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00819  Turn! Turn! Turn!"  Wandle dich, wandle dich, wandle dich Judy Colins & Pete Seeger

Wandle dich, wandle dich, wandle dich

Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich1)
Gibt es einen Zeitraum (wandle dich, wandle dich, wandle dich)

Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem Himmel.

Eine Zeit, geboren zu werden, eine Zeit zu sterben.

Eine Zeit zu pflanzen, eine Zeit zu ernten.

Eine Zeit zu töten, eine Zeit zu heilen.

Eine Zeit zu lachen, eine Zeit zu weinen.


Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich)

Gibt es einen Zeitraum (wandle dich, wandle dich, wandle dich)

Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem Himmel.

Eine Zeit zum Aufbauen, eine Zeit zum Abreißen.

Eine Zeit zum Tanzen, eine Zeit zum Trauern.

Eine Zeit zum Steinewerfen, und eine Zeit zum Steinesammeln.


Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich)

Gibt es einen Zeitraum

Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem Himmel.

Eine Zeit für Liebe, eine Zeit für Hass.
Eine Zeit des Krieges, eine Zeit des Friedens.

Eine Zeit, in der du umarmen möchtest,

Eine Zeit, sich aus der Umarmung zu lösen.

Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich)

Gibt es einen Zeitraum (wandle dich, wandle dich, wandle dich)

Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem Himmel.

Eine Zeit zu siegen, eine Zeit zu verlieren.

Eine Zeit aufzureißen, eine Zeit zu nähen.

Eine Zeit für Liebe, eine Zeit für Hass.

Eine Zeit des Friedens, ich schwöre, es ist noch nicht zu spät!

Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich)

Gibt es einen Zeitraum

Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem Himmel,

Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem Himmel.

 

 1. Ausgangspunkt: „Turn! Turn! Turn!“ und Prediger 3

Das Lied „Turn! Turn! Turn!“ (Pete Seeger, bekannt durch Judy Collins & The Byrds) ist fast eine wortgetreue Vertonung von Prediger 3,1–8.

„Alles hat seine Zeit …“ (Pred 3)

➡️ Biblisch korrekt zitiert,
➡️ poetisch eindrücklich,
➡️ aber heilsgeschichtlich unvollständig.

Prediger beschreibt das Leben „unter der Sonne“, also:

  • die Welt im Zustand der Vergänglichkeit

  • ohne Offenbarung der Erlösung

  • ohne Blick auf das Kreuz

  • ohne Auferstehungshoffnung


2. Was Prediger 3 sagt – und was nicht

✔️ Was gesagt wird:

  • Gott hat Ordnungen gesetzt

  • Gegensätze bestimmen das menschliche Leben

  • Der Mensch ist eingebettet in Zeit und Vergänglichkeit

  • Es gibt eine göttliche Souveränität über alle Abläufe

❌ Was fehlt:

  • keine Erlösung

  • kein Retter

  • kein Kreuz

  • keine Auferstehung

  • kein neuer Mensch

  • kein neuer Himmel und neue Erde

Prediger endet nicht mit „Friede“, sondern mit:

„Alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.“ (Pred 1,14)


3. Der entscheidende Punkt: Das Evangelium beginnt dort, wo Prediger endet

Der Herr Jesus Christus steht heilsgeschichtlich jenseits von Prediger.

Jesus sagt nicht nur:

„Es gibt eine Zeit zu sterben“

sondern:

„Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25)


4. „Wandle dich“ – der entscheidende Bruch

Dein Text wiederholt:

„Wandle dich, wandle dich“

Das ist bemerkenswert, denn hier berühren wir das Evangelium – aber noch unscharf.

Biblische Präzisierung:

  • Nicht bloß Veränderung (Selbstwandlung)

  • sondern Buße (μετάνοια) = Sinnesänderung vor Gott

  • und Neugeburt (Joh 3)

„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Joh 3,3)


5. Wie Christus Prediger 3 erfüllt und überwindet

Prediger 3 Christus
Zeit zu sterben Christus stirbt einmal für alle
Zeit zu weinen Christus trägt unsere Schmerzen
Zeit des Krieges Christus schafft Frieden durch das Kreuz
Zeit der Vergänglichkeit Christus bringt ewiges Leben
Unter der Sonne Vom Himmel gekommen

„Siehe, ich mache alles neu.“ (Offb 21,5)


6. Darf man das Lied evangelistisch ausbauen?

Ja – wenn man es nicht stehen lässt, sondern:

  1. Prediger als Diagnose zeigt

  2. Christus als Antwort verkündigt

  3. das Kreuz als Wendepunkt einführt

  4. die Auferstehung als neue Zeitordnung offenbart

Beispielhafte Zuspitzung:

Es gibt eine Zeit zu sterben –
aber eine Ewigkeit zu leben in Christus.


7. Das Evangelium in einem Satz im Kontrast zum Lied

Prediger sagt: Alles hat seine Zeit.
Jesus sagt: Ich gebe dir ewiges Leben.


8. Fazit (klar und nüchtern)

  • „Turn! Turn! Turn!“ ist biblisch zitiert, aber nicht evangelisch

  • Es beschreibt den Menschen ohne Erlösung

  • Das Evangelium beginnt dort, wo das Lied aufhört

  • Christus ist nicht die Verbesserung der Zeit, sondern deren Erfüllung und Überwindung


Gegenüberstellung in drei Ebenen:

  1. Prediger 3 – die Ordnung der Zeit unter der Sonne

  2. Johannes – die Offenbarung des Sohnes über der Zeit

  3. Christozentrische Entsprechungen (Vers für Vers thematisch)


1. Prediger 3 – Die Zeitordnung „unter der Sonne“

Prediger 3,1

„Alles hat seine Zeit, und jede Sache unter dem Himmel ihre Stunde.“

Grundannahmen:

  • Perspektive: unter dem Himmel / unter der Sonne

  • Mensch eingebunden in Zeit

  • Gott bleibt souverän, aber verborgen

  • Der Tod ist Realität, nicht überwunden

➡️ Prediger beschreibt Gottes Weltordnung ohne Offenbarung der Erlösung.


2. Johannes – Der Sohn tritt in die Zeit

Das Johannesevangelium beginnt nicht unter der Sonne, sondern:

Johannes 1,1

„Im Anfang war das Wort …“

➡️ vor der Zeit
➡️ über der Zeit
➡️ Ursprung der Zeit

Johannes 1,14

„Und das Wort wurde Fleisch …“

➡️ Der Ewige tritt in die Zeit von Prediger 3 ein


3. Thematische Gegenüberstellung Prediger 3 ↔ Johannes


A. Zeit ↔ Ewigkeit

Prediger 3,1

Zeit für alles

Johannes 3,15–16

„… damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.“

🔹 Prediger: alles zeitlich
🔹 Johannes: Leben ohne Zeitende

➡️ Christus bringt nicht bessere Zeiten, sondern eine neue Daseinsordnung


B. Geboren werden ↔ von neuem geboren werden

Prediger 3,2

„Zeit zum Geborenwerden und Zeit zum Sterben“

Johannes 3,3

„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird …“

🔹 Prediger: natürliche Geburt
🔹 Johannes: geistliche Neugeburt

➡️ Der natürliche Lebenskreis wird durchbrochen


C. Sterben ↔ Leben geben

Prediger 3,2

„Zeit zum Sterben“

Johannes 10,17–18

„Ich lasse mein Leben … ich habe Macht, es wiederzunehmen.“

➡️ Christus stirbt freiwillig
➡️ Sein Tod ist einmalig und stellvertretend

Johannes 11,25

„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“


D. Weinen, Klagen ↔ Getröstet werden

Prediger 3,4

„Zeit zum Weinen“

Johannes 14,16–18

„Ich werde euch einen anderen Sachwalter geben …“

➡️ Der Geist Gottes tritt dauerhaft an die Seite der Seinen

Johannes 16,20

„… eure Traurigkeit wird zur Freude werden.“


E. Krieg ↔ Frieden

Prediger 3,8

„Zeit des Krieges, Zeit des Friedens“

Johannes 14,27

„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“

➡️ kein zeitbedingter Friede
➡️ sondern bleibender Friede durch das Kreuz


F. Sammeln ↔ Bewahren

Prediger 3,5

„Zeit zum Steinesammeln“

Johannes 6,39

„… dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat.“

➡️ Der Sohn sammelt lebendige Steine (vgl. 1Petr 2)


G. Verlieren ↔ Ewige Sicherheit

Prediger 3,6

„Zeit zum Verlieren“

Johannes 10,28

„Niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“

➡️ In Christus kein endgültiger Verlust


H. Reden ↔ Das letzte Wort

Prediger 3,7

„Zeit zum Schweigen und Zeit zum Reden“

Johannes 1,18

„Der eingeborene Sohn … hat ihn kundgemacht.“

➡️ Gott hat letztgültig gesprochen – im Sohn (vgl. Hebr 1)


4. Der entscheidende Wendepunkt: „Meine Stunde“

Prediger kennt viele Zeiten –
Johannes kennt eine zentrale Stunde.

Johannes 12,23

„Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.“

➡️ Kreuz = Schlüsselzeitpunkt der Weltgeschichte
➡️ Alle Zeiten Predigers laufen auf diese Stunde zu


5. Zusammenfassung in einem theologischen Satz

Prediger beschreibt den Menschen in der Zeit.
Johannes offenbart Christus als den Herrn über die Zeit.


6. Prediger 3 im Licht von Johannes gelesen

Prediger 3 wird nicht aufgehoben, sondern:

  • erfüllt

  • überschritten

  • erlöst

„Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Joh 17,3)


Alles hat seine Zeit – aber Christus hat die Ewigkeit

1. Die Diagnose: Das Leben unter der Zeit

„Alles hat seine Zeit, und jede Sache unter dem Himmel ihre Stunde.“
(Prediger 3,1)

Der Prediger beschreibt das menschliche Leben so, wie wir es alle kennen:
Geboren werden und sterben, lachen und weinen, gewinnen und verlieren, lieben und hassen.
Alles bewegt sich in Gegensätzen – und alles ist zeitlich begrenzt.

Der Mensch kann diese Zeiten nicht festhalten.
Er ist ihnen ausgeliefert.

Und so endet das Buch Prediger nicht mit Hoffnung, sondern mit Ernüchterung:

„Alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.“

Das ist die ehrliche Diagnose des Lebens ohne Erlösung.


2. Das ungelöste Problem: Zeit ohne Antwort

Prediger sagt:

Es gibt eine Zeit zu sterben.

Aber er sagt nicht:

Wie der Tod überwunden wird.

Prediger kennt Gott als Schöpfer,
aber nicht als Erlöser.

Der Mensch bleibt:

  • in der Zeit gefangen

  • dem Tod ausgeliefert

  • ohne Gewissheit über die Ewigkeit

Und genau hier setzt das Evangelium an.


3. Gottes Antwort: Der Ewige tritt in die Zeit

„Im Anfang war das Wort … und das Wort wurde Fleisch.“
(Johannes 1,1.14)

Jesus Christus ist nicht Teil der Zeit,
sondern ihr Schöpfer.

Er tritt bewusst in die Welt des Predigers ein:

  • in Leid

  • in Vergänglichkeit

  • in den Tod

Doch Er sagt:

„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
(Johannes 11,25)


4. Die entscheidende Stunde

Prediger spricht von vielen Zeiten.
Jesus spricht von einer Stunde:

„Die Stunde ist gekommen.“
(Johannes 12,23)

Diese Stunde ist das Kreuz.

Dort geschieht, was Prediger nicht sehen konnte:

  • Schuld wird getragen

  • Gericht wird vollzogen

  • Tod wird besiegt

„Es ist vollbracht.“
(Johannes 19,30)


5. Eine neue Wirklichkeit: Nicht mehr nur Zeit

Jesus sagt nicht:

Ich helfe dir, deine Zeit besser zu nutzen.

Sondern:

„Wer an mich glaubt, hat ewiges Leben.“
(Johannes 6,47)

Ewiges Leben ist:

  • nicht endlose Zeit

  • sondern neues Leben aus Gott

  • jenseits der Vergänglichkeit

„Niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“
(Johannes 10,28)


6. Der persönliche Wendepunkt

Es gibt eine Zeit,
die Prediger nicht nennt,
die aber für jeden Menschen kommt:

Die Zeit der Entscheidung.

„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
(Johannes 3,3)

Diese Entscheidung kann niemand vertagen.
Sie lässt sich nicht wiederholen.


7. Schlussappell

Alles hat seine Zeit.
Aber deine Zeit ist begrenzt.

Heute ruft Christus dich:

„Komm zu mir.“

Nicht morgen.
Nicht irgendwann.

„Jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“
(2. Korinther 6,2)

Wende dich nicht nur in deinem Leben –
wende dich zu Christus.

Denn:

Wer Ihn hat, hat das Leben.