heiligen Geistes hervorkommt.
Der Geist Gottes nimmt das, was Christus ist und was Er getan hat, und macht es uns lebendig, damit wir Gott entsprechend würdigen können (Joh 16,14).
Im Alten Bund gab es äußere Formen:
Kleidung der Priester, Räucherwerk, vorgeschriebene Opfer.
Im Neuen Bund geschieht Anbetung:
im Inneren des Gläubigen,
bewirkt durch den Geist,
unabhängig von Ort, Zeit, Ritual.
Petrus sagt:
„… ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen…“ (1Petr 2,5).
Die Opfer sind geistlich: Lob, Dank, Huldigung, Anerkennung des Werkes Christi.
Johannes verwendet „Wahrheit“ fast immer christologisch:
Christus ist „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6).
„Die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden“ (Joh 1,17).
Der Heilige Geist ist „der Geist der Wahrheit“ (Joh 16,13).
Anbetung in der Wahrheit bedeutet:
Anbetung entsprechend der Offenbarung Gottes im Sohn.
Anbetung so, wie Gott wirklich ist (nicht nach menschlichen Vorstellungen).
Anbetung, die auf dem vollbrachten Werk Christi beruht.
Im Alten Bund waren die Opfer
Schatten (Heb 10,1).
In Christus ist die Wirklichkeit
gekommen.
Deshalb ist Anbetung in der Wahrheit:
gegründet auf dem einmaligen Opfer Christi,
gegründet auf der vollbrachten Erlösung,
gegründet auf der himmlischen Stellung des Gläubigen.
„Wahrheit“ schließt auch die
Schrift ein (Joh 17,17:
„Dein Wort ist Wahrheit“).
Anbetung darf also nicht sein:
entgegen der Schrift,
sentimental,
subjektiv,
erfinderisch oder liturgisch-menschlich.
Sie muss der Offenbarung Gottes entsprechen.
„Weder auf diesem Berg noch in Jerusalem“ (Joh 4,21).
Jeder Wiedergeborene kann an jedem Ort anbeten.
nicht ritualisiert,
nicht programmiert,
nicht äußerlich,
sondern innerlich, geistgewirkt, frei.
Der Vater sucht Anbeter, die sich an der Herrlichkeit des Sohnes erfreuen.
Der Geist verherrlicht Christus – und führt in die Anbetung.
Wir kommen nicht mit eigenen Leistungen, sondern mit:
dem Werk Christi,
Seiner Person,
Seiner Liebe,
Seinem Weg zum Kreuz.
„In Geist und Wahrheit“ bedeutet immer auch:
Reinheit des Herzens,
Aufrichtigkeit,
Leben im Licht.
Anbetung in der Gnadenzeit ist die geistgewirkte, schriftgemäße und christuszentrierte Huldigung des Vaters durch Wiedergeborene, die durch das vollbrachte Werk Christi Zugang zu Gott haben.
Weil die Gnadenzeit:
die Zeit der Vollendung der Offenbarung Gottes ist (Heb 1,2),
die Zeit der innigen Beziehung ist (Röm 8: Abba, Vater!),
die Zeit der kinderlichen Freiheit ist (Gal 4,6).
Gott sehnt sich nach solcher Anbetung, weil sie Seinem Wesen entspricht:
„Gott ist Geist…“
Das verlangt:
„… und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.“