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In der unendlichen Weite der Wüste begegnet
uns eines der tiefsten Bilder der Schrift:
der Fels, aus dem Wasser
hervorsprudelt – ein Bild, das der Heilige Geist selbst deutet.
„Der Fels aber war der Christus“ (1Kor 10,4).
Damit öffnet sich ein geistlicher Horizont, der vom Alten Testament bis in die
Ewigkeit reicht.
Als Mose in Horeb den Felsen schlägt, fließt
Leben hervor.
Das ist kein Zufall, keine symbolische Nebensache,
sondern eine göttliche Vorschattung auf das Kreuz:
Christus, der einmal geschlagen wird, damit Ströme lebendigen Wassers fließen.
Was Israel körperlich erquickte, offenbart geistlich die Quelle unseres Heils.
Jahre später steht das Volk erneut durstig
da.
Doch jetzt lautet der Befehl Gottes nicht mehr: „Schlage den Felsen“,
sondern: „Rede zu dem Felsen.“
Christus muss nicht noch einmal leiden.
Der Segen fließt heute durch Wort,
Gebet und die
Gemeinschaft mit dem verherrlichten
Herrn.
Die Schrift entfaltet dieses Bild weiter:
Christus als der Fels des Heils,
der Eckstein,
der Stein, den die Bauleute verworfen
haben,
und der Stein des Anstoßes
für den Unglauben.
Fest, treu, unwandelbar – und doch zur Quelle unerschöpflicher Gnade geworden.
Die große
Typologie „Christus, der Fels“:
den geschlagenen Felsen am Kreuz,
den sprechenden Felsen der himmlischen Fürbitte,
und den kommenden Felsen des Gerichtes und des Reiches.
Ein Bild, das uns ruft, auf Ihn zu bauen,
aus Ihm zu trinken
und Ihn zu ehren als den einzigen, unerschütterlichen Grund unseres Lebens.
Die Bibel verwendet den Fels konsequent als Bild für Gott und für Christus:
fest, unverrückbar, tragfähig
Schutz vor Feinden und Stürmen
Quelle von Wasser in der Wüste
Paulus fasst es ausdrücklich zusammen:
„… denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war der Christus.“ (1Kor 10,4)
Damit ist klar:
Alles, was in 2. Mose 17, 4. Mose 20, in den Psalmen und im Deuteronomium vom
Fels gesagt wird, zielt letztlich auf
Christus.
Das Volk dürstet in der Wüste – Bild des Menschen in seiner geistlichen Trostlosigkeit.
Gott befiehlt Mose:
„Du sollst den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus ihm hervorkommen“ (2Mo 17,6).
Der Fels ist Christus
fest, unveränderlich, heilig.
Gottes Lösung liegt nicht im Volk, sondern außerhalb von ihnen – in Christus.
Der Fels wird geschlagen
Schlag = Bild des Gerichtes Gottes über die Sünde.
Jes 53,4–5: „… von Gott geschlagen …“
Gott selbst trifft Seinen Sohn mit dem Gericht, das wir verdient hätten.
Aus dem geschlagenen Fels fließt Wasser
Wasser = Bild für Leben, Erquickung, letztlich für den Heiligen Geist (Joh 7,37–39).
Alles, was der Mensch nötig hat, fließt aus dem vollbrachten Werk Christi hervor.
Wichtig: Der Fels wird einmal geschlagen. So ist Christus ein für alle Mal geopfert worden (Hebr 10,10.14).
Viele Jahre später, wieder Durst, wieder Wüste. Aber jetzt heißt es:
„Rede zu dem Felsen vor ihren Augen, und er wird sein Wasser geben“ (4Mo 20,8).
Gott will zeigen:
Der Fels braucht nicht noch einmal geschlagen zu werden.
Es genügt, zu ihm zu reden – ein Bild der Gemeinschaft mit dem verherrlichten Christus.
| 2. Mose 17 | 4. Mose 20 |
|---|---|
| Fels wird geschlagen | Fels soll angesprochen werden |
| Bild: Christus am Kreuz | Bild: Christus verherrlicht im Himmel |
| Erstes Auftreten des Felsens | Wiederholte Versorgung in der Wüste |
| Grundlage des Heils | Genuss und praktische Erfrischung |
Wenn Mose nun zweimal schlägt, verwischt er das Bild:
Es wirkt, als müsse Christus wieder neu leiden, um Segen zu bringen.
Aber das Kreuz ist endgültig; jetzt fließt der Segen durch die Fürsprache Christi und das Wort Gottes.
Darum ist Gottes Urteil so ernst: Er wacht über der Ehre Seines Sohnes und über der Reinheit des Evangeliums.
Im „Lied Moses“ (5Mo 32) wird Gott immer wieder „der Fels“ genannt:
„Der Fels, vollkommen ist sein Tun“ (V. 4).
„Verachteten den Fels ihres Heils“ (V. 15).
„Denn nicht wie unser Fels ist ihr Fels“ (V. 31).
Die Psalmen greifen das auf:
„Nur er ist mein Fels und mein Heil“ (Ps 62,3).
„Der HERR ist mein Fels und meine Burg“ (Ps 18,3).
Im Licht des Neuen Testaments erkennen wir:
Dieser Fels ist Christus als Jahwe, der Fels des Heils.
Alles Vertrauen, das im Alten Testament auf Jahwe als Fels gesetzt wird, findet seine Erfüllung in Christus.
Das Fels-/Steinbild wird im Neuen Testament weiter entfaltet:
Eckstein
Ps 118,22; Eph 2,20; 1Petr 2,4–6.
Christus ist der Grundstein des neuen Hauses Gottes (Gemeinde).
Auf Ihn baut alles – Lehre, Heil, Gemeinschaft.
Stein des Anstoßes
Jes 8,14; Röm 9,33; 1Petr 2,8.
Wer Ihn verwirft, stößt sich an Ihm und fällt.
Der gleiche Christus, der für den Glaubenden Fels des Heils ist, wird für den Unglauben zum Anlass des Gerichtes.
Stein, der ohne Hände losgerissen ist (Dan 2,34)
Bild auf Christus, der die Weltreiche zerschlagen und das Reich Gottes aufrichten wird.
Hier ist der Fels nicht mehr Quelle von Wasser, sondern Werkzeug des Gerichtes.
Der Gläubige steht nicht auf Sünde, Gefühl oder Leistung, sondern auf Christus.
Wenn alles wankt – Er bleibt derselbe.
Das gibt Gewissheit des Heils und Ruhe des Herzens.
Wüstenwege bleiben Wüstenwege – äußerlich ändert sich nicht viel.
Aber es gibt eine
ständige Quelle:
– das Wort Gottes,
– die Gemeinschaft mit Christus,
– das Wirken des Geistes.
„Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke“ (Joh 7,37).
Wir ehren das Werk Christi, wenn wir
nicht so tun, als müsse
noch etwas hinzugefügt werden:
– kein neues Opfer,
– kein menschlicher Zusatz,
– keine fromme Leistung zur Ergänzung.
Wir kommen im Glauben zu Ihm –
redend, nicht
„schlagend“:
– im Gebet,
– im Bekenntnis,
– im Vertrauen.
Der
Fels im Alten Testament
ist ein durchgehendes Bild auf
Christus:
– geschlagen am Kreuz,
– nun verherrlicht und durch das Wort erreichbar,
– Fels des Heils und Eckstein des Hauses Gottes,
– gleichzeitig Stein des Anstoßes für den Unglauben.
Wasser aus dem Felsen zeigt: alle Erquickung, alles Leben, aller Segen fließen aus dem bereits vollbrachten Werk des Herrn.
Der Gläubige lebt davon, dass er auf diesem Felsen steht und aus Ihm immer wieder trinkt – bis die Wüste hinter ihm liegt und er das Land der Ruhe erreicht.