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Im Johannesevangelium, Kapitel 11, bezeichnet „das Synedrium“ (oder Sanhedrin) die höchste jüdische religiöse und rechtliche Instanz zur Zeit des Herrn Jesus.
Hier ist eine klare und kompakte Erklärung, die sich direkt auf Johannes 11 bezieht:
Das
Synedrium (gr. συνέδριον = „Ratssitzung, Versammlung“) war der oberste
jüdische Gerichtshof.
Es bestand traditionell aus 71
Mitgliedern:
Dem Hohenpriester (Vorsitzender)
Ältesten (Älteste des Volks)
Schriftgelehrten und Gesetzeslehrern
Pharisäern und Sadduzäern (zwei unterschiedliche religiöse Gruppen)
Es entschied über religiöse Fragen, Gesetzesauslegung und in manchen Fällen auch über politische Angelegenheiten—sofern die Römer dies zuließen.
Nach der Auferweckung des Lazarus (Joh 11,1–44) beriefen die religiösen Führer den Hohen Rat ein:
„Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Rat …“ (Joh 11,47)
Die Zeichen Jesu wurden so eindeutig, dass sogar seine Gegner zugaben:
„Er tut viele Zeichen.“ (Joh 11,47)
Der Rat befürchtete:
eine Volksbewegung zugunsten Jesu
eine römische Intervention, die ihnen Macht und Einfluss nehmen würde
Der Hohepriester Kaiphas deutet diese Sorge politisch-religiös:
„Es ist besser für euch, dass ein Mensch für das Volk stirbt …“ (Joh 11,50)
Johannes erklärt, dass Kaiphas
unwissentlich prophetisch
redete:
Jesus würde „für das Volk sterben“ und damit auch „die zerstreuten Kinder
Gottes“ sammeln (Joh 11,51–52).
Das Synedrium tritt hier als offizielle Repräsentanz Israels auf – jedoch in Unglauben und Verblendung:
Es sieht Jesu Wunder und glaubt dennoch nicht.
Es fürchtet um die eigene Stellung.
Es beschließt offiziell, Jesus zu töten (Joh 11,53).
Diese Entscheidung ist ein Wendepunkt im Johannesevangelium:
„Von jenem Tag an ratschlagten sie, ihn zu töten.“
Damit beginnt die bewusste Ablehnung des Messias durch die religiöse Führung Israels.
Synedrium = der Hohe Rat Israels, das oberste jüdische Gremium aus
Hohenpriestern, Pharisäern und Schriftgelehrten, das in Joh 11 offiziell
beschließt, Jesus zu töten – ausgelöst durch die Auferweckung des Lazarus.
eine
präzise, theologisch fundierte und sprachlich sorgfältige
Vers-für-Vers-Auslegung von Johannes 11,45–57.
Der Schwerpunkt liegt auf
Textgenauigkeit,
heilsgeschichtlicher Einordnung,
griechischen Begriffen, sowie
dem dramatischen Wendepunkt,
den dieser Abschnitt darstellt.
„Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was er getan hatte, glaubten an ihn.“
Die Auferweckung des Lazarus ist ein
unumstößliches Zeichen
(σημεῖον), das viele der anwesenden Juden zur
Glaubensentscheidung führt.
Johannes zeigt: echte Begegnung mit der
Herrlichkeit Christi (V. 40) führt zum Glauben. Das Wunder erfüllt
seinen Zweck.
„Etliche aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.“
Ein bewusster Kontrast:
Glauben vs.
Ablehnung.
Statt sich dem Wunder zu beugen, laufen einige zu Jesu Gegnern.
Dies zeigt ein Grundthema des Johannesevangeliums:
Das Licht scheint, aber die Finsternis weicht nicht (Joh 1,5).
Diese Meldung ist der Auslöser für die Ratsversammlung.
„Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Rat und sagten: Was tun wir? Denn dieser Mensch tut viele Zeichen.“
Bedeutend ist die
ungewollte Bestätigung:
Sie geben die Echtheit der Zeichen zu!
Nicht mangelnde Information, sondern
Herzenshärtung hält sie vom Glauben ab.
Das Synedrium vereint hier seltene Gegner:
Pharisäer (dauerhaft religiös)
und Sadduzäer (politisch-priesterlich).
Die Auferweckung bedroht beide.
„Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben; und die Römer werden kommen und uns sowohl die Stätte als auch die Nation wegnehmen.“
„Die Stätte“ = der
Tempelbereich, ihr religiöses
Machtzentrum.
Sie befürchten eine messianische Volksbewegung, die römische Repression auslösen
könnte.
Ironie:
Sie verwerfen den wahren Messias,
um die „Stätte“ zu behalten –
=> und verlieren 40 Jahre später
Tempel und Nation (70 n. Chr.).
„Einer aber aus ihnen, Kaiphas, der jenes Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen …“
Kaiphas war Hoherpriester von 18–36 n. Chr.
Er spricht mit typischem
Sadduzäer-Pragmatismus, politisch-kalkulierend.
Johannes betont „jenes Jahr“ – das Jahr, in dem das wahre Opfer gebracht werden würde.
„… es ist nützlich für euch, dass ein Mensch für das Volk sterbe und nicht die ganze Nation umkomme.“
Kaiphas meint:
„Besser ein Opfer (Jesus),
als dass die Römer uns alle zerstören.“
Er denkt politisch, nicht geistlich.
Aber Gott gebraucht sogar seine Zynik
zum prophetischen Wort.
„Dies aber sagte er nicht aus sich selbst, sondern … weissagte … dass Jesus sterben sollte für die Nation; und nicht für die Nation allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte.“
Johannes sieht darin eine theologische Tiefe:
Jesus stirbt stellvertretend („für die Nation“) – Israel steht repräsentativ.
Nicht für Israel allein – Ausblick auf die Heiden (Joh 10,16: „andere Schafe“).
Versammlung der Kinder Gottes – Hinweis auf die Gemeinde (Eph 1,10; 2,14–18).
Kaiphas sagt unbewusst das Evangelium:
Der Tod Christi ist Gottes Weg zur Sammlung.
„Von jenem Tag an beratschlagten sie, ihn zu töten.“
Dies ist der
juridische Wendepunkt:
Nicht mehr spontane Feindschaft, sondern
organisierte, institutionelle
Tötungsabsicht.
Damit erfüllt sich die Entwicklung von Joh 5,18; 7,1; 8,59.
„Jesus nun ging nicht mehr öffentlich unter den Juden umher …“
Weil seine „Stunde“ noch nicht gekommen ist
(Joh 7,30; 8,20).
Er geht nach Ephraim, in die
stille Region nördlich von Jerusalem – eine Phase der Zurückgezogenheit.
Göttliche Souveränität:
Niemand kann den Sohn Gottes ergreifen, bevor der Vater die Stunde bestimmt.
„Es war aber nahe das Passah der Juden …“
Johannes zeigt den
heilsgeschichtlichen Rahmen:
Jesus, das wahre Passahlamm
(1 Kor 5,7), geht dem Opfer entgegen.
Die Pilger reinigen sich rituell (vgl. 2Chr
30,17–20) –
doch die religiösen Führer planen einen
Mord.
„Sie suchten nun Jesus … Was meint ihr? daß er nicht zu dem Fest kommen würde?“
Ganz Jerusalem ist in
Erwartung.
Die Wirkung der Zeichen, der Konflikt mit der Führung – alles konzentriert sich
auf das Passahfest.
„Suchen“ zeigt:
Jesus ist Gesprächsthema Nr. 1,
aber viele suchen ihn nicht im Glauben.
„Die Hohenpriester und Pharisäer hatten Befehl gegeben, dass, wenn jemand wisse, wo er sei, er es anzeigen solle …“
Ein offizieller Beschluss mit politischer
Tragweite.
Die Führung Israels hat sich endgültig
positioniert:
Sie fordert die Bevölkerung zur
Denunziation Jesu auf.
Damit ist der Weg zum Kreuz juristisch vorbereitet.
Glaube (V. 45)
Verstockung (V. 46ff)
Die größte Tragik geistlicher Blindheit.
Sein politisches Kalkül wird zu einem Evangeliumssatz:
„Ein Mensch stirbt für das Volk.“
Schon in Joh 11 wird das globale Erlösungswerk angedeutet.
Johannes ordnet das Geschehen in den Heilsplan Gottes ein.