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1.
Hintergrund des Liedes
Amazing Grace“ stammt von John
Newton (1725–1807). Er war Seemann, zeitweise Kapitän eines
Sklavenschiffes, moralisch tief gefallen –
bis Gott ihn in einer existenziellen Seenot zur Umkehr brachte. Das Lied ist
kein theoretisches Glaubensbekenntnis, sondern ein
Zeugnis erlebter Gnade.
Darum ist es wichtig:
👉 Das Lied spricht aus der Perspektive
eines Geretteten, nicht aus allgemeiner Religiosität.
|
Originaltext von 1772 |
Deutsche Übersetzung |
|
Amazing grace, how
sweet the sound, That saved a wretch like me! I once was lost, but now I am found, Was blind, but now I see. |
Unglaubliche Gnade,
wie süß der Klang, die einen armen Sünder wie mich errettete! Ich war einst verloren, aber nun bin ich gefunden, war blind, aber nun sehe ich. |
|
'Twas grace that
taught my heart to fear, And grace my fears relieved; How precious did that grace appear, The hour I first believed! |
Es war Gnade, die
mein Herz Furcht lehrte, und Gnade löste meine Ängste; Wie kostbar erschien diese Gnade zu der Stunde, als ich erstmals glaubte! |
|
Through many
dangers, toils and snares, I have already come; 'Twas grace has brought me safe thus far, And grace will lead me home. |
Durch viele
Gefahren, Mühen und Schlingen bin ich bereits gekommen; Es ist Gnade, die mich sicher so weit brachte, und Gnade wird mich heim geleiten. |
|
The Lord has
promised good to me, His word my hope secures; He will my shield and portion be, As long as life endures. |
Der Herr hat mir
Gutes versprochen, Sein Wort macht meine Hoffnung fest; Er wird mein Schutz und Anteil sein, so lang das Leben andauert. |
|
Yes, when this flesh
and heart shall fail, And mortal life shall cease; I shall possess, within the vail, A life of joy and peace. |
Ja, wenn dieses
Fleisch und Herz versagen werden, und das sterbliche Leben enden wird, werd' ich in Demut führen, ein Leben voll Freude und Frieden. |
|
The earth shall soon
dissolve like snow, The sun forbear to shine; But God, who call'd me here below, Will be forever mine. |
Die Erde wird sich
bald wie Schnee auflösen, die Sonne aufhören zu scheinen; doch Gott, der mich hier unten rief, |
„Unglaubliche Gnade, wie süß der Klang,
die einen armen Sünder wie mich errettete!
Ich war einst verloren, aber nun bin ich gefunden,
war blind, aber nun sehe ich.“
Gnade als rettende Initiative Gottes
Verlorensein des Menschen
Blindheit → geistliches Sehen
Epheser 2,8–9
„Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“
Lukas 19,10
„Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist.“
Johannes 9,25
„Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eins weiß ich: dass ich blind war und jetzt sehe.“
Gnade wird nicht erklärt, sondern
geschmeckt („wie süß der
Klang“).
Der Sänger bekennt nicht allgemein „Sünder“, sondern
„wie mich“ – persönliche
Schuld, persönliche Rettung.
Blindheit ist hier geistlich zu verstehen (vgl. Joh 3,19–21). Sehen bedeutet: Christus erkennen.
„Es war Gnade, die mein Herz Furcht lehrte,
und Gnade löste meine Ängste;
Wie kostbar erschien diese Gnade
zu der Stunde, als ich erstmals glaubte!“
Gottesfurcht als Anfang
Gnade wirkt überführend und befreiend
Sprüche 9,10
„Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit.“
Apostelgeschichte 2,37
„Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz …“
Römer 8,1
„Also ist jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“
Gnade ist nicht oberflächliche Beruhigung.
👉 Gnade lehrt zuerst Furcht
– das Erkennen der eigenen Schuld vor Gott.
👉 Dann nimmt dieselbe Gnade
die Angst weg – weil Schuld vergeben ist.
Das ist biblische Buße: Überführung → Glaube → Frieden.
„Durch viele Gefahren, Mühen und Schlingen
bin ich bereits gekommen;
Es ist Gnade, die mich sicher so weit brachte,
und Gnade wird mich heim geleiten.“
Bewahrung auf dem Weg
Gnade nicht nur am Anfang, sondern durchgehend
Psalm 66,12
„Wir gingen durch Feuer und durch Wasser, aber du hast uns herausgeführt in die Fülle.“
2. Timotheus 4,18
„Der Herr wird mich retten von jedem bösen Werk und mich in sein himmlisches Reich bringen.“
Philipper 1,6
„… dass der, der ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.“
Der Gläubige lebt nicht gefahrlos, aber
gnadenbewahrt.
„Schlingen“ erinnert an verborgene Versuchungen – Gnade bewahrt auch dort, wo
wir es nicht merken.
„Der Herr hat mir Gutes versprochen,
Sein Wort macht meine Hoffnung fest;
Er wird mein Schutz und Anteil sein,
so lang das Leben andauert.“
Verheißungen Gottes
Das Wort als Grundlage der Hoffnung
4. Mose 23,19
„Gott ist kein Mensch, dass er lüge …“
Psalm 119,49
„Gedenke des Wortes für deinen Knecht, auf das du mich hast hoffen lassen.“
Psalm 16,5
„Der HERR ist das Teil meines Erbes und mein Becher.“
Nicht Gefühle, sondern
Gottes Wort trägt die
Hoffnung.
„Anteil“ (Erbe) weist über dieses Leben hinaus – Gott selbst ist das Ziel.
„Ja, wenn dieses Fleisch und Herz versagen werden,
und das sterbliche Leben enden wird,
werd' ich …
ein Leben voll Freude und Frieden.“
(Der deutsche Text ist hier offenbar leicht paraphrasiert; inhaltlich bleibt er jedoch klar.)
Vergänglichkeit des Leibes
Hoffnung über den Tod hinaus
Psalm 73,26
„Mag auch mein Fleisch und mein Herz vergehen: Gott ist der Fels meines Herzens und mein Teil auf ewig.“
2. Korinther 5,1
„Denn wir wissen, dass … wir einen Bau von Gott haben, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, ewig in den Himmeln.“
Christliche Hoffnung endet nicht am Grab.
Der Tod ist nicht Verlust, sondern
Übergang.
„Die Erde wird sich bald wie Schnee auflösen,
die Sonne aufhören zu scheinen;
doch Gott, der mich hier unten rief, …“
2. Petrus 3,10–13
„… die Himmel werden vergehen … wir aber erwarten neue Himmel und eine neue Erde.“
Jesaja 43,1
„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“
Alles Geschaffene vergeht –
der Ruf Gottes bleibt.
Gnade reicht über Zeit und Raum hinaus.
👉 Amazing Grace ist Römer 8 in Liedform
Gnade rettet
Gnade bewahrt
Gnade führt heim
Nicht der Mensch hält Gott fest –
Gott hält den Menschen fest.
Bibelwort
Psalm 34,9
„Schmecket und sehet, dass der HERR gut ist! Glückselig der Mann, der auf ihn vertraut!“
Geistlicher Gedanke
Gnade ist keine abstrakte Lehre, sondern eine
erfahrbare Wirklichkeit. Wer
sie empfängt, erkennt ihren „süßen Klang“ – nicht für das Ohr, sondern für das
Herz.
Bibelwort
1. Timotheus 1,15
„Christus Jesus ist in die Welt gekommen, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.“
Geistlicher Gedanke
Echte Gnade beginnt mit persönlichem Bekenntnis. Der Sänger spricht nicht
allgemein von Sündern, sondern von
sich selbst. Gnade wird dort groß, wo der Mensch sich klein macht.
Bibelwort
Lukas 15,24
„Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, und er war verloren und ist gefunden worden.“
Geistlicher Gedanke
Verlorensein ist der natürliche Zustand des Menschen ohne Gott. Gefundenwerden
ist Gottes souveränes Handeln,
nicht menschliche Selbstrettung.
Bibelwort
Johannes 8,12
„Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.“
Geistlicher Gedanke
Geistliches Sehen ist Frucht der Begegnung mit Christus. Nicht Bildung, sondern
Licht von oben öffnet die
Augen.
Bibelwort
Sprüche 16,6
„Durch Güte und Treue wird Schuld gesühnt, und durch die Furcht des HERRN weicht man vom Bösen.“
Geistlicher Gedanke
Gnade wirkt zuerst überführend. Sie zeigt dem Menschen seine Stellung vor Gott
und führt zur heilsamen Gottesfurcht.
Bibelwort
Römer 8,15
„Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen wiederum zur Furcht, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen.“
Geistlicher Gedanke
Wo Schuld vergeben ist, verliert die Angst ihre Macht. Gnade führt aus der
Furcht in die Sohnschaft.
Bibelwort
1. Petrus 1,18–19
„… nicht mit vergänglichen Dingen … seid ihr erlöst worden, sondern mit dem kostbaren Blut Christi.“
Geistlicher Gedanke
Gnade wird kostbar, wenn erkannt wird,
was sie gekostet hat. Der Blick auf das Kreuz vertieft die Dankbarkeit.
Bibelwort
Psalm 91,3
„Denn er errettet dich von der Schlinge des Vogelstellers, von der verderblichen Pest.“
Geistlicher Gedanke
Der Weg des Gläubigen ist kein gefahrloser, aber ein
bewahrter Weg. Viele Gefahren
erkennt man erst rückblickend.
Bibelwort
1. Korinther 15,10
„Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“
Geistlicher Gedanke
Nicht eigene Treue, sondern Gottes Gnade erklärt das geistliche Vorankommen.
Alles Gute im Leben des Gläubigen ist
Gnadenfrucht.
Bibelwort
Johannes 14,3
„Ich komme wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“
Geistlicher Gedanke
Gnade endet nicht im Leben, sondern
vollendet sich in der Herrlichkeit. Der gleiche Gott, der rettet,
bringt auch ans Ziel.
Bibelwort
Hebräer 10,23
„Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung unbeweglich festhalten; denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat.“
Geistlicher Gedanke
Christliche Hoffnung ruht nicht auf Umständen, sondern auf
göttlichen Zusagen.
Bibelwort
Psalm 119,105
„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“
Geistlicher Gedanke
Gottes Wort ist der Halt im Wandel und die Gewissheit für die Zukunft. Hoffnung
ohne Wort wäre unsicher – Wort macht
Hoffnung fest.
Bibelwort
Psalm 73,26
„Mag auch mein Fleisch und mein Herz vergehen: Gott ist der Fels meines Herzens und mein Teil auf ewig.“
Geistlicher Gedanke
Der Mensch vergeht, Gott bleibt. Der Gläubige stützt sich nicht auf das
Vergängliche, sondern auf den ewigen
Gott.
Bibelwort
Römer 8,30
„Welche er aber zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen; … verherrlicht.“
Geistlicher Gedanke
Der göttliche Ruf reicht von der Zeit bis in die Ewigkeit. Was Gott beginnt,
führt Er zur Vollendung.
Amazing Grace ist ein gesungenes Zeugnis von
➡️ Erlösung
➡️ Bewahrung
➡️ Vollendung
Gnade steht am Anfang, auf dem Weg und am Ziel.