Bibelkreis.ch   Bibelkreis.ch auf YouTube
Fragen und Antworten  BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing   Elberfelder 2023  Logos | Logos Bible Study Platform  www.Bibelkreis.ch

https://www.bibelkommentare.de/   Design

https://www.bibelkreis.ch/Darby%20Synopsis%20komplett/ohne_titel_3.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/kelly_william_at.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/Kelly%20William%20NT.html


Elb2023   
Einführung in die  AT  Bibelbücher für e-2023  Einführung in die NT  Bibelbücher für e-2023


00800  Johannes 12. 34 gehört?  Ewigkeit?  Psalm 110,4  Jesaja 9,6–7  Daniel 7,13–14 Psalm 89 


Warum sagt die Volksmenge in Johannes 12.34
"gehört" haben sie nicht gelesen =
und welche genauen Stellen sind da angesprochen?
was dachten sie hier mit Ewigkeit?

Johannes 12,34 ist eine theologisch sehr dichte Rückfrage der Volksmenge. Sie verrät ihr Schriftverständnis, ihre Messiaserwartung und zugleich ihr Missverständnis von „Ewigkeit“.

Joh 12,34 (Elberfelder 1905):
„Die Volksmenge antwortete ihm: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt; und wie sagst du: Der Sohn des Menschen müsse erhöht werden? Wer ist dieser Sohn des Menschen?“


1. Warum sagen sie „gehört“ und nicht „gelesen“?

a) Jüdische Überlieferungskultur: Hören statt individuelles Lesen

Im Judentum zur Zeit Jesu war das Hören der Schrift zentral:

👉 Darum ist „gehört“ keine Abschwächung, sondern die normale und autoritative Form der Schriftrezeption (vgl. 5Mo 6,4: „Höre, Israel!“).

b) „Aus dem Gesetz gehört“ = gesamte Schrift

„Gesetz“ (νόμος) wird hier nicht eng auf die Tora beschränkt, sondern steht – wie oft bei Johannes – pars pro toto für die ganze Schrift (Gesetz + Propheten + Schriften).

➡️ Die Volksmenge meint also:

„Nach der gesamten uns bekannten Schriftüberlieferung…“


2. Welche konkreten Schriftstellen meinen sie?

Es gibt keine einzelne Stelle, sondern eine zusammengefasste messianische Linie, besonders aus den Propheten und Psalmen.

Zentrale Stellen:

🔹 Psalm 110,4

„Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks.“

→ Messias bleibt „in Ewigkeit“.

🔹 Jesaja 9,6–7

„Der Herrschaft und des Friedens wird kein Ende sein … von nun an bis in Ewigkeit.“

→ Dauerhafte messianische Königsherrschaft.

🔹 Daniel 7,13–14 (sehr wichtig!)

„… seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht.“

 Der „Menschensohn“ erhält ein ewiges Reich.

➡️ Ironie:
Gerade Daniel 7 verbindet Menschensohn und ewige Herrschaft – aber nicht ohne Leiden, was sie übersehen.

🔹 Psalm 89,36–37

„Sein Same wird ewig sein, und sein Thron wie die Sonne vor mir.“


3. Ihr Denkfehler: „Ewigkeit“ = ununterbrochene irdische Existenz

a) Was sie unter „Ewigkeit“ verstanden

Für die Volksmenge bedeutete:

➡️ Ein dauerhaft sichtbarer Messias, der nicht stirbt.

b) Was sie NICHT sahen

Sie verbanden nicht:

➡️ Sie trennten, was Gott verbunden hat:

Leiden → Tod → Erhöhung → ewige Herrlichkeit


4. Jesu Begriff von „Erhöhung“ vs. ihre Erwartung

Jesu Worte:

„Der Sohn des Menschen muss erhöht werden“ (Joh 12,32)

Für sie bedeutete „erhöht“:

Für Jesus bedeutet „erhöht“:

➡️ Der Widerspruch ist für sie unauflöslich:

„Wenn der Christus ewig bleibt – wie kann er sterben?“


5. Zusammenfassung in drei Punkten

  1. „Gehört“ spiegelt die jüdische Hör- und Lehrkultur – nicht Unwissen, sondern Traditionswissen.

  2. Die Volksmenge bezieht sich auf mehrere messianische Schriftstellen, v. a. Daniel 7, Jesaja 9, Psalm 110.

  3. Ihr Missverständnis liegt in einem verkürzten Ewigheitsbegriff:
    Ewigkeit ohne Kreuz – Herrlichkeit ohne Leiden – Reich ohne Opfer.


Die Spannung zwischen Daniel 7 und Daniel 9 gehört zu den tiefsten und zugleich missverstandenen Linien der alttestamentlichen Messiasoffenbarung. Gerade Johannes 12 setzt genau hier an.


1. Daniel 7 – Der Menschensohn in Herrlichkeit

Textkern (Dan 7,13–14)

„Und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie eines Menschen Sohn … und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben; und alle Völker … dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht.“

Wesentliche Beobachtungen

➡️ Ergebnis:
Daniel 7 zeigt den Messias nach vollbrachtem Werk, in der Bestätigung durch Gott.

👉 Das ist genau das Bild, das die Volksmenge in Johannes 12 vor Augen hat.


2. Daniel 9 – Der Gesalbte wird ausgerottet

Textkern (Dan 9,26)

„Und nach den zweiundsechzig Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden und nichts haben …“

Schlüsselbeobachtungen

➡️ Ergebnis:
Daniel 9 offenbart den Messias vor dem Reich, in Verwerfung und Tod.


3. Die Spannung: Ewige Herrschaft – und doch Tod?

Daniel 7 Daniel 9
Menschensohn Gesalbter
Herrlichkeit Verwerfung
Ewige Herrschaft Ausrottung
Reich empfangen „nichts haben“
Endgültiger Zustand Übergangszustand

👉 Beides ist wahr, aber nicht gleichzeitig.


4. Das ungelöste Rätsel im Judentum des 1. Jahrhunderts

Die Schriftgelehrten standen vor einem Dilemma:

Drei typische Lösungsversuche:

  1. Ignorieren von Daniel 9
    → häufig in volkstümlicher Messiaserwartung (Joh 12)

  2. Zwei-Messias-Lehre (Qumran):

    • Messias ben Joseph (leidend)

    • Messias ben David (herrschend)

  3. Zeitliche Verschiebung:

    • Leiden = Volk Israel

    • Herrlichkeit = individueller Messias

➡️ Keine dieser Lösungen ist biblisch vollständig.


5. Die göttliche Lösung: Kreuz vor Krone

Die Schrift selbst verbindet die Linien:

Jesaja 53

Psalm 22

Daniel 7 + 9 zusammengedacht:

  1. Daniel 9 → Kreuz (erste Ankunft)

  2. Daniel 7 → Reich (zweite Ankunft)


6. Johannes 12 als bewusster Brennpunkt

Die Volksmenge denkt:

Daniel 7 → jetzt sofort

Jesus spricht:

Daniel 9 → zuerst

Darum die Frage:

„Wer ist dieser Sohn des Menschen?“ (Joh 12,34)

➡️ Sie erkennen:


7. Theologischer Kern

Ohne Daniel 9 ist Daniel 7 unerreichbar.
Ohne Kreuz kein Reich.
Ohne Ausrottung keine ewige Herrschaft.

Der Herr Jesus ist:


8. Kurze Merksätze (bibelstundentauglich)

A) Die „zwei Kommen“ des Messias ausschließlich aus dem AT

1) Das AT zeigt zwei große Messias-Profile

Profil 1: Leidender, verworfener Messias

  • Psalm 22: Hände/Füße durchgraben, Spott, „sie teilen meine Kleider“ (Leiden bis zum Tod), danach weltweite Anbetung.

  • Jesaja 53: verachtet, verwundet, „aus dem Land der Lebendigen weggerissen“, Begräbnis bei Reichen; danach: „er wird Nachkommen sehen“, „die Großen zur Beute“.

  • Sacharja 12,10: „sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben“.

  • Daniel 9,26: „der Gesalbte wird ausgerottet werden und nichts haben“.

➡️ Das ist ein Kommen in Niedrigkeit, das in Tod/Verwerfung gipfelt.

Profil 2: Herrschender, siegreicher Messias in Herrlichkeit

  • Daniel 7,13–14: Menschensohn empfängt ewige Herrschaft über alle Völker.

  • Psalm 2: der Sohn regiert die Nationen („mit eisernem Stab“).

  • Psalm 110: „Setze dich zu meiner Rechten … bis ich deine Feinde lege“ + Königtum/Tag des Heeres.

  • Jesaja 9,6–7: Herrschaft ohne Ende auf dem Thron Davids.

  • Sacharja 14: Jehova kommt, steht auf dem Ölberg; König über die ganze Erde (messianisches Reich).

➡️ Das ist ein Kommen in Macht, das in Reich/Universalherrschaft mündet.


2) Warum sind das „zwei Kommen“ und nicht zwei Messiasse?

Weil dieselben Texte/Autoren oft Leiden → danach Herrlichkeit verbinden, ohne alles zeitlich auszumalen:

  • Psalm 22: Leiden (V. 1ff) → danach weltweite Anbetung (später im Psalm).

  • Jesaja 53: Tod (V. 8–9) → danach Erfolg/Herrschaft/Frucht (V. 10–12).

  • Sacharja 12 → 14: Durchbohrung und Buße (12) → Königsherrschaft/öffentliche Durchsetzung (14).

➡️ Das AT zwingt zu: ein Messias, aber mit zwei Phasen.


3) Der entscheidende „Zwischenraum“ im AT

Das AT deutet einen Zeitraum zwischen Leiden und Reich an:

  • Psalm 110,1: „Setze dich zu meiner Rechten, bis …“
    → ein „bis“ setzt eine Zwischenzeit voraus.

  • Daniel 9: nach „Ausrottung“ folgen weitere Ereignisse (Stadt/Heiligtum, spätere Zuspitzung).
    → Reich nicht sofort sichtbar.

➡️ Diese „Zwischenzeit“ wird im NT als Gemeindezeit klar, aber der Keim ist im AT vorhanden.


4) Eine kompakte AT-Linie (für Bibelstunde)

  1. Messias leidet und stirbt: Ps 22; Jes 53; Dan 9,26; Sach 12,10

  2. Messias wird danach erhöht und herrscht: Dan 7; Ps 2; Ps 110; Jes 9; Sach 14

  3. Ein Zwischenraum ist angedeutet: Ps 110,1 („bis“), Dan 9 (Ablauf nach Ausrottung)

Wenn du magst, machen wir als Nächstes eine saubere Stellenliste (nur AT) in genau dieser Reihenfolge zum Vorlesen.


B) „Sohn des Menschen“ bei Johannes im Vergleich zu Daniel 7

1) Daniel 7 definiert den Titel

Dan 7,13–14 ist die Schlüsselstelle:

  • „einer wie eines Menschen Sohn“

  • kommt mit den Wolken

  • bekommt Herrschaft/Ehre/Königtum

  • ewige Herrschaft über alle Nationen

➡️ In Daniel ist „Menschensohn“: der von Gott autorisierte endzeitliche Weltherrscher.


2) Johannes übernimmt Daniel 7 — aber zeigt den Weg dorthin

Johannes verwendet den Titel „Sohn des Menschen“ nicht nur für Herrlichkeit, sondern verbindet ihn mit dem notwendigen Weg: Erhöhung = Kreuz.

Drei johanneische Knotenpunkte

  1. Joh 1,51
    „Engel Gottes … auf den Sohn des Menschen“
    → Anklang an Himmel/Autorität (Daniel-Linie).

  2. Joh 3,14–15
    „Wie Mose die Schlange erhöhte … so muss der Sohn des Menschen erhöht werden“
    → „Erhöhung“ = Kreuz (nicht zuerst Thron).

  3. Joh 12,23–34
    „Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde“ …
    Volk: „Christus bleibt in Ewigkeit … wie sagst du: der Sohn des Menschen muss erhöht werden?“
    → Genau die Daniel-7-Erwartung kollidiert mit dem Kreuzweg.

➡️ Johannes zeigt: Daniel 7 ist wahr, aber Daniel 9 ist der Zugang.


3) Die theologische Pointe bei Johannes

Die Volksmenge liest (sinngemäß) Daniel 7:

  • „Messias bleibt ewig“

  • „Menschensohn = ewige Herrschaft“

Jesus lehrt:

  • Ja: Daniel 7 stimmt.

  • Aber: der Menschensohn empfängt das Reich nach der „Erhöhung“ (Kreuz) und der anschließenden Verherrlichung.

➡️ Johannes „spannt“ Daniel 7 über das Kreuz.


4) Merksatz

  • Daniel 7: Wer der Menschensohn ist (Herrscher der Endzeit).

  • Johannes: Wie er dahin kommt (durch Erhöhung am Kreuz, dann Herrlichkeit).


Nächster Schritt (wirklich Step-by-step)

Wenn du einverstanden bist, gehe ich als Schritt 1 jetzt sofort ganz konkret:

Schritt 1A: AT-Stellenkette „Leiden → Herrlichkeit“ (nur AT), in Vorlesereihenfolge, mit je 1–2 Kernaussagen.

Und danach als Schritt 1B:

Schritt 1B: Alle Johannes-Stellen „Sohn des Menschen“ kurz geordnet (Kreuz / Himmel / Herrlichkeit), jeweils mit Daniel-7-Bezug.

Ich kann beides direkt liefern — sag nur, ob du für 1A zuerst 5–7 Hauptstellen willst (kompakt) oder eine längere Kette (für eine ganze Bibelstunde).

Ziel der Tabelle:
👉 zu zeigen, dass Johannes den Titel „Sohn des Menschen“ konsequent aus Daniel 7 liest, ihn aber über Daniel 9 (Leiden/Tod) zur Herrlichkeit führt.


„Sohn des Menschen“

AT-Bezug ↔ Johannes-Verse (tabellarisch)

AT-Grundlage Kernaussage im AT Johannes-Vers Aussage bei Johannes
Dan 7,13–14 Menschensohn empfängt ewige Herrschaft von Gott Joh 1,51 Der Sohn des Menschen steht in direkter Verbindung zum Himmel; göttliche Autorität
Dan 7,13 Menschensohn ist himmlisch legitimiert Joh 3,13 Der Sohn des Menschen ist vom Himmel her gekommen und hat himmlische Herkunft
Dan 9,26 + Jes 53 Messias leidet und stirbt Joh 3,14–15 Der Sohn des Menschen muss erhöht werden (Kreuz) → Voraussetzung für Leben
4Mo 21,8–9 (Typus) Erhöhung bringt Rettung Joh 3,14 Erhöhung = Tod am Kreuz, nicht Thron
Jes 52,13 Knecht wird erhöht nach Erniedrigung Joh 8,28 Erhöhung offenbart, wer der Sohn des Menschen wirklich ist
Dan 7,14 Herrschaft über alle Völker Joh 6,27 Der Sohn des Menschen ist von Gott versiegelt – bevollmächtigt zum Leben
Ps 8,5–7 Mensch über die Werke Gottes gesetzt Joh 6,53 Der Sohn des Menschen gibt sein Fleisch für Leben – Herrschaft durch Opfer
Dan 7 Ewige Herrschaft Joh 12,23 „Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde“
Dan 9,26 Ausrottung vor dem Reich Joh 12,24 Weizenkorn muss sterben, um Frucht zu bringen
Dan 7 Menschensohn herrscht Joh 12,32–34 Volk zitiert AT-Erwartung („bleibt in Ewigkeit“) – versteht Weg nicht
Ps 110,1 „Setze dich zu meiner Rechten, bis …“ Joh 13,31–32 Verherrlichung beginnt, aber volle Herrschaft folgt
Dan 7 + Ps 2 Endgültige Anerkennung Joh 5,27 Vollmacht zum Gericht, weil er Sohn des Menschen ist

Zentrale Beobachtungen aus der Tabelle

1. Johannes verwendet „Sohn des Menschen“ nie isoliert

Immer mitschwingend:

➡️ Der Titel trägt beide Linien gleichzeitig.


2. „Erhöhung“ ist der Schlüsselbegriff

Bei Johannes bedeutet „erhöhen“:

Das ist die Auflösung der Spannung Daniel 7 ↔ Daniel 9.


3. Die Volksmenge in Joh 12 ist konsequent – aber einseitig

Sie liest:

Sie blendet aus:

➡️ Johannes zeigt:
Ihr AT-Lesen ist korrekt, aber unvollständig.


Ein prägnanter Lehrsatz (für Bibelstunde)

Der Sohn des Menschen ist der Herrscher aus Daniel 7,
aber der Weg zu diesem Thron führt über die Ausrottung aus Daniel 9. 

Daniel 7 ↔ Daniel 9, plus Psalmen/Jesaja).
Ich halte es lehr- und bibelstundentauglich.


Johannes 12,23–36

Vers-für-Vers mit alttestamentlichem Hintergrund


V. 23

„Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Die Volksmenge denkt:
👉 Jetzt erfüllt sich Daniel 7.

Jesus bestätigt:
✔️ Ja, Verherrlichung 
❗ aber er definiert wie diese beginnt.


V. 24

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Jesus setzt Daniel 9 vor Daniel 7:

👉 Ohne „Ausrottung“ (Dan 9,26) kein Reich (Dan 7).


V. 25

„Wer sein Leben liebt, verliert es …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Jesus überträgt den messianischen Weg:


V. 26

„Wenn mir jemand dient, folge er mir …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Teilnahme an seiner Herrlichkeit setzt Teilnahme an seinem Weg voraus.


V. 27

„Jetzt ist meine Seele bestürzt …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Der Menschensohn aus Daniel 7 ist derselbe,
der die innere Not von Jesaja 53 trägt.


V. 28

„Vater, verherrliche deinen Namen!“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Nicht Selbstverherrlichung,
sondern Gottes Heilsplan steht im Zentrum.


V. 29

„Ein Engel hat mit ihm geredet.“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Der Himmel bestätigt, was auf Erden missverstanden wird.


V. 30

„Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen.“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Die Schrift wird bestätigt, nicht neu erfunden.


V. 31

„Jetzt ist das Gericht dieser Welt …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Das Kreuz ist Gerichtsszene, nicht Niederlage.


V. 32

„Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

„Erhöhung“ = Kreuz
→ das größte Missverständnis der Volksmenge.


V. 33

„Dies aber sagte er, um anzudeuten, welchen Todes er sterben sollte.“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Johannes lässt keinen Spielraum:


V. 34

„Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus in Ewigkeit bleibt …“

AT-Hintergrund (ihre Seite!)

Ausblendung:

👉 Einseitige Schriftkenntnis.


V. 35

„Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Gnadenzeit ist begrenzt.


V. 36

„Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht …“

AT-Hintergrund

Schlüssel

Unglaube ist keine Wissensfrage, sondern eine Herzensfrage.


Gesamtsynthese (Lehrkern)

Johannes 12 ist der Brennpunkt von Daniel 7 und Daniel 9.
Der Sohn des Menschen muss zuerst ausgerottet werden,
um danach die ewige Herrschaft zu empfangen.


Ein prägnanter Schlusssatz

Die Volksmenge glaubte an Daniel 7 –
Jesus lebte Daniel 9, um Daniel 7 wahr zu machen.

Johannes 12 ist durchzogen von bewussten Jesaja-Bezügen – nicht nur zitierend, sondern theologisch strukturierend. Johannes zeigt: Was Jesaja sah, geschieht jetzt.

Ich gehe systematisch vor:


Die bewussten Jesaja-Zitate und -Anspielungen in Johannes 12

(mit Schwerpunkt Jesaja 53 & Jesaja 6)


1. Der Schlüsseltext: Johannes 12,38–41

Johannes selbst gibt uns die hermeneutische Leitlinie.

Joh 12,38–41 (ELB):
„Damit das Wort des Propheten Jesaja erfüllt würde, welches er sagte:
›Herr, wer hat unserer Verkündigung geglaubt? Und wem ist der Arm des Herrn geoffenbart worden?‹
Darum konnten sie nicht glauben …
Dies sagte Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.“

➡️ Johannes verbindet Jesaja 53 und Jesaja 6 ausdrücklich mit Jesus Christus.


2. Jesaja 53 in Johannes 12 – der leidende Knecht

2.1 Johannes 12,37–38 ↔ Jesaja 53,1

Jesaja Johannes
Jes 53,1: „Wer hat unserer Verkündigung geglaubt?“ Joh 12,38: wörtliches Zitat
Jes 53,2–3: verachtet, nicht begehrt Joh 12,37: trotz vieler Zeichen glaubten sie nicht

Theologische Aussage:
Der Unglaube Israels ist keine Überraschung, sondern erfüllte Prophetie.


2.2 Implizite Anspielungen auf Jesaja 53 im Kontext

🔹 Joh 12,24 – Weizenkorn stirbt

„… stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“

 Jes 53,10–11

„Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt hat, wird er Nachkommen sehen.“

➡️ Tod ist sühne- und fruchtbringend.


🔹 Joh 12,27 – Seelische Erschütterung

„Jetzt ist meine Seele bestürzt.“

 Jes 53,10–11

„… die Mühsal seiner Seele.“

➡️ Johannes zeigt: Jesaja 53 ist keine abstrakte Lehre, sondern gelebte Realität.


3. Jesaja 6 in Johannes 12 – der verherrlichte Jehova

3.1 Johannes 12,39–40 ↔ Jesaja 6,9–10

Jesaja Johannes
Jes 6,9–10: Verstockung des Volkes Joh 12,40: nahezu wörtliches Zitat

Schlüssel:
Der Unglaube ist nicht nur moralisch, sondern gerichtlich.


3.2 Johannes 12,41 – die gewaltige Christusaussage

„Dies sagte Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete.“

Jesaja 6,1–3

„Ich sah den Herrn sitzen auf hohem und erhabenem Thron … heilig, heilig, heilig ist Jehova der Heerscharen.“

➡️ Johannes erklärt:

👉 Jesus = der in Jesaja 6 verherrlichte Jehova


4. Die geniale Verbindung: Jesaja 6 und Jesaja 53

Johannes macht etwas Einzigartiges:

Jesaja 6 Jesaja 53
Thron Kreuz
Herrlichkeit Leiden
Hoheit Erniedrigung
Jehova Knecht

➡️ Johannes 12 sagt:

Beide Kapitel sprechen von derselben Person.


5. Die bewusste Dramaturgie in Johannes 12

Abfolge:

  1. Joh 12,23–24 → Leiden notwendig (Jes 53)

  2. Joh 12,27–28 → innere Not des Knechtes

  3. Joh 12,31–33 → Tod/Erhöhung

  4. Joh 12,37–38 → Unglaube erfüllt Jes 53

  5. Joh 12,39–40 → Gericht erfüllt Jes 6

  6. Joh 12,41 → Offenbarung:
    👉 Der Leidende = der Herrliche


6. Theologischer Kernsatz

Der, den Jesaja als leidenden Knecht sah (Kap. 53),
ist derselbe, den er als verherrlichten Jehova sah (Kap. 6).


7. Prägnante Lehrsätze (merkfähig)


8. Abschluss (bibelstundentauglich)

Jesaja sah den Herrn auf dem Thron –
und denselben Herrn am Kreuz.
Johannes 12 zeigt:
Der Weg vom Thron führte über das Kreuz,
und das Kreuz offenbart den Thron.

  • Die Volksmenge hat recht – aber nur halb.
    Sie hält an Daniel 7 / Jes 9 fest („Messias bleibt ewig“), blendet aber Daniel 9 / Jes 53 aus („der Gesalbte wird ausgerottet“).

  • Das Wort „Ewigkeit“ war für sie „ohne Tod“.
    Jesus zeigt: Ewigkeit kommt durch den Tod hindurch – nicht an ihm vorbei.

  • Der Knoten löst sich erst, wenn Daniel 7 und Daniel 9 zusammengehören.
    Kreuz (Erhöhung) ist nicht Gegensatz zur Herrlichkeit, sondern ihr Weg.