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00737 5. Mose 9,14  Laß ab von mir, daß ich sie vertilge und ihren Namen unter dem Himmel auslösche; und ich will dich zu einer Nation machen, stärker und größer als sie.“



„Laß ab von mir, daß ich sie vertilge und ihren Namen unter dem Himmel auslösche; und ich will dich zu einer Nation machen, stärker und größer als sie.“ 5. Mose 9,14 (Elberfelder 1905)

 

1. Der Wortlaut von 5. Mose 9,14 (Elberfelder 1905)

„Laß ab von mir, daß ich sie vertilge und ihren Namen unter dem Himmel auslösche; und ich will dich zu einer Nation machen, stärker und größer als sie.“

Hebräisch (transliteriert, sinngemäß):

hā·rēf mimmennî we’ašmîdēm we’emmḥeh ’et-šəmām mittaḥat haššāmajim; we’e‘eśeh ’otḵā ləgōj ‘āṣūm wərāḇ mimmennû


2. Grundfrage: Wie kann Gott einen einzelnen Menschen zu einer Nation machen?

Die kurze Antwort

👉 Genau so, wie Er es mit Abraham getan hat.
Es handelt sich nicht um eine Laune, sondern um eine reale, bundestheologisch mögliche Alternative, die Gott bewusst ausspricht – nicht um sie auszuführen, sondern um Moses Herz, Stellung und Mittlerschaft offenbar zu machen.


3. Parallele zu Abraham (1. Mose 12; 15; 17)

Abraham Mose
Einzelner Mann Einzelner Mann
Berufung ohne eigenes Verdienst Berufung aus Gnade
Zusage: „Ich will dich zu einer großen Nation machen“ (1Mo 12,2) Zusage: „Ich will dich zu einer Nation machen“ (5Mo 9,14)
Ausgangspunkt des Bundes möglicher neuer Ausgangspunkt
Verheißung durch Gott allein Verheißung durch Gott allein

👉 Gott kann jederzeit neu anfangen, ohne Seine Heiligkeit oder Macht zu verlieren.


4. Aber: Warum sagt Gott das überhaupt?

Nicht weil Er unsicher wäre.

Nicht weil Sein Plan scheitert.

Sondern weil Er etwas offenlegt:

  1. Die völlige Verderbtheit Israels

  2. Die Gerechtigkeit Gottes

  3. Die wahre Gesinnung Moses

  4. Die Kraft der Fürbitte

  5. Die Unverbrüchlichkeit des Bundes mit den Vätern


5. Die Situation im Zusammenhang (5. Mose 9)

Historischer Hintergrund

👉 Das Volk hat jedes Anrecht verloren.


6. Gottes Aussage ist rechtlich gerechtfertigt

Hebräisch:
’ašmîdēm = „ich werde sie vertilgen“
’emmḥeh = „ich werde auslöschen / wegwischen“

👉 Das sind Bundesfluch-Begriffe (vgl. 2Mo 32,10; 3Mo 26; 5Mo 28).


7. Warum Gott Mose „Laß ab von mir“ sagt

„Laß ab von mir“ (hā·rēf mimmennî)

👉 Das ist keine Ablehnung, sondern:

💡 Gott spricht so, dass Mose nicht schweigen kann.


8. Mose als Mittler – entscheidender Punkt

Mose antwortet nicht:

Sondern:

👉 Mose identifiziert sich völlig mit dem Volk.


9. Warum Mose das Angebot ablehnt

Theologisch

Geistlich

Heilsgeschichtlich


10. Gottes Angebot ist real – aber zielgerichtet

Gott sagt nicht:

„Ich überlege, dich zu einer Nation zu machen“

Sondern:

„Ich will dich zu einer Nation machen“

👉 Das ist kein leeres Wort, sondern ein ernstes Angebot, dessen Ziel ist:

die Offenbarung der wahren Gesinnung Moses


11. Mose besteht die Prüfung

So wie:

👉 Mose besteht sie:


12. Warum Gott dennoch bei Israel bleibt

Weil:

  1. Er geschworen hat (1Mo 15)

  2. Er treu ist, auch wenn Menschen untreu sind

  3. Er Seine Wege nicht ändert (Mal 3,6)


13. 5. Mose 9 – Kernaussage des Kapitels

Israel besitzt das Land nicht wegen eigener Gerechtigkeit, sondern allein wegen der Gnade Gottes.


14.–43. Dreißig Fragen zu Umständen, Hintergrund und Ausblick

(jede Frage direkt beantwortet)

1. Warum erinnert Mose an das Goldene Kalb?

→ Um Israels völlige Unwürdigkeit zu zeigen.

2. Warum gerade hier diese Erinnerung?

→ Kurz vor dem Einzug ins Land – Warnung vor Hochmut.

3. Ist Gottes Zorn real?

→ Ja, vollkommen real und gerecht.

4. Ist Gottes Angebot an Mose ernst?

→ Ja, absolut.

5. Warum lehnt Mose es ab?

→ Wegen Gottes Ehre und des Bundes.

6. War Israel zu diesem Zeitpunkt „verworfen“?

→ Nein, aber unter Gericht stehend.

7. Hätte Gott neu anfangen dürfen?

→ Ja, rechtlich und moralisch.

8. Warum tut Er es nicht?

→ Wegen Seiner Treue zu Seinem Wort.

9. Welche Rolle spielt Mose hier?

→ Als Mittler und Fürsprecher.

10. Ist Mose ein Bild auf Christus?

→ Ja, sehr deutlich (Fürbitte, Selbstverzicht).

11. Was wäre mit den Verheißungen geschehen?

→ Sie wären über Mose weitergeführt worden.

12. Wäre Israel dann endgültig ausgelöscht?

→ Ja, als Nation.

13. Warum nennt Gott „stärker und größer“?

→ Um den Reiz menschlicher Ehre zu benennen.

14. Warum betont Mose „nicht wegen deiner Gerechtigkeit“?

→ Um jede Selbstgerechtigkeit zu brechen.

15. Ist das eine Lektion für kommende Generationen?

→ Ja, ausdrücklich.

16. Was sagt das über Gottes Geduld?

→ Sie ist groß, aber nicht grenzenlos.

17. Wie lange fastet Mose?

→ 40 Tage und Nächte – stellvertretend.

18. Welche Rolle spielt das Gebet?

→ Es wendet Gottes Zorn ab.

19. Ist Fürbitte wirksam?

→ Ja – Gott handelt daraufhin.

20. Ist Gott „veränderlich“?

→ Nein – Er handelt konsequent zu Seinem Wesen.

21. Warum wiederholt Mose diese Geschichte?

→ Zur Demütigung und Belehrung.

22. Was lernen wir über Leiterschaft?

→ Wahre Leiter suchen nicht sich selbst.

23. Ist Israel ein warnendes Beispiel?

→ Ja (1Kor 10).

24. Hat das prophetische Bedeutung?

→ Ja – Hinweis auf zukünftige Bewahrung Israels.

25. Was sagt das über menschliche Natur?

→ Total verderbt ohne Gnade.

26. Was sagt das über göttliche Erwählung?

→ Sie beruht allein auf Gottes Willen.

27. Gibt es Parallelen zur Gemeinde?

→ Ja – Rettung aus Gnade, nicht aus Werken.

28. Ist der Bund mit Israel aufgehoben?

→ Nein (Röm 11).

29. Warum wird Mose nicht „Ersatz-Abraham“?

→ Weil Gott Seinen ursprünglichen Bund hält.

30. Was ist der Ausblick?

→ Ein Volk, bewahrt durch Gnade – trotz Versagen.


44. Abschließende Gedanken zu 5. Mose 9 im Zusammenhang

  1. Mose 9 ist ein Demütigungskapitel:

👉 Alles steht und fällt mit Gnade.

Mose steht hier:

💡 Darum bleibt Israel bestehen.
💡 Darum bleibt Gottes Plan bestehen.

1. Stellung von 5. Mose 9 im Buch Deuteronomium

  1. Mose 9 gehört zum großen Rückblicks- und Ermahnungsteil (Kap. 5–11).

Ziel dieses Abschnitts:

Israel soll erkennen, dass der Besitz des Landes nicht auf eigener Gerechtigkeit beruht, sondern allein auf Gottes Gnade und Treue.

👉 Kapitel 9 ist dabei das demütigendste Kapitel dieses Abschnitts.


2. Grundthema von 5. Mose 9

„Nicht um deiner Gerechtigkeit willen“ (V. 4.5.6)

Dieses Motiv bildet:


3. Grobgliederung von 5. Mose 9

I. Einzug trotz Übermacht – aber ohne Eigenverdienst (V. 1–6)

II. Erinnerung an fortgesetzte Rebellion (V. 7–12)

III. Gottes gerechter Zorn und das Angebot an Mose (V. 13–14)

IV. Der Bruch des Bundes – die zerbrochenen Tafeln (V. 15–17)

V. Moses vierzigtägige Fürbitte (V. 18–21)

VI. Weitere Beispiele des Widerspruchs Israels (V. 22–24)

VII. Mose als Fürsprecher unter Berufung auf den Bund (V. 25–29)


4. Abschnitt I – Einzug trotz Übermacht (V. 1–6)

Inhalt

Kernaussage

Der Sieg kommt von Jehova – nicht von Israel.

Schlüsselvers

V. 4: „Sprich nicht in deinem Herzen … um meiner Gerechtigkeit willen …“

Hebräisch (transliteriert):

👉 Zwei Gründe für den Sieg:

  1. Bosheit der Nationen

  2. Treue Gottes zu Seinem Schwur


5. Abschnitt II – Erinnerung an Israels Rebellion (V. 7–12)

Ziel der Erinnerung

„Erinnere dich – vergiss nicht“ (V. 7)

Israel wird nicht geschont:

👉 Mose beginnt nicht mit dem Goldenen Kalb, sondern mit der Haltung des Herzens.


6. Abschnitt III – Gottes Zorn & das Angebot an Mose (V. 13–14)

Inhalt

Hebräisch:

👉 Rechtlich, moralisch und heilsgeschichtlich möglich, aber bewusst nicht vollzogen.


7. Abschnitt IV – Der Bruch des Bundes (V. 15–17)

Symbolik

Mose handelt nicht impulsiv, sondern prophetisch-symbolisch.

👉 Der Bund ist moralisch gebrochen, nicht formal aufgehoben.


8. Abschnitt V – Moses vierzigtägige Fürbitte (V. 18–21)

Inhalt

Hebräisch:

👉 Mose steht zwischen Gott und Volk.


9. Abschnitt VI – Weitere Rebellionen Israels (V. 22–24)

Genannte Orte:

👉 Das Goldene Kalb war kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines Musters.


10. Abschnitt VII – Mose beruft sich auf den Bund (V. 25–29)

Argumentationslinie Moses

  1. Gottes Eigentumsrecht an Israel

  2. Gottes Erlösung aus Ägypten

  3. Gottes Schwur an die Väter

  4. Gottes Ehre vor den Nationen

Schlüsselbegriff:

👉 Mose argumentiert theozentrisch, nicht anthropozentrisch.


11. Theologische Hauptaussagen von 5. Mose 9

  1. Erwählung beruht nicht auf menschlicher Gerechtigkeit

  2. Gottes Zorn ist real und gerecht

  3. Fürbitte hat wirkliche Wirkung

  4. Gottes Treue überragt menschliches Versagen

  5. Leiterschaft zeigt sich im Selbstverzicht


12. Heilsgeschichtliche Einordnung

  1. Mose 9:

👉 Mose kann bitten, aber nicht endgültig erlösen.


13. Übergang zur Typologie

Genau hier öffnet sich der Raum für die nächste Betrachtung:

Mose – ein Mittler, der fastet, bittet, sich selbst hingibt
Christus – der Mittler, der sich selbst gibt

ng: Mose – Christus

(ausgehend von 5. Mose 9; Basis Elberfelder 1905, mit hebräischen Begriffen und heilsgeschichtlicher Linie)


1. Grundsatz der Typologie

Typologie bedeutet:

Eine von Gott gewollte Vorausabbildung, die im Neuen Testament ihre vollkommene Erfüllung findet.

👉 Mose ist kein Ebenbild, sondern ein Schatten (Kol 2,17; Hebr 10,1).


2. Stellung Moses und Christi

Mose Christus
Knecht Gottes Sohn Gottes
Mittler des alten Bundes Mittler des neuen Bundes
Prophet Prophet und Offenbarer Gottes
Gesetzgeber Gesetzeserfüller
Menschlich, fehlbar Sündlos, vollkommen

3. Mose als Mittler – Christus als vollkommener Mittler

Mose (5Mo 9,18)

„Und ich warf mich nieder vor Jehova …“

Christus (1Tim 2,5)

„Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus“

👉 Mose tritt zwischen, Christus steht für immer dazwischen (Hebr 7,25).


4. Vierzig Tage – Fasten und Selbsterniedrigung

Mose

Christus

👉 Mose trägt die Last, Christus trägt die Schuld.


5. „Laß ab von mir“ – Einladung zur Fürbitte

Gott zu Mose (5Mo 9,14)

„Laß ab von mir …“

Hebräisch:

👉 Gott spricht so, damit Mose nicht loslässt.

Christus


6. Das Angebot: „Ich will dich zu einer Nation machen“

Mose

Christus (Phil 2,6–8)

👉 Mose verzichtet auf Größe, Christus verzichtet auf Herrlichkeit.


7. Identifikation mit dem schuldigen Volk

Mose (2Mo 32,32)

„Und nun, wenn du ihre Sünde vergeben wolltest – und wenn nicht, so lösche mich doch aus deinem Buch …“

Christus (2Kor 5,21)

„Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht“

👉 Mose bietet sich an, Christus gibt sich hin.


8. Berufung auf den Bund

Mose (5Mo 9,27)

„Gedenke deiner Knechte Abraham, Isaak und Jakob …“

👉 Mose argumentiert:

Christus


9. Gesetzestafeln – zerbrochen / im Herzen geschrieben

Mose

Christus (Hebr 8,10)

„Ich werde meine Gesetze in ihre Herzen geben“

👉 Mose trägt das Gesetz, Christus verinnerlicht es im Menschen.


10. Mose kann Zorn abwenden – Christus beseitigt ihn

Mose

Christus (Röm 5,9)

„… durch ihn gerettet vom Zorn“

👉 Mose verzögert das Gericht, Christus trägt es.


11. Mose stirbt – Christus lebt ewig

Mose Christus
stirbt vor dem Land führt ins himmlische Land
Grab unbekannt Grab leer
Dienst begrenzt Dienst ewig
keine bleibende Priesterschaft ewiger Hoherpriester

12. Mose als Prophet – Christus als das Wort

Mose (5Mo 18,15)

„Einen Propheten wie mich wird Jehova erwecken“

Christus (Joh 1,1)

„Im Anfang war das Wort …“

👉 Mose spricht Gottes Wort, Christus ist Gottes Wort.


13. Grenzen der Mose-Typologie

Sehr wichtig:

👉 Typologie endet immer dort,
wo Christus unvergleichlich höher ist.


14. Zusammenfassende Gegenüberstellung (Kernpunkte)

Mose Christus
bittet für das Volk stirbt für das Volk
lehnt eigene Erhöhung ab erniedrigt sich selbst
erinnert Gott an den Bund ist der Bund
Fasten und Fürbitte Kreuz und Auferstehung
zeitlicher Mittler ewiger Mittler

15. Theologischer Schlussgedanke

  1. Mose 9 zeigt:

👉 Mose weist über sich hinaus.

Was Mose im Gebet tut, vollbringt Christus im Opfer.

Mose – Christus

Tabellarische Typologie (Grundlage: 5. Mose 9)

für bibelkreis.ch – zuerst Lesetext, danach fertiger HTML-Code (1:1 einsetzbar)


1. Lesbare Tabellenfassung (für Studium & Bibelstunde)

Bereich Mose Christus
Stellung Knecht Gottes (5Mo 34,5) Sohn Gottes (Hebr 1,2)
Rolle Mittler des alten Bundes (Gal 3,19) Mittler des neuen Bundes (Hebr 9,15)
Grundlage Gesetz auf Steintafeln Gnade und Wahrheit (Joh 1,17)
Situation in 5Mo 9 Volk unter Gericht Menschheit unter Sünde
Gottes Wort „Laß ab von mir …“ (5Mo 9,14) Freiwillige Selbsthingabe (Joh 10,18)
Versuchung zur Erhöhung Angebot: neue Nation aus Mose Versuchung: alle Reiche der Welt
Reaktion Verzicht auf eigene Größe Selbsterniedrigung (Phil 2,6–8)
Identifikation Stellt sich zwischen Gott und Volk Wird Mensch und „für uns“
Fürbitte 40 Tage Fasten und Flehen Ständiges Eintreten (Hebr 7,25)
Umgang mit Sünde Bittet um Vergebung Trägt die Sünde
Bundesargument Schwur an Abraham, Isaak, Jakob Eigenes Blut als Bundesgrundlage
Gesetz Träger des Gesetzes Erfüller des Gesetzes
Wirkung Gericht wird abgewendet Gericht wird getragen
Ergebnis Volk bleibt bestehen Erlöste Gemeinde
Dauer des Dienstes Zeitlich begrenzt Ewig
Tod Stirbt vor dem Land Stirbt – und lebt ewig
Ziel Irdisches Kanaan Himmlisches Erbe

2. Theologische Kernaussage der Typologie

Mose bittet – Christus bezahlt.
Mose steht zwischen Gott und Volk – Christus vereint Gott und Mensch.

Mose ist der größte Mittler des Alten Bundes,
Christus ist der einzige vollkommene Mittler überhaupt.

5. Mose 9 ↔ Hebräerbrief

Vom vorläufigen Mittler zum vollkommenen Hohenpriester


1. Grundlinie der Verknüpfung

5. Mose 9 zeigt:

Der Hebräerbrief zeigt:

👉 Der Hebräerbrief ist die göttliche Antwort auf das Problem, das 5. Mose 9 offenlegt.


2. Das Grundproblem in 5. Mose 9

„Nicht um deiner Gerechtigkeit willen …“ (5Mo 9,4.5.6)

Diagnose:

👉 Zentrale Frage:
Wie kann ein heiliger Gott bei einem schuldigen Volk wohnen?


3. Mose im Licht von Hebräer 3

5. Mose 9

Hebräer 3,5–6

„Und Mose war zwar treu in seinem ganzen Hause als Diener … Christus aber als Sohn über sein Haus“

👉 Mose gehört zum Haus, Christus herrscht über das Haus.


4. Fürbitte vs. vollendetes Opfer

5. Mose 9

Hebräer 7,25

„Daher vermag er auch völlig zu erretten, die durch ihn Gott nahen, indem er allezeit lebt, um sich für sie zu verwenden.“

👉 Mose unterbricht das Gericht,
Christus beseitigt die Ursache des Gerichts.


5. Der Zorn Gottes: abgewendet – getragen

5. Mose 9 Hebräerbrief
Gottes Zorn real (9,8.19) Gottes Zorn real (Hebr 10,31)
Gericht droht Gericht bestätigt
Mose bittet Christus leidet
Volk bleibt am Leben Gläubige werden gerechtfertigt

👉 Hebräer zeigt:
Zorn wird nicht ignoriert, sondern erfüllt – am Kreuz.


6. Der Bund: zerbrochen – erneuert – überboten

5. Mose 9

Hebräer 8,6–10

„Jetzt aber hat er einen vorzüglicheren Dienst erlangt … einen besseren Bund“

👉 Der neue Bund ist:


7. Mose fastet – Christus opfert sich

Mose (5Mo 9,18)

Christus (Hebr 9,12)

„… durch sein eigenes Blut ein für allemal eingegangen“

👉 Mose entzieht sich dem Leben,
Christus gibt sein Leben.


8. Zeitliche Fürbitte – ewige Fürsprache

Mose

Christus (Hebr 7,24)

„Er aber, weil er in Ewigkeit bleibt, hat ein unveränderliches Priestertum“

👉 Hebräer beantwortet das Defizit von 5. Mose 9:
Was Mose nicht dauerhaft leisten konnte, tut Christus ewig.


9. Zugang zu Gott: begrenzt – frei

5. Mose 9

Hebräer 10,19–22

„Da wir nun Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum …“

👉 Der Hebräerbrief öffnet,
was 5. Mose 9 noch verschlossen hält.


10. Heilsgeschichtliche Zusammenfassung

5. Mose 9
→ zeigt die Notwendigkeit eines Mittlers

Hebräerbrief
→ offenbart den vollkommenen Mittler

Mose = Schatten
Christus = Wirklichkeit


Tabellarische Verknüpfung 5Mo 9 ↔ Hebräerbrief

Thema 5. Mose 9 Hebräerbrief
Zustand des Volkes Schuld, Rebellion Sünder vor Gott
Mittler Mose Jesus Christus
Art der Mittlerschaft Fürbitte Opfer + Fürsprache
Dauer Zeitlich Ewig
Grundlage Schwur an die Väter Blut Christi
Bund Zerbrochen Neu und besser
Zugang Beschränkt Frei
Ergebnis Bewahrung Israels Vollständige Erlösung

Mose als Mittler – Christus als Erlöser

1. Ausgangspunkt (5. Mose 9)

Israel steht schuldig vor Gott. Der Bund ist durch das Goldene Kalb moralisch gebrochen. Gottes Zorn ist gerecht. Mose tritt als Mittler ein – nicht auf Grundlage der Gerechtigkeit des Volkes, sondern allein aufgrund der Treue Gottes.

„Nicht um deiner Gerechtigkeit willen …“ (5Mo 9,5)


2. Mose – der vorläufige Mittler

Mose steht zwischen Gott und Volk:

👉 Mose kann bitten, aber nicht sühnen.
👉 Er wendet das Gericht ab, trägt es aber nicht.


3. Die Grenze des mosaischen Dienstes

So treu Mose ist:

👉 5. Mose 9 zeigt:
Ein besserer Mittler ist nötig.


4. Christus – der vollkommene Erlöser

Jesus Christus ist nicht nur Mittler, sondern Erlöser:

„Durch sein eigenes Blut ein für allemal eingegangen …“ (Hebr 9,12)


5. Wesentlicher Unterschied

👉 Mose sagt sinngemäß: „Verschone sie.“
👉 Christus sagt tatsächlich: „Ich nehme es auf mich.“


6. Ergebnis der beiden Dienste

Mose = Bewahrung trotz Schuld
Christus = Erlösung von Schuld


7. Zentrale Lehrwahrheit

Was Mose im Gebet nicht vollenden konnte,
hat Christus am Kreuz vollkommen vollbracht.


8. Merksatz für Bibelstunden

Mose steht zwischen Gott und Volk –
Christus bringt Gott und Mensch zusammen.