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Das Mahl des Herrn ist kein sakramentaler
Gnadenakt, sondern eine heilige Antwort des Glaubens auf ein
ein für allemal vollbrachtes
Erlösungswerk.
Weder Brot noch Kelch vermitteln Gnade an sich, sondern bezeugen eine
bereits bestehende Gemeinschaft mit Christus, gegründet allein auf sein
vergossenes Blut.
Der Apostel Paulus unterscheidet klar
zwischen Gemeinschaft (1.
Korinther 10) und Gedächtnis
(1. Korinther 11):
In Kapitel 10 geht es um die geistliche Realität der Zugehörigkeit – mit wem
wir Gemeinschaft haben und wovon wir uns absondern müssen.
In Kapitel 11 steht das würdige Gedenken des Herrn im Mittelpunkt, verbunden
mit Selbstprüfung, Verantwortung und geistlichem Ernst.
Sakramentales Denken verschiebt den
Blick vom Kreuz zur Handlung und gefährdet damit die Gewissheit des
vollbrachten Heils.
Die Schrift hingegen betont: Nicht durch Teilnahme am Mahl wird Gemeinschaft
geschaffen, sondern weil Gemeinschaft besteht, nehmen Gläubige teil.
So wird das Brotbrechen zu dem, was es
nach der Schrift ist:
ein Ausdruck der Einheit des Leibes,
eine Verkündigung des Todes des Herrn,
ein Bekenntnis zu seiner Erlösung
und ein heiliger Akt der Anbetung –
nicht als Mittel zur Gnade, sondern als Antwort auf Gnade.
„Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, segnete es, brach es und gab es den Jüngern …
Und er nahm den Kelch und dankte …“
👉
Brot → Kelch
= historischer Ablauf beim letzten Passahmahl
„Der Kelch der Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus?
Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus?“
👉
Kelch → Brot
= lehrmäßige Darstellung (nicht Abendmahlsbericht!)
Der Zusammenhang von 1. Kor 10 ist keine Einsetzungslehre, sondern:
Gemeinschaft (κοινωνία)
Absonderung
Warnung vor Götzenopfergemeinschaft
V. 16–21:
Gemeinschaft mit Christus ↔ Gemeinschaft mit Dämonen (Unvereinbarkeit!)
👉 Paulus argumentiert von innen nach außen, nicht chronologisch.
Biblisch ist klar:
Ohne Blutvergießen keine Vergebung (Hebr 9,22)
Das Blut Christi:
beseitigt Schuld
reinigt das Gewissen
schafft die Grundlage der Gemeinschaft
➡️ Erst Gemeinschaft durch das Blut, dann Gemeinschaft als Leib
👉 Deshalb:
Kelch (Blut) → Brot (Leib)
Das ist heilsgeschichtlich logisch, auch wenn es nicht der zeitliche Ablauf war.
Der Begriff:
ποτήριον τῆς εὐλογίας
verweist direkt auf:
den dritten Becher beim Passah (Becher der Erlösung)
Mose 6,6–7 („Ich will euch erlösen …“)
👉 Paulus greift bewusst diese Erlösungsbedeutung auf.
Weil Matthäus:
historisch berichtet
den realen Ablauf des Mahles wiedergibt
unter jüdisch-passahlichem Rahmen schreibt
Paulus hingegen:
lehrmäßig argumentiert
die geistliche Bedeutung erklärt
nicht den Ablauf reguliert
➡️ Zwei verschiedene Zielsetzungen
Die Schrift zeigt:
Matthäus: Brot → Kelch
Paulus (1Kor 10): Kelch → Brot
Paulus (1Kor 11): Brot → Kelch
👉 Die Schrift selbst variiert, ohne einen Widerspruch zu sehen.
➡️ Kein Dogma, keine Ritualbindung
Was unbedingt festgehalten werden muss:
Blut zuerst als Grundlage
Erlösung
Reinigung
Frieden mit Gott
Leib als Folge
Gemeinschaft
Einheit
Leib Christi
👉 Heilsgeschichtlich immer: Blut → Leib
Auch wenn die äußere Handlung variieren kann.
Paulus mahnt in 1Kor 10:
Gemeinschaft ist real – nicht symbolisch leer.
Wer am Kelch teilhat, bekennt Gemeinschaft mit Christus
Wer vom Brot isst, bekennt Zugehörigkeit zum einen Leib
Darum ist Doppeltgemeinschaft (Christus + Götzen) unmöglich
➡️ Das ist der eigentliche Ernst der Stelle.
Ja, die umgekehrte Reihenfolge in 1Kor 10,16 ist bedeutsam
Nein, sie begründet keine liturgische Vorschrift
Paulus stellt die Grundlage (Blut) vor die Folge (Leib)
Für uns zählt nicht der äußere Ablauf, sondern:
das Bewusstsein der Erlösung
die Reinheit der Gemeinschaft
die Einheit des Leibes Christi
Dieser Unterschied ist grundlegend, wird aber oft vermischt – mit erheblichen Folgen für das Verständnis der Zusammenkunft.
1Kor 10,16–17
„Der Kelch der Segnung … die Gemeinschaft des Blutes des Christus …
das Brot … die Gemeinschaft des Leibes des Christus.“
👉 Mit wem habe ich Gemeinschaft?
Paulus behandelt hier:
nicht die Ordnung der Feier
nicht persönliche Würdigkeit
nicht Zuchtfragen
sondern:
die geistliche Realität der Gemeinschaft
Christliche Gemeinschaft
– Kelch & Brot → Gemeinschaft mit Christus
Jüdische Kultgemeinschaft
(V. 18)
– Altar → Gemeinschaft mit dem Altar
Heidnische Kultgemeinschaft
(V. 20)
– Götzenopfer → Gemeinschaft mit Dämonen
👉 Schlussfolgerung (V. 21):
„Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch.“
➡️ Absoluter Ausschließlichkeitsanspruch
In 1Kor 10 geht es nicht um das Wie, sondern um das Ob:
Ob Gemeinschaft besteht
Ob sie rein ist
Ob sie exklusiv ist
➡️ Versammlungsprinzip, kein Liturgieprinzip
1Kor 11,24–25
„Dies tut zu meinem Gedächtnis.“
👉 Wie gedenken wir des Herrn würdig?
Hier geht es um:
Ordnung
Selbstprüfung
Verantwortung
Zucht (Schwache, Kranke, Entschlafene!)
| 1Kor 10 | 1Kor 11 |
|---|---|
| Gemeinschaft | Gedächtnis |
| Kollektiv | Persönlich |
| Stellung | Zustand |
| Warnung vor Götzen | Warnung vor Unwürdigkeit |
| Kelch zuerst | Brot zuerst |
| Prinzipiell | Praktisch |
👉 Zwei völlig verschiedene Blickrichtungen
Weil Paulus hier:
zurück zur Einsetzung geht
den historischen Ablauf aufnimmt
das Gedächtnis an den leidenden Herrn betont
➡️ Das Gedächtnis folgt dem Weg des
Leidens:
Leib gegeben → Blut vergossen
1Kor 10: Wer hat Gemeinschaft mit wem?
1Kor 11: Wie gedenken wir des Herrn würdig?
👉 Wer diese Kapitel vermischt, verliert:
entweder die Heiligkeit der Gemeinschaft
oder die Ernsthaftigkeit des Gedächtnisses
Jetzt wird sichtbar, warum Paulus vom „Kelch der Segnung“ spricht.
Die Grundlage:
„Ich will euch herausführen …
ich will euch erretten …
ich will euch erlösen …
ich will euch annehmen …“
„Ich will euch herausführen“
– Absonderung von Ägypten
– Beginn des Festes
„Ich will euch erretten“
– Erinnerung an das Gericht
– Verbindung mit den zehn Plagen
„Ich will euch erlösen“
👉 Dieser Becher ist der entscheidende
Nach dem Essen des Lammes
In direktem Zusammenhang mit dem Blut
Diesen Becher nennt Paulus: „Kelch der Segnung“
➡️ Genau dieser Becher wird in:
Matthäus 26
1Kor 10
1Kor 11
auf Christus bezogen.
„Ich will euch annehmen“
➡️ Dieser Becher wird in Matthäus 26,29 ausdrücklich auf die Zukunft verschoben:
„… bis zu jenem Tage, da ich ihn neu mit euch trinken werde im Reiche meines Vaters.“
👉 Hinweis auf:
das Reich
das messianische Mahl
die zukünftige Vollendung
Paulus spricht nicht zufällig vom:
„Kelch der Segnung“
Er sagt damit:
Dieser Kelch steht für vollbrachte Erlösung
Wer davon trinkt, bekennt:
Ich stehe auf der Grundlage des Blutes
Ich gehöre zu diesem Erlösungsbund
Ich habe Gemeinschaft mit Christus allein
➡️ Deshalb ist Götzenopfergemeinschaft ausgeschlossen
Blut (Kelch) ist die Grundlage
objektiv
vollbracht
einmalig
Leib (Brot) ist die Folge
Gemeinschaft
Einheit
Zeugnis
Reihenfolge ist nicht liturgisch bindend
aber heilsgeschichtlich eindeutig
Der Ernst der Zusammenkunft
Gemeinschaft ist real
Gedächtnis ist heilig
Beides verlangt geistliche Klarheit
Unter sakramentalem Denken versteht man:
Die Vorstellung, dass durch die äußere Handlung selbst
(Brot essen, Kelch trinken)
geistliche Gnade vermittelt oder bewahrt wird.
Kernannahmen:
Die Handlung wirkt ex opere operato
Die Wirkung hängt nicht primär vom Glauben, sondern von der gültigen Vollziehung ab
Die Feier ist Gnadenmittel, nicht nur Gedenk- oder Gemeinschaftshandlung
„Der Kelch … ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes?“
→ Also wirkt der Kelch Gemeinschaft?
Paulus sagt nicht:
Der Kelch bewirkt Gemeinschaft
sondern:
Der Kelch ist Ausdruck von Gemeinschaft
👉 Symbolische Repräsentation einer realen geistlichen Beziehung, keine Ursache.
Im Griechischen:
Identitätsaussage
keine Wirkungskausalität
Parallelen:
„Der Fels war Christus“ (1Kor 10,4)
„Ich bin die Tür“ (Joh 10,9)
👉 Bildhafte Wesensaussage, keine materielle Verwandlung.
Paulus zieht drei Parallelen:
Israel – Altar
Christen – Tisch des Herrn
Heiden – Dämonentisch
Wirkt der Altar Gnade?
Wirkt das Götzenopfer Erlösung?
Natürlich nicht.
➡️ Gemeinschaft ist bekennend, nicht erzeugend
Man nimmt teil, weil man dazugehört – nicht um dazuzugehören.
1Kor 11,26
„Denn so oft ihr dieses Brot esset und den Kelch trinket, verkündiget ihr den Tod des Herrn.“
👉 Verkündigung, nicht Vermittlung
Verkündigen setzt voraus:
etwas ist bereits geschehen
etwas ist außerhalb der Handlung vollbracht
1Kor 11,28
„Ein Mensch aber prüfe sich selbst …“
Wenn das Mahl automatisch Gnade vermittelt:
wäre Selbstprüfung unnötig
wäre Gericht durch Teilnahme unmöglich
👉 Aber:
Unwürdiges Teilnehmen bringt Zucht, nicht Gnade
Einige werden krank, sterben sogar
➡️ Das Mahl ist nicht heilsvermittelnd
„… durch ein Opfer, ein für allemal …“
Sakramentales Denken:
wiederholte Gnadenvermittlung
Biblische Lehre:
einmalige Erlösung
vollendetes Opfer
keine Nachvermittlung
👉 Das Abendmahl erinnert, es ergänzt nichts.
| Sakramentales Denken | Biblisches Denken |
|---|---|
| Gnade durch Handlung | Gnade durch das Kreuz |
| Wirkung automatisch | Wirkung nur im Glauben |
| Priesterlich vermittelt | Allgemeines Priestertum |
| Wiederholtes Opfer | Einmal vollbracht |
| Materielle Heilswirkung | Geistliche Erinnerung |
„… sie verharrten in der Lehre der Apostel und der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten.“
Reihenfolge:
Lehre
Gemeinschaft
Brotbrechen
Gebet
👉 Kein Gnadenautomat, sondern Ausdruck des gemeinsamen Lebens.
Es verschiebt den Fokus:
vom Kreuz → zur Handlung
Es erzeugt falsche Sicherheit:
Teilnahme statt Glaube
Es verwischt Stellung & Zustand:
äußerlich dabei ≠ innerlich erneuert
Es öffnet Tür zur Ritualisierung:
Form ersetzt Wahrheit
Das Brotbrechen ist:
Gedächtnis (1Kor 11)
Gemeinschaftsbekenntnis (1Kor 10)
Verkündigung (1Kor 11,26)
Einheit (1Kor 10,17)
Absonderung (1Kor 10,21)
👉 Alles Antwort auf vollbrachtes Heil, nicht dessen Ursache.
Nicht weil wir essen, gehören wir zu Christus –
sondern weil wir zu Christus gehören, essen wir.