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00689 Schwierige Situationen für Errettete

Auch in tiefster
Familiennot ehrt es den Herrn Jesus, wenn ein Gläubiger Ihm trotz allem
vertraut.
Wie die drei Männer im Feuerofen nicht wussten,
wie
Gott eingreifen würde,
aber wem
sie gehörten, so verherrlicht auch heute das stille Ausharren im Leid den Herrn.
Er lässt die Seinen nicht allein im Feuer stehen, sondern geht mit ihnen
hindurch
— und gerade dort, im heißesten Ofen, wird seine Nähe am sichtbarsten.
Wer im Leid an Christus festhält, bezeugt:
Der
Herr ist würdig, auch dann vertraut zu werden, wenn die Lösung noch nicht
sichtbar ist.
Ein Gläubiger
(oft eine Mutter), unter
schweren inneren, äusseren Nöten,
familiärer Zerreissprobe,
oder feindlich
gesinnten Angehörigen und der
Last,
dass sich geliebte Kinder nicht bekehren,
droht fast zu zerbrechen.
Solchen
Geschwistern müssen wir nicht mit schnellen Antworten, sondern mit
tiefem
Mitgefühl und
konkret
ausgewählten Schriftworten begegnen
– solche, die
Trost spenden,
Gottes
Wesen zeigen und die
Seele wieder
auf Christus ausrichten, nicht auf die
sichtbaren Umstände.
Im Folgenden findest strukturierte, bibelzentrierte Orientierung, wie man solchen Christinnen (und Christen) begegnen kann.
„Weint mit den Weinenden!“ (Röm 12,15)
Die Last muss zuerst verstanden werden, nicht erklärt. Viele Leidende brauchen nicht sofort eine Lösung, sondern jemanden, der mitträgt.
Die Schrift zeigt viele Gläubige, die
fast zerbrochen waren: Hanna,
David, Jeremia, Paulus, selbst der Herr Jesus im Garten Gethsemane (Heb 5,7).
Es ist nicht Unglaube, wenn jemand
unter der Last zusammenbricht – es ist menschliche Schwachheit.
„Ich habe das Elend meines Volkes gesehen … ich kenne ihre Schmerzen.“ (2Mo 3,7)
„Du hast meine Wandlungen gezählt; sammle meine Tränen in deinen Schlauch.“ (Ps 56,9)
Der Leidende muss wissen: Gott übersieht keine Träne.
Viele verzweifeln daran, dass ihre Kinder „verloren gehen könnten“. Christus aber trägt:
„Werfet alle eure Sorge auf ihn, denn er ist besorgt für euch.“ (1Petr 5,7)
Nicht auf den Glauben der Mutter kommt es an, sondern auf den treuen Hirten, der verlorenen Schafen nachgeht (Lk 15).
„Der Herr ist langmütig … und will nicht, dass irgendwelche verloren gehen.“ (2Petr 3,9)
„Kann eine Frau ihr Kindlein vergessen? … Ich werde dich nicht vergessen.“ (Jes 49,15–16)
Gott wirkt im Verborgenen – oft über Jahre.
Die Mutter ist Zeugin, nicht
Retterin.
„Wenn Vater und Mutter mich verlassen, so nimmt der HERR mich auf.“ (Ps 27,10)
„Der Herr steht mir bei und stärkt mich.“ (2Tim 4,17)
Wo der familiäre Halt wegbricht, wird Christus selbst der feste Boden.
„Dies geschah, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt.“ (2Kor 1,9)
Nicht das Problem, sondern der Herr in dem Problem ist der Ort der Bewahrung.
„Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ (V. 19)
„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir … ich stärke dich, ich helfe dir.“
„Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen … und ich werde euch Ruhe geben.“
„Niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“ (V. 28)
Das gilt auch dann, wenn die Umstände völlig chaotisch erscheinen.
Viele Frauen in Not erleben zum ersten Mal, dass jemand wirklich hinhört.
Gemeinsam beten,
jede Angst beim Namen nennen:
– Angst um unbekehrte Kinder
– Schuldgefühle
– Ohnmacht
– schmerzliche Angriffe der Familie
Das hilft, die Last vom Herzen auf den Herrn zu legen.
Nicht: „Habe ich genug gebetet? War ich ein
gutes Zeugnis?“
Sondern: „Der Herr ist treu. Er liebt deine Kinder mehr, als du es vermagst.“
Lieber wenige starke Verheißungen, die sie auswendig lernen kann.
Gott wirkt in Familien oft über
lange Zeiträume.
Abraham wartete 25 Jahre.
Hanna litt jahrelang.
Monate oder Jahre heißen nicht, dass Gott schweigt.
„Wie eine Mutter tröstet, so tröste ich euch.“ (Jes 66,13)
Nebukadnezar, Paulus, der räuberische Mitgefangene am Kreuz – alle wurden in extremen Situationen erreicht.
Niemand ist so weit weg, dass Christus ihn nicht erreichen könnte.
„Meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht.“ (2Kor 12,9)
„Der Herr sieht deine Tränen. Er trägt deine Last. Deine Kinder sind nicht deiner, sondern Seine Verantwortung. Du darfst ruhen, auch wenn du keine Lösung siehst. Er ist dir näher als jeder Mensch und hat noch Wege, die du nicht kennst.“
Die Bibel verschweigt nicht, wie tief Familien leiden können. Sie zeigt:
Konflikte zwischen Ehepartnern
Entfremdung zwischen Eltern und Kindern
Gnadenloses Verhalten von Angehörigen
Unerfüllte Wünsche nach Bekehrung der Liebsten
Verlust, Verrat, Ablehnung, Gewalt
Damit macht die Schrift klar:
Keine Not ist Gott unbekannt, keine
Träne fällt außerhalb seines Blickes.
Jedes Beispiel zeigt eine geistliche Lektion.
Hagar flieht, sitzt in der Wüste, glaubt,
ihr Sohn werde sterben.
Gottes Eingreifen: „Gott
hörte die Stimme des Knaben.“
Lektion: Gott sieht Mütter in
äußerster Not („Du bist ein Gott des Schauens“).
Abraham sieht den Verlust seines Sohnes vor
sich.
Gottes Eingreifen: „Gott wird
sich ein Lamm ersehen.“
Lektion: In den dunkelsten
Prüfungen sorgt Gott für seine Lösung.
Neid, Hass, Betrug; Josef wird verkauft.
Gottes Eingreifen: Gott
gebraucht sogar die Bosheit zur Rettung.
Lektion: Gott ist größer als
die Katastrophen, die Kinder anrichten.
Peninna reizt sie, Elkanas Trost erreicht
ihr Herz nicht.
Gottes Eingreifen: Gott
erhört zur rechten Zeit.
Lektion: Lang anhaltende Not
ist keine Ablehnung Gottes.
Amnon, Tamar, Absalom: Gewalt, Entfremdung,
Rebellion.
Gottes Eingreifen: Gott
bleibt David treu, selbst wenn die Familie zerbricht.
Lektion: Gottes Bund hält,
auch wenn unser Haus zerfällt.
Hiob verliert Kinder, Besitz, Gesundheit;
die Frau sagt: „Sage dich los von Gott!“
Gottes Eingreifen: Gott
offenbart sich größer als das Leid.
Lektion: Not ist nie Gottes
Feindschaft, sondern der Weg zu tieferer Erkenntnis.
„Deine Brüder … handeln treulos mit dir.“
Lektion: Auch geistliche
Männer wurden von ihrer Familie nicht verstanden.
Ein prophetisches Bild Gottes, der dem
abirrenden Volk nachgeht.
Lektion: Gott bleibt treu,
wenn menschliche Treue versagt.
Treue Gläubige – und doch jahrelang
scheinbare Stille Gottes.
Gottes Eingreifen: Gott
handelt im „rechten Zeitpunkt“.
Lektion: Verzögerung ist
nicht Verneinung.
Der Sohn wendet sich gegen den Vater,
verschwendet das Leben.
Lektion: Die Liebe wartet,
das Gebet bleibt bestehen – Gott wirkt im Schweinestall.
Jesu eigene Brüder glaubten nicht an ihn;
sie hielten ihn für „außer sich“.
Lektion: Auch der Vollkommene
wurde in seiner Familie missverstanden.
Gott gebraucht eine gläubige Großmutter und
Mutter – der Vater war offenbar heidnisch.
Lektion: Ein gläubiges
Familienglied kann ganze Linien prägen.
„Der Herr ist denen nahe, die zerbrochenen Herzens sind.“ (Ps 34,19)
Der Trost beginnt vor der Veränderung der Umstände.
Zacharias & Elisabeth, Josef, Samuel, David
– oft ist der Weg lang, aber nie sinnlos.
Das Ziel ist häufig die Herzensformung.
Josef: „Ihr gedachtet Böses gegen mich;
Gott aber gedachte es zum Guten.“ (1Mo 50,20)
Die Bosheit der Brüder war Teil des Rettungsplanes.
Er errettet:
die Hagar in der Wüste
den Josef im Gefängnis
die Hanna im Tempel
den verlorenen Sohn im Elend
den Kerkermeister mitten in der Nacht (Apg 16)
Gottes Wege sind übernatürlich, überraschend, durchdringend.
„Betet ohne Unterlass.“ (1Thess 5,17)
Die Schrift zeigt kein einziges Beispiel, wo Gott das Gebet treuer Eltern missachtet hätte.
Viele Mütter denken:
„Ich habe versagt, darum bekehrt sich mein
Kind nicht.“
Die Schrift sagt:
Kinder sind moralisch eigenverantwortlich (Hes 18,20).
Die Mutter ist Zeugin, nicht Retterin.
Christus allein wirkt die Bekehrung.
„Alle eure Sorge werft auf ihn.“ (1Petr 5,7)
„Kommt her zu mir … ich werde euch Ruhe geben.“ (Mt 11,28)
„Wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen.“ (2Kor 5,7)
Selbst eine Mutter kann ihr Baby vergessen – der Herr nie.
Gott trägt die Verantwortung für das Bauwerk.
„Dein Werk soll belohnt werden … es gibt Hoffnung für deine Zukunft … deine Kinder werden zurückkommen.“
Der Herr legt dieses Gleichnis aus:
„Daß sie allezeit beten und nicht ermatten sollten.“
Kinder aus gläubigen Häusern sind
nicht der Feindschaft des
Feindes ausgeliefert.
Der Hirte hält – auch gegen Widerstände.
Familiennot ist kein Randthema – sie durchzieht die ganze Bibel.
Gott offenbart darin:
seine besondere Nähe zu Leidenden
seine treue und langsame Führung
seine Macht, zerbrochene Situationen zu wenden
seine Liebe, die größer ist als die Not
Und der Glaubende lernt:
warten
beten
loslassen
hoffen
Christus tiefer kennenlernen
Am Ende
steht immer dieselbe Wahrheit:
Gott ist treu, auch wenn die Familie zerbricht – und Er hat Wege, die wir nicht
kennen.
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Textgrundlage: Daniel 3
Die drei Freunde standen nicht im Feuer, weil
sie versagt hatten, sondern weil sie treu waren.
Gerade ihre Treue brachte sie
in die größte Not ihres Lebens.
Das ist eine wichtige Erkenntnis für verzweifelte Gläubige:
Nicht jedes Leid ist Folge eines Fehlers.
Manchmal führt Gott uns absichtlich in
das Feuer –
nicht um uns zu verbrennen, sondern um
sich in uns zu verherrlichen.
„Wir haben keinen Gott zu nötigen, uns zu erretten; aber selbst wenn er es nicht tut … wir werden deinen Göttern nicht dienen.“
(Dan 3,17–18)
Ihre Entschlossenheit ist kein trotziges
Heldentum, sondern das stille Wissen:
Gott kann – und wenn Er anders handelt,
ist Er trotzdem gut.
Der vierte Mann im Ofen kam
nicht vorher, um sie
herauszuführen,
sondern mitten hinein, um bei
ihnen zu sein.
„Ich sehe vier Männer frei umhergehen im Feuer … und der vierte gleicht einem Sohn der Götter.“
(Dan 3,25)
Das ist reine Gnade:
Der Herr nimmt nicht immer die Prüfung weg –
aber Er tritt in die Prüfung hinein.
Er macht das Feuer zum Ort der Begegnung.
Die Gegenwart des Sohnes Gottes wird oft erst
in der Hitze der Enge
erfahren.
Viele Gläubige bezeugen:
„Im tiefsten Leid war der Herr mir am nächsten.“
Als die Männer aus dem Ofen herauskommen,
riechen sie nicht einmal nach Rauch.
Nur eines ist verschwunden: die
Stricke, die sie gebunden hatten.
So wirkt Gott auch heute:
Er nimmt nicht immer die Probleme sofort weg,
aber Er benutzt sie, um uns zu
befreien von dem, was uns bindet –
Furcht, Menschenabhängigkeit, Schuld, falsche Erwartungen, Selbstvertrauen.
Das Feuer, das zerstören sollte, wird zum Werkzeug der Reinigung.
Nebukadnezar wurde nicht durch Worte
bekehrt,
sondern durch das Ausharren
dieser Männer.
Ihre stille Treue im Feuer predigte lauter
als jede Rede.
Erst nachdem er gesehen hatte, dass Gott
mit ihnen war, rief er aus:
„Es ist kein anderer Gott, der so zu erretten vermag!“
(Dan 3,29)
Ein Mensch, der in familiärer Not
an Christus festhält, predigt
–
oft ohne Worte – eine Botschaft, die die Welt nicht widerlegen kann.
Der Herr benutzt dieses Ausharren, um Herzen zu erreichen,
vielleicht gerade die Herzen derer, für die wir beten.
Der Herr sagt nicht:
Du wirst kein Feuer sehen.
Er sagt:
„Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden,
und die Flamme wird dich nicht verbrennen.“
(Jes 43,2)
Warum?
Weil Er selbst im Feuer
steht.
Christus ist nicht nur der, der errettet –
Er ist der, der mitgeht, der
stärkt, der tröstet,
der die Glut in Licht verwandelt.
Und wenn der Ofen vorbei ist, steht der
Gläubige da –
unverbrannt, aber verwandelt,
gereinigt, gestärkt, näher an seinem Herrn als je zuvor.
In jeder Prüfung gibt es zwei Geschichten:
die sichtbare – Schmerz, Druck, Angst –
und die unsichtbare – der Sohn Gottes
ist bei dir.
Wer im Feuer
ausharrt, ehrt Christus mehr,
als er es je auf dem grünen Auen könnte.