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00761 Gesetz und Gnade – zwei grundverschiedene Prinzipien

 


Das Neue Testament stellt Gesetz und Gnade als zwei grundverschiedene Prinzipien dar:
Gesetz fordert vom Menschen –
Gnade offenbart, was Gott in Christus getan hat.
Diese Übersicht ordnet Zweck, Adressaten und Wirkung des Gesetzes ein und zeigt
die christliche Stellung „nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade“.

 

1) Lesetext (für Bibelstunde / Manuskript)

Gesetz und Gnade – zwei grundverschiedene Prinzipien

Das Neue Testament stellt Gesetz und Gnade nicht als zwei Varianten derselben Sache dar, sondern als zwei völlig verschiedene Prinzipien. Gesetz beschreibt, was der Mensch tun muss –
Gnade beschreibt, was Gott in Christus getan hat. Gesetz fordert; Gnade schenkt. Gesetz zeigt Schuld; Gnade bringt Rettung und befähigt zum Wandel.

1. Gesetz und Gnade im Grundsatz

Joh 1,17 fasst die Wende zusammen:

„Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“

2. Warum gab Gott das Gesetz?

Das Gesetz kam nicht, um zu retten, sondern um Sünde offenbar zu machen und Übertretung ans Licht zu bringen:

3. Wem wurde das Gesetz gegeben?

Die Schrift ist klar: Das Gesetz spricht „zu denen, die unter dem Gesetz sind“ (Röm 3,19) – also in erster Linie zu Israel (Röm 9,4; Apg 7,53; 5Mo 4,13).
Nationen hatten nicht dieselbe Stellung unter der Gesetzgebung, auch wenn Gewissen und Verantwortlichkeit vor Gott bestehen (Röm 2,14–15).

4. Bis wann hatte das Gesetz diese Stellung?

Das Gesetz war „Zuchtmeister auf Christus hin“ (Gal 3,24). Mit dem Kommen des Glaubens ist der Gläubige nicht mehr unter diesem Zuchtmeister (Gal 3,25).
Christus ist „des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit“ (Röm 10,4). In Epheser 2 wird gezeigt, dass Christus „das Gesetz der Gebote in Satzungen“ hinweggetan hat, um aus Juden und Nationen „einen neuen Menschen“ zu schaffen (Eph 2,14–15).

5. Welche Stellung hat der Christ gegenüber dem Gesetz?

Der Christ steht nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade (Röm 6,14). Er ist dem Gesetz „getötet worden“ (Röm 7,4) und „vom Gesetz losgemacht“ (Röm 7,6).
Das bedeutet keine Gesetzlosigkeit, sondern eine neue Bindung: „Christo gesetzmäßig unterworfen“ (1Kor 9,21) – das „Gesetz des Christus“ (Gal 6,2).

6. Was bewirkt das Gesetz – und was nicht?

Das Gesetz ist heilig, gerecht und gut (Röm 7,12). Aber im Menschen im Fleisch wirkt es nicht Leben, sondern macht Sünde offenbar und bringt den Menschen in Überführung:

7. Was ist die Lebensregel des Christen?

Nicht eine neue Liste von Geboten, sondern Christus selbst als Inhalt und Maßstab:

8. Freiheit, die dient (Bild)

Wie der freigekaufte Sklave nicht aus Zwang, sondern aus Dankbarkeit dient, so dient der Gläubige dem Herrn nicht, um angenommen zu werden, sondern weil er angenommen ist.
Römer 6 stellt den Wechsel dar: von „Sklaven der Sünde“ zu „Sklaven der Gerechtigkeit“ (Röm 6,17–18), mit Frucht für Gott (Röm 6,22–23).

Kurzfassung:
Gesetz überführt – Gnade rettet und befähigt.
Gesetz fordert – Gnade gibt.
Gesetz zeigt den Menschen – Christus zeigt Gott.