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00679  Gemeinde der Heiligen der Gnadenzeit (GdHdG) in Zusammenkünften keine Instrumentalmusik, sondern Gott „im Geist und in Wahrheit“ anbetet.


 

Warum verzichtet die Gemeinde der Heiligen der Gnadenzeit bewusst auf Instrumentalmusik? Diese Frage führt mitten hinein in einen der tiefsten Unterschiede zwischen alttestamentlichem Kult und neutestamentlicher Anbetung. Während das Alte Testament von sichtbaren, kultischen Formen geprägt war – Tempel, Priester, Opfer und auch Instrumente – zeigt der Herr Jesus in Johannes 4 einen völlig neuen Weg: Die wahren Anbeter beten den Vater „im Geist und in Wahrheit“ an. Nicht mehr kultisch, sondern geistlich; nicht mehr äußerlich, sondern innerlich.

Im Alten Testament waren Instrumente fest an den Tempeldienst gebunden, prophetisch verordnet und levitisch ausgeführt. Sie begleiteten Opfer, nicht Versammlungen. Die Psalmen spiegeln diese Kultordnung wider und weisen zugleich prophetisch in das zukünftige messianische Reich, wo Christus sichtbar regieren und Instrumente erneut eine Rolle spielen werden.

Das Neue Testament jedoch kennt keine Instrumente in der Versammlung – nicht beim Brotbrechen, nicht in der Anbetung, nicht in der Lehre. Stattdessen betont es geistliche Ausdrucksformen: Singen im Herzen, Worte des Lobes, Frucht der Lippen. Epheser 5 und Kolosser 3 heben ausdrücklich den inneren Charakter des „Spielens“ hervor: im Herzen, nicht mit Harfen.

Die Gemeinde ist ein geistlicher Tempel, kein irdischer. Ihr Priestertum ist geistlich, nicht levitisch. Ihre Opfer sind geistliche Opfer – besonders das „Opfer des Lobes“. Darum folgt die Gemeinde bewusst der apostolischen Praxis und verzichtet auf äußere Stimulation zugunsten der Leitung des Heiligen Geistes.

Diese Ausarbeitung zeigt die ganze biblische Linie: von Jubal bis David, vom Tempel bis Golgatha, von der Reichsprophetie bis zum geistlichen Gottesdienst der Gemeinde. Sie macht deutlich, warum die neutestamentliche Anbetung keine Instrumente kennt – und warum sie gerade darin ihre Reinheit, Einfachheit und geistliche Kraft entfaltet.

1. Grundsatz: Anbetung „im Geist und in Wahrheit“

Johannes 4,23–24

„… die wahren Anbeter werden den Vater in Geist und Wahrheit anbeten; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.“

Kerngedanke:
Die Form der Anbetung im NT ist geistlich, nicht kultisch.
Das AT war geprägt von sichtbaren Formen: Tempel, Opfer, Priester, Weihrauch, Instrumente, Feste.
Das NT führt in eine neue Ordnung der Anbetung: geistlich, unsichtbar, innerlich, durch das Wirken des Heiligen Geistes.

Darum sagt der Herr Jesus nicht:


📖 2. Das AT war instrumentell — das NT bewusst nicht

⚠️ Wichtig: Instrumente im AT hatten kultischen Charakter

Beispiele Elberfelder 1905:

Im AT waren Instrumente:

🕊 Das NT schließt Instrumente in der Versammlung bewusst aus

Keine einzige Stelle im Neuen Testament zeigt:

Stattdessen ist die Betonung:


📖 3. Was die Lehrbriefe ausdrücklich befehlen

## A) Singen — aber geistlich, ohne Instrumente

Epheser 5,18–19

„… werdet mit dem Geist erfüllt … indem ihr miteinander redet in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, singend und spielend dem Herrn in eurem Herzen.“

Zentrale Beobachtungen:

Kolosser 3,16

„… singt in euren Herzen Gott in Gnade.“

Wieder: Singen im Herzen, nicht auf Instrumenten.


B) Die Zusammenkunft ist vom Geist geleitet, nicht von Zeremonie

1. Korinther 14,26

„… wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder … ein Psalm, eine Lehre …“

Nirgends:

Der Geist Gottes führt durch das Wort und durch die Münder der Heiligen, nicht durch äußere Unterstützung.


📖 4. Die Gemeinde ist kein Tempel mit Musikdienst mehr

Hebräer 10,1–9

Christus beendet das rituelle System des AT.

Hebräer 9,10–12

Die alten gottesdienstlichen Formen sind „bis auf die Zeit der Zurechtbringung“ auferlegt —
die Gemeindezeit hat diese „Zurechtbringung“ gebracht.

Dazu gehörten:

Nichts davon wird in der Versammlung wieder eingeführt.


📖 5. Die GdHdG folgt bewusst der neutestamentlichen Praxis

Die neutestamentliche Gemeinde erkennt:

Darum verwendet die Gemeinde keine Instrumente, sondern:


📖 6. Weitere Begründungen aus der Schrift

A) Das Priestertum ist heute geistlich, nicht levitisch

1. Petrus 2,5

„… ein heiliges Priestertum … geistliche Schlachtopfer darzubringen.“

Nicht:

B) Opfer des NT sind Worte

Hebräer 13,15

„… das Opfer des Lobes, die Frucht der Lippen.“

Die Frucht der Lippen, nicht der Instrumente.


📖 7. Zusammenfassung (Kernaussagen)

  1. Instrumente sind AT-gebunden (Tempel, Leviten, Opfer).

  2. Das NT kennt keine Instrumente in der Versammlung.

  3. Anbetung ist geistlich, nicht kultisch (Joh 4,23–24).

  4. Singen geschieht im Herzen, nicht begleitet (Eph 5,19; Kol 3,16).

  5. Opfer des NT = „Frucht der Lippen“ (Heb 13,15).

  6. Priesterdienst ist geistlich, nicht zeremoniell (1Petr 2,5).

  7. Die GdHdG folgt bewusst der apostolischen, neutestamentlichen Praxis.

eologisch-biblische Vertiefung zur Frage der Instrumente, ihrer biblischen Geschichte, prophetischen Bedeutung und warum sie im neutestamentlichen Gottesdienst bewusst nicht vorkommen.

Ich gliedere die Ausarbeitung in vier große theologische Linien, jeweils mit Bibelstellen (Elberfelder 1905):


1. Instrumente im Alten Testament – kultisch, nicht gemeindlich

1.1 Ursprung der Instrumente

Die ersten Musikinstrumente tauchen in der Bibel nicht im Zusammenhang mit der Anbetung Gottes auf, sondern mit der Kultur der Kain-Linie:

1. Mose 4,21

„… Jubal; dieser war der Vater aller, die Harfe und Flöte spielen.“

Beobachtung:
Die erste Erwähnung von Musik steht außerhalb des Gottesdienstes; sie ist kulturell, nicht kultisch.
Erst später ordnet Gott Musikinstrumente bewusst an einem einzigen Ort an: dem Tempel.


1.2 Instrumente als Bestandteil des levitischen Tempeldienstes

Instrumente wurden nicht aus der Volksfrömmigkeit, sondern durch Propheten eingeführt:

2. Chronika 29,25

„Und er stellte die Leviten in das Haus Jehovas … mit Zimbeln, Harfen und Lauten, nach dem Gebot Davids und Gads, des Sehers, und Nathans, des Propheten; denn das Gebot war von Jehova durch seine Propheten.“

Instrumente gehörten zum prophetisch befohlenen Tempelkult, nicht zum Alltag des Volkes.

Warum nur dort?

Weil Instrumente Teil des:

waren.

2. Chronika 29,27–28

„… als das Brandopfer begann, begann der Gesang Jehovas, und die Instrumente Davids spielten.“

Instrumente begleiten Brandopfer, nicht Versammlungen der Gläubigen.
Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass gewöhnliche Israeliten Instrumente zur Anbetung benutzen sollten.


1.3 Instrumente und der König

Instrumente stehen im AT immer im Zusammenhang mit:

Dies ist wichtig prophetisch!


2. Die Psalmen – Prophetie statt Kirchenliturgie

Die Psalmen enthalten häufig Instrumente. Warum?

2.1 Die Psalmen sind das Liederbuch Israels, nicht der Gemeinde

Die Psalmen gehören zum:

Sie enthalten:

2.2 Die Psalmen weisen in die Zukunft – das Reich

Psalmen wie Psalm 150, der alle Instrumente versammelt, beschreiben das kommende messianische Reich, nicht die Gemeindezeit.

Beispiel: Psalm 150

„Lobet ihn mit Posaunenschall … mit Harfen und Lauten … mit Pauken und Reigen … mit Saiten und Flöten …“

Dieser Psalm ist:

Schlüssel: Das volle Instrumentarium erscheint erst wieder, wenn Christus auf dem Thron in Jerusalem sitzt.


3. Prophetische Linie – Instrumente und das messianische Reich

3.1 Instrumente kehren im Tausendjährigen Reich wieder zurück

Wenn Christus im 1000-jährigen Reich den Tempel baut (Hes 40–48), dann gilt wieder ein irdischer Tempeldienst Israels.

Dazu gehören erneut:

Psalm 98,5–6

Prophetisch auf die Regierung des Königs bezogen:

„Singt Jehova … mit Harfe … mit Trompeten und Posaunen …“

Das ist die Reichsordnung, nicht die Gemeindeordnung.


3.2 Instrumente stehen mit der Regierung Gottes auf Erden in Verbindung

Im AT: priesterlich + königlich (David)
Im Reich: Christus regiert als König-Priester (Sach 6,13)

In der Gemeindezeit hingegen:

Daher: keine Instrumente.


4. Warum im Neuen Testament keine Instrumente? – Theologische Linie

Hier wird es zentral:

4.1 Die Gemeinde ist ein geistlicher Tempel, kein irdischer

1. Petrus 2,5

„… ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum … geistliche Schlachtopfer.“

Geistlich ≠ kultisch
Geistlich ≠ äußerlich
Geistlich ≠ instrumentell

4.2 Das Einzige, das die Gemeinde opfert, ist die Frucht der Lippen

Hebräer 13,15

„Lasset uns … das Opfer des Lobes darbringen, die Frucht der Lippen.“

Nicht:

4.3 Der Heilige Geist führt in Wort und Gesang, nicht in Musik

Alle NT-Stellen über Gesang:

Kein Instrument, kein äußeres Ritual.

Warum?
Weil die Gemeindezeit von Unsichtbarkeit geprägt ist:

Die Anbetung ist, wie der Herr selbst sagt:

Johannes 4,23–24

„im Geist und Wahrheit“


4.4 Instrumente schufen im AT eine Atmosphäre des Rituals

Im NT soll die Atmosphäre entstehen durch:


5. Zusammenfassung der theologischen Argumentation

A) Biblische Beobachtung

B) Christologische Beobachtung

C) Ekklesiologische Beobachtung

D) Prophetische Beobachtung

E) Praktisch-geistliche Beobachtung