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00761 Gesetz und Gnade – zwei
grundverschiedene Prinzipien

Das Neue Testament stellt
Gesetz und
Gnade nicht als zwei Varianten
derselben Sache dar, sondern als zwei völlig verschiedene Prinzipien. Gesetz
beschreibt, was der Mensch tun muss –
Gnade beschreibt, was Gott in Christus getan hat. Gesetz fordert; Gnade schenkt.
Gesetz zeigt Schuld; Gnade bringt Rettung und befähigt zum Wandel.
Gesetz: „Du sollst … du sollst nicht“ – Gott fordert vom Menschen, was dieser im Fleisch nicht erfüllen kann.
Gnade: „Christus lebt in mir“ (Gal 2,20) – Gott gibt Leben, Stellung und Kraft durch Christus und den Heiligen Geist.
Joh 1,17 fasst die Wende zusammen:
„Das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.“
Das Gesetz kam nicht, um zu retten, sondern um Sünde offenbar zu machen und Übertretung ans Licht zu bringen:
„Es wurde der Übertretungen wegen hinzugefügt“ (Gal 3,19).
„… damit die Übertretung überströmend würde“ (Röm 5,20).
„durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“ (Röm 3,20; Röm 7,7).
Die Schrift ist klar: Das Gesetz spricht
„zu denen, die unter dem Gesetz sind“ (Röm 3,19) – also in erster Linie zu
Israel (Röm 9,4; Apg 7,53; 5Mo 4,13).
Nationen hatten nicht dieselbe Stellung unter der Gesetzgebung, auch wenn
Gewissen und Verantwortlichkeit vor Gott bestehen (Röm 2,14–15).
Das Gesetz war „Zuchtmeister auf Christus
hin“ (Gal 3,24). Mit dem Kommen des Glaubens ist der Gläubige nicht mehr unter
diesem Zuchtmeister (Gal 3,25).
Christus ist „des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit“ (Röm 10,4).
In Epheser 2 wird gezeigt, dass Christus „das Gesetz der Gebote in Satzungen“
hinweggetan hat, um aus Juden und Nationen „einen neuen Menschen“ zu schaffen
(Eph 2,14–15).
Der Christ steht
nicht unter Gesetz, sondern
unter Gnade (Röm 6,14). Er
ist dem Gesetz „getötet worden“ (Röm 7,4) und „vom Gesetz losgemacht“ (Röm 7,6).
Das bedeutet keine Gesetzlosigkeit, sondern eine neue Bindung: „Christo
gesetzmäßig unterworfen“ (1Kor 9,21) – das „Gesetz des Christus“ (Gal 6,2).
Das Gesetz ist heilig, gerecht und gut (Röm 7,12). Aber im Menschen im Fleisch wirkt es nicht Leben, sondern macht Sünde offenbar und bringt den Menschen in Überführung:
Es rechtfertigt nicht (Röm 3,20).
Es bringt nicht zur Vollendung (Heb 7,19).
Es kann nicht lebendig machen (Gal
3,21).
Es zeigt Schuld – aber die Tiefe
unserer Schuld und die volle
Lösung zeigt nur das Kreuz.
Nicht eine neue Liste von Geboten, sondern Christus selbst als Inhalt und Maßstab:
„Nicht ich, sondern Christus“ (Gal 2,20).
„Wandelt in Liebe, gleichwie auch der Christus …“ (Eph 5,1–2).
„Wandelt im Geist“ (Gal 5,16–18).
Die christliche Norm ist höher als die Norm des Gesetzes:
Gesetz: „Du sollst nicht stehlen.“ (2Mo 20,15)
Gnade: „… arbeite … damit du dem Dürftigen mitzuteilen hast.“ (Eph 4,28)
Wie der freigekaufte Sklave nicht aus
Zwang, sondern aus Dankbarkeit dient, so dient der Gläubige dem Herrn nicht, um
angenommen zu werden, sondern weil er angenommen ist.
Römer 6 stellt den Wechsel dar: von „Sklaven der Sünde“ zu „Sklaven der
Gerechtigkeit“ (Röm 6,17–18), mit Frucht für Gott (Röm 6,22–23).