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Der Herr Jesus sitzt dauerhaft zur Rechten Gottes, weil sein Erlösungswerk vollbracht ist und er als König und Hoherpriester ruht.
In Apostelgeschichte 7 wird er stehend gesehen,
weil er sich in einem besonderen Moment offenbart:
als Zeuge für Stephanus und als Sohn des Menschen.

Das Stehen ist eine situative Offenbarung,
das Sitzen sein
bleibender Platz.
Es besteht kein Widerspruch, sondern eine unterschiedliche Blickrichtung auf dieselbe verherrlichte Person.

1. „Er setzte sich zur Rechten Gottes“ – der dauerhafte Zustand

Markus 16,19

„… und setzte sich zur Rechten Gottes.“

Hebräer 10,12

„… hat sich für immer zur Rechten Gottes gesetzt.“

Diese Aussagen sind lehrhaft (doktrinär) und beschreiben den bleibenden Zustand des verherrlichten Christus.

Bedeutung des Sitzens:

  1. Das Werk ist vollbracht
    – Im Gegensatz zu den levitischen Priestern (Hebr 10,11), die standen, weil ihr Dienst nie beendet war.
    – Christus sitzt, weil das Sühnungswerk abgeschlossen ist (Joh 19,30).

  2. Königliche Autorität
    – Sitzen zur Rechten bedeutet Regierung, Würde, Macht (Ps 110,1).

  3. Hohenpriesterliche Ruhe
    – Er hat einen bleibenden Platz als unser Hoherpriester (Hebr 8,1).

➡️ Sitzen = vollendetes Erlösungswerk + dauerhafte Herrschaft


2. „Jesus … stehen zur Rechten Gottes“ – eine besondere Offenbarung

Apostelgeschichte 7,55–56

„… und Jesus zur Rechten Gottes stehen …“

Das ist kein Lehrtext, sondern eine visionäre Momentaufnahme.

Warum steht der Herr hier?

a) Christus als Zeuge für seinen Zeugen

Stephanus wird als erster Märtyrer für Christus getötet.

„Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde auch ich bekennen vor meinem Vater“
(Mt 10,32)

➡️ Der Herr steht auf, um Stephanus öffentlich zu bezeugen.


b) Christus als Richter – bereit zum Handeln

In der Bibel ist Stehen oft mit Gericht oder Eingreifen verbunden:

Stephanus’ Tod markiert:

➡️ Christus steht als der Sohn des Menschen, dem alles Gericht gegeben ist (Joh 5,27).


c) Christus als der Sohn des Menschen

Stephanus sieht ausdrücklich:

„den Sohn des Menschen … stehen“

Dieser Titel ist:

➡️ Israel verwirft erneut den Sohn des Menschen → der Herr steht als der von ihnen verworfene, aber verherrlichte Messias.


3. Kein Widerspruch – sondern Vollständigkeit

Aussage Bedeutung
Er sitzt Dauerhafter Platz, vollbrachtes Werk, ruhende Autorität
Er steht Besondere Handlung: Zeugnis, Gericht, Mitgefühl, Eingreifen

📌 Der Sitz ist die Norm – das Stehen die Ausnahme aus besonderem Anlass


4. Zusammenfassende Antwort (kurz & weitergebbar)

Der Herr Jesus sitzt dauerhaft zur Rechten Gottes, weil sein Erlösungswerk vollbracht ist und er als König und Hoherpriester regiert.

In Apostelgeschichte 7 wird er stehend gesehen, nicht weil sich sein Platz geändert hätte, sondern weil er sich in einem besonderen Moment offenbart: als Zeuge für Stephanus, als Sohn des Menschen und als der, der bereit ist zu handeln.

Es handelt sich nicht um einen Widerspruch, sondern um zwei verschiedene Perspektiven auf dieselbe verherrlichte Person.