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Die fünf Reden Jesu im Matthäusevangelium sind bewusst parallel zu den fünf Büchern Mose aufgebaut.
Ihre Schlusssätze weisen Christus als den endgültigen Offenbarer und Gesetzgeber Gottes aus.
Die fünf großen Reden Jesu entsprechen in Struktur und Abschluss der mosaischen Fünferordnung.
Christus erscheint darin als Erfüllung der Tora und als letzte göttliche Autorität.
Das Matthäusevangelium ist
nicht zufällig, sondern
bewusst mosaisch strukturiert.
Matthäus schreibt an Juden und stellt
den Herrn Jesus Christus als den
neuen,
größeren Mose vor (vgl. Mt 5,1 ↔ 2Mo 19).
Die fünf großen Reden Jesu sind:
| Nr. | Rede | Abschnitt |
|---|---|---|
| 1 | Bergpredigt | Mt 5–7 |
| 2 | Aussendungsrede | Mt 10 |
| 3 | Gleichnisrede | Mt 13 |
| 4 | Gemeinderede | Mt 18 |
| 5 | Endzeitrede | Mt 24–25 |
Jede dieser Reden endet mit einem markanten Schlusssatz – und genau hier setzt deine Analogie an.
Jede Rede endet mit einer nahezu identischen Abschlussformel:
„Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte …“
Mt 7,28
„Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte …“
Mt 11,1
„Und es geschah, als Jesus diese Befehle an seine zwölf Jünger vollendet
hatte …“
Mt 13,53
„Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte …“
Mt 19,1
„Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte …“
Mt 26,1
„Und es geschah, als Jesus alle diese Worte vollendet hatte …“
👉 Diese Formel ist kein erzählerischer Zufall, sondern eine bewusste redaktionelle Markierung.
| Buch Mose | Schwerpunkt |
|---|---|
| Genesis | Ursprung |
| Exodus | Erlösung |
| Levitikus | Gemeinschaft / Heiligtum |
| Numeri | Wandel / Prüfung |
| Deuteronomium | Vollendung / Rückblick |
| Rede Jesu | Entsprechung |
|---|---|
| Bergpredigt | Grundsatz des Reiches (Gesetz vom Berg) |
| Aussendung | Dienst und Sendung |
| Gleichnisse | Geheimnisse des Reiches |
| Gemeinderede | Ordnung in der Gemeinschaft |
| Endzeitrede | Vollendung, Gericht, Reich |
➡️ Jesus lehrt nicht fünf beliebige Reden, sondern fünf „Lehrkörper“, die funktional der Tora entsprechen, aber sie übersteigen (Mt 5,17).
Im 5. Buch Mose lesen wir:
„Und Mose vollendete alle diese Worte …“ (vgl. 5Mo 31,1; 32,45)
Der Ausdruck „vollenden“ (συντελέω) wird bei Matthäus absichtlich verwendet, um zu zeigen:
Jesus ist nicht nur Lehrer – Er ist der Gesetzgeber.
Die Rede endet nicht, weil das Thema erschöpft ist, sondern weil ein göttlicher Abschnitt abgeschlossen wurde.
Die Psalmen sind ebenfalls in fünf Bücher gegliedert, jedes mit einer Doxologie am Ende:
| Psalmenbuch | Abschluss |
|---|---|
| Buch 1 (Ps 1–41) | Ps 41,14 |
| Buch 2 (Ps 42–72) | Ps 72,18–19 |
| Buch 3 (Ps 73–89) | Ps 89,53 |
| Buch 4 (Ps 90–106) | Ps 106,48 |
| Buch 5 (Ps 107–150) | Ps 150 |
👉
Tora endet mit Worten – Psalmen
enden mit Lobpreis.
👉 Matthäus verbindet beides:
Lehre + Autorität → Reaktion der Menschen.
Beispiel Mt 7,28–29:
„… denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat …“
➡️ Das ist funktional eine Doxologie, nicht in Lobform, sondern in Staunen und Anerkennung göttlicher Autorität.
Lk 24,44:
„… alles muss erfüllt werden, was über mich geschrieben steht im Gesetz Moses und in den Psalmen …“
Matthäus zeigt:
Tora-Struktur → fünf Reden
Psalm-Struktur → Reaktion / Abschluss / Vollendung
Der Schlusssatz jeder Rede ist damit:
Tora-artig: Vollendung eines göttlichen Lehrblocks
Psalm-artig: Antwort des Volkes (Staunen, Ärger, Entscheidung)
Der Schlusssatz zeigt:
Autorität – Jesus spricht nicht aus Ableitung
Vollendung – keine Korrektur, keine Ergänzung nötig
Entscheidung – der Hörer wird herausgefordert
Wer diese Worte hört und tut sie … (Mt 7,24)
Wie bei Mose:
„Ich habe euch heute Leben und Tod vorgelegt …“ (5Mo 30,19)
Die fünf großen Reden Jesu im Matthäusevangelium sind bewusst als Gegenstück zu den fünf Büchern Mose gestaltet.
Ihre jeweils formelhaften Schlusssätze fungieren als literarische „Buchenden“ und entsprechen sowohl der mosaischen Vollendungsformel als auch der doxologischen Struktur der Psalmen.
Matthäus stellt Jesus damit als den endgültigen Offenbarer Gottes vor: größer als Mose, Gegenstand des Lobes der Psalmen und Mittelpunkt aller Schrift.