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Fasten ist im Tanach kein Selbstzweck und kein asketisches Ideal, sondern ein äußerer Ausdruck innerer Herzenshaltung:
Demütigung vor Gott
Umkehr Bussse BRD: > Buße
Abhängigkeit
Ernstes Flehen
„… eure Seelen sollt ihr kasteien“ (3Mo 16,29; 23,27)
Das hebräische Wort
עָנָה נֶפֶשׁ (ʿānāh nefesch) =
„die Seele beugen/demütigen“.
Es gibt nur ein einziges ausdrücklich gebotenes Fasten:
🔹 Der große Versöhnungstag (Jom Kippur)
3. Mose 16; 23
Fasten = Teil der nationalen Sühnung
Zusammenhang: Opfer, Blut, Hoherpriester, Heiligtum
👉
heilsgeschichtlich:
Israel als Bundesvolk unter dem mosaischen Gesetz, wartend auf endgültige
Sühnung.
Weitere Fasten waren situationsbedingt, nicht gesetzlich:
| Anlass | Bibelstelle |
|---|---|
| Umkehr Busse: BRD: Buße nach Sünde | 1Sam 7,6 |
| Nationale Krise | Joel 1–2 |
| Trauer | 2Sam 1,12 |
| Flehen um Hilfe | Est 4,16 |
| Gerichtsdrohung | Jona 3 |
👉
Kernpunkt:
Fasten begleitet Gebet,
ersetzt es aber nie.
Gott verwirft äußerliches Fasten ohne Herzensänderung:
„Ist das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe?“ (Jes 58,5)
Fasten ohne:
Gerechtigkeit
Barmherzigkeit
Gehorsam
➡️ religiöse Form ohne geistliche Realität
Die Evangelien stehen heilsgeschichtlich zwischen Gesetz und Gnade.
Askese als Umkehr (Bußruf) an Israel
Vorbereitung auf das Reich
„Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.“
Fasten = Ausdruck nationaler Umkehr Busse BRD: Buße vor dem Messias.
40 Tage → Parallele zu Mose & Elia
Israel versagte → Christus siegt
👉 typologisch & heilsgeschichtlich, nicht normativ.
„Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist?“ (Mt 9,15)
🔑 Schlüsselwort: Bräutigam
| Zeit | Zustand |
|---|---|
| Bräutigam anwesend | Freude |
| Bräutigam weggenommen | Trauer |
👉 Fasten passt nicht zur Gegenwart Christi bei seinen Jüngern.
Regelmäßige Fastenpraxis (2× wöchentlich)
Selbstgerechtigkeit (Lk 18)
Fasten wird:
demonstrativ
leistungsbezogen
gesetzlich
Jesus korrigiert:
„Wenn ihr fastet…“ (Mt 6)
⚠️ Nicht Gebot, sondern Herzensprüfung
Jetzt kommt der entscheidende heilsgeschichtliche Bruch.
In den Lehrbriefen:
kein Gebot
keine Ordnung
keine Verordnung
Warum?
„Denn durch ein Opfer hat er auf immerdar vollkommen gemacht…“ (Hebr 10,14)
Fasten im AT:
verbunden mit Sühnung
Erwartung von Gnade
Christ:
Sühnung vollbracht
Zugang frei
Gerechtigkeit geschenkt
👉 Fasten kann keinen geistlichen Zustand verbessern.
„Ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.“ (Kol 3,3)
nicht mehr: „sich demütigen, um angenommen zu werden“
sondern: angenommen → leben in Gemeinschaft
„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel ist?“ (1Kor 6,19)
Im AT:
Fasten, um Gott zu nahen
Im NT:
Gott wohnt in uns
👉 Nähe Gottes ist nicht an asketische Übungen gebunden.
„…Gebote und Lehren der Menschen… haben zwar einen Schein von Weisheit… sind aber von keinem Wert gegen die Befriedigung des Fleisches.“ (Kol 2,20–23)
Fastengebote führen leicht zu:
Geistlichem Stolz
Leistungsdenken
Gesetzlichkeit
Ja – freiwillig, situationsbezogen, nie geboten:
| Kontext | Stelle |
|---|---|
| Gebet & Dienst | Apg 13,2–3 |
| Ältesten-Einsetzung | Apg 14,23 |
| Persönliche Hingabe | 1Kor 7,5 |
👉 kein Ritual, kein Zyklus, kein Gesetz
| Heilszeit | Fasten |
|---|---|
| Israel unter dem Gesetz | Geboten (1×), sonst begleitend |
| Evangelien | Übergang – Korrektur |
| Gemeinde | freiwillig, nie geboten |
🔑 Merksatz:
Fasten gehört heilsgeschichtlich zur Zeit der Erwartung
– nicht zur Zeit der Erfüllung.
| Heilszeit | Adressaten | Stellung vor Gott | Charakter des Fastens | Begründung | Bibelstellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Tanach (Gesetz) | Israel als Bundesvolk | Unter Gesetz, mit Distanz | Geboten (1×) und freiwillig | Sühnung, Umkehr, nationale Not | 3Mo 16; Joel 2; Jona 3 |
| Evangelien | Israel im Übergang | Messias anwesend | Korrigiert, relativiert | Bräutigam ist da | Mt 9,15; Mt 6 |
| Pfingsten–Heute | Gemeinde (Leib Christi) | In Christus vollendet | Freiwillig, nie geboten | Dienst, Gebet, Hingabe | Apg 13,2–3; Kol 2,23 |
| Zukunft (Israel) | Israel wieder im Fokus | Buße vor Wiederkunft | Nationales Fasten | Umkehr & Erwartung | Sach 12,10; Joel 2 |
| Aspekt | Tanach | Evangelien | Gemeindezeit |
|---|---|---|---|
| Anlass | Schuld, Gericht, Not | Übergang, Ruf zur Umkehr | Dienst, Gebet |
| Verpflichtung | Gesetzlich (Jom Kippur) | Keine Verpflichtung | Keine Verpflichtung |
| Geistliche Wirkung | Ausdruck der Demütigung | Herzensprüfung | Keine Heilswirkung |
| Gefahr | Äußerlichkeit | Heuchelei | Gesetzlichkeit |
| Bewertung Gottes | Herz wichtiger als Form | Freude statt Ritual | Freiheit im Geist |
| Thema | Israel | Christus | Gemeinde |
|---|---|---|---|
| Sühnung | Erwartet | Vollbracht | Besitz |
| Nähe Gottes | Annäherung gesucht | Offenbart | Innewohnend |
| Fasten nötig? | Ja (zeitweise) | Nein (Bräutigam da) | Nein (Stellung fest) |
| Schwerpunkt | Tun & Demütigen | Person Christi | Leben aus Gnade |
| Aussage | Begründung |
|---|---|
| Kein Fastengebot für Christen | Vollbrachtes Erlösungswerk |
| Fasten schafft keine Nähe zu Gott | Nähe ist Stellung, nicht Leistung |
| Fasten ist kein geistliches Mittel zur Heiligung | Kol 2,20–23 |
| Freiwilliges Fasten kann sinnvoll sein | Wenn Geist-geleitet, nicht ritualisiert |