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Zwei Altäre – ein Gott, ein Weg
Unmittelbar nach der Gabe des Gesetzes
spricht Gott nicht von Strafe,
sondern vom Altar.
Noch bevor Israel fragt,
wie man das Gesetz halten kann,
zeigt Gott, wie man Ihm begegnet.
Ein Altar aus Erde –
niedrig, schlicht, ohne Bestand.
Ein Altar aus unbehauenen Steinen –
fest, aber ohne menschliche Kunst.
Beide sagen dasselbe:
Der Mensch darf nichts hinzufügen.
Kein Werkzeug.
Keine Stufen.
Keine religiöse Leistung.
Gott kommt herab,
nicht der Mensch steigt hinauf.
Der Altar steht dort,
wo das Gesetz den Menschen überführt
und wo Gnade den Weg öffnet.
Er kündet von Opfer,
nicht von Können.
Von Annahme,
nicht von Aufstieg.
Von einem Gott,
der den Sünder sucht –
und selbst den Weg bereitet.
(2. Mose 20,24–25)
In 2. Mose 20,24–26 werden zwei mögliche Bauformen desselben Altars genannt, nicht zwei verschiedene Kultstätten:
„Einen Altar von Erde sollst du mir machen …“
„Wenn du mir aber einen Altar von Steinen machst …“
👉 Es geht also um einen einzigen Altar, der entweder
aus Erde oder
aus unbehauenen Steinen
bestehen darf.
Beide Formen unterliegen denselben geistlichen Grundsätzen.
Gesetz → Altar → Opfer → Begegnung mit Gott
Das ist kein Zufall, sondern Offenbarung.
In 2. Mose 20,1–17 wird der vollkommene Maßstab Gottes offenbart.
➡️ Die unmittelbare Folge:
Der Mensch erkennt:
Ich kann vor diesem Gott nicht bestehen.
Noch bevor Stiftshütte, Priestertum oder kultische Ordnung eingeführt werden, sagt Gott:
„Wo ich meines Namens gedenken lasse, da will ich zu dir kommen und dich segnen.“ (V. 24)
👉 Nicht das Gesetz bringt Gemeinschaft, sondern das Opfer.
Das ist fundamental:
Das Gesetz fordert
Der Altar ermöglicht Annäherung
Gott selbst bestimmt den Weg
Erde = das, woraus der Mensch gemacht ist (1Mo 2,7)
Keine Kunst, keine Erhöhung, keine religiöse Leistung
➡️ Gott begegnet dem Menschen auf seinem tiefsten Punkt
„… denn wenn du deinen Meißel darüber schwingst, entweihst du ihn.“ (V. 25)
👉
Kein menschliches Hinzufügen
👉 Keine religiöse Veredelung
👉 Kein ästhetischer Anspruch
Das Opfer darf nicht durch menschliche Kunst „veredelt“ werden.
➡️ Heil kommt nicht durch religiöse Gestaltung, sondern durch göttliche Anordnung.
„… damit deine Blöße darauf nicht aufgedeckt werde.“
Das spricht von:
menschlicher Würde
Entblößung der eigenen Unzulänglichkeit
Vermeidung religiöser Selbstdarstellung
➡️ Annäherung an Gott darf keine Selbsterhöhung sein.
Alles weist prophetisch auf Christus hin:
| Element | Erfüllung in Christus |
|---|---|
| Gesetz | offenbart unsere Schuld |
| Altar | Ort des Opfers |
| Unbehauene Steine | kein menschliches Zutun |
| Erdaltar | Niedrigkeit, Menschwerdung |
| Opfer | Christus selbst |
| Gottes Kommen | Versöhnung |
Das Gesetz zeigt, dass wir Rettung brauchen –
der Altar zeigt, dass Gott sie selbst bereitstellt.
Der Altar steht direkt nach dem Gesetz, weil Gott zeigt:
Nicht der Mensch kommt durch Gehorsam zu Gott,
sondern Gott kommt durch Opfer zum Menschen.
Ich gehe nun bewusst eine Ebene tiefer
– nicht erklärend, sondern offenbarend,
mit heilsgeschichtlicher Linie,
typologischer Präzision und
innerbiblischer Verknüpfung.
Beachte zuerst die göttliche Dramaturgie:
Kap. 19 – Gott kommt herab in Feuer, Donner, Finsternis
Kap. 20,1–17 – Gott redet das Gesetz
Kap. 20,18–21 – Das Volk tritt zurück in Furcht
Kap. 20,22–26 – Gott redet vom Altar
👉
Der Altar steht nicht im Kultteil, sondern im Offenbarungsteil.
Er gehört nicht zur Stiftshütte,
sondern zur Sinaioffenbarung selbst.
Das ist entscheidend.
„Rede du mit uns … aber Gott rede nicht mit uns, damit wir nicht sterben.“ (2Mo 20,19)
Das Gesetz bewirkt:
Furcht
Distanz
Schweigen des Menschen
Rückzug
👉 Das Gesetz kann nur trennen, niemals verbinden.
Gott sagt nicht:
„Bemüht euch mehr“
„Haltet euch strenger an die Gebote“
Sondern:
„Einen Altar sollst du mir machen … da will ich zu dir kommen.“ (V. 24)
➡️ Gott überbrückt selbst die durch das Gesetz entstandene Kluft.
Das ist der erste große heilsgeschichtliche Grundsatz:
Gott offenbart zuerst den Maßstab –
dann offenbart er den Weg der Annäherung.
Der Altar in 2. Mose 20 steht:
vor Aaron
vor dem levitischen Priestertum
vor der Stiftshütte
vor kultischer Ordnung
➡️ Das zeigt:
Opfer ist älter als Gesetzeskult.
Abel (1Mo 4)
Noah (1Mo 8)
Abraham (1Mo 12; 22)
Isaak
Jakob
👉 Gott begegnet dem Menschen immer zuerst am Altar – nie durch Gesetz.
Der Sinai hebt dieses Prinzip nicht auf, sondern bestätigt es.
„Einen Altar von Erde sollst du mir machen …“
Mensch aus Erde (1Mo 2,7)
Rückkehr zur Erde (1Mo 3,19)
Niedrigkeit
Vergänglichkeit
➡️ Der Erdaltar spricht:
Gott begegnet dem Menschen dort, wo er ist – nicht dort, wo er sein möchte.
Menschwerdung
Erniedrigung
„Er entäußerte sich selbst“ (Phil 2)
👉 Der Erdaltar ist Inkarnationstypologie.
„… wenn du deinen Meißel darüber schwingst, entweihst du ihn.“ (V. 25)
Das ist schärfer, als es oft gelesen wird.
Kunst
Religion
System
Verbesserung
Ästhetik
Leistung
➡️ Alles, was der Mensch hinzufügt, verdirbt den Altar.
Das ist dieselbe Linie wie:
Kain vs. Abel
Saul (1Sam 13)
Nadab & Abihu
Galaterbrief
„Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig.“
„Du sollst nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufsteigen …“ (V. 26)
Stufen bedeuten:
Aufstieg
Rang
Höhe
Sichtbarkeit
Stellung
➡️ Gott untersagt jede Form religiöser Erhebung des Menschen.
Kein geistlicher Aufstieg
Kein Rangsystem
Kein „näher an Gott als andere“
👉 Am Altar gibt es nur Sünder und Opfer.
Das ist einer der tiefsten Sätze des Alten Testaments.
„… da will ich zu dir kommen und dich segnen.“
Beachte:
Nicht: wo du mich anrufst
Nicht: wo du opferst
Nicht: wo du gehorsam bist
Sondern:
wo Gott selbst seinen Namen setzt
➡️ Gnade ist souverän.
„… und wir sahen seine Herrlichkeit“ (Joh 1,14)
Johannes greift Sinai auf:
Gesetz durch Mose
Gnade und Wahrheit durch Jesus Christus
👉 Christus ist der Ort, wo Gott seines Namens gedenkt.
Darum:
„Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
Beachte die Linien:
Außerhalb des Lagers
Keine religiöse Schönheit
Kein Tempel
Kein menschlicher Schmuck
Holz + Erde + Blut
➡️ Golgatha ist 2. Mose 20 in Erfüllung.
Kein Meißel.
Keine Stufen.
Kein Mensch kann etwas hinzufügen.
„Denn das Gesetz hat einen Schatten der zukünftigen Güter.“ (Hebr 10,1)
„Durch ein Opfer hat er auf immerdar vollkommen gemacht.“ (Hebr 10,14)
👉
Das Gesetz zeigt Schuld –
der Altar zeigt Lösung –
Christus ist beides zugleich.
Der Altar direkt nach dem Gesetz sagt:
Sobald Gott zeigt, wie heilig er ist,
zeigt er auch, dass der Mensch ihn nur durch Opfer erreichen kann.
Und sobald Gott Opfer erlaubt, verbietet er jede menschliche Verbesserung.
Das ist der erste, oft übersehene Punkt:
Ein Altar ist kein Tisch.
Und ein Tisch ist kein Altar.
Viele Verwirrungen in der Christenheit entstehen genau hier.
Ort des Blutvergießens
Ort des Sterbens
Ort der Sühnung
Ort, an dem der Mensch nichts empfängt, sondern ein Opfer gebracht wird
In 2. Mose 20:
Mensch tritt nicht selbstsicher hinzu
Gott kommt zum Menschen
Grundlage: Opfer, nicht Gemeinschaft
👉
Der Altar gehört zur Frage:
„Wie kann ein Sünder vor Gott bestehen?“
Mensch steht außerhalb
Blick auf das Opfer
Kein Sitzen
Kein Ruhen
Kein Teilen
➡️ Der Altar ist ernst, blutig, endgültig.
Kein Opfer mehr
Kein Blutvergießen
Kein Tod
Erinnerung an ein vollbrachtes Werk
„Denn sooft ihr dieses Brot esst und den Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ (1Kor 11,26)
👉
Nicht: wir bringen ein Opfer
sondern: wir verkündigen ein Opfer.
Sitzend (Ruhestellung)
Teilhabend
Gemeinsam
Bewusst und dankbar
➡️ Der Tisch ist ruhig, gesammelt, gemeinschaftlich.
„Wir haben einen Altar, von welchem kein Recht haben zu essen, die der Hütte dienen.“
Dieser Vers verbindet beides – ohne sie zu vermischen.
➡️ Christus selbst in seinem Opfer
➡️ Die, die im alten System bleiben wollen (Gesetz + Opfer)
👉
Der Altar Christi ist abgeschlossen –
der Tisch folgt daraus.
| Altar | Tisch |
|---|---|
| Tod | Leben |
| Blut | Brot & Kelch |
| Opfer wird dargebracht | Opfer wird verkündigt |
| Distanz | Nähe |
| Einzelner Sünder | Gemeinschaft der Erlösten |
| Stehen | Sitzen |
| Ernst | Dankbarkeit |
➡️
Ohne Altar kein Tisch.
Aber nach dem Altar kommt der Tisch.
Das ist lehrmäßig entscheidend:
Die Gemeinde hat keinen Opferaltar mehr.
Warum?
Das Opfer ist ein für alle Mal gebracht (Hebr 10,12)
Wiederholtes Opfern wäre:
Leugnung der Vollkommenheit
Rückkehr zum Schatten
Darum:
Kein Altar im Versammlungsraum
Kein Opfer
Kein Priesterstand
Kein sakrales Zentrum
👉
Der Tisch ersetzt den Altar nicht –
er folgt auf ihn.
„Ihr könnt nicht des Herrn Tisch und der Dämonen Tisch zugleich haben.“ (1Kor 10,21)
Warum ist das so ernst?
Weil der Tisch:
Gemeinschaft ausdrückt
Identifikation bedeutet
Zugehörigkeit zeigt
👉
Am Altar wird Schuld geregelt.
Am Tisch wird Zugehörigkeit bekannt.
Gesetz
Altar
Opfer
Furcht
Erfüllter Altar
Ein Opfer
Vollbracht
Tisch
Brot & Kelch
Gemeinschaft
Hoffnung („bis er kommt“)
➡️ Der Weg Gottes geht vom Berg → Kreuz → Tisch.
Keine Einladung an Ungläubige zur Teilnahme
Erst Altar (Bekehrung), dann Tisch (Gemeinschaft)
Keine Würdigkeit aus sich selbst
Würdig ist nur, wer in Christus ist
Blick zurück: Kreuz
Blick nach oben: Gemeinschaft
Blick nach vorne: Wiederkunft
Der Altar ist der Ort, an dem Gott mit dem Sünder handelt.
Der Tisch ist der Ort, an dem Gott mit den Erlösten Gemeinschaft hat.
Wer den Tisch ohne den Altar will, verachtet das Kreuz.
Wer beim Altar stehen bleibt, verpasst die Gemeinschaft.
Ein Sakrament ist:
ein heilsmittelvermittelnder Akt
durch den Gnade objektiv zugeführt wird
unabhängig vom inneren Zustand (ex opere operato)
meist durch einen Priester verwaltet
👉 Ein Sakrament bewirkt etwas, das vorher nicht vorhanden war.
Die Schrift kennt:
keine Sakramente
keine heilsvermittelnden Riten
keine kultischen Gnadenkanäle
Sondern:
„Aus Gnade seid ihr errettet, durch Glauben – und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.“ (Eph 2,8)
➡️
Gnade wird nicht empfangen durch Teilnahme,
sondern durch Glauben.
Das ist der Kernpunkt.
„Denn sooft ihr dieses Brot esst … verkündigt ihr den Tod des Herrn.“ (1Kor 11,26)
Beachte:
nicht: ihr vollzieht den Tod
nicht: ihr erneuert das Opfer
sondern: ihr verkündigt
👉 Verkündigung setzt ein abgeschlossenes Werk voraus.
➡️ Was abgeschlossen ist, braucht keine sakramentale Fortsetzung.
„Durch die Handlung wird Gnade vermittelt.“
„Durch die Handlung wird Wahrheit bekannt.“
Der Tisch:
vergibt keine Sünden
vermittelt kein Leben
vermehrt keine Gnade
sichert kein Heil
Sondern:
er erinnert
er verkündigt
er bekennt
er identifiziert
➡️ Der Tisch ist Zeugnis, nicht Kanal.
Das ist entscheidend.
in Christus
in Selbstprüfung
im Bewusstsein des Leibes des Herrn
„Wer unwürdig isst … der isst und trinkt sich selbst Gericht.“ (V. 29)
👉 Ein Sakrament würde:
Würdigkeit erzeugen
Gnade zuführen
Der Tisch aber:
fordert geistliche Einsicht
setzt Erlösung voraus
kann Gericht bringen, wenn man ungläubig oder gleichgültig teilnimmt
➡️
Kein Sakrament kann Gericht bringen –
der Tisch schon.
Sakramente benötigen:
einen geweihten Verwalter
einen kultischen Rahmen
eine sakrale Handlung
Der Tisch des Herrn kennt:
keine Priester
keine Weihe
keinen Kultvollzug
keine Amtshandlung
„Denn wir alle sind ein Leib …“ (1Kor 10,17)
➡️ Der Tisch gehört der ganzen Versammlung, nicht einem Amt.
Sakramente setzen immer einen Opferbezug voraus.
Doch:
der Altar ist vollendet (Hebr 10,12)
das Opfer ist einmalig
der Herr sitzt zur Rechten Gottes
„Wo aber Vergebung dieser ist, da ist kein Opfer mehr für die Sünde.“ (Hebr 10,18)
👉 Ein sakramentales Opfer widerspricht Hebräer 10 frontal.
Korinther 10 ist hier ausschlaggebend:
„Der Kelch der Segnung … ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi?“ (V. 16)
Beachte:
nicht: Übertragung
sondern: Gemeinschaft (koinōnia)
➡️ Gemeinschaft setzt
Leben voraus.
Sie erzeugt es nicht.
Fokus auf Handlung
Fokus auf Moment
Fokus auf Wirkung
Fokus auf Christus
Fokus auf Erinnerung
Fokus auf Hoffnung („bis er kommt“)
➡️
Der Tisch blickt zurück, nach oben und
nach vorne –
nie nach innen auf die Handlung.
Sie führt zu:
Ritualismus
Heilsunsicherheit
Abhängigkeit von Menschen
Verlagerung des Glaubens auf Formen
Paulus sagt:
„Haltet fest an dem Haupt.“ (Kol 2,19)
➡️
Der Tisch ist Ausdruck der Verbindung
mit dem Haupt –
nicht Ersatz dafür.
Der Tisch des Herrn ist kein Sakrament,
weil er kein Heil vermittelt,
keine Gnade überträgt,
kein Opfer vollzieht
und keine geistliche Wirkung garantiert.
Warum gab es in 2. Mose 20 2 unterschiedliche Altare, (aus unbehauenem Stein und Erde?)Er ist das stille, würdige, gemeinschaftliche Bekenntnis
der Erlösten zu einem vollendeten Opfer
und zu einem kommenden Herrn.
In 2. Mose 20 geht es nicht um:
zwei Kultstufen
zwei Heilswege
einen „einfachen“ und einen „höheren“ Altar
👉 Es
ist ein und derselbe Altar,
aber in zwei zulässigen Bauweisen.
Der Text sagt nicht:
„Du sollst mir zwei Altäre machen“
sondern:
„Einen Altar von Erde sollst du mir machen …
und wenn du mir einen Altar von Steinen machst …“
➡️ Alternative Form – nicht alternative Theologie.
Beide Altarformen dienen demselben Ziel:
„… da will ich zu dir kommen und dich segnen.“ (V. 24)
Und beide unterliegen denselben Verboten:
kein Werkzeug
keine menschliche Kunst
keine Stufen
keine Selbsterhöhung
👉
Der entscheidende Punkt ist nicht das
Material,
sondern der Ausschluss menschlicher Leistung.
Die Antwort liegt in Gottes Herablassung und heilsgeschichtlicher Übergangssituation.
Staub, Niedrigkeit (1Mo 2,7)
Vergänglichkeit
unmittelbare Verfügbarkeit
keine Vorbereitung nötig
Gott macht den Zugang so niedrigschwellig wie möglich.
Der Erdaltar sagt:
Jeder kann ihn errichten
Jeder Ort ist geeignet
Keine Dauerhaftigkeit
Keine Kultverfestigung
➡️ Das passt exakt zur Situation Israels am Sinai:
Wüstenvolk
ohne feste Wohnorte
ohne Kultordnung
ohne Priesterdienst
👉 Der Erdaltar ist der Altar der ersten Begegnung nach dem Gesetz.
Dauerhafter als Erde
geeignet für längere Nutzung
aber: nur unbehauen
„… denn wenn du deinen Meißel darüber schwingst, entweihst du ihn.“ (V. 25)
Auch dort, wo Dauer entsteht,
darf keine menschliche Veredelung eintreten.
Der Steinaltar sagt:
Stabilität ist erlaubt
Gestaltung ist verboten
Gott will Dauer, aber keine Religion
➡️ Beständigkeit ja – Kultästhetik nein.
Die beiden Formen tragen eine heilsgeschichtliche Spannung in sich:
| Erdaltar | Steinaltar |
|---|---|
| provisorisch | dauerhaft |
| mobil | ortsgebunden |
| einfach | stabil |
| sofort errichtet | geplant |
👉 Gott erlaubt beides, aber verhindert Fixierung.
Warum?
Weil:
der Mensch dazu neigt, Orte zu heiligen
Altäre zu Kultzentren werden
Formen wichtiger werden als Inhalt
➡️ Darum keine bearbeiteten Steine.
➡️ Darum kein Aufstieg.
➡️ Darum keine Kunst.
„… einen Altar von unbehauenen Steinen …“
Gleiche Anweisung – keine Entwicklung, kein Fortschritt, kein „Mehr“.
👉 Gottes Prinzip bleibt unverändert.
Niedrigkeit
Nähe
Gott kommt zum Menschen
„der lebendige Stein“ (1Pet 2,4)
nicht von Menschen gestaltet
von Gott erwählt
👉
Christus ist sowohl der „Erdaltar“
(Erniedrigung)
als auch der „Steinaltar“ (Beständigkeit),
aber ohne jede menschliche Verbesserung.
Sehr wichtig:
Gott erlaubt:
Erde
rohe Steine
Gott verbietet:
behauene Steine
Metall
Stufen
Verzierung
➡️ Alles, was menschliche Kunst zeigt, ist ausgeschlossen.
Warum?
Weil:
Der Altar die Unfähigkeit des Menschen bekennen soll,
nicht seine Kreativität.
Es gibt zwei Altarformen, weil Gott:
dem Menschen auf niedrigstem Niveau begegnet (Erde)
Dauer erlaubt, aber Gestaltung verbietet (unbehauener Stein)
Flexibilität gewährt, aber Religion ausschließt
den Fokus konsequent vom Menschen weg auf das Opfer lenkt
Gott erlaubt verschiedene Formen –
aber nur eine Grundlage:
keine menschliche Hinzufügung.