1. Um uns zu offenbaren – Gott
sichtbar und greifbar zu machen
"Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen." (Joh 14,9). In
Jesus können wir Gottes Herz, sein Wesen, sein Mitleid und seine
Wahrheit vollkommen erkennen.
Gott ist nicht mehr ein ferner Gedanke, sondern ein Mensch, den wir
hören, sehen und berühren können (1. Joh 1,1).
2. Um unser Mittler und wahrer
Hohepriester zu sein
"Ein solcher Hohepriester tat uns not, der heilig, unschuldig,
unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher als die Himmel ist." (Hebr
7,26).
Als Mensch konnte er sich wahrhaftig mit unserer Schwachheit
identifizieren ("der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise",
Hebr 4,15)
und doch sündlos bleiben, um das vollkommene Opfer für uns zu
werden.
3. Um das Gesetz zu erfüllen und
den Fluch auf sich zu nehmen
Er kam "unter das Gesetz" (Gal 4,4), um es vollkommen zu halten –
was wir nicht konnten. Dadurch konnte er "den Fluch des Gesetzes"
für uns tragen (Gal 3,13). Der Schuldschein wurde an sein Kreuz geheftet
(Kol 2,14).
4. Um den Tod zu besiegen – von
innen heraus
Der Tod hatte Macht durch die Sünde. Nur indem der Schöpfer des
Lebens selbst in das Reich des Todes eintrat – durch Seinen
Leib –
konnte er ihn von innen besiegen und auferstehen. Die
Auferstehung wäre nicht möglich gewesen ohne die wahre Menschlichkeit.
5. Um uns zu erheben – der große
Tausch
"Er, der reich war, wurde arm um euretwillen, damit ihr durch
seine Armut reich würdet." (2. Kor 8,9). Er nahm unsere menschliche
Natur an,
damit wir an seiner göttlichen Natur Anteil bekommen (2. Petr 1,4). Gott
wurde, was wir sind, damit wir werden, was er ist – durch Gnade.
6. Um ein für alle Mal die Frage
der Sünde zu klären
Gott hätte vom Himmel aus vergeben können. Aber er kam, um die
Sünde an ihrer Wurzel – in der menschlichen Natur –
zu richten und zu reinigen. Nicht von oben herab, sondern von innen
heraus. Die Liebe sucht die größtmögliche Nähe, selbst in den Abgrund.
Ein Gedanke zum Brotbrechen
heute:
Wenn ihr das Brot nehmt, denkt daran: Dies ist nicht das Symbol
eines fernen Gottes, sondern das gebrochene Brot des
Gottes, der herunterkam.
Er betrat unsere Dunkelheit, kostete unseren Schmerz, trug unsere Schuld.
Jede Spur von Distanz wurde in Jesus Christus überbrückt.
Das Brotbrechen ist die Feier dieser unergründlichen Herablassung – Gott
bei uns, für uns, in uns.
"Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit." (Joh 1,14). Das ist das Wunder, das wir heute anbeten.