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00681 Wiedergeburt, Umkehr (Buße) und Glaube – Ein einheitliches, vom Geist
gewirktes Geschehen

Der Herr erklärt Nikodemus:
„Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Joh 3,3).
Die Grundwahrheit:
Der natürliche Mensch hat kein Leben von
Gott und braucht eine neue
Geburt, ein neues geistliches Leben.
Joh 3,5:
„Es sei denn, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.“
Was bedeutet „Wasser“?
Kein Hinweis im Text auf Vorwiedergeburts-Leben, sondern:
„Wasser“ = das Wort Gottes
(vgl. Eph 5,26; Joh 15,3; 1Petr 1,23)
Der Herr selbst erklärt am selben Abend (Joh 17,17):
„Dein Wort ist Wahrheit.“
Damit ist die Wiedergeburt nicht ein geheimnisvoller Akt ohne Wort, sondern geschieht durch den Geist im Wirken des Wortes.
Joh 3,8:
„Der Wind weht, wo er will … so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“
Hier wird die
Freiheit des Geistes betont,
aber nirgends steht:
Die Wiedergeburt geschieht vor dem
Glauben.
Die Wirkung des Geistes geschieht durch das Wort, das gehört und geglaubt wird (Röm 10,17).
Nikodemus wird nicht gesagt:
„Erst wirst du wiedergeboren,
und dann kannst du glauben.“
Sondern:
„Du musst von neuem geboren
werden“
→ und dieses neue Leben entsteht
durch das Wort, wenn der
Mensch glaubt (siehe unten 1Joh 5,1; Jak 1,18).
Titus 3,5:
„Er hat uns errettet,
nicht aus Werken, die in Gerechtigkeit wir getan hätten,
sondern nach seiner Barmherzigkeit,
durch das Bad der Wiedergeburt
und die Erneuerung des Heiligen Geistes.“
Das gleiche Wort wie in Eph 5,26:
„… reinigend durch das Wasserbad im Wort.“
Also:
Nicht sakramental, nicht mystisch,
sondern das Wort Gottes, das reinigt und neu macht.
Der Heilige Geist gebraucht das Wort, um:
zu überführen,
zu reinigen,
zu erneuern,
neues Leben zu schenken.
In Titus 3 sagt Paulus NICHT:
Wiedergeburt → dann Glaube.
Sondern:
Die Errettung geschieht aufgrund Gottes Barmherzigkeit,
durch das Bad der Wiedergeburt (das im Glauben geschieht),
in Verbindung mit der Erneuerung des Heiligen Geistes.
„Bad“ und „Erneuerung“ sind Aspekte desselben Heilsereignisses – nicht zeitliche Schritte.
Jak 1,18 ist der Schlüsselvers gegen „Wiedergeburt vor dem Glauben“:
„Nach seinem eigenen Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit,
damit wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien.“
Hier wird die Reihenfolge deutlich:
Gott wirkt – souverän, barmherzig.
Er zeugt durch das Wort der Wahrheit.
Das heißt: Das Wort wird gehört und angenommen (Jak 1,21).
Dadurch entsteht das neue Leben.
Jakobus betont:
Das Wort muss angenommen werden (1,21),
der Mensch muss darauf reagieren (1,22).
Damit ist klar:
Keine Wiedergeburt ohne Wort.
Keine Wiedergeburt gegen den Willen des Menschen.
Keine Wiedergeburt vor dem Glauben.
1Joh 5,1:
„Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist,
ist aus Gott geboren.“
Dieser Vers ist der eindeutige Gegenbeweis gegen TULIP-Theologie:
Das Partizip „γεγέννηται“ (Perfekt) zeigt:
Wer jetzt glaubt,
ist (bereits) wiedergeboren.
Aber:
Der Glaube ist das Kennzeichen, an dem man erkennt, dass jemand aus Gott geboren ist.
Die Schrift setzt Glauben und Geburt zusammen, nicht auseinander.
„Damit jemand glauben kann, muss er vorher geboren werden.“
„Wo jemand glaubt, da ist neues Leben.“
Damit wird die Wiedergeburt
nicht als
„Vorwiedergeburts-Akt“ dargestellt,
sondern als Gottes Werk, das beim
Glauben wirksam wird.
Die vier untersuchten Stellen zusammen ergeben:
Der Heilige Geist wirkt durch das Wort:
überführt von Sünde,
öffnet das Verständnis,
zieht zu Christus.
Aber:
▶ Dieses Wirken
ist nicht die Wiedergeburt,
sondern führt zur Wiedergeburt,
wenn der Mensch dem Wort glaubt.
Der Mensch:
erkennt seine Sündigkeit,
kehrt um,
glaubt.
Das ist Umkehr (Buße) und Glaube –
die Antwort auf das Wirken des Geistes.
Wenn der Mensch glaubt, wirkt Gott:
reinigt durch das Wort (Joh 3,5; Tit 3,5),
zeugt durch das Wort (Jak 1,18),
schenkt neues Leben (1Joh 5,1).
Dies alles ist ein einheitliches Geschehen:
Gottes Wirken → menschliche Antwort → neue Geburt.
Nicht:
Vorwiedergeburt → Glaube → neue Geburt.
Die Schrift zeigt keinen „ordo salutis“ in dem Sinn:
Wiedergeburt vor Glaube.
Sondern:
Gott wirkt durch sein Wort.
Der Mensch reagiert durch Umkehr (in Buße) und Glauben.
Gott schenkt neues Leben — durch dieses Wort, im Glauben.
Die Wiedergeburt ist:
Gottes Werk
durch das Wort,
in der Begegnung mit Christus,
wenn der Mensch glaubt.
Das ist biblisch, evangelisch — und vollständig frei von TULIP.