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Hallo, Hans Peter! Eine kurze Begebenheit von vorhin möchte ich mit Dir teilen:
Meine Schwiegermutter (*19xx) war vorhin da. Sie hat uns Wäsche gebügelt, weil meine Frau ihre rechte Hand zurzeit nicht gebrauchen kann
und wir kamen zum ersten Mal, seit wir uns kennen (19xx) wirklich über den Glauben ins Gespräch.
Sie bezeichnet sich als Christin, sicherlich in bester eigener Überzeugung, geht seit ihrer Konfirmation (19xx) regelmäßig
in den Gottesdienst unserer landeskirchlichen evangelischen Gemeinde (sicherlich 25 - 30 Mal im Jahr).

 Irgendwie kamen wir auf die Jahreslosung zu sprechen (Offbg. 21,5) und im Lauf des Gesprächs hat sich das Gespräch
Richtung dem eigentlichen Fundament des Christentums und Heiliger Geist bewegt.

Der Einstieg war, weill sie zu mir sagte, sie könne sich unter dem Heiligen Geist nichts vorstellen.
Ich fragte sie, was sie denn aus ihrer Sicht zu einer Christin macht.
Ratloses Schweigen
Dann habe ich ihr - ich bin sicher, vom Heiligen Geist getrieben - das Evangelium erklärt.
Frei von der Schnauze, mit praktischen Beispielen, wie Gott es mir eingab durch den Heiligen Geist
mit den entsprechenden Bibelstellen, alles auswändig.

Sie war von dem Gehörten sichtlich ergriffen und bewegt.
Das ist ungewöhnlich, denn meine Schwiegermutter tut sich seit jeher schwer, Emotionen zu zeigen.
Ich merkte aber, wie Gott an ihr Herz klopfte.
Ich fragte sie dann: "Hast du das nicht gewusst? Hat dir das noch nie jemand erklärt?"
 "Noch nie", meinte sie.

Man muss sich das mal vorstellen:
Da geht jemand über 70 Jahre regelmäßig zur Kirche und hat noch nie das Evangelium gehört.
Ich meine, ich weiß, dass mit dem Evangelium in der Landeskirche nicht mehr viel los ist,
aber dass das kulturchristliche Leichentuch schon so viele Jahrzehnte über unserer Kirchengemeinde liegt,
war mir nicht klar. D.h. mir wurde heute so deutlich wie nie, dass, wenn heute jemand das Evangelium sucht,
dann macht er das am besten außerhalb der Landeskirche und strengt sich persönlich auch an dabei.

Auf dem Präsentierteller wird dir in unserer Welt das Evangelium nicht mehr angeboten und in der Landeskirche erst recht nicht.
Ich bin immer noch regelrecht geschockt.
Ich dachte, meine Schwiegermutter ist Christin, wenn auch traditionell, dass sie aber die entscheidenden Dinge noch nie gehört hat,
macht mich richtig fertig.
Dass die Leute, die draußen sind, vom Evangelium nichts wissen,
ist heutzutage leider bittere Wahrheit.
 Dass aber selbst die, die vermeintlich drinnen sind, ebenso ahnungslos sind,
wirft ein verheerendes Bild auf die nicht mal mehr vorhanden Restsubstanz einer im Abfall,
bzw. freien geistlichen Fall befindlichen Volkskirche, die für den Antichrist eine mehr als leichte Beute sein wird,
weil weder die Theologie noch ihre "Gläubigen" noch im Wort gegründet sind.