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Elb2023    Einführung in die  AT  Bibelbücher für e-2023  Einführung in die NT  Bibelbücher für e-2023

00788 Die 3 Götter Irrlehre der Schlachter_2000 "Comma Johanneum" aus dem Textus Receptus Reformatoren Grundtext- Pfusch



Man kann das Comma Johanneum (CJ) in deutschen Bibeln zuverlässig
danach einordnen,
welcher Grundtext zugrunde liegt:

1) Übersicht: Welche deutschen Bibeln „verbreiten“ das CJ?

A) CJ im Bibeltext (typisch TR-Linie)

Faustregel: Wo eine Ausgabe explizit „Textus Receptus / Grundtext der Reformation“ sagt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das CJ im Text steht (mindestens in Klammern/mit Note).

B) CJ nicht im Bibeltext (typisch NA/UBS-Linie)

2) Aus welchem „Grundtext“ stammt das CJ?

Kurz: nicht aus dem ursprünglichen griechischen Text von 1. Johannes, sondern aus einer lateinischen Überlieferung, die später in einzelne griechische Zeugen zurückwirkte.

A) Textgeschichtlicher Befund (Mainstream der Textkritik)

B) Wie kam es in den Textus Receptus?

3) Praktischer Schnelltest (für jede deutsche Bibel)

Schlag 1. Johannes 5,7–8 auf:

Übersicht: Comma Johanneum (1Joh 5,7–8) in deutschen Bibeln

Legende


Tabelle

Bibelübersetzung (Deutsch) CJ im Text? Grundtext Bemerkung / Beleg
Schlachter 2000 ✅ Ja TR Enthält „im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist …“ mit erläuternder Fußnote
Schlachter 1951 ✅ Ja TR Klassische reformatorische Textlinie
Lutherbibel 1545 ❌ Nein Erasmus (früh) CJ fehlt im Originaldruck
Lutherbibel ab ca. 1581 ✅ Ja TR-Einfluss CJ später in den Luthertext aufgenommen
Lutherbibel 1912 ⚠️ teils Ja Mischtext In vielen Drucken vorhanden
Lutherbibel 1984 / 2017 ❌ Nein NA CJ fehlt, evtl. kurze Fußnote
Elberfelder 1905 ❌ Nein kritisch (Westcott/Hort-nah) CJ fehlt vollständig
Elberfelder 1975 / 2006 ❌ Nein NA Nur „Geist, Wasser und Blut“
Zürcher Bibel 1531 ✅ Ja TR Reformatorische Tradition
Zürcher Bibel 2007 / 2019 ❌ Nein NA CJ nicht enthalten
Menge 1926 ❌ Nein kritisch CJ fehlt
Einheitsübersetzung ❌ Nein NA CJ fehlt, teils Fußnote
Neue Genfer Übersetzung ❌ Nein NA Paraphrasierend, ohne CJ
Hoffnung für alle ❌ Nein NA Keine textkritische Anmerkung
Volxbibel ❌ Nein NA CJ fehlt vollständig

Kurzer Überblick nach Gruppen

1) Bibeln mit Comma Johanneum

👉 fast ausschließlich TR-basierte Ausgaben:

2) Bibeln ohne Comma Johanneum

👉 praktisch alle modernen Standardübersetzungen:


Textgeschichtlicher Kurzbefund (für Lehre & Einordnung)

⚠️ Wichtig (auch für Brüderkreise):

Die Trinitätslehre hängt nicht am Comma Johanneum.
Sie ist im NT vielfach bezeugt (Mt 28,19; Joh 1; Joh 14–16; 2Kor 13,13 usw.).

1. Textgeschichtlicher Befund

Das sogenannte Comma Johanneum („im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins“) fehlt in allen alten griechischen Handschriften des 1. Johannesbriefes.
Ebenso wird es von den frühen griechischen Kirchenvätern nicht zitiert, selbst dort nicht, wo es in trinitarischen Auseinandersetzungen ein starkes Argument gewesen wäre.

➡️ Das spricht deutlich dagegen, dass es zum ursprünglichen Text des Apostels Johannes gehört hat.


2. Lateinischer Ursprung

Das Comma Johanneum ist zuerst in lateinischen Textzeugen nachweisbar (Vetus Latina), offenbar als erklärende Randbemerkung zu 1Joh 5,7–8.
Diese Randbemerkung wurde im Lauf der Überlieferung in den Text selbst aufgenommen und später auch in die Vulgata-Tradition integriert.

➡️ Es handelt sich textgeschichtlich sehr wahrscheinlich um eine theologische Glosse, nicht um apostolischen Urtext.


3. Rückübersetzung ins Griechische

Erst sehr späte griechische Handschriften enthalten das Comma Johanneum.
Die sprachliche Form zeigt, dass der Text aus dem Lateinischen ins Griechische zurückübersetzt wurde – nicht umgekehrt.

➡️ Der griechische Befund ist sekundär, nicht ursprünglich.


4. Aufnahme in den Textus Receptus

Das Comma Johanneum gelangte über diese späten griechischen Zeugen in den Textus Receptus und dadurch in viele reformatorische Übersetzungen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es apostolisch ist, sondern dass der damalige Wissensstand keine bessere Textgrundlage kannte.

➡️ Die Reformatoren arbeiteten ehrlich mit dem ihnen vorliegenden Material, nicht mit vollständiger Handschriftenkenntnis.


5. Theologische Bewertung (entscheidend!)

Die Gottheit Christi und die trinitarische Wahrheit hängen nicht am Comma Johanneum.
Sie sind im Neuen Testament klar, vielfältig und unabhängig bezeugt, z. B.:

➡️ Das Weglassen des CJ schwächt nicht die Lehre von Christus, sondern stärkt die textliche Glaubwürdigkeit der Schrift.


Zusammenfassender Merksatz (sehr gut für Unterricht)

Das Comma Johanneum ist eine theologisch richtige, aber textlich sekundäre Aussage.
Die Wahrheit der Dreieinheit steht fest – der  Zusatz
des CJ verundeutlicht es !

Wortlautvergleich: 1. Johannes 5,7–8

Schlachter 2000 (TR-Grundlage, mit Comma Johanneum)

V. 7: „Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins;
V. 8: und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.“

Beobachtung:


Elberfelder 1905 (kritischer Grundtext, ohne Comma Johanneum)

V. 7–8: „Denn drei sind es, die da zeugen: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig.“

Beobachtung:


Strukturvergleich (übersichtlich)

Aspekt Schlachter 2000 Elberfelder 1905
Himmlisches Zeugnis ✔ Vater – Wort – Geist ✖ nicht vorhanden
Irdisches Zeugnis ✔ Geist – Wasser – Blut ✔ Geist – Wasser – Blut
Trinitarische Formel ✔ explizit ✖ implizit / nicht hier
Textgrundlage Textus Receptus reformatorisch kritischer Grundtext
Textlänge länger kürzer

Sachliche Einordnung (für Unterricht geeignet)


Wichtiger Lehr-Merksatz

Die Elberfelder zeigt, was Johannes geschrieben hat.
Die Schlachter zeigt, was die Kirche später bezeugt hat macht es aber mit dem 3 Götter Irrsinn des CJ grundfalsch.
Beides muss unterschieden werden – darf aber nicht verwechselt werden.

 

Kurze Auslegung: 1. Johannes 5,6–12 (ohne Comma Johanneum)

1. Vers 6 – Der Gegenstand des Zeugnisses

„Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der bezeugt, weil der Geist die Wahrheit ist.“

Johannes stellt Jesus Christus in den Mittelpunkt.
„Wasser“ weist auf sein öffentliches Auftreten (Taufe, Inauguration),
„Blut“ auf sein stellvertretendes Sterben.
Beides zusammen bezeugt: derselbe Jesus, der kam, ist auch der, der starb – gegen jede Trennung von „Jesus“ und „Christus“.

Der Heilige Geist ist der göttliche Zeuge, der diese Wahrheit bestätigt.


2. Verse 7–8 – Die Dreifachbestätigung auf der Erde

„Denn drei sind es, die da zeugen: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.“

Johannes bleibt konsequent beim irdisch-historischen Zeugnis:

Diese drei gehören untrennbar zusammen und führen zu derselben Aussage:
👉 Jesus ist der Sohn Gottes.

Ohne das Comma Johanneum ist der Satz kurz, rhythmisch und logisch geschlossen.


3. Verse 9–10 – Das Zeugnis Gottes

„Wenn wir das Zeugnis der Menschen annehmen, so ist das Zeugnis Gottes größer; denn dies ist das Zeugnis Gottes, dass er Zeugnis gegeben hat über seinen Sohn.“

Johannes zieht nun die Schlussfolgerung:
Wenn menschliches Zeugnis gilt, wie viel mehr das Zeugnis Gottes selbst.

Dieses göttliche Zeugnis wird nicht abstrakt, sondern konkret:

Glaube bedeutet: dieses Zeugnis Gottes annehmen.


4. Verse 11–12 – Inhalt und Ziel des Zeugnisses

„Und dies ist das Zeugnis: dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn.“

Jetzt kommt Johannes zum Zentrum:

Das Zeugnis zielt auf eine Entscheidung:

„Wer den Sohn hat, hat das Leben.“

Hier wird deutlich:
Der ganze Abschnitt dient nicht der Trinitätsdefinition, sondern der Heilsgewissheit.


Warum der Gedankengang ohne CJ klarer ist

👉 Das Comma Johanneum würde den Gedankengang unterbrechen, nicht vertiefen sondern verfälschen