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Apg 13,48 „Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und
verherrlichten das Wort des Herrn und glaubten, so viele ihrer [Luther: „alle
die“] zum ewigen Leben verordnet waren.“
A)
Zur Übersetzung
Der Satz gliedert sich in zwei
Teile:
1)
TEIL I: „Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und
verherrlichten das Wort des Herrn und glaubten“
A) Wer sind die „zum ewigen Leben
bestimmten“
‚So viele’ (griech.:’osoi’)
ist mit einem mathematischen Gleichheitszeichen vergleichbar. Auf der linken
Seite davon steht das selbe wie auf der rechten. Dadurch wird das vorherige
Subjekt (die, die glauben) und der nachfolgende Satzteil gleichgesetzt, d.h. die
Gruppe der Gläubigen sind exakt die gleichen Personen, die zum ewigen Leben
bestimmt sind/waren, einhergehend mit der Bedeutung, dass alle die glauben, das
ewige Leben haben werden.
B) Zeitlicher Zusammenhang:
Glauben - Bestimmung – ewiges Leben
Das ewige Leben ist im NT stets
mit einem gegenwärtigen und einem zukünftigem Aspekt verbunden: Die heute
Glaubenden, werden zu einem zukünftigen Zeitpunkt das ewige Leben in der
Herrlichkeit empfangen. Die Garantie dafür haben sie bereits schon jetzt (=Heilssicherheit),
weil sie dazu gesetzt bzw. bestimmt sind, z.B. Joh 6,40 “dass jeder, der den
Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken
am letzten Tag.“
Das Zeitverhältnis würde dann auf
die damalige Gegenwart zeigen, nämlich auf den Zeitpunkt, an dem die
Betreffenden an das Evangelium geglaubt haben. Bei diesem Verständnis käme die
menschlich Verantwortung durch ihre persönliche Entscheidung für Christus stark
zum Ausdruck.
(b) ‚Gesetzt’ in passiver Form (Die Gläubigen wurden von Gott zum ewigen
Leben gesetzt/bestimmt/verordnet):
(1) Vor Grundlegung der Welt
Diejenigen die an Jesus Christus
glauben, sind von Anfang an von Gott dazu bestimmt, das ewige Leben zu erreichen.
Die Menschen die im Zeitalter der Gemeinde zum Glauben kommen werden, sind
bereits aufgrund der ewigen Pläne Gottes dazu bestimmt die Herrlichkeit bei Gott
zu erlangen. Die entsprechende Übersetzung würde dann lauten„es glaubten
diejenigen, die zum ewigen Leben bestimmt WAREN“ Diese Deutung würde die
Perspektive Gottes betonen, etwa in der Art, dass die Gläubigen (Eph 1,11)
vorherbestimmt sind zum Erhalt des Erbes im Himmel.
(2) Zum Zeitpunkt des
Gläubigwerdens der Betreffenden
Aufgrund der Tatsache, dass die
Menschen an seinen Sohn glauben, sind diese Personen in Folge dessen von Gott
dazu bestimmt, die Herrlichkeit (ewiges Leben) zu erlangen. Dies ist
grammatikalisch möglich, da durch die Syntax keine Vor-/bzw. Nachzeitigkeit
angegeben wird.
Eine entsprechende Übersetzung
wäre dann „es glaubten all diejenigen, die zum ewigen Leben bestimmt SIND“.
Hierbei wird die menschliche Perspektive im Verhältnis zum Erreichen des
ewigen Lebens betont.
B)
Grund der Ablehnung der calvinistischen Exegese
Apg 13,48 behandelt nicht die
Frage, warum die Ungläubigen durch die Verkündigung gläubig werden, d.h. warum
sie die Wiedergeburt erfahren (etwa weil sie vor Grundlegung der Welt dazu
vorherbestimmt worden sind).
Eine aufschlussreiche Passage über
Ungläubigen (Juden) findet sich in den vorherigen Versen. Diese hielten sich
selbst nicht des ewigen Lebens für würdig. Es ist also deren Verantwortung,
nicht an das verkündete Wort Gottes geglaubt zu haben. Ein vorweltlicher
Beschluss Gottes zu ihrer Verwerfung ist keinesfalls irgendwo ausgesagt. Nachdem
die Angesprochenen das Evangelium durch Unglauben zurückgewiesen haben, wendet
sich dieses an die Heiden.
C) Schlussfolgerung
Aufgrund des Textzusammenhangs und
der Parallelstelle Eph 1,11 würde am ehesten die Deutung nahe liegen, dass Gott
die Gläubigen vor Grundlegung der Welt dazu bestimmt hat, das ewige Leben bei
ihm zu erhalten. Dazu hat er sie in seinem ewigen Ratschluss bestimmt.
Apg 13,48 behandelt die Frage
warum Gläubige – im Gegensatz zu denen die sich dafür nicht würdig halten - das
ewige Leben erlangen werden. Weil sie von Gott dazu bestimmt worden sind.
Dieser Abschnitt steht im
deutlichen Kontrast zum vorangehenden:
Zusammenfassend kann man behaupten,
Apg 13,48 zeigt im praktischen Missionsgeschehen, den Ablauf, den auch
Joh 5,24:
„Wer mein Wort hört und glaubt
dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht,
sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“
1)
Gottes Wort hören
2)
und daran glauben, bewirkt den
3)
Übergang vom Tod zum Leben, d.h. ewiges Leben statt Gericht
Apg 13,48 – Keine Vorbestimmung zum Heil
Intro (10 Sek.)
Heute schauen wir uns Apostelgeschichte 13,48 an – einen Vers, der oft für eine
calvinistische Vorbestimmung zum Heil missbraucht wird. Doch der Text sagt etwas
völlig anderes.
1. Was passiert im Text? (25 Sek.)
Die Heiden hören das Evangelium, freuen
sich, verherrlichen das Wort – und glauben.
Das sind drei Reaktionen auf das Gehörte.
Der Text erklärt nicht, warum sie glauben, sondern dass sie
glauben.
2. Wer sind die „zum ewigen Leben Bestimmten“? (30 Sek.)
Das griechische Wort „osoi“ – „so viele wie“ funktioniert
wie ein Gleichheitszeichen.
Links: die Glaubenden.
Rechts: die zum ewigen Leben Bestimmten.
Der Text sagt also:
Alle, die glauben, sind genau diejenigen, die das ewige Leben erhalten.
Keine Auswahl vor der Bekehrung.
Keine Vorbestimmung zum Glauben.
Sondern: Die Glaubenden = die zum Leben Bestimmten.
3. Zeitlicher Zusammenhang (30 Sek.)
Im Neuen Testament hat ewiges Leben immer zwei Seiten:
Gegenwart: Wer glaubt, hat ewiges Leben.
Zukunft: Er wird auferweckt werden.
Apg 13,48 beschreibt diese Zukunftsperspektive:
Wer glaubt, ist von Gott dazu bestimmt, das ewige Leben zu empfangen.
Der Text sagt aber nicht, wann diese Bestimmung erfolgt ist – und schon
gar nicht, dass sie vor dem Glauben lag.
4. Warum die calvinistische Deutung scheitert (45 Sek.)
Der Vers beantwortet nicht die Frage:
„Warum werden Ungläubige gläubig?“
Er beantwortet nur:
„Warum werden Gläubige das ewige Leben erhalten?“
Die Verse davor zeigen klar:
Die Juden hielten sich selbst des ewigen Lebens nicht
würdig.
Ihre Verlorenheit liegt an ihrer eigenen Ablehnung – nicht an einem
vorweltlichen Beschluss.
Wenn Apg 13,48 eine Vorbestimmung zum Glauben lehren würde, müsste der Text
sagen:
„Sie glaubten, weil sie vorherbestimmt waren.“
Doch genau das steht nicht da.
5. Die eigentliche Aussage des Verses (30 Sek.)
Apg 13,48 zeigt den Ablauf, den Jesus in Joh 5,24 beschreibt:
Der Vers erklärt also nicht die Ursache des Glaubens, sondern die
Folge des Glaubens:
Wer glaubt, ist von Gott dazu bestimmt, das ewige Leben zu empfangen.
Schluss (10 Sek.)
Apg 13,48 ist kein Beweis für eine Vorbestimmung zum Heil – sondern eine
Zusage an alle Glaubenden.
Nicht: „Du glaubst, weil du bestimmt bist.“
Sondern: „Du bist bestimmt, weil du glaubst.“