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Endzeit:
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Die Frage nach „Zeichen der Endzeit“ beschäftigt viele Christen – doch die Schrift zeigt klar: Die Gemeinde hat keinerlei Zeichen vor der Entrückung. Der Grund liegt tief in der heilsgeschichtlichen und theologischen Stellung der Gemeinde. Die Entrückung wird als Geheimnis offenbart, und ein Geheimnis kann nicht durch Prophetie angekündigt werden. Prophetie betrifft stets Israel und die Nationen, niemals die Gemeinde, die im AT völlig verborgen war.
Zudem ist die Gemeinde ein himmlisches Volk: Ihr Bürgertum ist in den Himmeln, ihr Platz ist bereits geistlich in den himmlischen Örtern. Himmlische Wahrheiten haben jedoch keine irdischen Vorboten. Die neutestamentliche Hoffnung der Gemeinde ist daher nicht eventorientiert, sondern personenzentriert: Wir erwarten nicht Entwicklungen, sondern den Herrn selbst.
Im ganzen prophetischen Ablauf – von Daniel 2, 7 und 9 über die Drangsal Jakobs bis zum Tag des Herrn – erscheint die Gemeinde nicht. Sie ist ein heilsgeschichtlicher Zwischeneinschub der Gnade. Darum gibt es auch keine prophetischen Zeichen, die sich an sie richten. Zeichen gehören ausschließlich zu Gottes irdischem Handeln mit Israel.
Auch das NT trennt strikt zwischen der Entrückung und dem Tag des Herrn: Der Tag des Herrn hat sichtbare Zeichen, die Entrückung jedoch nicht. Wäre sie an Zeichen gebunden, könnte sie nicht „wie ein Dieb“ kommen – unerwartet, plötzlich, jederzeit. Die Gemeinde soll auf Christus blicken, nicht auf Weltpolitik oder kosmische Entwicklungen. Zeichenjagd führt immer zu Sensationalismus und Spekulation, niemals zu geistlichem Wachstum.
Die Entrückung ist ein Gnadenereignis, das nicht angekündigt, sondern ersehnt wird. Darum lehrt die Schrift konsequent: wachen, erwarten, auf den Herrn ausgerichtet leben – und keine Zeichen suchen. Die Gemeinde lebt im Glauben, nicht im Schauen.
Die Entrückung ist ausdrücklich ein Geheimnis:
„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis …“
Ein Geheimnis ist im NT:
eine Wahrheit,
die vorher nie offenbart wurde,
und nur der Gemeinde bekanntgemacht wird.
Wenn die Entrückung ein
Geheimnis ist, kann es
vorher keine prophetischen
Zeichen dafür geben.
Warum?
Zeichen erscheinen nur im Rahmen offenbarter Prophetie.
Die Prophetie betrifft Israel und die Nationen, nicht die Gemeinde.
Die Gemeinde existierte im Alten Testament nicht, also werden auch keine Zeichen für sie gegeben.
Schlussfolgerung:
Was ein Geheimnis war, kann nicht durch Prophetie angekündigt werden.
Darum: keine Zeichen vor der
Entrückung.
Israel =
irdisches Volk → braucht
irdische Zeichen
Gemeinde = himmlisches Volk →
benötigt keine irdischen Zeichen
„Unser Bürgertum ist in den Himmeln …“
„… mitsitzen in den himmlischen Örtern …“
Die Gemeinde gehört nicht zu:
einem irdischen Land,
einer irdischen Zeitrechnung,
einem irdischen Königreich,
irgendeiner nationalen oder politischen Ordnung.
Darum gibt es für sie auch keine weltpolitischen oder geschichtlichen Vorzeichen.
Das NT verbindet die Entrückung immer mit Erwartung, nie mit Berechnung.
„… die glückselige Hoffnung …“
„… seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten …“
Wenn Zeichen vorher kommen müssten:
wäre das Kommen nicht jederzeit,
würde die Erwartung an Bedingungen geknüpft,
würden die Gläubigen auf Ereignisse statt auf den Herrn schauen.
Die Schrift aber macht klar:
Die Hoffnung lebt aus dem unmittelbaren Kommen Christi – nicht aus Vorzeichen.
Der prophetische Kalender Gottes umfasst:
die vier Weltreiche (Dan 2),
die Visionen von Daniel 7,
die 70 Jahrwochen (Dan 9),
die Drangsalszeit (Jer 30,7 / Mt 24),
den Tag des Herrn (Jes 13 / Zeph 1),
das messianische Reich (Ps 2 / Offb 20).
In diesem Programm erscheint die Gemeinde überhaupt nicht.
Warum?
Sie ist ein Zwischeneinschub, ein „Einschub der Gnade“.
Wenn die Gemeinde heilsgeschichtlich außerhalb des prophetischen Programms steht, kann es auch keine prophetischen Zeichen für sie geben.
Im ganzen Alten Testament sind Zeichen:
irdisch,
sichtbar,
greifbar,
an das Volk Israel gebunden.
Beispiele:
Mose = Zeichen Ägyptens
Josua = Zeichen am Jordan
Jesaja = Zeichen für das Haus David
Hesekiel = Zeichenhandlungen für Israel
Auch der Herr Jesus gab Zeichen:
„Ein böses und ehebrecherisches
Geschlecht begehrt ein Zeichen“ (Mt 12,39)
→ das gilt Israel, nicht
der Gemeinde.
Die Gemeinde sucht keine Zeichen, sondern lebt aus dem Glauben:
„Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen.“
Der
Tag des Herrn beginnt mit den
Gerichten der Offenbarung.
Für diesen Zeitraum werden Zeichen genannt:
Blutmond (Joel 3,4 / Offb 6,12)
Erdbeben (Mt 24,7; Offb 6,12)
Antichrist (2Thess 2)
Weltregierung (Offb 13)
Paulus schreibt ausdrücklich, dass der Tag des Herrn Zeichen hat, aber die Entrückung nicht.
Paulus schreibt:
„unser Versammeltwerden zu ihm“ → Entrückung
„Tag des Herrn“ → kommender Gerichtstag
Und er trennt sie klar!
Für den „Tag des Herrn“ nennt er Zeichen:
Apostasie, Offenbarung des Menschen der Sünde.
Aber damit korrigiert er ein
Missverständnis:
Die Thessalonicher fürchteten, der Tag des
Herrn sei schon da.
Worauf antwortet Paulus?
Ihr könnt nicht im Tag des Herrn sein – denn die Entrückung ist vorher.
Und die Entrückung hat keine Zeichen.
„Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht.“
Das Bild „Dieb“ bedeutet:
überraschend
unerwartet
ohne Vorwarnung
ohne Anzeichen
Wenn erst Zeichen erfüllt sein müssten, wäre dieses Bild ungültig.
Darum schließt die Bibel Vorzeichen prinzipiell aus.
„Hinblickend auf Jesus …“
Zeichen würden das geistliche Auge ablenken:
vom Himmel → auf die Erde
von Christus → auf Politik
von der Hoffnung → auf Berechnung
Alle Zeichen-Deutungen führen zwangsläufig zu:
Sensationalismus
Spekulation
Falschprophetie
Endzeitangst
Die Schrift schützt uns davor, indem sie keine Zeichen gibt.
Die Wiederkunft zur Entrückung ist Teil des Gnadenprogramms Gottes.
Gnade kommt:
überraschend
unverdient
ohne Ankündigung
Das Gericht dagegen wird:
angedroht
angekündigt
mit Zeichen versehen
sichtbar vorbereitet
Darum:
Die Erscheinung (zum Gericht) hat Zeichen.
Die Entrückung (zur Gnade) hat keine.
„Lasst uns also nicht schlafen wie die anderen, sondern wachen …“
Paulus sagt:
Wachen, nicht „Zeichen
suchen“.
Der Herr sagt:
„Wacht!“
(Nicht: Beobachtet die Weltpolitik.)
Das Warten soll persönlich sein, nicht berechnend.
Die Gemeinde hat keine Zeichen vor der Entrückung, weil sie heilszeitlich, theologisch und ontologisch
völlig außerhalb des israelitischen Prophetieprogramms steht.Die Entrückung ist ein Geheimnis,
eine himmlische Hoffnung,
ein Gnadenereignis,
das jederzeit eintreten kann
und daher keine Vorboten hat.