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00828 Der Herr Jesus ist grundsätzlich zur Rechten Gottes gesetzt (sein dauerhafter Platz), kann aber in besonderen heilsgeschichtlichen Momenten stehend gesehen werden.


„… und setzte sich zur Rechten Gottes.“
„… hat sich für immer zur Rechten Gottes gesetzt.“
Diese Aussagen sind lehrhaft (doktrinär) und beschreiben den bleibenden Zustand des verherrlichten Christus.
Bedeutung des Sitzens:
Das Werk ist vollbracht
– Im Gegensatz zu den levitischen Priestern (Hebr 10,11), die
standen, weil ihr Dienst nie
beendet war.
– Christus sitzt, weil das
Sühnungswerk abgeschlossen ist (Joh 19,30).
Königliche Autorität
– Sitzen zur Rechten bedeutet
Regierung, Würde, Macht (Ps 110,1).
Hohenpriesterliche Ruhe
– Er hat einen bleibenden Platz als unser Hoherpriester (Hebr 8,1).
➡️ Sitzen = vollendetes Erlösungswerk + dauerhafte Herrschaft
„… und Jesus zur Rechten Gottes stehen …“
Das ist kein Lehrtext, sondern eine visionäre Momentaufnahme.
Warum steht der Herr hier?
Stephanus wird als erster Märtyrer für Christus getötet.
„Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater“
(Mt 10,32)
➡️ Der Herr steht auf, um Stephanus öffentlich zu bezeugen.
In der Bibel ist Stehen oft mit Gericht oder Eingreifen verbunden:
Jesaja 3,13:
„Jehova steht auf, um Recht zu führen.“
Stephanus’ Tod markiert:
die endgültige Verwerfung des Zeugnisses an Israel,
den Übergang zur Ausbreitung des Evangeliums unter den Nationen.
➡️ Christus steht als der Sohn des Menschen, dem alles Gericht gegeben ist (Joh 5,27).
Stephanus sieht ausdrücklich:
„den Sohn des Menschen … stehen“
Dieser Titel ist:
messianisch (Dan 7),
gerichtlich,
bezogen auf Israel.
➡️ Israel verwirft erneut den Sohn des Menschen → der Herr steht als der von ihnen verworfene, aber verherrlichte Messias.
| Aussage | Bedeutung |
|---|---|
| Er sitzt | Dauerhafter Platz, vollbrachtes Werk, ruhende Autorität |
| Er steht | Besondere Handlung: Zeugnis, Gericht, Mitgefühl, Eingreifen |
📌 Der Sitz ist die Norm – das Stehen die Ausnahme aus besonderem Anlass
Der Herr Jesus sitzt dauerhaft zur Rechten Gottes, weil sein Erlösungswerk vollbracht ist und er als König und Hoherpriester regiert.
In Apostelgeschichte 7 wird er stehend gesehen, nicht weil sich sein Platz geändert hätte, sondern weil er sich in einem besonderen Moment offenbart: als Zeuge für Stephanus, als Sohn des Menschen und als der, der bereit ist zu handeln.
Es handelt sich nicht um einen Widerspruch, sondern um zwei verschiedene Perspektiven auf dieselbe verherrlichte Person.