STEM Publishing Elberfelder
2023 Logos
| Logos Bible Study Platform www.Bibelkreis.ch
https://www.bibelkommentare.de/
https://www.bibelkreis.ch/Darby%20Synopsis%20komplett/ohne_titel_3.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/kelly_william_at.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/Kelly%20William%20NT.html
Römer 3,21–23 gehört zu den gewaltigsten Offenbarungen des Evangeliums.
Hier öffnet Paulus den Blick auf Gottes rettende Gerechtigkeit.
Eine Gerechtigkeit, die nicht aus dem Gesetz kommt.
Eine Gerechtigkeit, die nicht in menschlicher Leistung wurzelt.
Eine Gerechtigkeit, die völlig unabhängig vom Tun des Menschen ist.
„Nun aber“ – so beginnt Paulus, und damit leuchtet die Wende auf.
Nach der Verurteilung des Menschen folgt das Licht der Gnade.
Der Mensch hat versagt, aber Gott hat gehandelt.
„Ohne Gesetz“ bedeutet: losgelöst von Werken, aus reiner Gnade.
Diese Gerechtigkeit ist nicht neu, sondern im AT bezeugt.
Gesetz und Propheten weisen voraus auf Christus.
In Ihm wird sichtbar, was Gott vorbereitet hat.
Die Gerechtigkeit Gottes wird „offenbart“ – endgültig und bleibend.
Es ist Gottes eigene Gerechtigkeit, nicht die des Menschen.
Sie wird geschenkt, nicht erarbeitet.
Der Zugang geschieht allein „durch Glauben“.
Der Glaube verbindet mit Christus und seinem Werk.
Nicht der Glaube rettet, sondern Christus – der Glaube nimmt Ihn an.
Diese Gerechtigkeit richtet sich „gegen alle“.
Sie wird „auf alle“ angewandt, die glauben.
Das Angebot ist universal, die Wirkung persönlich.
„Denn es ist kein Unterschied“ – Paulus beseitigt jeden Einwand.
Der Jude hat keinen Vorzug, der Heide keinen Nachteil.
Alle Menschen stehen auf demselben Boden.
„Alle haben gesündigt“ – das Urteil ist allgemein.
„Und verfehlen die Herrlichkeit Gottes“ – der Maßstab ist göttlich.
Der Mensch steht unter Schuld und unter Mangel.
Doch gerade diese Not macht die Gnade so groß.
Gottes Gerechtigkeit begegnet der menschlichen Ungerechtigkeit.
Und in Jesus Christus kommt sie zu uns – vollkommen, frei, gültig für alle Glaubenden.
Röm 3,21–23 (griechisch, mit Umschrift):
21
νυνὶ δὲ χωρὶς νόμου δικαιοσύνη
θεοῦ πεφανέρωται, μαρτυρουμένη
ὑπὸ τοῦ νόμου καὶ τῶν προφητῶν,
nyni de chōris nomou dikaiosynē theou
pephanerōtai, martyroumenē hypo tou nomou kai tōn prophētōn
22
δικαιοσύνη δὲ θεοῦ διὰ πίστεως
Ἰησοῦ Χριστοῦ εἰς πάντας καὶ
ἐπὶ πάντας τοὺς πιστεύοντας·
οὐ γάρ ἐστιν διαστολή,
dikaiosynē de theou dia pisteōs Iēsou
Christou eis pantas kai epi pantas tous pisteuontas; ou gar estin diastolē
23
πάντες γὰρ ἥμαρτον καὶ ὑστεροῦνται τῆς δόξης τοῦ θεοῦ
pantes gar hēmarton kai hysterountai tēs
doxēs tou theou
Es markiert einen heilsgeschichtlichen Wendepunkt: Gottes Gerechtigkeit wird jetzt offenbart, nachdem das Gesetz den Menschen ihre Sünde gezeigt hat (V. 19–20).
Nicht „gegen das Gesetz“, sondern unabhängig vom Gesetz. Gottes Gerechtigkeit wird nicht durch Gesetzeswerke erreicht.
Die Gerechtigkeit, die von Gott ausgeht, die Gott schenkt und die vor Gott gilt. Nicht menschliche Leistung, sondern göttliches Handeln.
Das Perfekt zeigt: Sie ist sichtbar geworden in Christus und bleibt offenbart. Die ganze Heilsgeschichte weist auf Ihn.
Das AT bezeugt schon, dass der Mensch aus Werken nicht gerecht wird und dass Gott eine fremde, göttliche Gerechtigkeit schenkt (z. B. 1. Mose 15,6; Jes 53).
Der Glaube ist das Mittel, nicht die „Leistung“. Er verbindet den Menschen mit Christus und seinem vollbrachten Werk.
εἰς πάντας – gegen alle → Die Gerechtigkeit ist gerichtet an alle Menschen.
ἐπὶ πάντας – auf alle → Sie kommt wirksam zur Anwendung auf die, die glauben.
Universalität → Angebot.
Partikularität → Anwendung.
Alle Menschen sind gleichermaßen Sünder (V. 23), unabhängig von Herkunft, Moral oder Gesetzesbesitz.
Sünde ist Tat, nicht nur Natur. Jeder Mensch hat tatsächlich gesündigt und steht schuldig.
Das Präsens zeigt einen fortlaufenden Zustand: Menschen erreichen nicht das, wozu Gott sie geschaffen hat – den Maßstab seiner Herrlichkeit.
Die Not aller Menschen (V. 23) begründet die Universalität des Evangeliums (V. 22).
Weil Gesetz nur Forderungen stellt, aber keine Kraft gibt und keine Gerechtigkeit bewirkt.
Beides.
Sie ist Gottes Eigenschaft,
die Er gleichzeitig in Christus dem
Menschen schenkt.
Paulus betont das Prinzip: Fide – allein durch Glauben, ohne Werke (Röm 4).
Der historische Messias-Jesus ist der Inhalt des Glaubens. Nicht ein religiöses Konzept, sondern die Person und das Werk.
Paulus entfaltet sprachlich die ganze Bewegung des Evangeliums:
von Gott kommende Gerechtigkeit
durch Glauben an Christus
zu allen Menschen angeboten
auf die Glaubenden angewandt
Besonders:
Abraham: 1Mo 15,6
David: Ps 32
Jesaja: Jes 53
Habakuk: Hab 2,4
Alle zeigen: Glaube empfängt
Gerechtigkeit.
Gott rechtfertigt den schuldigen Sünder allein aus Gnade, allein durch den Glauben, auf Grundlage des Werkes Christi.
Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes (V. 21)
Mittel: der Glaube an Christus (V. 22a)
Adressaten: alle; wirksam für Glaubende (V. 22b)
Begründung: alle sind Sünder (V. 23)
Hier wird die Grundlage der Rechtfertigung
offenbart:
Gott schenkt eine vollkommene
Gerechtigkeit, die der Sünder niemals selbst erarbeiten kann.
Paulus hat in Röm 1,18–3,20 bewiesen, dass alle Menschen schuldig sind.
Mit Vers 21 bricht das Licht des Evangeliums herein.
Heißt:
nicht durch Gesetzeswerke erlangt,
aber in Übereinstimmung mit dem Gesetz (weil Christus es erfüllt hat).
Nicht:
menschliche Leistung,
sittliche Verbesserung,
religiöse Aktivität.
Sondern:
eine von Gott geschenkte Stellung.
Das AT ist kein Gegensatz zum Evangelium, sondern dessen Grundlage.
Christus ist der Glaubensinhalt, nicht der Glaube selbst macht gerecht.
Das Evangelium ist weltweit, universal, unbeschränkt.
Wirksam nur für Glaubende.
Ein Jude hat keinen Vorteil, ein Heide
keinen Nachteil.
Alle stehen unter demselben Urteil und
empfangen dieselbe Gnade.
Vergangenheit: Faktenlage.
Gegenwart: Zustand.
Der Mensch ist nicht nur schuldig, sondern verloren – er kommt nicht an das heran, was Gott fordert.
Die Notwendigkeit einer fremden Gerechtigkeit ist damit absolut.
Paulus verfolgt eine dreifache Linienführung:
Gott handelt.
Er offenbart das, was der Mensch nicht herstellen kann.
Christus ist das Zentrum.
Der Glaube ist die Hand, die nimmt.
Alle sind Sünder → keine Ausnahme.
Deshalb ist das Evangelium für alle → keine Grenze.
Römer 3,21–23 zeigt die größte Not des Menschen und die größte Gabe Gottes:
Der Mensch: verloren, ohne Herrlichkeit, ohne Gerechtigkeit.
Gott: offenbart eine Gerechtigkeit, die Christus erwirkt hat.
Der Zugang: allein durch Glauben, nicht durch Werke.
Der Umfang: für alle Menschen verfügbar, aber wirksam nur für die Glaubenden.
Dieser Text ist ein Brennpunkt des Evangeliums, wie 2Ko 5,21 es ausdrückt:
„Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht,
damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm.“
| Vers | Schlüsselbegriff | Grundtext (Umschrift) | Kurzer sprachlicher Hinweis | Theologische Hauptaussage |
|---|---|---|---|---|
| 3,21 | Nun aber | nyni de | Markiert den großen heilsgeschichtlichen Übergang | Beginn der Offenbarung der Gnade nach der Verurteilung aller Menschen |
| ohne Gesetz | chōris nomou | „losgelöst vom Gesetz“, nicht durch Gesetzeswerke | Gottes Gerechtigkeit steht unabhängig menschlicher Werke | |
| Gerechtigkeit Gottes | dikaiosynē theou | Genitiv der Herkunft: von Gott kommend | Eine von Gott geschenkte, gültige Gerechtigkeit wird offenbart | |
| offenbart worden | pephanerōtai | Perfekt; bleibende Offenbarung | Christus ist die vollkommene Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes | |
| bezeugt durch Gesetz und Propheten | martyroumenē hypo tou nomou kai tōn prophētōn | Passiv: „wird bezeugt“ | AT bestätigt diese Gerechtigkeit (Abraham, David, Jes 53, Hab 2,4) | |
| 3,22 | Gerechtigkeit Gottes | dikaiosynē de theou | Wiederholung zur Betonung | dieselbe Gerechtigkeit wie in V. 21 – keine menschliche |
| durch Glauben an Jesus Christus | dia pisteōs Iēsou Christou | Glaube = Mittel, nicht Ursache | Die Gerechtigkeit wird allein durch Glauben empfangen | |
| gegen alle | eis pantas | Zielrichtung: an alle adressiert | Universelles Evangeliumsangebot | |
| auf alle | epi pantas | reale Anwendung: auf Glaubende | Wirksamkeit nur bei denen, die glauben | |
| kein Unterschied | ou gar estin diastolē | Keine Abstufung, kein Vorrang | Juden und Heiden gleichermaßen bedürftig und gleichermaßen begnadigt | |
| 3,23 | alle haben gesündigt | pantes gar hēmarton | Aorist: historisches Faktum | Tatsächlich begangene Sünde aller Menschen |
| verfehlen die Herrlichkeit Gottes | hysterountai tēs doxēs tou theou | Präsens; andauernder Zustand | Der Mensch erreicht nicht Gottes Maßstab – absolute Notwendigkeit der Gnade |
| Thema | Beschreibung |
|---|---|
| 1. Offenbarung der Gerechtigkeit | Gott offenbart in Christus eine Gerechtigkeit, die unabhängig vom Gesetz ist. |
| 2. Zeugnis des AT | Die gesamte Schrift weist auf diese geschenkte Gerechtigkeit hin. |
| 3. Mittel des Empfangs | Der Mensch empfängt sie allein durch Glauben an Jesus Christus. |
| 4. Reichweite | An alle adressiert – wirksam bei jeder glaubenden Person. |
| 5. Notwendigkeit | Weil alle gesündigt haben und die Herrlichkeit Gottes verfehlen. |
| Punkt | Inhalt | Versbezug |
|---|---|---|
| 1. Der Wendepunkt der Heilsgeschichte | „Nun aber…“ – die Offenbarung der Gnade | V. 21 |
| 2. Die Natur der geoffenbarten Gerechtigkeit | Gottes, nicht menschliche Gerechtigkeit | V. 21 |
| 3. Das Zeugnis des AT | Das Gesetz verurteilt, die Propheten weisen voraus | V. 21 |
| 4. Der Zugang zur Gerechtigkeit | Glaube an Jesus Christus | V. 22 |
| 5. Die universale Einladung | gegen alle Menschen | V. 22 |
| 6. Die partikulare Anwendung | auf die Glaubenden | V. 22 |
| 7. Die begründete Notwendigkeit | alle haben gesündigt | V. 23 |
sprachlich-theologische Analyse der drei zentralen Begriffe δικαιοσύνη – πίστις – δόξα, jeweils mit:
Grundbedeutung im Griechischen
Umschrift (transkribiert) auf Deutsch
Blick auf die Septuaginta (AT griechisch)
Neutestamentliche Bedeutung
Besonderheiten im Römerbrief
Theologische Zusammenfassung
Diese drei Begriffe gehören zu den tragenden Säulen des Evangeliums und stehen in Römer 3,21–23 in einem inneren Zusammenhang:
Gottes Gerechtigkeit (δικαιοσύνη) wird empfangen durch Glauben (πίστις), weil der Mensch die Herrlichkeit (δόξα) Gottes verfehlt hat.
Der Wortstamm δικ- ist verwandt mit:
δίκη (dikē) → Recht, Urteil, Gerechtigkeit
δικαιόω (dikaioō) → rechtfertigen, für gerecht erklären
δίκαιος (dikaios) → gerecht, rechtschaffen
δικαιοσύνη = der Zustand oder die Qualität, die dem Maßstab entspricht.
Im AT (griechische LXX) ist δικαιοσύνη sowohl:
Gottes Eigenschaft
→ Gottes „Treue zum Bund“, sein gerechtes Handeln
dem Gerechten zugerechnete
Stellung
→ Abraham wird gerecht
gerechnet (1Mo 15,6)
Der Begriff verbindet moralische Reinheit, Bundestreue und juristische Gültigkeit.
Besonders wichtig sind zwei Linien:
Hier meint δικαιοσύνη nicht Gericht, sondern Heil.
Die Grundlage dieser Zurechnung liegt in Gottes Opferordnung, letztlich in Christus.
Diese Linien nimmt Paulus auf.
δικαιοσύνη kann bedeuten:
moralische Gerechtigkeit (persönlicher Charakter)
juristische Gerechtigkeit (rechtliche Stellung)
religiöse Gerechtigkeit (vor Gott bestehen)
Zugerechnete Gerechtigkeit (Rechtfertigung)
Im Römerbrief steht stets Nr. 4 im Mittelpunkt.
Paulus benutzt δικαιοσύνη theologisch in drei Dimensionen:
→ Gott richtet gerecht (Röm 2,5–6).
→ Gott schenkt eine fremde, von Christus vollbrachte Gerechtigkeit (Röm 1,17; 3,21–22).
→ Der Glaubende wird „gerecht gesprochen“ (Röm 4,3–6; 5,1).
In Röm 3,21–22 ist mit
δικαιοσύνη gemeint:
die Gerechtigkeit, die Gott dem Sünder zuspricht, weil Christus die
Grundlage gelegt hat.
δικαιοσύνη Gottes ist:
von Gott geschenkt
nicht von Menschen erarbeitet
auf das Werk Christi gegründet
durch Glauben empfangen
vollkommen und unumstößlich
Der Begriff beschreibt den juristisch gültigen Status des Gläubigen vor Gott.
πίστις gehört zum Verb:
πείθω (peithō) → überzeugen, vertrauen
πίστις bezeichnet dieses Überzeugtsein, dieses Vertrauen.
In der LXX meint πίστις vorwiegend:
Treue (des Menschen oder Gottes)
vertrauendes Glauben
Beispiele:
Hab 2,4 → „der Gerechte wird
durch seinen Glauben leben“
(σὺν πίστει – mit Vertrauen/Treue)
πίστις meint:
Vertrauen auf Gott/Christus
Glaubensinhalt (z. B. „der Glaube“ in Judas 3)
Treue (fruchtendes Vertrauen)
In der Rechtfertigungslehre meint
πίστις immer:
Der Mensch verlässt sich auf
Christus und sein vollbrachtes Werk.
Der Glaube ist kein Werk, sondern die leere Hand, die empfängt.
Paulus benutzt πίστις konsequent:
als Mittel (Instrumentalgebra) → dia pisteōs
nicht als Leistung
nicht als Charaktereigenschaft
Der Glaube blickt von sich weg – auf Christus hin.
Paulus zeigt:
Abraham wurde durch Glauben gerecht (Röm 4)
Die Gerechtigkeit wird allen Glaubenden zugerechnet (Röm 3,22)
Der Mensch wird gerecht ohne Werke des Gesetzes (Röm 3,28)
Glaube ist der Kanal, nicht die Quelle.
πίστις ist:
das vertrauensvolle Ergreifen Christi
ein Empfangsvermögen
das Gegenteil von „Werken“
Mittel der Rechtfertigung
Der Glaube hat seinen Wert nicht in sich selbst, sondern in seinem Gegenstand – Christus.
Urprünglich bedeutete δόξα:
Meinung
Einschätzung
Ansehen
Unter dem Einfluss der LXX wird daraus:
die Herrlichkeit Gottes – sein strahlender, offenbarer Wesensglanz.
kavod = „Gewicht, Schwere“ → Bedeutung, Würde, sichtbare Majestät Gottes.
Die LXX übersetzt kavod fast immer mit δόξα.
Große Linien im AT:
Gottes sichtbare Herrlichkeit (Wolke, Feuersäule, Tempel)
Gottes moralische Herrlichkeit (sein Wesen)
der Mensch ist zur Herrlichkeit bestimmt (Ps 8)
doxa meint:
Gottes Wesensherrlichkeit
Christi Herrlichkeit (präexistent + geoffenbart)
zukünftige Verherrlichung des Gläubigen
gegenwärtiger moralischer Zustand der Gottgemäßen
„… und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes“
✦
ὑστεροῦνται (hysterountai)
= zu kurz kommen, verfehlen, zurückbleiben.
✦ δόξα τοῦ θεοῦ = sowohl Gottes Herrlichkeitsmaßstab als auch die
Gemeinschaft mit Ihm.
Der Mensch verfehlt:
Gottes Maßstab → moralisch
Gottes Ziel → heilsgeschichtlich
Gottes Gegenwart → geistlich
Diese Verfehlung der δόξα macht die Zurechnung der δικαιοσύνη notwendig.
Die δόξα ist ein Leitbegriff:
Der Gläubige wird verherrlicht werden (Röm 8,30)
Gottes Herrlichkeit ist sein ewiges Ziel (Röm 5,2)
Der Mensch vertauschte Gottes Herrlichkeit (Röm 1,23)
Röm 1 und 3 stehen im Kontrast:
Der Mensch vertauscht Herrlichkeit (1,23) → er verfehlt sie (3,23).
Gott schenkt Gerechtigkeit (3,21–22) → und führt in Herrlichkeit (8,30).
δόξα ist:
Gottes Wesen im strahlenden Ausdruck
der vom Menschen verfehlte Maßstab
das Ziel der Erlösten
das Gegenstück zur Sünde
Der Mensch verfehlt die δόξα →
Gott schenkt δικαιοσύνη →
durch πίστις →
führt zur δόξα.
| Begriff | Bedeutung | Stellung im Evangelium |
|---|---|---|
| δικαιοσύνη | von Gott geschenkte Gerechtigkeit | Lösung des Problems |
| πίστις | Vertrauen auf Christus | Mittel des Empfangs |
| δόξα | Herrlichkeit Gottes | Maßstab und Ziel |
Die Bewegung des Textes ist:
Der Mensch verfehlt die Herrlichkeit Gottes (V. 23) → δόξα
Gott offenbart seine Gerechtigkeit (V. 21) → δικαιοσύνη
Der Mensch empfängt sie durch Glauben (V. 22) → πίστις
So fügen sich die drei Begriffe zu einer kompletten Darstellung des Evangeliums.