Bibelkreis.ch   Bibelkreis.ch auf YouTube
Fragen und Antworten  BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing   Elberfelder 2023  Logos | Logos Bible Study Platform  www.Bibelkreis.ch

https://www.bibelkommentare.de/   Design  F&A

00843  Apostelgeschichte 13.48 Zum ewigen Leben verordnet



    

Apg 13,48 „Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn und glaubten, so viele ihrer [Luther: „alle die“] zum ewigen Leben verordnet waren.“

     N. P. Streitenberger 

A)     Zur Übersetzung

Der Satz gliedert sich in zwei Teile:

 

1)      TEIL I: „Als aber die aus den Nationen es hörten, freuten sie sich und verherrlichten das Wort des Herrn und glaubten“

 a.      ‚ABER die aus den Nationen’ zeigt den Gegensatz zu den Juden, die hörten und nicht glaubten (v.46).

 b.      ‚Freuen’ und ‚verherrlichen’ im Imperfekt, zeigt nicht eine punktuellen, sondern eine andauernde Zustand, als Reaktion auf das Gehörte.

 c.      ‚glaubten’ steht in manchen Übersetzungen nach einem Strichpunkt. Das zweifache ‚und’ zeigt jedoch an, dass sich „freuen – verherrlichen – glauben“ an das Hören des Wortes Gottes anschließt (Parataxe).

 2)      TEIL II: „so viele ihrer zum ewigen Leben verordnet/bestimmt/gesetzt waren“

 a.      Der Nebensatz ist eine Ergänzung zum vorangehenden Subjekt „sie“, d.h. die Glaubenden, werden dadurch genauer charakterisiert.

 b.      Hier steht kein kausaler Nebensatz, der den Grund des Glaubens angibt, etwa „sie glaubten, WEIL....“

  

A) Wer sind die „zum ewigen Leben bestimmten“

‚So viele’ (griech.:’osoi’) ist mit einem mathematischen Gleichheitszeichen vergleichbar. Auf der linken Seite davon steht das selbe wie auf der rechten. Dadurch wird das vorherige Subjekt (die, die glauben) und der nachfolgende Satzteil gleichgesetzt, d.h. die Gruppe der Gläubigen sind exakt die gleichen Personen, die zum ewigen Leben bestimmt sind/waren, einhergehend mit der Bedeutung, dass alle die glauben, das ewige Leben haben werden.

 

B) Zeitlicher Zusammenhang:  Glauben - Bestimmung – ewiges Leben

Das ewige Leben ist im NT stets mit einem gegenwärtigen und einem zukünftigem Aspekt verbunden: Die heute Glaubenden, werden zu einem zukünftigen Zeitpunkt das ewige Leben in der Herrlichkeit empfangen. Die Garantie dafür haben sie bereits schon jetzt (=Heilssicherheit), weil sie dazu gesetzt bzw. bestimmt sind, z.B. Joh 6,40 “dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.“

 Jeder Gläubige HAT (=Gegenwart) ewiges Leben und WIRD(=Zukunft dazu am letzten Tag auferweckt).

 Die Frage ist nun WANN sie zum ewigen Leben gesetzt werden. Dies ist nicht einfach zu beantworten, da die Person nicht genannt wird, die diese Setzung zum ewigen Leben vorgenommen hat. Es gib für die grammatikalische Form zwei Möglichkeiten des Verständnis:

 (a)       „Gesetzt/ dazu bestimmt“ in reflexiver Form (Die Gläubigen haben sich selber gesetzt/ dazu bestimmt, etwa indem sie gläubig wurden).

Das Zeitverhältnis würde dann auf die damalige Gegenwart zeigen, nämlich auf den Zeitpunkt, an dem die Betreffenden an das Evangelium geglaubt haben. Bei diesem Verständnis käme die menschlich Verantwortung durch ihre persönliche Entscheidung für Christus stark zum Ausdruck.

(b)       ‚Gesetzt’ in passiver Form (Die Gläubigen wurden von Gott zum ewigen Leben gesetzt/bestimmt/verordnet):

(1) Vor Grundlegung der Welt

Diejenigen die an Jesus Christus glauben, sind von Anfang an von Gott dazu bestimmt, das ewige Leben zu erreichen. Die Menschen die im Zeitalter der Gemeinde zum Glauben kommen werden, sind bereits aufgrund der ewigen Pläne Gottes dazu bestimmt die Herrlichkeit bei Gott zu erlangen. Die entsprechende Übersetzung würde dann lauten„es glaubten diejenigen, die zum ewigen Leben bestimmt WAREN“ Diese Deutung würde die Perspektive Gottes betonen, etwa in der Art, dass die Gläubigen (Eph 1,11) vorherbestimmt sind zum Erhalt des Erbes im Himmel.

 

(2) Zum Zeitpunkt des Gläubigwerdens der Betreffenden

Aufgrund der Tatsache, dass die Menschen an seinen Sohn glauben, sind diese Personen in Folge dessen von Gott dazu bestimmt, die Herrlichkeit (ewiges Leben) zu erlangen. Dies ist grammatikalisch möglich, da durch die Syntax keine Vor-/bzw. Nachzeitigkeit angegeben wird.

Eine entsprechende Übersetzung wäre dann „es glaubten all diejenigen, die zum ewigen Leben bestimmt SIND“.  Hierbei wird die menschliche Perspektive im Verhältnis zum Erreichen des ewigen Lebens betont.

 

B)     Grund der Ablehnung der calvinistischen Exegese

Apg 13,48 behandelt nicht die Frage, warum die Ungläubigen durch die Verkündigung gläubig werden, d.h. warum sie die Wiedergeburt erfahren (etwa weil sie vor Grundlegung der Welt dazu vorherbestimmt worden sind).

Eine aufschlussreiche Passage über Ungläubigen (Juden) findet sich in den vorherigen Versen. Diese hielten sich selbst nicht des ewigen Lebens für würdig. Es ist also deren Verantwortung, nicht an das verkündete Wort Gottes geglaubt zu haben. Ein vorweltlicher Beschluss Gottes zu ihrer Verwerfung ist keinesfalls irgendwo ausgesagt. Nachdem die Angesprochenen das Evangelium durch Unglauben zurückgewiesen haben, wendet sich dieses an die Heiden.

 ð     Apg 13,48 behandelt NICHT die Frage, warum Ungläubige zum Glauben kommen. Wäre dies das Thema im Vers, müsste er etwa folgendermaßen lauten „die Ungläubigen, die zum Glauben gekommen sind, erlangten deswegen die Wiedergeburt, weil sie – trotz ihres Zustand ihres damaligen Unglaubens - von Gott dazu vorherbestimmt und auserwählt waren“.

 ð     Die calvinistische Deutung bezieht sich auf die Vorherbestimmung zur Wiedergeburt als eines erreichten Zustandes der damaligen Gegenwart in Bezug auf eine hypothetische vorherige Phase des Unglaubens. Diese Verbindung zwischen der die Bestimmung Gottes stehen würde ist im Text jedoch NIRGENDWO enthalten. Der erwähnte erste Pol ist jedoch der bereits eingetretene Zustand des Glaubens. Daran knüpft die Bestimmung an, die auf den zweite Pol - das ewige Leben – gerichtet ist.

 ð     Die calvinistische Deutung wird daher aufgrund des unzutreffenden Bezuges auf die Personen und die Zeit abgelehnt.

 C) Schlussfolgerung

Aufgrund des Textzusammenhangs und der Parallelstelle Eph 1,11 würde am ehesten die Deutung nahe liegen, dass Gott die Gläubigen vor Grundlegung der Welt dazu bestimmt hat, das ewige Leben bei ihm zu erhalten. Dazu hat er sie in seinem ewigen Ratschluss bestimmt.

 

Apg 13,48 behandelt die Frage warum Gläubige – im Gegensatz zu denen die sich dafür nicht würdig halten - das ewige Leben erlangen werden. Weil sie von Gott dazu bestimmt worden sind.

 Gleicher Sachverhalt findet sich in 1.Thess 5,9 „Denn Gott hat uns nicht zum Zorn bestimmt, sondern zum Erlangen des Heils durch unseren Herrn Jesus Christus“

 In Apg 13,48  behandelt im Kontext den Zusammenhang: Die Gläubigen und das ewige Leben, bzw. die Abfolge:

 Evangelium hören – daran glauben - mit der Konsequenz die Bestimmung des zukünftigen ewigen Lebens zu erlangen.

  

Dieser Abschnitt steht im deutlichen Kontrast zum vorangehenden:

 Evangelium hören – NICHT daran glauben - mit der Konsequenz das ewige Leben NICHT zu erlangen bzw. sich selber dafür unwürdig halten (Ungläubige Juden).

Zusammenfassend kann man behaupten,  Apg 13,48 zeigt im praktischen Missionsgeschehen, den Ablauf, den auch Joh 5,24:

 

Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.“

 

1)       Gottes Wort hören

2)       und daran glauben, bewirkt den

3)       Übergang vom Tod zum Leben, d.h. ewiges Leben statt Gericht

180"

  

Apg 13,48 – Keine Vorbestimmung zum Heil

Intro (10 Sek.)
Heute schauen wir uns Apostelgeschichte 13,48 an – einen Vers, der oft für eine calvinistische Vorbestimmung zum Heil missbraucht wird. Doch der Text sagt etwas völlig anderes.

1. Was passiert im Text? (25 Sek.)

Die Heiden hören das Evangelium, freuen sich, verherrlichen das Wort – und glauben.
Das sind drei Reaktionen auf das Gehörte.
Der Text erklärt nicht, warum sie glauben, sondern dass sie glauben.

2. Wer sind die „zum ewigen Leben Bestimmten“? (30 Sek.)

Das griechische Wort „osoi“ – „so viele wie“ funktioniert wie ein Gleichheitszeichen.
Links: die Glaubenden.
Rechts: die zum ewigen Leben Bestimmten.
Der Text sagt also:
Alle, die glauben, sind genau diejenigen, die das ewige Leben erhalten.
Keine Auswahl vor der Bekehrung.
Keine Vorbestimmung zum Glauben.
Sondern: Die Glaubenden = die zum Leben Bestimmten.

3. Zeitlicher Zusammenhang (30 Sek.)

Im Neuen Testament hat ewiges Leben immer zwei Seiten:
Gegenwart: Wer glaubt, hat ewiges Leben.
Zukunft: Er wird auferweckt werden.
Apg 13,48 beschreibt diese Zukunftsperspektive:
Wer glaubt, ist von Gott dazu bestimmt, das ewige Leben zu empfangen.
Der Text sagt aber nicht, wann diese Bestimmung erfolgt ist – und schon gar nicht, dass sie vor dem Glauben lag.

4. Warum die calvinistische Deutung scheitert (45 Sek.)

Der Vers beantwortet nicht die Frage:
„Warum werden Ungläubige gläubig?“
Er beantwortet nur:
„Warum werden Gläubige das ewige Leben erhalten?“

Die Verse davor zeigen klar:
Die Juden hielten sich selbst des ewigen Lebens nicht würdig.
Ihre Verlorenheit liegt an ihrer eigenen Ablehnung – nicht an einem vorweltlichen Beschluss.

Wenn Apg 13,48 eine Vorbestimmung zum Glauben lehren würde, müsste der Text sagen:
„Sie glaubten, weil sie vorherbestimmt waren.“
Doch genau das steht nicht da.

5. Die eigentliche Aussage des Verses (30 Sek.)

Apg 13,48 zeigt den Ablauf, den Jesus in Joh 5,24 beschreibt:

  1. Gottes Wort hören
  2. daran glauben
  3. dadurch vom Tod zum Leben übergehen

Der Vers erklärt also nicht die Ursache des Glaubens, sondern die Folge des Glaubens:
Wer glaubt, ist von Gott dazu bestimmt, das ewige Leben zu empfangen.

Schluss (10 Sek.)

Apg 13,48 ist kein Beweis für eine Vorbestimmung zum Heil – sondern eine Zusage an alle Glaubenden.
Nicht: „Du glaubst, weil du bestimmt bist.“
Sondern: „Du bist bestimmt, weil du glaubst.“