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Wandle dich, wandle dich,
wandle
dich
Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle
dich1)
Gibt es einen Zeitraum (wandle dich, wandle dich, wandle dich)
Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem
Himmel.
Eine Zeit, geboren zu werden, eine Zeit zu
sterben.
Eine Zeit zu pflanzen, eine Zeit zu ernten.
Eine Zeit zu töten, eine Zeit zu heilen.
Eine Zeit zu lachen, eine Zeit zu weinen.
Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich)
Gibt es einen Zeitraum (wandle dich, wandle
dich, wandle dich)
Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem
Himmel.
Eine Zeit zum Aufbauen, eine Zeit zum
Abreißen.
Eine Zeit zum Tanzen, eine Zeit zum Trauern.
Eine Zeit zum Steinewerfen, und eine Zeit
zum Steinesammeln.
Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich)
Gibt es einen Zeitraum
Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem
Himmel.
Eine Zeit für Liebe, eine Zeit für Hass.
Eine Zeit des Krieges, eine Zeit des Friedens.
Eine Zeit, in der du umarmen möchtest,
Eine Zeit, sich aus der Umarmung zu lösen.
Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle dich)
Gibt es einen Zeitraum (wandle dich, wandle
dich, wandle dich)
Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem
Himmel.
Eine Zeit zu siegen, eine Zeit zu verlieren.
Eine Zeit aufzureißen, eine Zeit zu nähen.
Eine Zeit für Liebe, eine Zeit für Hass.
Eine Zeit des Friedens, ich schwöre, es ist
noch nicht zu spät!
Für alles (wandle dich, wandle dich, wandle
dich)
Gibt es einen Zeitraum
Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem
Himmel,
Und eine Zeit für jede Aufgabe unter diesem
Himmel.
Das Lied „Turn! Turn! Turn!“ (Pete Seeger, bekannt durch Judy Collins & The Byrds) ist fast eine wortgetreue Vertonung von Prediger 3,1–8.
„Alles hat seine Zeit …“ (Pred 3)
➡️
Biblisch korrekt zitiert,
➡️ poetisch eindrücklich,
➡️ aber
heilsgeschichtlich unvollständig.
Prediger beschreibt das Leben „unter der Sonne“, also:
die Welt im Zustand der Vergänglichkeit
ohne Offenbarung der Erlösung
ohne Blick auf das Kreuz
ohne Auferstehungshoffnung
Gott hat Ordnungen gesetzt
Gegensätze bestimmen das menschliche Leben
Der Mensch ist eingebettet in Zeit und Vergänglichkeit
Es gibt eine göttliche Souveränität über alle Abläufe
keine Erlösung
kein Retter
kein Kreuz
keine Auferstehung
kein neuer Mensch
kein neuer Himmel und neue Erde
Prediger endet nicht mit „Friede“, sondern mit:
„Alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.“ (Pred 1,14)
Der Herr Jesus Christus steht heilsgeschichtlich jenseits von Prediger.
„Es gibt eine Zeit zu sterben“
sondern:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Joh 11,25)
Dein Text wiederholt:
„Wandle dich, wandle dich“
Das ist bemerkenswert, denn hier berühren wir das Evangelium – aber noch unscharf.
Nicht bloß Veränderung (Selbstwandlung)
sondern Buße (μετάνοια) = Sinnesänderung vor Gott
und Neugeburt (Joh 3)
„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ (Joh 3,3)
| Prediger 3 | Christus |
|---|---|
| Zeit zu sterben | Christus stirbt einmal für alle |
| Zeit zu weinen | Christus trägt unsere Schmerzen |
| Zeit des Krieges | Christus schafft Frieden durch das Kreuz |
| Zeit der Vergänglichkeit | Christus bringt ewiges Leben |
| Unter der Sonne | Vom Himmel gekommen |
„Siehe, ich mache alles neu.“ (Offb 21,5)
Prediger als Diagnose zeigt
Christus als Antwort verkündigt
das Kreuz als Wendepunkt einführt
die Auferstehung als neue Zeitordnung offenbart
Es gibt eine Zeit zu sterben –
aber eine Ewigkeit zu leben in Christus.
Prediger sagt: Alles hat seine Zeit.
Jesus sagt: Ich gebe dir ewiges Leben.
„Turn! Turn! Turn!“ ist biblisch zitiert, aber nicht evangelisch
Es beschreibt den Menschen ohne Erlösung
Das Evangelium beginnt dort, wo das Lied aufhört
Christus ist nicht die Verbesserung der Zeit, sondern deren Erfüllung und Überwindung
Gegenüberstellung in drei Ebenen:
Prediger 3 – die Ordnung der Zeit unter der Sonne
Johannes – die Offenbarung des Sohnes über der Zeit
Christozentrische Entsprechungen (Vers für Vers thematisch)
Prediger 3,1
„Alles hat seine Zeit, und jede Sache unter dem Himmel ihre Stunde.“
Grundannahmen:
Perspektive: unter dem Himmel / unter der Sonne
Mensch eingebunden in Zeit
Gott bleibt souverän, aber verborgen
Der Tod ist Realität, nicht überwunden
➡️ Prediger beschreibt Gottes Weltordnung ohne Offenbarung der Erlösung.
Das Johannesevangelium beginnt nicht unter der Sonne, sondern:
Johannes 1,1
„Im Anfang war das Wort …“
➡️
vor der Zeit
➡️ über der
Zeit
➡️ Ursprung der
Zeit
Johannes 1,14
„Und das Wort wurde Fleisch …“
➡️ Der Ewige tritt in die Zeit von Prediger 3 ein
Zeit für alles
„… damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe.“
🔹 Prediger: alles zeitlich
🔹 Johannes: Leben
ohne Zeitende
➡️ Christus bringt nicht bessere Zeiten, sondern eine neue Daseinsordnung
„Zeit zum Geborenwerden und Zeit zum Sterben“
„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird …“
🔹 Prediger: natürliche
Geburt
🔹 Johannes:
geistliche Neugeburt
➡️ Der natürliche Lebenskreis wird durchbrochen
„Zeit zum Sterben“
„Ich lasse mein Leben … ich habe Macht, es wiederzunehmen.“
➡️ Christus stirbt
freiwillig
➡️ Sein Tod ist
einmalig und stellvertretend
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
„Zeit zum Weinen“
„Ich werde euch einen anderen Sachwalter geben …“
➡️ Der Geist Gottes tritt dauerhaft an die Seite der Seinen
„… eure Traurigkeit wird zur Freude werden.“
„Zeit des Krieges, Zeit des Friedens“
„Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“
➡️ kein zeitbedingter
Friede
➡️ sondern bleibender
Friede durch das Kreuz
„Zeit zum Steinesammeln“
„… dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat.“
➡️ Der Sohn sammelt lebendige Steine (vgl. 1Petr 2)
„Zeit zum Verlieren“
„Niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“
➡️ In Christus kein endgültiger Verlust
„Zeit zum Schweigen und Zeit zum Reden“
„Der eingeborene Sohn … hat ihn kundgemacht.“
➡️ Gott hat letztgültig gesprochen – im Sohn (vgl. Hebr 1)
Prediger kennt viele Zeiten
–
Johannes kennt eine
zentrale Stunde.
„Die Stunde ist gekommen, dass der Sohn des Menschen verherrlicht werde.“
➡️ Kreuz =
Schlüsselzeitpunkt der
Weltgeschichte
➡️ Alle Zeiten Predigers laufen
auf diese Stunde zu
Prediger beschreibt den Menschen in der Zeit.
Johannes offenbart Christus als den Herrn über die Zeit.
Prediger 3 wird nicht aufgehoben, sondern:
erfüllt
überschritten
erlöst
„Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Joh 17,3)
„Alles hat seine Zeit, und jede Sache unter dem Himmel ihre Stunde.“
(Prediger 3,1)
Der Prediger beschreibt das
menschliche Leben so, wie wir es alle kennen:
Geboren werden und sterben, lachen und weinen, gewinnen und
verlieren, lieben und hassen.
Alles bewegt sich in Gegensätzen –
und alles ist zeitlich
begrenzt.
Der Mensch kann diese Zeiten
nicht festhalten.
Er ist ihnen ausgeliefert.
Und so endet das Buch Prediger nicht mit Hoffnung, sondern mit Ernüchterung:
„Alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.“
Das ist die ehrliche Diagnose des Lebens ohne Erlösung.
Prediger sagt:
Es gibt eine Zeit zu sterben.
Aber er sagt nicht:
Wie der Tod überwunden wird.
Prediger kennt Gott als
Schöpfer,
aber nicht als Erlöser.
Der Mensch bleibt:
in der Zeit gefangen
dem Tod ausgeliefert
ohne Gewissheit über die Ewigkeit
Und genau hier setzt das Evangelium an.
„Im Anfang war das Wort … und das Wort wurde Fleisch.“
(Johannes 1,1.14)
Jesus Christus ist
nicht Teil der Zeit,
sondern ihr Schöpfer.
Er tritt bewusst in die Welt des Predigers ein:
in Leid
in Vergänglichkeit
in den Tod
Doch Er sagt:
„Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
(Johannes 11,25)
Prediger spricht von vielen
Zeiten.
Jesus spricht von
einer Stunde:
„Die Stunde ist gekommen.“
(Johannes 12,23)
Diese Stunde ist das Kreuz.
Dort geschieht, was Prediger nicht sehen konnte:
Schuld wird getragen
Gericht wird vollzogen
Tod wird besiegt
„Es ist vollbracht.“
(Johannes 19,30)
Jesus sagt nicht:
Ich helfe dir, deine Zeit besser zu nutzen.
Sondern:
„Wer an mich glaubt, hat ewiges Leben.“
(Johannes 6,47)
Ewiges Leben ist:
nicht endlose Zeit
sondern neues Leben aus Gott
jenseits der Vergänglichkeit
„Niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“
(Johannes 10,28)
Es gibt eine Zeit,
die Prediger nicht nennt,
die aber für jeden Menschen kommt:
Die Zeit der Entscheidung.
„Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.“
(Johannes 3,3)
Diese Entscheidung kann
niemand vertagen.
Sie lässt sich nicht wiederholen.
Alles hat seine Zeit.
Aber deine Zeit ist begrenzt.
Heute ruft Christus dich:
„Komm zu mir.“
Nicht morgen.
Nicht irgendwann.
„Jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.“
(2. Korinther 6,2)
Wende dich nicht nur
in deinem Leben –
wende dich zu Christus.
Denn:
Wer Ihn hat, hat das Leben.