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00716 Johannes 11.46 Etliche von ihnen

In Johannes 11.15 und Vers 46 fällt auf, dass in Vers 45 steht: "viele Juden"  Elberfelder 1905, und im Vers 46: "Etliche von Ihnen." Frage: kann man aus der Grammatik erkennen, auf wen "Etliche von Ihnen Bezug nimmt?

1. Der griechische Text (maßgeblich)

Johannes 11,45

πολλοὶ οὖν ἐκ τῶν Ἰουδαίων
οἱ ἐλθόντες πρὸς τὴν Μαρίαν
καὶ θεασάμενοι ἃ ἐποίησεν
ἐπίστευσαν εἰς αὐτόν

Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was er getan hatte, glaubten an ihn.


Johannes 11,46

τινὲς δὲ ἐξ αὐτῶν
ἀπῆλθον πρὸς τοὺς Φαρισαίους
καὶ εἶπαν αὐτοῖς ἃ ἐποίησεν Ἰησοῦς

Etliche von ihnen aber gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.


2. Die grammatische Frage: Worauf bezieht sich „ἐξ αὐτῶν“?

Schlüsselwort

ἐξ αὐτῶν = aus ihnen / von ihnen

Grammatisch gilt:

👉 Der nächstliegende, eindeutig definierte Bezugsrahmen ist:

πολλοὶ ἐκ τῶν Ἰουδαίων (V.45)


3. Grammatisch eindeutige Schlussfolgerung

„Etliche von ihnen“ bezieht sich nicht allgemein auf „die Juden“,

sondern konkret auf die Gruppe aus Vers 45:

die Juden, die bei Maria waren und das Zeichen gesehen hatten

Innerhalb dieser Gruppe erfolgt nun eine Aufteilung:

Gruppe Reaktion
πολλοί (viele) glaubten an ihn
τινές (etliche) gingen zu den Pharisäern

👉 τινές δὲ ἐξ αὐτῶν = ein Teil aus derselben Gruppe

Grammatisch nicht möglich ist:


4. Johannes’ bewusste Stilfigur: innere Spaltung

Johannes arbeitet hier mit einer klassischen johanneischen Antithese:

Zeichen → Entscheidung → Spaltung

Vergleiche:

Das Wunder bringt keine Neutralität hervor.


5. Theologisch bedeutsam (aber grammatisch getragen)

Der Text sagt nicht:

„Die einen glaubten, die anderen verrieten ihn.“

Sondern:

Alle sahen dasselbe Zeichen – aber reagierten unterschiedlich.

Das „Berichten an die Pharisäer“ ist kein neutraler Vorgang,
sondern Teil der Eskalation (V.47ff).


6. Zusammenfassung in einem Satz

Ja – die Grammatik ist eindeutig:

„Etliche von ihnen“ (τινὲς δὲ ἐξ αὐτῶν) bezieht sich zwingend auf dieselbe Gruppe der „vielen Juden“ aus Vers 45, die das Wunder gesehen hatten – es handelt sich um eine innere Aufspaltung dieser Gruppe.

 

  1. Grafisches Satz-/Gedankenschema zu Johannes 11,45–46

  2. Der enge Parallelfall in Johannes 9 (besonders V.16 und V.35–38)


1. Grafisches Satz- und Gedankenschema

Johannes 11,45–46 (logisch + grammatisch)

Ich schreibe es bewusst schematisch, nicht paraphrasierend:



Wichtige grammatische Beobachtungen

👉 Johannes teilt eine Gruppe, er wechselt sie nicht.


2. Exakter Parallelfall: Johannes 9

(Heilung des Blindgeborenen)

Johannes 9,13–16 (Schlüsselstelle)

ἤγαγον αὐτὸν πρὸς τοὺς Φαρισαίους

ἔλεγον οὖν ἐκ τῶν Φαρισαίων τινές
«οὗτος ὁ ἄνθρωπος οὐκ ἔστιν παρὰ Θεοῦ»

ἄλλοι ἔλεγον
«πῶς δύναται ἄνθρωπος ἁμαρτωλὸς τοιαῦτα σημεῖα ποιεῖν;»

 

Grammatische Identität zum Fall Johannes 11

Johannes 9 Johannes 11
ἐκ τῶν Φαρισαίων ἐκ τῶν Ἰουδαίων
τινές τινές
ἄλλοι πολλοί
gleiche Zeichen gleiche Spaltung

👉 Identische Satzlogik, identische Struktur


3. Weitere Parallele: Johannes 9,35–38

Der geheilte Blindgeborene:

Parallel zu Johannes 11:

Joh 9 Joh 11
Zeichen → Verhör Zeichen → Rat
Spaltung unter Führern Spaltung unter Zeugen
Ausstoßung Todesbeschluss
persönlicher Glaube kollektiver Konflikt

4. Johannes’ theologisches Muster (entscheidend)

Johannes beschreibt nie:

„Einige glaubten, andere nicht.“

Sondern immer:

Ein und dasselbe Licht → Offenbarung der Herzen

Joh 3,19:

Das Licht ist in die Welt gekommen …


5. Kurzfassung (merkfähig)

„Etliche von ihnen“ (Joh 11,46) ist grammatisch, stilistisch und theologisch identisch mit Johannes 9: Es handelt sich um eine innere Spaltung derselben Zeugengruppe, ausgelöst durch dasselbe Zeichen.

zwei Bausteine:

  1. Lesbare Kurzexegese (Textfassung)

  2. Fertiger HTML-Quelltext (1:1 einsetzbar)


1. Kurzexegese – Textfassung

Johannes 11,45–46 beschreibt keine zwei unterschiedlichen Gruppen von Juden, sondern eine innere Spaltung innerhalb derselben Zeugengruppe.
Die Formulierung „viele von den Juden“ (V.45) bezeichnet jene Juden, die zu Maria gekommen waren und das Zeichen der Auferweckung des Lazarus selbst gesehen hatten. Innerhalb genau dieser Gruppe unterscheidet Johannes nun zwei Reaktionen: Die Mehrheit („viele“) glaubte an den Herrn Jesus, während „etliche von ihnen“ (V.46) zu den Pharisäern gingen und berichteten, was geschehen war.

Grammatisch ist der Bezug eindeutig: Das Pronomen „von ihnen“ (ἐξ αὐτῶν) greift direkt die zuvor genannte Gruppe auf. Es liegt kein Gruppenwechsel vor, sondern eine bewusste Aufteilung derselben Menge. Johannes verwendet hier eine für sein Evangelium typische Struktur, die auch in Johannes 9 begegnet: Ein Zeichen offenbart das Herz und führt zur Entscheidung – entweder zum Glauben oder zur Ablehnung.

Theologisch zeigt der Abschnitt, dass die Offenbarung der Herrlichkeit Christi niemals neutral bleibt. Dasselbe Wunder führt bei den einen zum Glauben, bei den anderen zur Eskalation des Widerstandes. Damit bereitet Johannes literarisch und inhaltlich den folgenden Beschluss des Hohen Rates (Joh 11,47–53) vor.

1. Fußnotenfassung – Text (lesbar)

Johannes 11,45–46 beschreibt keine zwei voneinander unabhängigen Gruppen, sondern eine innere Spaltung innerhalb derselben Zeugengruppe. Die Formulierung „viele von den Juden“ (V.45) bezeichnet jene Juden, die zu Maria gekommen waren und das Zeichen der Auferweckung des Lazarus selbst gesehen hatten. Innerhalb genau dieser Gruppe unterscheidet Johannes nun zwei Reaktionen: Die Mehrheit glaubte an den Herrn Jesus, während „etliche von ihnen“ (V.46) zu den Pharisäern gingen und berichteten, was geschehen war.¹

Diese sprachliche und inhaltliche Struktur entspricht dem in Johannes 9 mehrfach belegten Muster, bei dem ein göttliches Zeichen eine innere Scheidung innerhalb derselben Personengruppe hervorruft (vgl. Joh 9,16).²

1. Erweiterte Parallelübersicht – Textfassung

Aspekt Johannes 9 – Heilung des Blindgeborenen Johannes 11 – Auferweckung des Lazarus
Anlass Heilung eines Blindgeborenen Auferweckung eines seit vier Tagen Toten
Zeichen Öffnung der Augen Sieg über den Tod
Zeugen Nachbarn, Pharisäer, Eltern, der Geheilte Juden bei Maria, Martha, viele Zeugen
Gemeinsame Ausgangsgruppe „aus den Pharisäern“ (Joh 9,16) „von den Juden“ (Joh 11,45)
Sprachliche Struktur „etliche … andere aber“ „viele … etliche von ihnen“
Reaktion 1 Ablehnung: „nicht von Gott“ Glaube an den Herrn Jesus
Reaktion 2 Staunen und innere Spannung Meldung an die Pharisäer
Folge Spaltung unter den Pharisäern Eskalation bis zum Hohen Rat
Stellung Jesu Angefochtener Zeichenwirker Offenbarer der Auferstehung
Bekenntnis Persönlicher Glaube des Geheilten (Joh 9,35–38) Öffentlicher Konflikt um Jesu Person
Theologische Linie Licht offenbart Herzen Leben offenbart Widerstand
Johannes-Motiv Zeichen → Scheidung Zeichen → Entscheidung
Weiterführung im Text Ausschluss aus der Synagoge Todesbeschluss (Joh 11,53)


Ich wähle bewusst Johannes 5 (nicht Joh 7), weil die Struktur der Eskalation nach einem Zeichen dort am klarsten parallel zu Johannes 9 und 11 verläuft. Johannes 7 ist thematisch breiter (Fest-, Zeit-, Herkunftsfragen), während Joh 5 / 9 / 11 eine klare Zeichen-→-Konflikt-Linie bilden.

Ich liefere dir wieder zwei Bausteine:

  1. Erweiterte Parallelübersicht (Joh 5 / Joh 9 / Joh 11) – Textfassung

  2. Fertigen HTML-Quelltext (1:1 für bibelkreis.ch)


1. Erweiterte Parallelübersicht – Textfassung

Aspekt Johannes 5 Johannes 9 Johannes 11
Zeichen Heilung am Teich Bethesda Heilung des Blindgeborenen Auferweckung des Lazarus
Art des Zeichens Wiederherstellung eines Gelähmten Öffnung der Augen Sieg über den Tod
Rahmen Sabbat in Jerusalem Sabbatkonflikt Nähe zum Passah
Unmittelbare Zeugen Juden in Jerusalem Nachbarn, Pharisäer Juden bei Maria
Gemeinsame Ausgangsgruppe „die Juden“ (Joh 5,10.16) „aus den Pharisäern“ (Joh 9,16) „von den Juden“ (Joh 11,45)
Erste Reaktion Verfolgung Jesu Spaltung Glaube bei vielen
Zweite Reaktion Anklage wegen Sabbatbruch Ablehnung durch etliche Meldung an die Pharisäer
Sprachliches Muster Zeichen → Rede Jesu Zeichen → Verhör Zeichen → Bericht
Zuspitzung Gleichstellung mit Gott Ausschluss aus der Synagoge Ratsbeschluss
Rolle Jesu Sohn, der Leben gibt Sohn des Menschen Auferstehung und Leben
Schlüsselthema Vollmacht des Sohnes Offenbarung des Lichts Offenbarung des Lebens
Johannes-Motiv Zeichen → Verfolgung Zeichen → Scheidung Zeichen → Todesbeschluss
Konsequenz Tötungsabsicht (Joh 5,18) Soziale Ausstoßung Beschlossener Tod (Joh 11,53)


Johannes 5 – 9 – 11 bilden eine bewusste Steigerung:
Heilung → Sehen → Auferweckung
Verfolgung → Scheidung → Todesbeschluss


B) Didaktischer Merksatz (für die Bibelstunde)

Je größer das Zeichen, desto schärfer die Entscheidung.
Heilung → Sehen → Auferweckung
Verfolgung → Scheidung → Todesbeschluss


C) Theologische Steigerung (vertikal)

Kapitel Offenbarung Jesu Reaktion des Menschen
Joh 5 Der Sohn gibt Leben Widerstand
Joh 9 Das Licht offenbart Scheidung
Joh 11 Das Leben siegt über den Tod Vernichtungsbeschluss

👉 Johannes steigert bewusst:
nicht die Macht Jesu (die ist von Anfang an da),
sondern die Verantwortung des Menschen.


2. Verknüpfung mit Johannes 7

Zeit – Fest – Öffentlichkeit

Johannes 7 ist kein weiteres Zeichenskapitel,
sondern ein Übergangskapitel, das erklärt, warum die Eskalation möglich wird.


A) Die Stellung von Johannes 7 im Evangelium


Joh 5 → Zeichen + Verfolgung (Jerusalem) Joh 6 → Brot des Lebens (Galiläa) Joh 7 → Fest – Öffentlichkeit – Zeit Joh 9 → Zeichen + Scheidung Joh 11 → Zeichen + Todesbeschluss

👉 Joh 7 klärt die Bühne,
auf der Joh 9 und 11 stattfinden.


B) Drei Schlüsselbegriffe in Johannes 7

1. „Meine Zeit ist noch nicht gekommen“ (Joh 7,6.8)

➡️ Deshalb:


2. Das Fest (Laubhüttenfest)

➡️ Vorbereitung:


3. Öffentlichkeit vs. Verborgenheit

Joh 7:

„Niemand redete offen von ihm aus Furcht“ (7,13)

Joh 9:

Der Geheilte bekennt offen – wird ausgeschlossen

Joh 11:

Öffentlichkeit führt zum Ratsbeschluss

➡️ Steigerung:


C) Johannes 7 als hermeneutischer Schlüssel

Johannes 7 erklärt, warum Zeichen nicht automatisch Glauben erzeugen.
Zeit, Ort und Öffentlichkeit stehen unter göttlicher Kontrolle.

Oder kurz:

Joh 7 ordnet die Zeit –
Joh 9 scheidet die Menschen –
Joh 11 entscheidet über das Kreuz.


Abschluss (für dich als Ausleger)

Diese drei Ebenen greifen ineinander:

Wenn du möchtest, kann ich als nächsten Schritt:

ausarbeiten.