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| Apokryphen schriften |

Gehören die Apokryphen zur Bibel?
Der Judasbrief wird oft als Beleg angeführt – doch stimmt das wirklich?
Diese fundierte Ausarbeitung zeigt klar und
verständlich,
warum ein biblisches Zitat keine göttliche Inspiration der Quelle bedeutet.
Anhand von Judas 14–15, bekannten paulinischen Zitaten
und alttestamentlichen Quellenwerken wird der Unterschied zwischen
Inspiration und
Zitat sauber herausgearbeitet.
Die Darstellung schützt vor verbreiteten
Fehlschlüssen,
stärkt das Vertrauen in den abgeschlossenen Kanon der Heiligen Schrift
und gibt überzeugende Argumente für Bibelstunden, Lehrdienste
und persönliche Gespräche an die Hand.
Eine wertvolle Hilfe für alle,
die die Autorität der Bibel klar begründen
und apokryphenfreundlichen Argumenten sachlich begegnen möchten.
Zitiert – aber nicht inspiriert?
Der Judasbrief wirft bis heute Fragen auf:
Warum zitiert Judas den Propheten Henoch?
Gehört das Henochbuch deshalb zur Heiligen Schrift?
Diese Ausarbeitung zeigt klar und
schriftgemäß den Unterschied zwischen
Inspiration und
Zitat.
Sie macht deutlich, dass die Bibel wahre Aussagen aus außerbiblischen Quellen
aufnehmen kann,
ohne diesen Quellen Offenbarungsautorität zu verleihen.
Anhand von Judas 14–15, paulinischen Zitaten
heidnischer Dichter
und alttestamentlichen Quellenwerken wird gezeigt:
Inspiration betrifft immer den
biblischen Text,
nie automatisch die zitierte Quelle.
Die Arbeit bietet eine fundierte
Gegenargumentation
gegen apokryphenfreundliche Thesen
und hilft, den Kanon der Schrift klar zu verteidigen.
Sie eignet sich für Bibelstunden, Lehrdienste
und Gespräche über Autorität und Abgeschlossenheit der Bibel.
Eine systematische und möglichst
vollständige Zusammenstellung aller in der Bibel erwähnten Schriften, Bücher,
Briefe und literarischen Quellen,
die zitiert oder erwähnt, aber
nicht selbst Teil des inspirierten
biblischen Kanons sind.
Ich gliedere bewusst nach dem biblischen Kanon und ergänze jeweils Bibelstellen, Charakter und Bewertung
Diese Werke dienten als Quellenmaterial, waren aber keine Offenbarungsschriften.
Stelle: 4. Mose 21,14
Inhalt: Lieder oder Berichte über militärische Ereignisse Israels
Charakter: Nationales Geschichtswerk
Status: Nicht inspiriert
„Darum wird im Buch der Kriege Jehovas gesagt …“
Stellen:
Josua 10,13
Samuel 1,18
Inhalt: Heldengesänge, poetische Überlieferungen
Charakter: Nationale Poesie / Heldenchronik
Status: Nicht inspiriert
Stellen: z. B.
Könige 14,19
Könige 15,31
Inhalt: Hofannalen des Nordreichs
Status: Nicht inspiriert
Stellen: z. B.
Könige 14,29
Könige 24,5
Inhalt: Hofannalen des Südreichs
Status: Nicht inspiriert
Stelle: 1. Könige 11,41
Charakter: Historisch-biographisch
Status: Nicht inspiriert
Stelle: 1. Chronika 29,29
Status: Nicht Teil des kanonischen Samuelbuchs
Stelle: 1. Chronika 29,29
Stelle: 1. Chronika 29,29
➡️ Wichtig: Diese Schriften stammen zwar von Propheten, waren aber nicht als dauerhafte Offenbarung gegeben.
Stelle: 2. Chronika 9,29
Stellen:
2. Chronika 9,29
Chronika 12,15
Stelle: 2. Chronika 20,34
Stelle: 2. Chronika 35,25
Charakter: Poetische Trauerliteratur
Status: Nicht inspiriert
Stelle: Titus 1,12
Zitat:
„Kreter sind immer Lügner …“
Stelle: Apostelgeschichte 17,28
Zitat:
„Denn wir sind auch sein Geschlecht.“
Stelle: 1. Korinther 15,33
Zitat:
„Böser Verkehr verdirbt gute Sitten.“
➡️
Grundsatz:
Ein wahres Zitat macht das
zitierte Werk nicht inspiriert.
Stelle: 1. Korinther 5,9
Status: Nicht erhalten, nicht kanonisch
Stelle: Kolosser 4,16
Status: Nicht erhalten, nicht inspiriert
Stelle: Judas 14–15
Ursprung: 1. Henoch (außerkanonisch)
Status: Das Zitat ist wahr, das Buch nicht inspiriert
Inspiration betrifft den biblischen Text, nicht die Quelle
Wahrheit ≠ Inspiration
Die Bibel nutzt:
historische Quellen
zeitgenössische Literatur
bekannte Sprichwörter
Der Heilige Geist lenkt die Auswahl und Zitierung, nicht die Quelle selbst
| Kategorie | Beispiele |
|---|---|
| Geschichtswerke | Buch der Kriege Jehovas, Königsannalen |
| Prophetische Quellen | Worte Nathans, Iddos, Ahijas |
| Poesie | Buch Jaschar, Klagelieder über Josia |
| Heidnische Literatur | Aratus, Menander, Epimenides |
| Verlorene Briefe | Brief an Korinth, Laodizäa |
| Apokryphe Werke ????? | Henoch (zitiert in Judas) |
| Nr. | Bezeichnung der Schrift / Quelle | Bibelstelle(n) | Art der Literatur |
|---|---|---|---|
| 1 | Buch der Kriege Jehovas | 4. Mose 21,14 | Geschichtliche Chronik |
| 2 | Buch Jaschar („Buch des Rechtschaffenen“) | Josua 10,13; 2. Samuel 1,18 | Poetische Heldenlieder |
| 3 | Buch der Geschichte Salomos | 1. Könige 11,41 | Historisch-biographisch |
| 4 | Buch der Chroniken der Könige Israels | 1. Könige 14,19; 15,31 u.a. | Königliche Annalen |
| 5 | Buch der Chroniken der Könige Judas | 1. Könige 14,29; 2. Könige 24,5 u.a. | Königliche Annalen |
| 6 | Worte Samuels, des Sehers | 1. Chronika 29,29 | Prophetische Aufzeichnungen |
| 7 | Worte Nathans, des Propheten | 1. Chronika 29,29 | Prophetische Aufzeichnungen |
| 8 | Worte Gads, des Sehers | 1. Chronika 29,29 | Prophetische Aufzeichnungen |
| 9 | Prophezeiung Ahijas | 2. Chronika 9,29 | Prophetische Schrift |
| 10 | Gesicht Iddos, des Sehers | 2. Chronika 9,29; 12,15 | Prophetische Schrift |
| 11 | Geschichte Jehus, des Sohnes Hananis | 2. Chronika 20,34 | Prophetische Geschichtsschrift |
| 12 | Klagelieder über Josia | 2. Chronika 35,25 | Poetische Trauerliteratur |
| 13 | Zitat des Epimenides | Titus 1,12 | Heidnische Dichtung |
| 14 | Zitat des Aratus (oder Cleanthes) | Apostelgeschichte 17,28 | Heidnische Philosophie |
| 15 | Zitat des Menander | 1. Korinther 15,33 | Heidnisches Drama |
| 16 | Früher Brief des Paulus an Korinth | 1. Korinther 5,9 | Apostolischer Brief |
| 17 | Brief an die Laodizener | Kolosser 4,16 | Apostolischer Brief |
| 18 | Prophezeiung Henochs (aus 1. Henoch) | Judas 14–15 | Außerkanonische Apokalyptik |
Definition:
Inspiration bezeichnet das
göttliche Einhauchen der Heiligen Schrift, wodurch die von Gott
bestimmten Schriften in allen
Aussagen zuverlässig, wahr und autoritativ sind.
Schlüsselstelle:
„Alle Schrift ist von Gott eingegeben (θεόπνευστος) …“
(2. Timotheus 3,16)
Kernaussagen:
Ursprung: Gott selbst
Mittel: Heiliger Geist
Ergebnis: Heilige Schrift
Umfang: die Schrift, nicht jede religiöse Aussage
Definition:
Ein Zitat ist die bewusste
Übernahme einer Aussage aus einer fremden Quelle, ohne dass
diese Quelle selbst göttliche Inspiration besitzt.
Merkmal:
Ein Zitat kann wahr, nützlich oder treffend sein
besitzt aber keine kanonische Autorität
Die Bibel erklärt nicht, dass jede verwendete Quelle inspiriert sei, sondern dass die Schrift selbst inspiriert ist.
Beispiel:
Paulus zitiert Menander (1Kor 15,33)
→ Der paulinische Text ist inspiriert
→ Menanders Werk bleibt profan
Gott hat:
nicht alle Worte eines Propheten
nicht alle Briefe eines Apostels
nicht alle Aussagen frommer Menschen
in den Kanon aufgenommen.
➡️ Inspiration ist zielgerichtete Auswahl, keine vollständige Dokumentation.
| Bibelstelle | Quelle | Bewertung |
|---|---|---|
| Apg 17,28 | Aratus | Wahre Aussage, nicht inspiriert |
| Tit 1,12 | Epimenides | Treffende Diagnose, nicht Offenbarung |
| 1Kor 15,33 | Menander | Moralische Weisheit, nicht Schrift |
➡️ Wahrheit kann außerhalb der Offenbarung existieren, ohne Offenbarung zu sein.
Judas 14–15 zitiert Henoch.
Das Zitat ist wahr
Das Buch Henoch ist nicht inspiriert
Judas bestätigt nicht das ganze Werk
➡️ Die Schrift beglaubigt den zitierten Satz, nicht das Buch.
| Beispiel | Bibelstelle |
|---|---|
| Früher Korintherbrief | 1Kor 5,9 |
| Brief an Laodizäa | Kol 4,16 |
➡️ Apostolische Autorschaft ≠ Inspiration
Der Verlust dieser Briefe bedeutet:
kein Offenbarungsdefizit
keinen Mangel an Wahrheit
keine Gefährdung der Lehre
Gott hat bewahrt, was er wollte.
Eine Aussage kann wahr sein
ohne göttlich eingegeben zu sein
Die Autorität liegt im biblischen Kontext
nicht in der zitierten Quelle
Der Heilige Geist:
wählt
begrenzt
formuliert
integriert
fremdes Material ohne dessen Autorität zu übernehmen.
„Judas zitiert Henoch, also ist Henoch inspiriert“
❌
Falsch
➡️ Judas bestätigt eine
Aussage, nicht ein Buch.
Erlaubt:
Zitieren
Vergleichen
Illustrieren
Verboten:
Gleichstellen mit Schrift
Dogmatisch begründen
Offenbarungsrang zusprechen
| Inspiration | Zitat |
|---|---|
| Göttlicher Ursprung | Menschliche Quelle |
| Kanonische Autorität | Keine Autorität |
| Verbindlich für Glauben | Hilfsmittel |
| Dauerhaft gültig | Situativ nutzbar |
| Teil der Offenbarung | Außerhalb der Offenbarung |
„Die Inspiration betrifft den biblischen Text, nicht die zitierte Quelle.
Wahrheit kann zitiert werden, ohne Offenbarung zu sein.“
Heijkoop wollte – so wie ich ihn lese – nicht sagen:
„Judas hält das Henochbuch für inspiriert.“
Sondern vielmehr:
Judas greift auf eine im Judentum bekannte Überlieferung zurück, um eine wahre Aussage zu bezeugen.
Dieser Grundgedanke ist richtig:
Judas schreibt an Juden bzw. judenchristliche Leser
er benutzt bekanntes Gedankengut
ohne dessen literarischen Träger zu autorisieren
Hier müssen wir differenzieren, und hier würde ich Heijkoop leicht korrigieren bzw. präzisieren.
Das 1. Henochbuch:
war zur Zeit des Judas bereits schriftlich vorhanden
wurde im Judentum (v. a. apokalyptische Kreise) gelesen
war weit verbreitet, aber nie kanonisch
➡️ Rein historisch ist es unwahrscheinlich, dass Judas nur eine mündliche Tradition zitiert, ohne Kenntnis einer schriftlichen Form.
Die Schrift sagt nicht:
„wie Judas es erfahren hat“
„welche Textform er kannte“
Sondern nur:
Judas zitiert eine wahre Aussage Henochs.
➡️ Der Inspirationsakt betrifft Judas, nicht Henochs Überlieferungsmedium.
Das ist der entscheidende dogmatische Punkt.
Nicht:
Judas zitiert Henoch → Henoch ist inspiriert
Sondern:
Der Heilige Geist lässt Judas eine wahre Aussage aufnehmen
➡️ Die Wahrheit des Zitats kommt durch Aufnahme in die Schrift, nicht durch seine Herkunft.
| Zitat | Quelle | Schriftlich vorhanden? |
|---|---|---|
| Apg 17,28 | Aratus | Ja |
| 1Kor 15,33 | Menander | Ja |
➡️ Niemand argumentiert:
Paulus zitiert Aratus → Aratus ist inspiriert
Warum dann bei Henoch?
Henoch ist:
eine biblische Person
ein Prophet vor der Sintflut
eine geheimnisvolle Gestalt
Das macht es emotional verführerisch, mehr hineinzulesen.
Aber:
Biblische Person ≠ biblisches Buch
Judas zitiert eine wahre prophetische Aussage Henochs
Diese Aussage war im Judentum bekannt (mündlich UND schriftlich)
Judas bestätigt nicht das Henochbuch
Der Heilige Geist hat souverän genau diesen Satz aufgenommen
Die Inspirationsautorität beginnt erst bei Judas
➡️ Ob Judas den Satz:
aus mündlicher Überlieferung
aus einer Schriftrolle
oder durch direkte geistliche Einsicht
kannte, ist sekundär.
„Nicht die Herkunft eines Zitates verleiht ihm Autorität,
sondern seine Aufnahme in die Heilige Schrift.“
Ich halte Heijkoops Anliegen für berechtigt:
Schutz vor Apokryphen-Aufwertung
Betonung jüdischen Kontextes
klare Kanon-Grenze
Ich würde ihn nicht widerlegen, sondern präziser formulieren:
Judas greift eine im Judentum bekannte Henoch-Überlieferung auf –
unabhängig davon, ob sie mündlich oder schriftlich vorlag –
und der Heilige Geist macht diesen Satz zur Schrift.
Apokryphen-Befürworter argumentieren meist so:
Judas zitiert Henoch →
Henoch ist Prophet →
das Henochbuch ist inspiriert →
Apokryphen gehören in den Kanon
➡️ Diese Argumentationskette ist logisch falsch und biblisch unbelegt.
Die Bibel zitiert:
heidnische Dichter (Apg 17,28; Tit 1,12; 1Kor 15,33)
weltliche Geschichtswerke
außerkanonische prophetische Worte
➡️ Keines dieser Werke wird dadurch inspiriert.
„Zitiert = inspiriert“
❌
Nicht biblisch
❌ Nicht logisch
❌ Nicht konsequent angewendet
Gott inspiriert die Schrift
nicht die Quellen
nicht die Autoren außerhalb des Kanons
„Alle Schrift ist von Gott eingegeben“ (2Tim 3,16)
Nicht:
„Alles Zitierte ist von Gott eingegeben“
✔ Gott → inspiriert Judas
✔ Judas → schreibt Schrift
✔ Judas → zitiert eine wahre Aussage
✔ Nur der Judasbrief ist
inspiriert
➡️ Inspiration wirkt vorwärts, nicht rückwärts.
| Prophet | Außerkanonische Schriften |
|---|---|
| Samuel | „Worte Samuels“ (1Chr 29,29) |
| Nathan | „Worte Nathans“ |
| Gad | „Worte Gads“ |
| Ahija | „Prophezeiung Ahijas“ |
➡️ Prophetische Autorschaft garantiert keinen Kanonstatus.
Das Judentum:
kannte das Henochbuch
nahm es aber nie in den Kanon auf
Jesus und die Apostel:
zitieren nie Apokryphen als „Schrift“
„Es steht geschrieben …“
→ nur für den anerkannten Kanon
Gott hat den Kanon dem Volk Israel anvertraut
(Röm 3,2)
➡️ Apokryphen stehen außerhalb dieses Vertrauensguts.
„Gedenkt der Worte, die zuvor von den Aposteln unseres Herrn Jesus Christus geredet worden sind“
➡️ Judas verweist:
nicht auf Henochbücher
nicht auf außerkanonische Autoritäten
sondern auf apostolische Lehre
Das Henochbuch enthält:
spekulative Engellehren
kosmologische Fantasien
Lehren, die dem NT widersprechen
➡️ Gott widerspricht sich nicht.
✔ Er zitiert
eine wahre Aussage
✔ Er nutzt bekanntes jüdisches
Gedankengut
✔ Er bestätigt nicht das Werk
✔ Er verleiht keine kanonische
Autorität
Wenn Judas Henoch inspiriert,
dann inspiriert Paulus Menander.
➡️ Niemand akzeptiert das – daher ist das Argument inkonsequent.
„Die Bibel verleiht Autorität durch Inspiration –
nicht durch Zitierung.“
Judas bestätigt einen Satz,
nicht ein Buch.
Inspiration beginnt beim Judasbrief,
nicht beim Henochbuch.
| Behauptung | Biblische Antwort |
|---|---|
| Judas zitiert Henoch | Ja |
| Henoch war Prophet | Ja |
| Henochbuch inspiriert | Nein |
| Zitat verleiht Kanonstatus | Nein |
| Schrift bestätigt Apokryphen | Nein |
Die Apokryphen-Argumentation:
verwechselt Wahrheit mit Inspiration
vertauscht Ursache und Wirkung
missachtet den jüdischen Kanon
untergräbt die Geschlossenheit der Schrift
Die biblische Position schützt:
die Autorität der Schrift
die Abgeschlossenheit des Kanons
die Klarheit der Offenbarung