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Jesus Christus – Name oder Titel?
In den Evangelien begegnet uns „Christus“ nicht als Nachname,
sondern als verheißener Titel: der
Gesalbte, der Messias.
Die neutestamentlichen Schreiber setzen
diesen Titel nicht voraus,
sie erklären, prüfen und bezeugen ihn.
Fragen wie „Bist du der Christus?“
oder Bekenntnisse wie „Du bist der Christus“
zeigen: Es geht um Identität, nicht um Namensgebrauch.
Erst nach Kreuz und Auferstehung
wird „Christus“ zunehmend formelhaft gebraucht.
Doch der ursprüngliche Sinn bleibt entscheidend:
Jesus ist der Christus.
Diese Fußnotenübersicht hilft,
den messianischen Titel im Text wieder hörbar zu machen,
ohne den Wortlaut zu verändern.
Sie lädt ein, die Evangelien neu zu lesen –
als Zeugnis dafür,
dass in Jesus von Nazareth
alle Verheißungen Gottes erfüllt sind.
Grammatisch liegt hier kein
Eigenname im späteren christlichen Sinn vor, sondern eine
Titelzuweisung:
Χριστός ist hier kein Nachname, sondern ein messianischer Titel (= der Gesalbte).
Matthäus schreibt für ein jüdisches Publikum.
Das ganze Kapitel 1 dient dazu zu zeigen, dass Jesus der verheißene Messias ist.
👉 Inhaltlich meint Matthäus also:
„Das Geschlechtsregister Jesu, des Christus, des Sohnes Davids …“
„Jesus, der Christus“
oder
„Jesus, der Messias“
exegetisch präziser als das verschliffene „Jesus Christus“, das heute fast wie ein Eigenname wirkt.
Die Elberfelder ist sehr texttreu, aber:
sie folgt oft der traditionellen kirchlichen Sprachgewohnheit
sie unterscheidet nicht immer
zwischen
Titelgebrauch und
Eigennamen-Gebrauch
Gerade
Mt 1,1 ist jedoch
programmatisch:
👉 Christus muss hier erklärt
werden, nicht vorausgesetzt.
Es gibt mehrere Stellen, wo eine klarere Titelübersetzung exegetisch sinnvoll wäre:
Mt 1,16
„… Maria, von der geboren ist Jesus, der Christus“
✔ Elberfelder ist hier korrekt – zeigt aber die Inkonsistenz zu V.1
Mt 2,4
„… wo der Christus geboren werden sollte“
→ eindeutig Titel, nicht Eigenname
Joh 1,17
„… die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden“
Hier wäre kontextuell gut hörbar:
„durch Jesus, den Christus“,
denn V. 41 erklärt ausdrücklich:
„Wir haben den Messias gefunden (was übersetzt ist: Christus).“
Röm 1,1
„… Apostel Jesu Christi“
Griechisch:
Παῦλος δοῦλος Χριστοῦ Ἰησοῦ
Hier ist bewusst der Titel vorangestellt:
„Sklave des Christus Jesus“
→ Betonung: Jesus in seiner messianischen Stellung
Eine Verdeutlichung im Deutschen wäre hilfreich, etwa im Kommentar oder durch Fußnote.
Apg 2,36
„… dass Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus“
Hier wird
Christus explizit als verliehene
Würde erklärt –
eine Schlüsselstelle gegen den bloßen Eigennamen-Gebrauch!
Eine hilfreiche Leitlinie:
| Kontext | Sinnvolle Wiedergabe |
|---|---|
| Erklärend, jüdisch, heilsgeschichtlich | Jesus, der Christus |
| Bekenntnishaft, nachösterlich, lehrhaft | Jesus Christus |
| Titelbetonung (Χριστός Ἰησοῦς) | der Christus Jesus |
Eindeutig ist für eine
sachlich-exegetische
Bibelwiedergabe ist in Mt
1,1
„Jesus, der Christus“
vorzuziehen.
Die Elberfelder 2023 bleibt korrekt im
Wortlaut,
aber verbesserungsfähig in der
Titeltransparenz.
Eine systematisch geordnete Liste
aller neutestamentlichen Stellen, in denen
Χριστός eindeutig als
Titel („der Gesalbte / der
Messias“) gebraucht wird –
nicht als verschliffener Eigenname.
iese Stellen lassen keinen Zweifel, dass Χριστός ein Titel ist.
Mt 1,16 – „Jesus, der Christus“
Mt 2,4 – „wo der Christus geboren werden sollte“
Mt 11,2 – „die Werke des Christus“
Mt 16,16 – „du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“
Mt 22,42 – „Was denkt ihr über den Christus?“
Mt 24,5 – „Ich bin der Christus“
Mt 26,63 – „ob du der Christus, der Sohn Gottes, bist“
Mt 27,17 – „Jesus, der Christus“
Mt 27,22 – „Jesus, der Christus“
Mk 8,29 – „du bist der Christus“
Mk 12,35 – „wie sagen die Schriftgelehrten, dass der Christus Davids Sohn ist?“
Mk 13,21 – „siehe, hier ist der Christus“
Mk 14,61 – „bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?“
Lk 2,11 – „Christus, der Herr“ (Titel + Würde)
Lk 2,26 – „er sollte den Christus des Herrn nicht sehen“
Lk 3,15 – „ob er nicht etwa der Christus sei“
Lk 4,41 – „du bist der Christus“
Lk 9,20 – „der Christus Gottes“
Lk 20,41 – „wie sagen sie, dass der Christus Davids Sohn ist?“
Lk 22,67 – „bist du der Christus?“
Lk 23,2 – „er sagt, dass er Christus sei“
Joh 1,20 – „ich bin nicht der Christus“
Joh 1,25 – „wenn du nicht der Christus bist“
Joh 1,41 – „wir haben den Messias gefunden (was übersetzt ist: Christus)“
Joh 4,25 – „ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus genannt wird“
Joh 7,26 – „ob die Obersten erkannt haben, dass dies der Christus ist“
Joh 7,27 – „wenn der Christus kommt“
Joh 7,31 – „wird der Christus mehr Zeichen tun?“
Joh 9,22 – „wenn jemand ihn als Christus bekenne“
Joh 10,24 – „wenn du der Christus bist, sage es frei heraus“
Joh 11,27 – „du bist der Christus, der Sohn Gottes“
Joh 12,34 – „wir haben gehört, dass der Christus bleibt“
Joh 20,31 – „dass Jesus der Christus ist“
Apg 2,31 – „die Auferstehung des Christus“
Apg 2,36 – „Gott hat ihn zum Herrn und zum Christus gemacht“
Apg 3,18 – „dass sein Christus leiden sollte“
Apg 4,26 – „gegen den Herrn und seinen Christus“
Apg 5,42 – „dass Jesus der Christus ist“
Apg 8,5 – „verkündigte ihnen den Christus“
Apg 9,22 – „bewies, dass dieser der Christus ist“
Apg 10,38 – „Jesus von Nazareth, wie Gott ihn gesalbt hat“
Apg 17,3 – „dass dieser Jesus der Christus ist“
Apg 18,5 – „bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus sei“
Apg 18,28 – „indem er bewies, dass Jesus der Christus ist“
(auch ohne Artikel, aber eindeutig kein Eigenname)
Röm 9,5 – „aus denen der Christus dem Fleisch nach ist“
Röm 15,3 – „auch der Christus hat nicht sich selbst gefallen“
1Kor 1,23 – „wir predigen Christus als gekreuzigt“
1Kor 10,4 – „der Fels aber war der Christus“
1Kor 15,3 – „dass Christus für unsere Sünden gestorben ist“
Gal 3,16 – „und deinem Samen, welcher Christus ist“
Hebr 5,5 – „der Christus hat sich nicht selbst verherrlicht“
Hebr 9,11 – „Christus aber, gekommen als Hoherpriester“
Diese Stellen stehen sprachlich bereits nahe am Eigennamen, sind aber theologisch noch titelbewusst:
„Christus Jesus“
„Jesus, der Christus“ (formelhaft)
doxologische Zusammenhänge
Beispiele:
Röm 1,1
Phil 2,5
Kol 1,1
Hier ist keine Korrektur nötig, aber eine bewusste Lesart.
📌
Χριστός ist im NT primär ein
Titel, kein Name.
📌 Der Eigenname-Charakter entsteht
erst durch kirchliche
Sprachtradition.
📌 Die Evangelien und Apostelgeschichte
beweisen, erklären, bezeugen:
Jesus ist der Christus.
Titelgebrauch = „der Gesalbte / der Messias“
Namensformel = fest gefügter Christus-Name nachösterlich
Übergang = sprachlich Name, theologisch noch Titelbewusstsein
| Buch | Stelle (Beispiel) | Griechische Form | Kategorie | Sinn im Kontext |
|---|---|---|---|---|
| Mt | 1,1 | Ἰησοῦ Χριστοῦ | Titel | Programmatische Messias-Identifikation |
| Mt | 16,16 | ὁ Χριστός | Titel | Messiasbekenntnis |
| Mk | 8,29 | ὁ Χριστός | Titel | Wendepunkt im Evangelium |
| Lk | 2,11 | Χριστὸς κύριος | Titel | Geborener Messias |
| Joh | 1,41 | ὁ Μεσσίας (= Χριστός) | Titel | Übersetzter Titel |
| Joh | 11,27 | ὁ Χριστός | Titel | Bekenntnis |
| Joh | 20,31 | ὁ Χριστός | Titel | Zielaussage des Evangeliums |
📌
Ergebnis Evangelien:
Χριστός fast durchgehend Titel,
besonders vor Kreuz und Auferstehung.
| Stelle | Form | Kategorie | Funktion |
|---|---|---|---|
| Apg 2,36 | εἰς Χριστόν | Titel | Gott verleiht Würde |
| Apg 3,18 | τοῦ Χριστοῦ | Titel | Leidender Messias |
| Apg 5,42 | ὁ Χριστός | Titel | Inhalt der Verkündigung |
| Apg 9,22 | ὁ Χριστός | Titel | Beweisführung |
| Apg 17,3 | ὁ Χριστός | Titel | Synagogenpredigt |
| Apg 18,28 | ὁ Χριστός | Titel | Schriftbeweis |
📌
Ergebnis Apostelgeschichte:
Jesus wird als Christus verkündigt
– Christus ist noch kein Eigenname.
| Stelle | Wortstellung | Kategorie | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Röm 1,1 | Χριστοῦ Ἰησοῦ | Übergang | Titel vor Name |
| Röm 8,1 | ἐν Χριστῷ Ἰησοῦ | Übergang | Stellung + Beziehung |
| 1Kor 1,23 | Χριστὸν ἐσταυρωμένον | Titel | Verkündigungsinhalt |
| Gal 3,16 | ὅς ἐστιν Χριστός | Titel | Samen = Messias |
| Eph 1,1 | Χριστοῦ Ἰησοῦ | Übergang | Hoheitstitel |
📌
Ergebnis:
Paulus kennt Christus als Titel,
verwendet ihn aber formelhaft.
| Stelle | Form | Kategorie | Sprachstand |
|---|---|---|---|
| Phil 1,1 | Χριστῷ Ἰησοῦ | Eigenname (formelhaft) | Gemeindesprache |
| Kol 1,1 | Χριστοῦ Ἰησοῦ | Eigenname | Fest etabliert |
| 1Thess 1,1 | ἐν Χριστῷ Ἰησοῦ | Eigenname | Bekenntnissprache |
| Phlm 1 | Χριστοῦ Ἰησοῦ | Eigenname | Kurzformel |
📌
Aber:
Auch hier bleibt inhaltlich der
Titel präsent, selbst wenn sprachlich verschliffen.
| Stelle | Form | Kategorie | Theologischer Fokus |
|---|---|---|---|
| Hebr 3,6 | ὁ Χριστός | Titel | Sohn über dem Haus |
| Hebr 5,5 | ὁ Χριστός | Titel | Berufener Hoherpriester |
| Hebr 9,11 | Χριστός | Titel | Messias als Hoherpriester |
📌 Hebräerbrief = bewusste Rückkehr zum Titelgebrauch.
| Phase | Χριστός-Verwendung |
|---|---|
| Evangelien | Titel (Messiasbeweis) |
| Apostelgeschichte | Titel (Verkündigung) |
| Paulus früh | Titel → Formel |
| Paulus spät | Formelhafter Eigenname |
| Hebräer | Bewusst wieder Titel |
Wo Christus erklärt, bewiesen oder hinterfragt wird → TITEL.
Wo Christus angebetet, bekannt oder vorausgesetzt wird → NAME.
(Titel muss verstanden werden)
Text: „Buch des Geschlechts Jesu Christi …“
Fußnote (empfohlen):
Christus = griech. Christós, „der Gesalbte“ (Messias). Hier nicht als Eigenname, sondern als Titel gebraucht: Jesus, der Christus.
Text: „… Jesus, der Christus genannt wird“
Fußnote (optional, verstärkend):
Wörtl. „Jesus, der Christus“. Christus ist Titel, nicht Eigenname.
(Frage: ist er der Christus?)
Text: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
Fußnote:
der Christus = der verheißene Messias Israels (Ps 2; Dan 9; Jes 53).
Text: „… dass du der Christus bist, der Sohn Gottes“
Fußnote:
Christus wird hier als messianischer Titel bekannt, nicht als Name.
Text: „… dass Jesus der Christus ist“
Fußnote:
Zielaussage des Evangeliums: Jesus ist der Messias.
(Christus wird erklärt oder übersetzt)
Text: „Wir haben den Messias gefunden“
Fußnote (ergänzend):
Messias (hebr.) = Christus (griech.), „der Gesalbte“.
Text: „… der Messias kommt, der Christus genannt wird“
Fußnote (kurz):
Christus = griech. Übersetzung von Messias.
Text: „… hat Gott ihn zum Herrn und Christus gemacht“
Fußnote:
Christus bezeichnet hier die von Gott verliehene messianische Würde.
Text: „… dass Jesus der Christus ist“
Fußnote:
Inhalt der apostolischen Verkündigung: Jesus ist der verheißene Messias.
Text: „… dass dieser Jesus der Christus ist“
Fußnote:
Christus ist hier nicht Eigenname, sondern Gegenstand des Schriftbeweises.
Text: „… Knecht Jesu Christi“
Fußnote (behutsam):
Wörtl. „Sklave des Christus Jesus“. Christus steht als Titel vor dem Namen.
Text: „… welcher Christus ist“
Fußnote:
Christus = der verheißene Messias, auf den sich die Verheißung erfüllt.
Text: „So hat auch der Christus sich nicht selbst verherrlicht“
Fußnote (bestätigend):
der Christus = der von Gott berufene Hohepriester und Messias.
Text: „Christus aber, gekommen als Hoherpriester …“
Fußnote:
Christus wird hier als Titel für den messianischen Hohepriester gebraucht.
Christus (griech. Christós) bedeutet „der Gesalbte“ und entspricht dem hebr. Messias.
Im Neuen Testament wird Christus sowohl als Titel (besonders in den Evangelien und der Apostelgeschichte) als auch als Namensformel (in den Briefen) gebraucht.
Wo der messianische Anspruch Jesu erklärt, geprüft oder verkündigt wird, ist Christus als Titel zu verstehen.
Immer dann eine Fußnote setzen, wenn
– Christus geprüft, erklärt, erwartet oder bestritten wird
– oder wenn ein jüdisch-messianischer Zusammenhang vorliegtKeine Fußnote nötig, wenn Christus als vorausgesetzte Bekenntnisformel erscheint.
| Stelle | Fußnote? | Kurzbegründung |
|---|---|---|
| Mt 1,1 | JA (Pflicht) | Programmschrift – Titel |
| Mt 1,16 | JA | explizit „der Christus“ |
| Mt 2,4 | JA | messianische Erwartung |
| Mt 11,2 | JA | Werke des Christus |
| Mt 16,16 | JA | messianisches Bekenntnis |
| Mt 22,42 | JA | Lehrfrage über den Christus |
| Mt 24,5 | JA | falsche Messiasse |
| Mt 26,63 | JA | Gerichtsverhör |
| Mt 27,17.22 | JA | Titel im Gerichtsprozess |
| übrige Stellen | NEIN | kontextuell klar |
| Stelle | Fußnote? | Kurzbegründung |
|---|---|---|
| Mk 8,29 | JA (Pflicht) | Schlüsselbekenntnis |
| Mk 12,35 | JA | Schriftgelehrtenfrage |
| Mk 13,21 | JA | falscher Christus |
| Mk 14,61 | JA | Hoherpriesterfrage |
| übrige | NEIN | keine Titelklärung nötig |
| Stelle | Fußnote? | Kurzbegründung |
|---|---|---|
| Lk 2,11 | JA | messianische Geburt |
| Lk 2,26 | JA | Erwartung des Christus |
| Lk 3,15 | JA | Volksfrage |
| Lk 4,41 | JA | Dämonenbekenntnis |
| Lk 9,20 | JA | Petrusbekenntnis |
| Lk 20,41 | JA | Lehrfrage |
| Lk 22,67 | JA | Gerichtsfrage |
| Lk 23,2 | JA | Anklagepunkt |
| übrige | NEIN |
(besonders titelbewusst!)
| Stelle | Fußnote? | Kurzbegründung |
|---|---|---|
| Joh 1,20 | JA (Pflicht) | Christus erklärt |
| Joh 1,25 | JA | Titelprüfung |
| Joh 1,41 | JA (Pflicht) | Messias = Christus |
| Joh 4,25 | JA (Pflicht) | Titelübersetzung |
| Joh 7,26–31 | JA | Volksdiskussion |
| Joh 9,22 | JA | Synagogenausschluss |
| Joh 10,24 | JA | offene Forderung |
| Joh 11,27 | JA (Pflicht) | Vollbekenntnis |
| Joh 12,34 | JA | Volksverständnis |
| Joh 20,31 | JA (Pflicht) | Zielaussage |
Diese Formulierung kannst du wortgleich mehrfach verwenden:
Christus (griech. Christós) bedeutet „der Gesalbte“ (= Messias).
In diesem Zusammenhang ist Christus als Titel, nicht als Eigenname gebraucht.
Die Evangelien verkündigen nicht „Christus“,
sie beweisen: Jesus ist der Christus.