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00788 Die 3 Götter Irrlehre der Schlachter_2000 "Comma
Johanneum" aus dem Textus Receptus Reformatoren Grundtext- Pfusch

Man kann das
Comma Johanneum
(CJ) in deutschen Bibeln zuverlässig
danach einordnen,
welcher Grundtext
zugrunde liegt:
Textus Receptus (TR) / „Reformations-Grundtext“ → CJ steht meist im Bibeltext (oft mit Hinweis/Anmerkung).
Kritischer Grundtext (Nestle-Aland / UBS) → CJ steht nicht im Bibeltext (allenfalls Fußnote).
Schlachter 2000: hat das CJ im Text und erklärt in einer Fußnote ausdrücklich, dass es „nicht in allen Ausgaben des überlieferten Textes“ steht, aber in vielen reformatorischen Ausgaben wiedergegeben wird. schlachterbibel.de
Zürcher NT 1525 / Zürcher Bibeln der Reformationszeit: Das Zürcher NT 1525 (Erasmus-Ausgabe 1522 folgend) hatte das CJ im Text; es blieb in späteren Zürcher Ausgaben (z. B. 1531) enthalten. Wikipedia
Viele Lutherdrucke ab spätem 16. Jh. bis 19. Jh.: In die Lutherbibel wurde das CJ zunächst nicht aufgenommen, kam aber ab 1581 in Drucke hinein und war später lange Zeit verbreitet. Wikipedia
Faustregel: Wo eine Ausgabe explizit „Textus Receptus / Grundtext der Reformation“ sagt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das CJ im Text steht (mindestens in Klammern/mit Note).
Zürcher Bibel (2007/2019, DBG-Portal „die-bibel.de“): ohne CJ; in 1Joh 5,7–8 steht nur „Drei sind es nämlich, die Zeugnis ablegen: der Geist und das Wasser und das Blut …“. Die Bibel
Die meisten heutigen Standardübersetzungen (die auf NA/UBS beruhen) lassen das CJ im Text weg oder verweisen es in Fußnoten. Das wird in Übersichten ausdrücklich so beschrieben. Wikipedia
Kurz: nicht aus dem ursprünglichen griechischen Text von 1. Johannes, sondern aus einer lateinischen Überlieferung, die später in einzelne griechische Zeugen zurückwirkte.
Das CJ fehlt in den ältesten griechischen Handschriften und bei den frühen griechischen Kirchenvätern; es taucht dagegen in lateinischen Zeugen (Vetus Latina-Tradition) auf und wird in der späteren lateinischen Überlieferung verbreitet. Wikipedia+1
Eine Schlüsselhandschrift ist die griechische Minuskel 61 (sehr spät). Für sie wird ausdrücklich gefolgert, dass das CJ dort aus einer lateinischen Vorlage ins Griechische übersetzt wurde (also Rückübersetzung/Interpolation). Wikipedia
Erasmus ließ das CJ in den ersten Auflagen seines griechischen NT zunächst weg und nahm es später (in der Folge der damaligen Kontroversen) unter Rückgriff auf sehr späte griechische Bezeugung auf; dadurch gelangte es in die TR-Tradition und von dort in viele reformationszeitliche und nachreformatorische Übersetzungen. Wikipedia+1
Schlag 1. Johannes 5,7–8 auf:
Steht im Text etwas wie: „… im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins …“ → CJ im Text. (Beispiel Schlachter 2000) schlachterbibel.de
Steht nur:
„Drei sind es, die Zeugnis
ablegen: der Geist und das Wasser und das Blut …“ → CJ
nicht im Text. (Beispiel
Zürcher 2007/2019)
Die
Bibel
CJ im Text = das Comma Johanneum steht vollständig im Bibeltext
CJ in Fußnote = nicht im Text, aber erläutert
CJ fehlt = weder im Text noch sachlich vertreten
TR = Textus Receptus
NA = Nestle-Aland / kritischer Text
| Bibelübersetzung (Deutsch) | CJ im Text? | Grundtext | Bemerkung / Beleg |
|---|---|---|---|
| Schlachter 2000 | ✅ Ja | TR | Enthält „im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist …“ mit erläuternder Fußnote |
| Schlachter 1951 | ✅ Ja | TR | Klassische reformatorische Textlinie |
| Lutherbibel 1545 | ❌ Nein | Erasmus (früh) | CJ fehlt im Originaldruck |
| Lutherbibel ab ca. 1581 | ✅ Ja | TR-Einfluss | CJ später in den Luthertext aufgenommen |
| Lutherbibel 1912 | ⚠️ teils Ja | Mischtext | In vielen Drucken vorhanden |
| Lutherbibel 1984 / 2017 | ❌ Nein | NA | CJ fehlt, evtl. kurze Fußnote |
| Elberfelder 1905 | ❌ Nein | kritisch (Westcott/Hort-nah) | CJ fehlt vollständig |
| Elberfelder 1975 / 2006 | ❌ Nein | NA | Nur „Geist, Wasser und Blut“ |
| Zürcher Bibel 1531 | ✅ Ja | TR | Reformatorische Tradition |
| Zürcher Bibel 2007 / 2019 | ❌ Nein | NA | CJ nicht enthalten |
| Menge 1926 | ❌ Nein | kritisch | CJ fehlt |
| Einheitsübersetzung | ❌ Nein | NA | CJ fehlt, teils Fußnote |
| Neue Genfer Übersetzung | ❌ Nein | NA | Paraphrasierend, ohne CJ |
| Hoffnung für alle | ❌ Nein | NA | Keine textkritische Anmerkung |
| Volxbibel | ❌ Nein | NA | CJ fehlt vollständig |
👉 fast ausschließlich TR-basierte Ausgaben:
Schlachter 1951 / 2000
Reformatorische Zürcher Bibeln
Spätere Lutherdrucke (nicht Luther ursprünglich!)
👉 praktisch alle modernen Standardübersetzungen:
Elberfelder
Zürcher neu
Luther 1984/2017
Einheitsübersetzung
NGÜ, HFA usw.
Das Comma Johanneum stammt nicht aus dem ursprünglichen griechischen Text von 1. Johannes.
Es ist zuerst lateinisch bezeugt (Vetus Latina / spätere Vulgata-Tradition).
Es wurde theologisch-dogmatisch (trinitarische Kontroversen) in den Text eingebracht.
Über sehr späte griechische Handschriften (z. B. Minuskel 61) gelangte es in den Textus Receptus.
Deshalb:
TR-Bibeln → CJ meist im Text
kritische Bibeln → CJ nicht im Text
⚠️ Wichtig (auch für Brüderkreise):
Die Trinitätslehre hängt nicht am Comma Johanneum.
Sie ist im NT vielfach bezeugt (Mt 28,19; Joh 1; Joh 14–16; 2Kor 13,13 usw.).
Das sogenannte
Comma Johanneum („im Himmel: der Vater,
das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins“)
fehlt in allen alten griechischen
Handschriften des 1. Johannesbriefes.
Ebenso wird es von den frühen
griechischen Kirchenvätern nicht zitiert, selbst dort nicht, wo es in
trinitarischen Auseinandersetzungen ein starkes Argument gewesen wäre.
➡️ Das spricht deutlich dagegen, dass es zum ursprünglichen Text des Apostels Johannes gehört hat.
Das Comma Johanneum ist
zuerst in lateinischen Textzeugen
nachweisbar (Vetus Latina), offenbar als
erklärende Randbemerkung zu
1Joh 5,7–8.
Diese Randbemerkung wurde im Lauf der Überlieferung
in den Text selbst aufgenommen
und später auch in die Vulgata-Tradition integriert.
➡️ Es handelt sich textgeschichtlich sehr wahrscheinlich um eine theologische Glosse, nicht um apostolischen Urtext.
Erst
sehr späte griechische Handschriften
enthalten das Comma Johanneum.
Die sprachliche Form zeigt, dass der Text
aus dem Lateinischen ins Griechische
zurückübersetzt wurde – nicht umgekehrt.
➡️ Der griechische Befund ist sekundär, nicht ursprünglich.
Das Comma Johanneum gelangte über diese
späten griechischen Zeugen in den
Textus Receptus und dadurch in viele reformatorische Übersetzungen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es apostolisch ist, sondern dass der damalige
Wissensstand keine bessere
Textgrundlage kannte.
➡️ Die Reformatoren arbeiteten ehrlich mit dem ihnen vorliegenden Material, nicht mit vollständiger Handschriftenkenntnis.
Die
Gottheit Christi und die
trinitarische Wahrheit hängen
nicht am Comma Johanneum.
Sie sind im Neuen Testament klar,
vielfältig und unabhängig bezeugt, z. B.:
Johannes 1,1 – „das Wort war Gott“
Johannes 20,28 – „Mein Herr und mein Gott“
Matthäus 28,19 – Vater, Sohn und Heiliger Geist
Korinther 13,13 – trinitarische Segensformel
Hebräer 1,8 – „Dein Thron, o Gott“
➡️ Das Weglassen des CJ schwächt nicht die Lehre von Christus, sondern stärkt die textliche Glaubwürdigkeit der Schrift.
Das Comma Johanneum ist eine theologisch richtige, aber textlich sekundäre Aussage.
Die Wahrheit der Dreieinheit steht fest – der Zusatz des CJ verundeutlicht es !
V. 7: „Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen im Himmel: der Vater, das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins;
V. 8: und drei sind es, die Zeugnis ablegen auf der Erde: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.“
Beobachtung:
Enthält zwei Zeugnis-Ebenen: im Himmel und auf der Erde
Explizite trinitarische Formel
Entspricht der Textus-Receptus-Tradition
V. 7–8: „Denn drei sind es, die da zeugen: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei sind einstimmig.“
Beobachtung:
Kein himmlisches Zeugnis erwähnt
Fokus auf irdisches, heilsgeschichtliches Zeugnis
Entspricht dem ältesten griechischen Textbefund
| Aspekt | Schlachter 2000 | Elberfelder 1905 |
|---|---|---|
| Himmlisches Zeugnis | ✔ Vater – Wort – Geist | ✖ nicht vorhanden |
| Irdisches Zeugnis | ✔ Geist – Wasser – Blut | ✔ Geist – Wasser – Blut |
| Trinitarische Formel | ✔ explizit | ✖ implizit / nicht hier |
| Textgrundlage | Textus Receptus reformatorisch | kritischer Grundtext |
| Textlänge | länger | kürzer |
Die Elberfelder 1905 gibt den ältesten erreichbaren Text des 1. Johannesbriefes wieder.
Die Schlachter 2000 folgt bewusst der reformatorischen Texttradition, auch dort, wo spätere Zusätze vorliegen.
Der Sinnzusammenhang von 1Joh 5
ist ohne das Comma Johanneum
geschlossen:
Johannes spricht vom Zeugnis
Gottes über den Sohn (V. 9–12), nicht primär von einer
Trinitätsdefinition.
Die Elberfelder zeigt, was Johannes geschrieben hat.
Die Schlachter zeigt, was die Kirche später bezeugt hat macht es aber mit dem 3 Götter Irrsinn des CJ grundfalsch.
Beides muss unterschieden werden – darf aber nicht verwechselt werden.
„Dieser ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, Jesus Christus; nicht im Wasser allein, sondern im Wasser und im Blut. Und der Geist ist es, der bezeugt, weil der Geist die Wahrheit ist.“
Johannes stellt
Jesus Christus in den
Mittelpunkt.
„Wasser“ weist auf sein öffentliches
Auftreten (Taufe, Inauguration),
„Blut“ auf sein stellvertretendes
Sterben.
Beides zusammen bezeugt: derselbe Jesus,
der kam, ist auch der, der starb – gegen jede Trennung von „Jesus“ und
„Christus“.
Der Heilige Geist ist der göttliche Zeuge, der diese Wahrheit bestätigt.
„Denn drei sind es, die da zeugen: der Geist und das Wasser und das Blut, und die drei stimmen überein.“
Johannes bleibt konsequent beim irdisch-historischen Zeugnis:
Der Geist (innere göttliche Bestätigung),
das Wasser (Beginn des Weges Jesu),
das Blut (Vollendung seines Werkes).
Diese drei
gehören untrennbar zusammen
und führen zu derselben Aussage:
👉 Jesus ist der Sohn Gottes.
Ohne das Comma Johanneum ist der Satz kurz, rhythmisch und logisch geschlossen.
„Wenn wir das Zeugnis der Menschen annehmen, so ist das Zeugnis Gottes größer; denn dies ist das Zeugnis Gottes, dass er Zeugnis gegeben hat über seinen Sohn.“
Johannes zieht nun die
Schlussfolgerung:
Wenn menschliches Zeugnis gilt, wie
viel mehr das Zeugnis Gottes selbst.
Dieses göttliche Zeugnis wird nicht abstrakt, sondern konkret:
im Geist,
im Wirken,
im Opfer seines Sohnes.
Glaube bedeutet: dieses Zeugnis Gottes annehmen.
„Und dies ist das Zeugnis: dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dieses Leben ist in seinem Sohn.“
Jetzt kommt Johannes zum Zentrum:
Nicht zuerst eine Lehre,
nicht eine Formel,
sondern Leben.
Das Zeugnis zielt auf eine Entscheidung:
„Wer den Sohn hat, hat das Leben.“
Hier wird deutlich:
Der ganze Abschnitt dient nicht der
Trinitätsdefinition, sondern der
Heilsgewissheit.
Der Text bleibt konsequent auf der Ebene des Zeugnisses.
Es gibt keinen plötzlichen Themenwechsel zum „himmlischen Zeugnis“.
Die Argumentation fließt logisch:
Christus → Zeugnis → Glaube →
Leben.
👉 Das Comma Johanneum würde den Gedankengang unterbrechen, nicht vertiefen sondern verfälschen