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00696 Römer 3.22 Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christum 


Römer 3,21–23
Gottes Gerechtigkeit offenbart

zu Römer 3,21–23

  1. Römer 3,21–23 gehört zu den gewaltigsten Offenbarungen des Evangeliums.

  2. Hier öffnet Paulus den Blick auf Gottes rettende Gerechtigkeit.

  3. Eine Gerechtigkeit, die nicht aus dem Gesetz kommt.

  4. Eine Gerechtigkeit, die nicht in menschlicher Leistung wurzelt.

  5. Eine Gerechtigkeit, die völlig unabhängig vom Tun des Menschen ist.

  6. „Nun aber“ – so beginnt Paulus, und damit leuchtet die Wende auf.

  7. Nach der Verurteilung des Menschen folgt das Licht der Gnade.

  8. Der Mensch hat versagt, aber Gott hat gehandelt.

  9. „Ohne Gesetz“ bedeutet: losgelöst von Werken, aus reiner Gnade.

  10. Diese Gerechtigkeit ist nicht neu, sondern im AT bezeugt.

  11. Gesetz und Propheten weisen voraus auf Christus.

  12. In Ihm wird sichtbar, was Gott vorbereitet hat.

  13. Die Gerechtigkeit Gottes wird „offenbart“ – endgültig und bleibend.

  14. Es ist Gottes eigene Gerechtigkeit, nicht die des Menschen.

  15. Sie wird geschenkt, nicht erarbeitet.

  16. Der Zugang geschieht allein „durch Glauben“.

  17. Der Glaube verbindet mit Christus und seinem Werk.

  18. Nicht der Glaube rettet, sondern Christus – der Glaube nimmt Ihn an.

  19. Diese Gerechtigkeit richtet sich „gegen alle“.

  20. Sie wird „auf alle“ angewandt, die glauben.

  21. Das Angebot ist universal, die Wirkung persönlich.

  22. „Denn es ist kein Unterschied“ – Paulus beseitigt jeden Einwand.

  23. Der Jude hat keinen Vorzug, der Heide keinen Nachteil.

  24. Alle Menschen stehen auf demselben Boden.

  25. „Alle haben gesündigt“ – das Urteil ist allgemein.

  26. „Und verfehlen die Herrlichkeit Gottes“ – der Maßstab ist göttlich.

  27. Der Mensch steht unter Schuld und unter Mangel.

  28. Doch gerade diese Not macht die Gnade so groß.

  29. Gottes Gerechtigkeit begegnet der menschlichen Ungerechtigkeit.

  30. Und in Jesus Christus kommt sie zu uns – vollkommen, frei, gültig für alle Glaubenden.


🇬🇷 Römer 3,21–23 — Grundtext (mit deutscher Transkription)

Röm 3,21–23 (griechisch, mit Umschrift):

21
νυνὶ δὲ χωρὶς νόμου δικαιοσύνη θεοῦ πεφανέρωται, μαρτυρουμένη ὑπὸ τοῦ νόμου καὶ τῶν προφητῶν,
nyni de chōris nomou dikaiosynē theou pephanerōtai, martyroumenē hypo tou nomou kai tōn prophētōn

22
δικαιοσύνη δὲ θεοῦ διὰ πίστεως Ἰησοῦ Χριστοῦ εἰς πάντας καὶ ἐπὶ πάντας τοὺς πιστεύοντας· οὐ γάρ ἐστιν διαστολή,
dikaiosynē de theou dia pisteōs Iēsou Christou eis pantas kai epi pantas tous pisteuontas; ou gar estin diastolē

23
πάντες γὰρ ἥμαρτον καὶ ὑστεροῦνται τῆς δόξης τοῦ θεοῦ
pantes gar hēmarton kai hysterountai tēs doxēs tou theou

. Was bedeutet „nun aber“ (νυνὶ δέ) in V. 21?

Es markiert einen heilsgeschichtlichen Wendepunkt: Gottes Gerechtigkeit wird jetzt offenbart, nachdem das Gesetz den Menschen ihre Sünde gezeigt hat (V. 19–20).


2. Was bedeutet „ohne Gesetz“ (χωρὶς νόμου)?

Nicht „gegen das Gesetz“, sondern unabhängig vom Gesetz. Gottes Gerechtigkeit wird nicht durch Gesetzeswerke erreicht.


3. Was ist „Gottes Gerechtigkeit“ (δικαιοσύνη θεοῦ)?

Die Gerechtigkeit, die von Gott ausgeht, die Gott schenkt und die vor Gott gilt. Nicht menschliche Leistung, sondern göttliches Handeln.


4. Wie wurde diese Gerechtigkeit „offenbart“ (πεφανέρωται)?

Das Perfekt zeigt: Sie ist sichtbar geworden in Christus und bleibt offenbart. Die ganze Heilsgeschichte weist auf Ihn.


5. Was heißt „bezeugt durch Gesetz und Propheten“?

Das AT bezeugt schon, dass der Mensch aus Werken nicht gerecht wird und dass Gott eine fremde, göttliche Gerechtigkeit schenkt (z. B. 1. Mose 15,6; Jes 53).


6. Was bedeutet „durch Glauben an Jesus Christus“ (διὰ πίστεως Ἰησοῦ Χριστοῦ)?

Der Glaube ist das Mittel, nicht die „Leistung“. Er verbindet den Menschen mit Christus und seinem vollbrachten Werk.


7. Was unterscheidet „eis pantas“ (εἰς πάντας) und „epi pantas“ (ἐπὶ πάντας)?

Universalität → Angebot.
Partikularität → Anwendung.


8. Warum betont Paulus „es ist kein Unterschied“?

Alle Menschen sind gleichermaßen Sünder (V. 23), unabhängig von Herkunft, Moral oder Gesetzesbesitz.


9. Was heißt „alle haben gesündigt“ (πάντες γὰρ ἥμαρτον)?

Sünde ist Tat, nicht nur Natur. Jeder Mensch hat tatsächlich gesündigt und steht schuldig.


10. Was bedeutet „verfehlen die Herrlichkeit Gottes“ (ὑστεροῦνται τῆς δόξης τοῦ θεοῦ)?

Das Präsens zeigt einen fortlaufenden Zustand: Menschen erreichen nicht das, wozu Gott sie geschaffen hat – den Maßstab seiner Herrlichkeit.


11. Wie hängt V. 23 mit V. 22 zusammen?

Die Not aller Menschen (V. 23) begründet die Universalität des Evangeliums (V. 22).


12. Warum braucht es eine geoffenbarte Gerechtigkeit?

Weil Gesetz nur Forderungen stellt, aber keine Kraft gibt und keine Gerechtigkeit bewirkt.


13. Ist diese Gerechtigkeit eine Eigenschaft oder ein Geschenk?

Beides.
Sie ist Gottes Eigenschaft, die Er gleichzeitig in Christus dem Menschen schenkt.


14. Warum steht „durch Glauben“ ohne Zusatz?

Paulus betont das Prinzip: Fide – allein durch Glauben, ohne Werke (Röm 4).


15. Warum wird der Name „Jesus Christus“ vollständig genannt?

Der historische Messias-Jesus ist der Inhalt des Glaubens. Nicht ein religiöses Konzept, sondern die Person und das Werk.


16. Wieso zwei Präpositionen: durch – an – gegen – auf?

Paulus entfaltet sprachlich die ganze Bewegung des Evangeliums:


17. Welche AT-Stellen bezeugen diese Gerechtigkeit?

Besonders:


18. Was ist die Hauptaussage des Abschnitts?

Gott rechtfertigt den schuldigen Sünder allein aus Gnade, allein durch den Glauben, auf Grundlage des Werkes Christi.


19. Wie ist der logische Aufbau von V. 21–23?

  1. Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes (V. 21)

  2. Mittel: der Glaube an Christus (V. 22a)

  3. Adressaten: alle; wirksam für Glaubende (V. 22b)

  4. Begründung: alle sind Sünder (V. 23)


20. Warum ist dieser Abschnitt der Kern des Evangeliums?

Hier wird die Grundlage der Rechtfertigung offenbart:
Gott schenkt eine vollkommene Gerechtigkeit, die der Sünder niemals selbst erarbeiten kann.

Vers 21 – Die Offenbarung der göttlichen Gerechtigkeit

„Nun aber“ – Wendepunkt

Paulus hat in Röm 1,18–3,20 bewiesen, dass alle Menschen schuldig sind.

Mit Vers 21 bricht das Licht des Evangeliums herein.

„ohne Gesetz“ (χωρὶς νόμου)

Heißt:

„Gerechtigkeit Gottes“

Nicht:

Sondern:

„bezeugt durch Gesetz und Propheten“

Das AT ist kein Gegensatz zum Evangelium, sondern dessen Grundlage.


Vers 22 – Mittel und Ausrichtung der Gerechtigkeit

„durch Glauben an Jesus Christus“

Christus ist der Glaubensinhalt, nicht der Glaube selbst macht gerecht.

„gegen alle“ (εἰς πάντας)

Das Evangelium ist weltweit, universal, unbeschränkt.

„auf alle“ (ἐπὶ πάντας, die da glauben)

Wirksam nur für Glaubende.

„kein Unterschied“

Ein Jude hat keinen Vorteil, ein Heide keinen Nachteil.
Alle stehen unter demselben Urteil und empfangen dieselbe Gnade.


Vers 23 – Die universale Not

„alle haben gesündigt“

Vergangenheit: Faktenlage.

„verfehlen die Herrlichkeit Gottes“

Gegenwart: Zustand.

Der Mensch ist nicht nur schuldig, sondern verloren – er kommt nicht an das heran, was Gott fordert.

Die Notwendigkeit einer fremden Gerechtigkeit ist damit absolut.


3️⃣ Struktur und innerer Zusammenhang

Paulus verfolgt eine dreifache Linienführung:


1. Die Offenbarung der Gerechtigkeit (V. 21)


2. Die Grundlage der Rechtfertigung (V. 22a)


3. Die universal gültige Not und Universalität der Gnade (V. 22b–23)


4️⃣ Zusammenfassung

Römer 3,21–23 zeigt die größte Not des Menschen und die größte Gabe Gottes:

Dieser Text ist ein Brennpunkt des Evangeliums, wie 2Ko 5,21 es ausdrückt:

„Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht,
damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.“

📘 Tabellarische Übersicht zu Römer 3,21–23

Vers Schlüsselbegriff Grundtext (Umschrift) Kurzer sprachlicher Hinweis Theologische Hauptaussage
3,21 Nun aber nyni de Markiert den großen heilsgeschichtlichen Übergang Beginn der Offenbarung der Gnade nach der Verurteilung aller Menschen
ohne Gesetz chōris nomou „losgelöst vom Gesetz“, nicht durch Gesetzeswerke Gottes Gerechtigkeit steht unabhängig menschlicher Werke
Gerechtigkeit Gottes dikaiosynē theou Genitiv der Herkunft: von Gott kommend Eine von Gott geschenkte, gültige Gerechtigkeit wird offenbart
offenbart worden pephanerōtai Perfekt; bleibende Offenbarung Christus ist die vollkommene Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes
bezeugt durch Gesetz und Propheten martyroumenē hypo tou nomou kai tōn prophētōn Passiv: „wird bezeugt“ AT bestätigt diese Gerechtigkeit (Abraham, David, Jes 53, Hab 2,4)
3,22 Gerechtigkeit Gottes dikaiosynē de theou Wiederholung zur Betonung dieselbe Gerechtigkeit wie in V. 21 – keine menschliche
durch Glauben an Jesus Christus dia pisteōs Iēsou Christou Glaube = Mittel, nicht Ursache Die Gerechtigkeit wird allein durch Glauben empfangen
gegen alle eis pantas Zielrichtung: an alle adressiert Universelles Evangeliumsangebot
auf alle epi pantas reale Anwendung: auf Glaubende Wirksamkeit nur bei denen, die glauben
kein Unterschied ou gar estin diastolē Keine Abstufung, kein Vorrang Juden und Heiden gleichermaßen bedürftig und gleichermaßen begnadigt
3,23 alle haben gesündigt pantes gar hēmarton Aorist: historisches Faktum Tatsächlich begangene Sünde aller Menschen
verfehlen die Herrlichkeit Gottes hysterountai tēs doxēs tou theou Präsens; andauernder Zustand Der Mensch erreicht nicht Gottes Maßstab – absolute Notwendigkeit der Gnade

📚 Zusammenfassende Themen-Übersicht in Kurzform

Thema Beschreibung
1. Offenbarung der Gerechtigkeit Gott offenbart in Christus eine Gerechtigkeit, die unabhängig vom Gesetz ist.
2. Zeugnis des AT Die gesamte Schrift weist auf diese geschenkte Gerechtigkeit hin.
3. Mittel des Empfangs Der Mensch empfängt sie allein durch Glauben an Jesus Christus.
4. Reichweite An alle adressiert – wirksam bei jeder glaubenden Person.
5. Notwendigkeit Weil alle gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen.

💠 Kurzstruktur Römer 3.21-23

Punkt Inhalt Versbezug
1. Der Wendepunkt der Heilsgeschichte „Nun aber…“ – die Offenbarung der Gnade V. 21
2. Die Natur der geoffenbarten Gerechtigkeit Gottes, nicht menschliche Gerechtigkeit V. 21
3. Das Zeugnis des AT Das Gesetz verurteilt, die Propheten weisen voraus V. 21
4. Der Zugang zur Gerechtigkeit Glaube an Jesus Christus V. 22
5. Die universale Einladung gegen alle Menschen V. 22
6. Die partikulare Anwendung auf die Glaubenden V. 22
7. Die begründete Notwendigkeit alle haben gesündigt V. 23


sprachlich-theologische Analyse der drei zentralen Begriffe δικαιοσύνη – πίστις – δόξα, jeweils mit:

Diese drei Begriffe gehören zu den tragenden Säulen des Evangeliums und stehen in Römer 3,21–23 in einem inneren Zusammenhang:

Gottes Gerechtigkeit (δικαιοσύνη) wird empfangen durch Glauben (πίστις), weil der Mensch die Herrlichkeit (δόξα) Gottes verfehlt hat.


1️⃣ δικαιοσύνη (dikaiosynē) – Gerechtigkeit

Umschrift: dikaiosynē

Grundbedeutung: das, was „recht“ ist; das Einhalten eines anerkannten Maßstabes.


🔹 1. Sprachlicher Ursprung

Der Wortstamm δικ- ist verwandt mit:

δικαιοσύνη = der Zustand oder die Qualität, die dem Maßstab entspricht.


🔹 2. Bedeutung in der Septuaginta (LXX)

Im AT (griechische LXX) ist δικαιοσύνη sowohl:

Der Begriff verbindet moralische Reinheit, Bundestreue und juristische Gültigkeit.

Besonders wichtig sind zwei Linien:

(1) Gottes rettende Gerechtigkeit (z. B. Jes 46,13)

Hier meint δικαιοσύνη nicht Gericht, sondern Heil.

(2) dem Menschen „zugerechnete“ Gerechtigkeit (Ps 32, Jes 53)

Die Grundlage dieser Zurechnung liegt in Gottes Opferordnung, letztlich in Christus.

Diese Linien nimmt Paulus auf.


🔹 3. Neutestamentliche Bedeutung

δικαιοσύνη kann bedeuten:

  1. moralische Gerechtigkeit (persönlicher Charakter)

  2. juristische Gerechtigkeit (rechtliche Stellung)

  3. religiöse Gerechtigkeit (vor Gott bestehen)

  4. Zugerechnete Gerechtigkeit (Rechtfertigung)

Im Römerbrief steht stets Nr. 4 im Mittelpunkt.


🔹 4. Speziell im Römerbrief

Paulus benutzt δικαιοσύνη theologisch in drei Dimensionen:

(A) Gottes Urteilsgerechtigkeit

→ Gott richtet gerecht (Röm 2,5–6).

(B) Gottes Evangeliumsgerechtigkeit

→ Gott schenkt eine fremde, von Christus vollbrachte Gerechtigkeit (Röm 1,17; 3,21–22).

(C) die zugerechnete Gerechtigkeit

→ Der Glaubende wird „gerecht gesprochen“ (Röm 4,3–6; 5,1).

In Röm 3,21–22 ist mit δικαιοσύνη gemeint:
die Gerechtigkeit, die Gott dem Sünder zuspricht, weil Christus die Grundlage gelegt hat.


🔹 5. Theologische Zusammenfassung

δικαιοσύνη Gottes ist:

Der Begriff beschreibt den juristisch gültigen Status des Gläubigen vor Gott.



2️⃣ πίστις (pistis) – Glaube

Umschrift: pistis

Grundbedeutung: Vertrauen, Überzeugtsein, Treue.


🔹 1. Sprachlicher Ursprung

πίστις gehört zum Verb:

πίστις bezeichnet dieses Überzeugtsein, dieses Vertrauen.


🔹 2. Bedeutung in der Septuaginta

In der LXX meint πίστις vorwiegend:

Beispiele:


🔹 3. Neutestamentliche Bedeutung

πίστις meint:

  1. Vertrauen auf Gott/Christus

  2. Glaubensinhalt (z. B. „der Glaube“ in Judas 3)

  3. Treue (fruchtendes Vertrauen)

In der Rechtfertigungslehre meint πίστις immer:
Der Mensch verlässt sich auf Christus und sein vollbrachtes Werk.

Wichtig:

Der Glaube ist kein Werk, sondern die leere Hand, die empfängt.


🔹 4. Speziell im Römerbrief

Paulus benutzt πίστις konsequent:

Der Glaube blickt von sich weg – auf Christus hin.

Paulus zeigt:

Glaube ist der Kanal, nicht die Quelle.


🔹 5. Theologische Zusammenfassung

πίστις ist:

Der Glaube hat seinen Wert nicht in sich selbst, sondern in seinem Gegenstand – Christus.



3️⃣ δόξα (doxa) – Herrlichkeit

Umschrift: doxa

Grundbedeutung: Glanz, Ehre, Würde, Ansehen.


🔹 1. Sprachlicher Ursprung

Urprünglich bedeutete δόξα:

Unter dem Einfluss der LXX wird daraus:

die Herrlichkeit Gottes – sein strahlender, offenbarer Wesensglanz.


🔹 2. Bedeutung in der Septuaginta (hebr. כָּבוֹד kavod)

kavod = „Gewicht, Schwere“ → Bedeutung, Würde, sichtbare Majestät Gottes.

Die LXX übersetzt kavod fast immer mit δόξα.

Große Linien im AT:


🔹 3. Neutestamentliche Bedeutung

doxa meint:

  1. Gottes Wesensherrlichkeit

  2. Christi Herrlichkeit (präexistent + geoffenbart)

  3. zukünftige Verherrlichung des Gläubigen

  4. gegenwärtiger moralischer Zustand der Gottgemäßen


🔹 4. Speziell in Römer 3,23

„… und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“

ὑστεροῦνται (hysterountai) = zu kurz kommen, verfehlen, zurückbleiben.
✦ δόξα τοῦ θεοῦ = sowohl Gottes Herrlichkeitsmaßstab als auch die Gemeinschaft mit Ihm.

Der Mensch verfehlt:

Diese Verfehlung der δόξα macht die Zurechnung der δικαιοσύνη notwendig.


🔹 5. Weitere Verwendung im Römerbrief

Die δόξα ist ein Leitbegriff:

Röm 1 und 3 stehen im Kontrast:


🔹 6. Theologische Zusammenfassung

δόξα ist:

Der Mensch verfehlt die δόξα →
Gott schenkt δικαιοσύνη →
durch πίστις →
führt zur δόξα.


4️⃣ Die drei Begriffe im inneren Zusammenhang

Begriff Bedeutung Stellung im Evangelium
δικαιοσύνη von Gott geschenkte Gerechtigkeit Lösung des Problems
πίστις Vertrauen auf Christus Mittel des Empfangs
δόξα Herrlichkeit Gottes Maßstab und Ziel

Die Bewegung des Textes ist:

  1. Der Mensch verfehlt die Herrlichkeit Gottes (V. 23) → δόξα

  2. Gott offenbart seine Gerechtigkeit (V. 21) → δικαιοσύνη

  3. Der Mensch empfängt sie durch Glauben (V. 22) → πίστις

So fügen sich die drei Begriffe zu einer kompletten Darstellung des Evangeliums.