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Als er endlich den Gipfel erreichte,
rief er hinab zu einer Welt, die ihn nicht hörte:
„Ich werde aus diesem Marmorblock mein Meisterwerk schaffen.“
So schlug der Hammer auf den Meißel,
und er hämmerte, bis ein Bild Gestalt gewann.
Dann hielt er inne, um es zu betrachten,
um sein Werk zu beurteilen, wenn es vollendet wäre.
Es war ein Junge, der einen gelähmten Jungen
trug.
Und der alte Mann sagte: „Das ist nicht mein Meisterwerk.
Ich will es Barmherzigkeit nennen;
doch mein Meisterwerk – das ist es nicht.“
Also schlug der Hammer erneut auf den Meißel,
bis ein anderes Bild aus dem Marmor wuchs.
Dann begann der Wind zu wehen,
und er setzte sich ausruhend, als er fertig war.
Es war das Bild einer Mutter, die ihr Kind
hielt.
Er sagte: „Das ist Liebe, wie die Welt sie kennt;
doch es ist nicht mein Meisterwerk.“
Und er begann von Neuem, während es zu schneien anfing.
Der Hammer schlug auf den Meißel,
während der Schnee dichter fiel
und der Wind stärker und stärker wurde.
Er sank auf die Knie, den Stein haltend,
und warf schließlich Hammer und Meißel zu Boden.
Er lag erfroren, mit dem Gesicht im Schnee.
Doch eine Hand war ausgestreckt – von der Welt zu sehen.
In den Marmor war sein Meisterwerk geschnitten:
Drei sauber gemeißelte Buchstaben: G O
D.
Dieses Gedicht ist ein Gleichnis über den Menschen, der versucht, sein eigenes Meisterwerk hervorzubringen – eine Darstellung seiner besten Seite, seiner edelsten Eigenschaften:
Barmherzigkeit (der Junge, der den Gelähmten trägt)
Liebe (die Mutter mit dem Kind)
Das sind echte Tugenden – aber sie sind nicht das Meisterwerk.
Die Bibel sagt unmissverständlich:
„Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.“
(Röm 3,23)
Der Mensch kann sich
nicht selbst retten, selbst
wenn er das Edelste hervorbringt.
Auch seine besten Werke – so schön sie sein mögen – bleiben unvollkommen.
Der Bildhauer stirbt,
ohne das Gewünschte zu erreichen.
Sein eigenes Schaffen endet im Schnee, in der Vergänglichkeit,
aber eine Wahrheit bleibt stehen
– das einzige wahre Meisterwerk:
Das bedeutet evangelistisch:
Gottes Werk ist das wahre Meisterwerk, nicht das des Menschen.
Der Mensch findet erst zur Wahrheit, wenn er seine Werkzeuge niederlegt.
Die Krönung aller Herrlichkeit ist
nicht menschliche Liebe,
sondern Gottes Liebe in Christus:
„Hierin ist die Liebe, nicht dass wir Gott geliebt haben,
sondern dass er uns geliebt …“ (1Joh 4,10)
Unser Meisterwerk ist nicht das, was
wir tun,
sondern das, was Gott getan hat:
„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben …
nicht aus Werken.“ (Eph 2,8–9)
Das Gedicht zeigt die
Kapitulation des Menschen –
aber Gott schreibt den letzten, rettenden Namen.
Der Bildhauer verkörpert den Menschen unter
dem Gesetz oder im Eigenwillen der „Selbstverbesserung“.
Er will ein Werk schaffen, das „genug“ ist.
Die Schrift zeigt:
„Nach den Werken des Gesetzes wird kein Fleisch gerechtfertigt werden“
(Röm 3,20)
Egal wie sehr der Hammer schlägt – das Ergebnis bleibt unzureichend.
Beide Motive der Skulpturen sind moralisch
gut.
Doch das Gedicht zeigt eine biblische Wahrheit:
Menschliche Barmherzigkeit ist nicht Gottes Gerechtigkeit
Menschliche Liebe ist nicht Gottes Liebe
Selbst der höchste Ausdruck natürlicher
Liebe – die Mutterliebe – reicht nicht aus.
Der Herr Jesus sagt:
„Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch“
(Joh 3,6)
Auch die edelsten Motive des natürlichen Menschen bleiben im Bereich des Fleisches.
Der Bildhauer fällt in den Schnee,
erschöpft, am Ende seiner Kraft.
Es erinnert an:
„Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben …“ (Heb 9,27)
Sein eigener Weg endet im Tod – wie der Weg jedes Menschen.
Der letzte Schlag aber kommt nicht vom
Menschen,
sondern von dem „eingemeißelten Namen“:
G O D.
Das verweist lehrmäßig auf:
Gottes Schöpfung als Meisterwerk
(Ps 19,2; Röm 1,20)
Gottes Erlösung als größeres Meisterwerk
Das Kreuz Christi ist das vollendete Werk:
„Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30)
Gottes neue Schöpfung im Gläubigen
„Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus …“
(Eph 2,10)
Der Mensch wollte ein Meisterwerk schaffen,
doch die Schrift sagt:
Wir sind Gottes Meisterwerk – nicht umgekehrt.
(Eph 2,10; gr. „ποίημα“ = Kunstwerk, Gedicht, Meisterstück)
Der Bildhauer fällt, aber seine letzte
sichtbare Tat ist,
auf Gott hinzuweisen.
Das erinnert an:
„Damit sich kein Fleisch rühme vor Gott.“
(1Kor 1,29)
Gott allein bleibt der Mittelpunkt, die Quelle, der Anfang und das Ende:
„Ich bin das Alpha und das Omega.“ (Offb 1,8)
Der Mensch versucht, sein eigenes Meisterwerk hervorzubringen – doch seine besten Werke bleiben Stückwerk.
Barmherzigkeit und natürliche Liebe sind gut, aber sie sind nicht Gottes vollkommene Gerechtigkeit.
Der Mensch bricht unter der Last des eigenen Tuns zusammen.
Im Tod endet jedes menschliche Bemühen.
Doch Gott selbst offenbart das wahre Meisterwerk: Seine eigene Person, sein Name, sein Werk.
Die Erlösung in Christus ist Gottes vollkommene Kunst.
Nicht der Mensch schafft das
Meisterwerk – Gott schafft den
Menschen neu.
Wenn ein Mensch die Worte „Das Meisterstück“ liest, denkt er fast automatisch an Kunst, an Leistung, an etwas, das der Mensch hervorbringt.
Aber die Schrift lenkt unsere Aufmerksamkeit auf eine vollkommen andere Richtung:
„Denn wir sind sein Werk (gr. poiēma, Meisterstück), geschaffen in Christus Jesus …“
— Epheser 2,10 (Elb1905)
Das OG-Bild mit seinen zwei schlichten Zeilen erinnert an diese Wahrheit:
Nicht
wir schaffen das Meisterstück.
Gott schafft es.
Und das Meisterstück Gottes ist
nicht ein Kunstwerk aus Stein,
sondern der errettete Mensch in Christus,
die „neue Schöpfung“ (2Kor 5,17).
Der natürliche Mensch möchte ein Meisterwerk seines eigenen Lebens vorweisen:
gute Werke
Moral
Liebe
Hilfsbereitschaft
religiöse Leistungen
Aber der Herr Jesus sagt ganz klar:
„Fleisch gebiert Fleisch“ (Joh 3,6)
Auch das Beste aus dem Fleisch bleibt Fleisch – und kann nicht in Gottes Gegenwart bestehen.
Darum gilt:
„Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30)
Das wahre Meisterstück ist nicht
menschliche Leistung,
sondern das vollbrachte Werk Jesu
Christi am Kreuz.
Auf diesem Fundament ruht alles Heil.
Nicht im Meißel des Bildhauers – nicht in unseren Bemühungen.
Der zweisprachige Titel „The Masterpiece / Das Meisterstück“ weist auf etwas Wichtiges hin:
In der Bibel ist immer:
Gott der Schöpfer
Gott der Handelnde
Gott der Retter
Gott der Vollender
Der Mensch ist der Empfangende.
Was Gott tut, ist:
abgeschlossen
fehlerlos
ewig gültig
heilig
gerecht
„Er ist der Fels: Vollkommen ist sein Werk.“
— 5. Mose 32,4
Christus ist:
das Ebenbild Gottes (Kol 1,15)
der vollkommene Mensch
der vollkommene Gehorsame
der vollkommene Erlöser
der vollkommene Auferstandene
In Ihm hat Gott der Welt sein Meisterstück gezeigt.
Dieses schlichte Bild mit den zwei Zeilen predigt – ohne ein einziges weiteres Wort – folgende Botschaft:
Schau auf Gottes Werk.“**
Schau auf Christus.“**
sondern in Gott und in Seinem Sohn.“**
Das OG-Bild ist wie ein stiller Hinweis:
Alles Wesentliche ist in Gott – und
nicht in uns.
Wenn du an dieses Bild denkst, dann erinnere dich:
Du bist Gottes Meisterwerk – wenn du in Christus bist.
Dein Wert liegt nicht in deinen
Leistungen,
sondern in dem, was Christus für dich getan hat.
Dein Leben darf eine Antwort auf dieses
Meisterwerk sein –
ein Leben zur Ehre Gottes.