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00760 Die verschiedenen Taufen im Neuen
Testament – Ordnung in ein umstrittenes Thema

Die Bibel spricht im Neuen Testament nicht nur von einer einzigen Taufe, sondern
zeigt mehrere Taufen mit unterschiedlichem Charakter.
Wer Johannes-Taufe, Glaubenstaufe und Geistestaufe nicht sauber unterscheidet,
gerät leicht in Verwirrung.
Diese Übersicht ordnet die Hauptstellen und zeigt Bedeutung, Zielrichtung und
Praxis der Taufe.
Das Neue Testament
entfaltet nicht nur ein einzelnes Lehrthema, sondern mehrere göttliche Linien,
die gemeinsam das ganze Bild der neutestamentlichen Offenbarung ergeben.
Dazu gehören u. a. das Evangelium der Gnade, das Verhältnis von Gesetz und
Gnade, die Person und das Werk des Herrn Jesus Christus, die Versammlung als
Leib Christi,
Gottes Wege mit Israel und den Nationen sowie der Dienst des Heiligen Geistes
bis hin zur Vollendung des Zeitalters.
In diese
Gesamtordnung gehört auch das Thema der
Taufe.
Gerade hier entstehen viele Missverständnisse, wenn Bibelstellen aus
unterschiedlichen heilsgeschichtlichen
Zusammenhängen gleichgesetzt werden. Das Neue Testament spricht von
verschiedenen Taufen mit unterschiedlichem Charakter.
Eine klare Unterscheidung dieser Taufen hilft, ihren Platz, ihre Bedeutung und
ihre praktische Anwendung richtig zu verstehen.
Wenn man die
Stellen zur Taufe im Neuen Testament liest, merkt man schnell: Es gibt sehr
unterschiedliche Auffassungen.
Historisch wurden abweichende Taufmeinungen teils sogar mit dem Tod bestraft –
die Liste der Taufmärtyrer ist lang.
Auch heute existieren im christlichen Umfeld verschiedenste Praktiken
(Kleinkindertaufe, Kindertaufe, Erwachsenentaufe, „sofort nach Bekehrung“,
„nach längerer Bewährung“). Viel Verwirrung entsteht, weil
verschiedene
Taufen (und sogar verschiedene
heilsgeschichtliche Situationen)
ineinander
geschoben werden.
Ein hilfreicher Schlüssel ist:
Menschen taufen mit Wasser.
Der Herr Jesus tauft mit Heiligem Geist (das kann kein Mensch).
„… dieser ist es, der mit Heiligem Geist tauft.“ (Joh 1,33)
„(obwohl Jesus selbst nicht taufte, sondern seine Jünger)“ (Joh 4,2)
„Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ (Eph 4,5) – im Kern die Einheit der Geistestaufe als Grundwirklichkeit.
Johannes predigte „Taufe der Buße zur
Vergebung der Sünden“ (Mk 1,4). Das ist
an Israel gerichtet:
Absonderung vom gottlosen Zustand des Volkes, Bekenntnis der Sünden (Mt 3,6–8).
Der Herr Jesus ließ sich taufen nicht
wegen eigener Sünden, sondern um sich mit dem bußfertigen Überrest eins zu
machen und „alle Gerechtigkeit zu erfüllen“ (Mt 3,15).
Wichtig: Johannes unterscheidet bereits zwischen seiner Wassertaufe und der Taufe mit Heiligem Geist:
„Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße … er wird euch mit Heiligem Geiste … taufen“ (Mt 3,11).
Nach Pfingsten wird in der Apostelgeschichte grundsätzlich getauft, wer glaubt (Apg 2,41; 8,12). Die Taufe ist dabei kein magischer Ritus, sondern ein öffentliches Zeugnis dessen, was innerlich durch Glauben schon Wirklichkeit ist:
mit Christus gestorben (Röm 6,3–4)
mit ihm begraben (Röm 6,4; Kol 2,12)
mit ihm mitauferweckt (Röm 6,4–5; Kol 2,12)
Die Taufe stellt bildhaft dar: „Der alte Mensch gehört ins Grab.“ Darum passt Untertauchen als Zeichen von Begräbnis besonders gut (Röm 6,4; vgl. „aus dem Wasser herauf“ Mt 3,16; „viel Wasser“ Joh 3,23; „in das Wasser hinab / herauf“ Apg 8,38–39).
Wichtig zur Klarheit: Die Taufe rettet nicht „für den Himmel“. Gerettet wird allein durch Glauben an den Herrn Jesus Christus. Die Taufe ist ein Akt des Gehorsams und des Bekenntnisses, eine „Beerdigung“ des alten Lebens in der Bildsprache.
„Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leibe getauft worden …“ (1Kor 12,13)
Diese Geistestaufe ist Gottes Werk, durch das alle wahren Gläubigen der gegenwärtigen Heilszeit in eine neue Stellung kommen: in den Leib des Christus (vgl. Eph 4,4–5). Sie ist nicht identisch mit Wassertaufe und auch nicht einfach „eine Erfahrung“, nach der man suchen müsste. Die Schrift ermahnt nicht, „sich mit dem Geist taufen zu lassen“, wohl aber, „mit dem Geist erfüllt zu werden“ (Eph 5,18).
Ein klassischer Beleg, dass Johannes-Taufe und christliche Glaubenstaufe nicht dasselbe sind:
Apg 19,3–5: „Worauf seid ihr denn getauft worden? … Auf die Taufe Johannes’ … wurden … auf den Namen des Herrn Jesus getauft.“
Hier wird sichtbar: Wer nur Johannes-Taufe kannte, musste hinsichtlich der Stellung „in Christus“ und des Bekenntnisses zu Christus neu geordnet werden.
In der Apostelgeschichte sieht man, dass Gott in einer Übergangszeit handelt. Dabei fällt auf:
Bei Juden wird Taufe im NT-Bericht oft eng mit dem öffentlich sichtbaren Schritt der Absonderung verknüpft (Apg 2,38–41; 22,16).
Bei Nationen wird in Apg 10 besonders betont, dass sie den Heiligen Geist empfangen hatten, und darum wird Wasser nicht verweigert (Apg 10,47–48).
Das hilft, manche Unterschiede in den Berichten zu verstehen – ohne daraus eine „Taufe als Heilsbedingung“ zu bauen, die das Evangelium der Gnade verdunkeln würde.
Markus 16,16 sagt:
„Wer da glaubt und getauft wird, wird errettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“
Beachte die Gewichtung: Verdammnis wird nicht an „nicht getauft“, sondern an nicht geglaubt gebunden. Taufe gehört zur Linie des öffentlichen Bekenntnisses.
Matthäus 28,19–20 („tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“) wird in deiner heilsgeschichtlichen Sicht als Nationen-Taufe verstanden, die im Zusammenhang künftiger Entwicklungen Israels (Vollendung des Zeitalters) steht. In der Apostelgeschichte begegnet uns als Praxis häufig „auf den Namen des Herrn Jesus / Jesus Christus“ (Apg 2,38; 8,16; 10,48; 19,5).
Darum ist Zurückhaltung angebracht, aus Mt 28 eine starre „liturgische Formel“ abzuleiten, zumal Paulus ausdrücklich sagt:
„Christus hat mich nicht ausgesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen“ (1Kor 1,17).
Im NT liegt der Akzent weniger auf einer „magischen“ Formulierung, sondern auf der Ausrichtung: Taufe geschieht auf den Namen des Herrn, d. h. in Beziehung zu ihm, unter seinem Anspruch, zu seinem Bekenntnis. Ein Taufender soll vor dem Herrn Klarheit haben, was er sagt und was damit ausgedrückt wird, statt mechanisch eine Formel zu reproduzieren.
In der Apostelgeschichte wurde Taufe in der Regel bald nach der Bekehrung vollzogen – auf Grundlage des Bekenntnisses zu Christus.
Zugleich ist geistliche Weisheit nötig: Der Täufling sollte verstehen, was er bekennt (Tod/Begräbnis/Neues Leben; öffentliches Zugehören zu Christus).
Eine „Gemeinde als Institution“ tauft nicht – es taufen glaubende Männer, die das Evangelium kennen und verstehen, was Taufe bedeutet.
Johannes-Taufe: Wasser, Buße, Israel, Vorbereitung auf den König.
Glaubenstaufe: Wasser, öffentliches Zeugnis; Identifikation mit Christus (Tod/Begräbnis/Auferstehungs-Wandel).
Geistestaufe: Werk
Gottes; Einfügung in den Leib Christi – Grundlage der Einheit („ein Leib …
eine Taufe“).
Taufe Neues Testament
verschiedene Taufen
Johannes-Taufe
Glaubenstaufe
Wassertaufe
Geistestaufe
1Kor 12,13
Römer 6 Taufe
Kolosser 2,12
Apostelgeschichte Taufe
Matthäus 28,19
Markus 16,16
Taufformel
Untertauchen
ein Herr ein Glaube eine Taufe
Versiegelung Heiliger Geist