STEM Publishing Elberfelder
2023 Logos
| Logos Bible Study Platform www.Bibelkreis.ch
https://www.bibelkommentare.de/
https://www.bibelkreis.ch/Darby%20Synopsis%20komplett/ohne_titel_3.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/kelly_william_at.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/Kelly%20William%20NT.html
πολλοὶ οὖν ἐκ τῶν Ἰουδαίων
οἱ ἐλθόντες πρὸς τὴν Μαρίαν
καὶ θεασάμενοι ἃ ἐποίησεν
ἐπίστευσαν εἰς αὐτόν
Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was er getan hatte, glaubten an ihn.
τινὲς δὲ ἐξ αὐτῶν
ἀπῆλθον πρὸς τοὺς Φαρισαίους
καὶ εἶπαν αὐτοῖς ἃ ἐποίησεν Ἰησοῦς
Etliche von ihnen aber gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.
ἐξ αὐτῶν = aus ihnen / von ihnen
Grammatisch gilt:
αὐτῶν ist ein Genitiv Plural
Ein Pronomen im Genitiv bezieht sich immer auf den nächstliegenden passenden Bezugsbegriff, sofern nichts anderes markiert ist
Es gibt keinen neuen Referenten in Vers 46
👉 Der nächstliegende, eindeutig definierte Bezugsrahmen ist:
πολλοὶ ἐκ τῶν Ἰουδαίων (V.45)
sondern konkret auf die Gruppe aus Vers 45:
die Juden, die bei Maria waren und das Zeichen gesehen hatten
Innerhalb dieser Gruppe erfolgt nun eine Aufteilung:
| Gruppe | Reaktion |
|---|---|
| πολλοί (viele) | glaubten an ihn |
| τινές (etliche) | gingen zu den Pharisäern |
👉 τινές δὲ ἐξ αὐτῶν = ein Teil aus derselben Gruppe
Grammatisch nicht möglich ist:
ein Rücksprung auf eine frühere, allgemeinere Gruppe
ein Wechsel zu „anderen Juden“ ohne Markierung
Johannes arbeitet hier mit einer klassischen johanneischen Antithese:
Zeichen → Entscheidung → Spaltung
Vergleiche:
Joh 6,66 – viele gehen weg
Joh 7,43 – „eine Spaltung entstand“
Joh 9,16 – Uneinigkeit unter den Pharisäern
Das Wunder bringt keine Neutralität hervor.
Der Text sagt nicht:
„Die einen glaubten, die anderen verrieten ihn.“
Sondern:
Alle sahen dasselbe Zeichen – aber reagierten unterschiedlich.
Das „Berichten an die Pharisäer“ ist
kein neutraler Vorgang,
sondern Teil der Eskalation (V.47ff).
Ja – die Grammatik ist eindeutig:
„Etliche von ihnen“ (τινὲς δὲ ἐξ αὐτῶν) bezieht sich zwingend auf dieselbe Gruppe der „vielen Juden“ aus Vers 45, die das Wunder gesehen hatten – es handelt sich um eine innere Aufspaltung dieser Gruppe.
Grafisches Satz-/Gedankenschema zu Johannes 11,45–46
Der enge Parallelfall in Johannes 9 (besonders V.16 und V.35–38)
Ich schreibe es bewusst schematisch, nicht paraphrasierend:

ἐκ τῶν Ἰουδαίων = gemeinsame Ausgangsgruppe
πολλοί und τινές sind Teilbegriffe derselben Menge
ἐξ αὐτῶν kann nur rückverweisen auf:
die eben genannte Gruppe der Juden, die das Zeichen gesehen haben
👉 Johannes teilt eine Gruppe, er wechselt sie nicht.
(Heilung des Blindgeborenen)
ἤγαγον αὐτὸν πρὸς τοὺς Φαρισαίους
…
ἔλεγον οὖν ἐκ τῶν Φαρισαίων τινές
«οὗτος ὁ ἄνθρωπος οὐκ ἔστιν παρὰ Θεοῦ»ἄλλοι ἔλεγον
«πῶς δύναται ἄνθρωπος ἁμαρτωλὸς τοιαῦτα σημεῖα ποιεῖν;»

| Johannes 9 | Johannes 11 |
|---|---|
| ἐκ τῶν Φαρισαίων | ἐκ τῶν Ἰουδαίων |
| τινές | τινές |
| ἄλλοι | πολλοί |
| gleiche Zeichen | gleiche Spaltung |
👉 Identische Satzlogik, identische Struktur
Der geheilte Blindgeborene:
wird ausgestoßen (V.34)
begegnet Jesus
glaubt (πιστεύω)
wirft sich nieder
Parallel zu Johannes 11:
| Joh 9 | Joh 11 |
|---|---|
| Zeichen → Verhör | Zeichen → Rat |
| Spaltung unter Führern | Spaltung unter Zeugen |
| Ausstoßung | Todesbeschluss |
| persönlicher Glaube | kollektiver Konflikt |
Johannes beschreibt nie:
„Einige glaubten, andere nicht.“
Sondern immer:
Ein und dasselbe Licht → Offenbarung der Herzen
Joh 3,19:
Das Licht ist in die Welt gekommen …
„Etliche von ihnen“ (Joh 11,46) ist grammatisch, stilistisch und theologisch identisch mit Johannes 9: Es handelt sich um eine innere Spaltung derselben Zeugengruppe, ausgelöst durch dasselbe Zeichen.
zwei Bausteine:
Lesbare Kurzexegese (Textfassung)
Fertiger HTML-Quelltext (1:1 einsetzbar)
Johannes 11,45–46 beschreibt keine zwei unterschiedlichen Gruppen von Juden,
sondern eine innere Spaltung innerhalb derselben Zeugengruppe.
Die Formulierung „viele von den Juden“ (V.45) bezeichnet jene Juden, die zu
Maria gekommen waren und das Zeichen der Auferweckung des Lazarus selbst gesehen
hatten. Innerhalb genau dieser Gruppe unterscheidet Johannes nun zwei
Reaktionen: Die Mehrheit („viele“) glaubte an den Herrn Jesus, während „etliche
von ihnen“ (V.46) zu den Pharisäern gingen und berichteten, was geschehen war.
Grammatisch ist der Bezug eindeutig: Das Pronomen „von ihnen“ (ἐξ αὐτῶν) greift direkt die zuvor genannte Gruppe auf. Es liegt kein Gruppenwechsel vor, sondern eine bewusste Aufteilung derselben Menge. Johannes verwendet hier eine für sein Evangelium typische Struktur, die auch in Johannes 9 begegnet: Ein Zeichen offenbart das Herz und führt zur Entscheidung – entweder zum Glauben oder zur Ablehnung.
Theologisch zeigt der Abschnitt, dass die
Offenbarung der Herrlichkeit Christi niemals neutral bleibt. Dasselbe Wunder
führt bei den einen zum Glauben, bei den anderen zur Eskalation des
Widerstandes. Damit bereitet Johannes literarisch und inhaltlich den folgenden
Beschluss des Hohen Rates (Joh 11,47–53) vor.
Johannes 11,45–46 beschreibt keine zwei voneinander unabhängigen Gruppen, sondern eine innere Spaltung innerhalb derselben Zeugengruppe. Die Formulierung „viele von den Juden“ (V.45) bezeichnet jene Juden, die zu Maria gekommen waren und das Zeichen der Auferweckung des Lazarus selbst gesehen hatten. Innerhalb genau dieser Gruppe unterscheidet Johannes nun zwei Reaktionen: Die Mehrheit glaubte an den Herrn Jesus, während „etliche von ihnen“ (V.46) zu den Pharisäern gingen und berichteten, was geschehen war.¹
Diese sprachliche und inhaltliche Struktur entspricht dem in Johannes 9 mehrfach belegten Muster, bei dem ein göttliches Zeichen eine innere Scheidung innerhalb derselben Personengruppe hervorruft (vgl. Joh 9,16).²
| Aspekt | Johannes 9 – Heilung des Blindgeborenen | Johannes 11 – Auferweckung des Lazarus |
|---|---|---|
| Anlass | Heilung eines Blindgeborenen | Auferweckung eines seit vier Tagen Toten |
| Zeichen | Öffnung der Augen | Sieg über den Tod |
| Zeugen | Nachbarn, Pharisäer, Eltern, der Geheilte | Juden bei Maria, Martha, viele Zeugen |
| Gemeinsame Ausgangsgruppe | „aus den Pharisäern“ (Joh 9,16) | „von den Juden“ (Joh 11,45) |
| Sprachliche Struktur | „etliche … andere aber“ | „viele … etliche von ihnen“ |
| Reaktion 1 | Ablehnung: „nicht von Gott“ | Glaube an den Herrn Jesus |
| Reaktion 2 | Staunen und innere Spannung | Meldung an die Pharisäer |
| Folge | Spaltung unter den Pharisäern | Eskalation bis zum Hohen Rat |
| Stellung Jesu | Angefochtener Zeichenwirker | Offenbarer der Auferstehung |
| Bekenntnis | Persönlicher Glaube des Geheilten (Joh 9,35–38) | Öffentlicher Konflikt um Jesu Person |
| Theologische Linie | Licht offenbart Herzen | Leben offenbart Widerstand |
| Johannes-Motiv | Zeichen → Scheidung | Zeichen → Entscheidung |
| Weiterführung im Text | Ausschluss aus der Synagoge | Todesbeschluss (Joh 11,53) |
Ich wähle bewusst Johannes 5
(nicht Joh 7), weil die Struktur der
Eskalation nach einem Zeichen dort
am klarsten parallel zu
Johannes 9 und 11 verläuft. Johannes 7 ist thematisch breiter (Fest-, Zeit-,
Herkunftsfragen), während Joh 5 / 9 / 11
eine klare Zeichen-→-Konflikt-Linie
bilden.
Ich liefere dir wieder zwei Bausteine:
Erweiterte Parallelübersicht (Joh 5 / Joh 9 / Joh 11) – Textfassung
Fertigen HTML-Quelltext (1:1 für bibelkreis.ch)
| Aspekt | Johannes 5 | Johannes 9 | Johannes 11 |
|---|---|---|---|
| Zeichen | Heilung am Teich Bethesda | Heilung des Blindgeborenen | Auferweckung des Lazarus |
| Art des Zeichens | Wiederherstellung eines Gelähmten | Öffnung der Augen | Sieg über den Tod |
| Rahmen | Sabbat in Jerusalem | Sabbatkonflikt | Nähe zum Passah |
| Unmittelbare Zeugen | Juden in Jerusalem | Nachbarn, Pharisäer | Juden bei Maria |
| Gemeinsame Ausgangsgruppe | „die Juden“ (Joh 5,10.16) | „aus den Pharisäern“ (Joh 9,16) | „von den Juden“ (Joh 11,45) |
| Erste Reaktion | Verfolgung Jesu | Spaltung | Glaube bei vielen |
| Zweite Reaktion | Anklage wegen Sabbatbruch | Ablehnung durch etliche | Meldung an die Pharisäer |
| Sprachliches Muster | Zeichen → Rede Jesu | Zeichen → Verhör | Zeichen → Bericht |
| Zuspitzung | Gleichstellung mit Gott | Ausschluss aus der Synagoge | Ratsbeschluss |
| Rolle Jesu | Sohn, der Leben gibt | Sohn des Menschen | Auferstehung und Leben |
| Schlüsselthema | Vollmacht des Sohnes | Offenbarung des Lichts | Offenbarung des Lebens |
| Johannes-Motiv | Zeichen → Verfolgung | Zeichen → Scheidung | Zeichen → Todesbeschluss |
| Konsequenz | Tötungsabsicht (Joh 5,18) | Soziale Ausstoßung | Beschlossener Tod (Joh 11,53) |


Je größer das Zeichen, desto schärfer die Entscheidung.
Heilung → Sehen → Auferweckung
Verfolgung → Scheidung → Todesbeschluss
| Kapitel | Offenbarung Jesu | Reaktion des Menschen |
|---|---|---|
| Joh 5 | Der Sohn gibt Leben | Widerstand |
| Joh 9 | Das Licht offenbart | Scheidung |
| Joh 11 | Das Leben siegt über den Tod | Vernichtungsbeschluss |
👉
Johannes steigert bewusst:
nicht die Macht Jesu (die ist von Anfang an da),
sondern die Verantwortung des Menschen.
Johannes 7 ist
kein weiteres Zeichenskapitel,
sondern ein Übergangskapitel,
das erklärt, warum die Eskalation
möglich wird.
👉
Joh 7 klärt die Bühne,
auf der Joh 9 und 11 stattfinden.
Zeit = heilsgeschichtlicher Zeitpunkt, nicht Uhrzeit
Jesus entzieht sich öffentlicher Machtdemonstration
Die Zeichen sind gezielt, nicht spektakulär
➡️ Deshalb:
Zeichen in Joh 9 und 11 nicht am Fest, sondern außerhalb
Fest der Freude, Öffentlichkeit, Messiaserwartung
Jesus lehrt, wirkt aber kein großes Zeichen
Statt Zeichen: Wortoffenbarung
➡️ Vorbereitung:
Wer das Wort ablehnt (Joh 7), wird das Zeichen bekämpfen (Joh 9; 11)
Joh 7:
„Niemand redete offen von ihm aus Furcht“ (7,13)
Joh 9:
Der Geheilte bekennt offen – wird ausgeschlossen
Joh 11:
Öffentlichkeit führt zum Ratsbeschluss
➡️ Steigerung:
Schweigen → Bekenntnis → Tötungsplan
Johannes 7 erklärt, warum Zeichen nicht automatisch Glauben erzeugen.
Zeit, Ort und Öffentlichkeit stehen unter göttlicher Kontrolle.
Oder kurz:
Joh 7 ordnet die Zeit –
Joh 9 scheidet die Menschen –
Joh 11 entscheidet über das Kreuz.
Diese drei Ebenen greifen ineinander:
Joh 5–9–11 → Zeichen eskalieren
Joh 7 → erklärt das „Warum jetzt?“
Joh 11,53 → logische Konsequenz, kein Zufall
Wenn du möchtest, kann ich als nächsten Schritt:
die Gesamtgrafik als kompaktes 1-Seiten-Handout (Textlayout)
oder eine abschließende Synthese Joh 5–7–9–11 in 10 Leitsätzen
ausarbeiten.