Bibelkreis.ch
Bibelkreis.ch auf YouTube
Fragen und Antworten BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing Elberfelder
2023 Logos
| Logos Bible Study Platform www.Bibelkreis.ch
https://www.bibelkommentare.de/ Design
Hat der Mensch einen freien Willen?“
1. Der Fehler der Philosophie
Philosophie fragt:
„Ist der Mensch frei oder unfrei? Kann er überhaupt anders handeln?“
Die Bibel fragt etwas völlig anderes:
„Wofür macht Gott den Menschen verantwortlich?“
Das ist ein himmelweiter Unterschied.
Philosophie dreht sich um den Menschen.
Die Bibel dreht sich um den Schöpfer.
2. Der Mensch ist gefallen – aber nicht determiniert
Ja, der Mensch ist gefallen.
Aber direkt daneben steht Henoch.
Ein Mensch, der mit Gott wandelte.
Wenn der Mensch absolut unfähig wäre, wäre Henoch unmöglich.
Die Bibel zeigt:
Der Mensch ist verdorben – aber nicht ferngesteuert.
3. Christus befreit – und erst dadurch wird freiwilliges Handeln möglich
Hebräer 2,14–15 sagt:
Christus hat den zunichtemacht, der die Macht des Todes hatte,
und die befreit, die in Knechtschaft waren.
Das bedeutet:
Freiwilligkeit ist eine Frucht der Befreiung durch Christus,
nicht eine philosophische Eigenschaft des Menschen.
Darum spricht das Neue Testament von „freiwillig“ und „bereitwillig“ –
aber nie von „freiem Willen“.
4. Freiwillig heißt: in der Gesinnung Christi
Paulus sagt:
„Wenn ich es freiwillig tue, habe ich Lohn.“ (1Kor 9,17)
Philemon soll „nicht gezwungen, sondern freiwillig“ handeln. (Phlm 14)
Hirten sollen „nicht aus Zwang, sondern freiwillig“ dienen. (1Petr 5,2)
In allen Fällen ist die Tat gesetzt.
Die Frage ist:
Tue ich es in Gemeinschaft mit Christus – oder nur als Pflicht?
Freiwillig heißt:
Ich teile die Gesinnung Jesu.
5. Der Kernfehler aller Debatten
Alle Streitigkeiten über den „freien Willen“ scheitern daran,
dass sie den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
Die Bibel stellt den Schöpfer in den Mittelpunkt.
Nicht: „Was kann der Mensch?“
Sondern: „Was sagt Gott?“
6. Schluss
Der Mensch ist verantwortlich.
Christus befreit.
Und freiwilliges Handeln entsteht dort,
wo ein Herz in der Gesinnung Jesu lebt.
Nicht Philosophie.
Nicht Spekulation.
Sondern Schrift.
1. Einleitung: Warum der Begriff „freier Wille“ problematisch ist
Der Ausdruck „freier Wille“ kommt nicht in der Bibel vor.
Das allein ist schon ein Warnsignal, denn viele hitzige Debatten drehen sich um
einen Begriff, den die Schrift nicht verwendet.
Oft wird „freier Wille“ mit Verantwortung gleichgesetzt – ein
Kategorienfehler,
der schon bei Luther und Erasmus sichtbar wurde.
Luther lehnte den „freien Willen“ ab, weil er darunter die Fähigkeit verstand,
dem Teufel aus eigener Kraft zu widerstehen
(vgl. seine Auslegung zu Jak 4,7).
Da er diese Fähigkeit verneinte, verwarf er den Begriff.
Doch damit verwechselte er philosophische Willensfreiheit mit
biblischer Verantwortung.
Die Bibel argumentiert völlig anders:
Der Mensch ist verantwortlich, weil Gott ihn verantwortlich macht,
nicht weil er philosophisch „frei“ wäre.
2. Der Mensch nach dem Sündenfall – verdorben, aber verantwortlich
2.1 Die Verdorbenheit des Menschen
Nach dem Sündenfall beschreibt Gott den Zustand des Menschen so:
„Und der HERR sah, dass die Bosheit des Menschen groß war auf der Erde, und
alles Gebilde der Gedanken seines Herzens nur böse den ganzen Tag.“
1. Mose 6,5
Diese Aussage beschreibt den moralischen Zustand, nicht eine metaphysische Unfähigkeit.
Deterministen behaupten:
„Der Mensch kann gar nicht anders – also ist er nicht verantwortlich.“
Doch die Schrift widerlegt das sofort.
2.2 Henoch – ein Gegenbeispiel zur deterministischen Lehre
Noch vor dem Gesetz, vor Pfingsten, vor der Gemeinde, heißt es:
„Und Henoch wandelte mit Gott … und er war nicht mehr, denn Gott nahm ihn
weg.“
1. Mose 5,22–24
Wenn der Mensch „nur böse“ wäre im Sinne einer absoluten Unfähigkeit, wäre Henoch unmöglich.
Henoch beweist:
Der Mensch ist gefallen – aber nicht determiniert.
3. Die Befreiung durch Christus – Grundlage jeder freiwilligen Handlung
3.1 Christus zerstört die Macht des Todes
Der Hebräerbrief erklärt, warum Menschen überhaupt in Knechtschaft waren:
„… damit er durch den Tod den zunichtemachte, der die Macht des Todes hat,
das ist den Teufel, und alle die befreite, die durch Todesfurcht das ganze Leben
hindurch der Knechtschaft unterworfen waren.“
Hebr 2,14–15
Christus hat den Menschen befreit, nicht „befähigt“.
Er hat die Macht Satans gebrochen – nicht den Willen des Menschen metaphysisch
„repariert“.
3.2 Die Wirkung des Werkes Christi gilt rückwirkend
Psalm 8 spricht prophetisch vom Sohn des Menschen:
„Ein wenig hast du ihn unter die Engel erniedrigt; und mit Herrlichkeit und
Pracht hast du ihn gekrönt.“
Ps 8,6
Der Hebräerbrief erklärt, dass diese Erniedrigung wegen des Leidens des Todes geschah (Hebr 2,9).
Die Glaubenszeugen in Hebräer 11 zeigen, dass das Werk Christi
zeitübergreifend wirkt.
Mose konnte die „Schmach des Christus“ höher achten als die Schätze Ägyptens
(Hebr 11,26).
Das wäre unmöglich, wenn das Werk Christi nicht auch für die Gläubigen des Alten
Bundes wirksam wäre.
4. Verantwortung ist biblisch – „freier Wille“ ist philosophisch
4.1 Der Mensch handelt verantwortlich
Titus 3,3 beschreibt den Zustand des Menschen:
„Denn einst waren auch wir unverständig, ungehorsam, irregehend …“
Tit 3,3
Ungehorsam setzt Gehorsam als Möglichkeit voraus.
Sonst wäre es kein Ungehorsam, sondern ein Defekt.
Die Bibel kennt keine moralische Verantwortung ohne reale Möglichkeit des Gehorsams.
4.2 Die Bibel spricht nicht von „freiem Willen“, aber von freiwilligen Handlungen
Das Neue Testament verwendet mehrfach Begriffe wie:
Diese Begriffe beschreiben nicht metaphysische Willensfreiheit, sondern die Gesinnung eines Menschen, der in Gemeinschaft mit Gott handelt.
5. Drei neutestamentliche Beispiele für freiwilliges Handeln
5.1 Paulus – freiwillig oder unfreiwillig
„Denn wenn ich dies freiwillig tue, so habe ich Lohn; wenn aber unfreiwillig,
so bin ich mit einer Verwaltung betraut.“
1. Kor 9,17
Paulus muss das Evangelium verkündigen.
Die Frage ist nicht ob, sondern wie.
Freiwillig = in Übereinstimmung mit Christus
Unfreiwillig = reine Pflichterfüllung
5.2 Philemon – Wohltat aus Liebe, nicht aus Zwang
„… damit deine Wohltat nicht wie gezwungen, sondern freiwillig sei.“
Phlm 14
Die Tat ist gesetzt – die Gesinnung entscheidet über ihren Wert.
5.3 Die Hirten – nicht aus Zwang, sondern bereitwillig
„… nicht aus Zwang, sondern freiwillig … bereitwillig.“
1. Petr 5,2
Auch hier:
Die Aufgabe steht fest.
Die Haltung entscheidet.
6. Freiwilligkeit im Alten Testament – Gemeinschaft mit Gott
Freiwillige Opfer (z. B. 3. Mose 1; 3. Mose 22,18–23) mussten exakt nach Gottes Vorschrift gebracht werden.
Freiwilligkeit bedeutet also nicht „ich mache, was ich will“, sondern:
7. Der Kernfehler aller Debatten über den „freien Willen“
Alle philosophischen Systeme – ob Allversöhnung oder deterministischer Calvinismus – stellen den Menschen in den Mittelpunkt:
Die Bibel stellt Gott in den Mittelpunkt:
Der Mensch ist verantwortlich, weil Gott es sagt, nicht weil er philosophisch „frei“ wäre.
8. Schlussfolgerung
Bibel vs. Philosophie – absolut kompatibel für Expression Web 4
1. Bibel: Der Begriff „freier Wille“ kommt nicht vor.
Philosophie: Der Begriff „freier Wille“ ist zentral und wird
definiert, diskutiert, umgedeutet.
2. Bibel: Der Mensch ist verantwortlich, weil Gott ihn
verantwortlich macht.
Philosophie: Der Mensch ist verantwortlich, weil er angeblich
metaphysisch frei ist.
3. Bibel: Der Mensch ist gefallen, aber nicht determiniert (Henoch,
Mose, Hebr 11).
Philosophie: Der Mensch ist entweder völlig frei oder völlig
unfrei (Determinismus).
4. Bibel: Die Schrift beschreibt moralische Zustände, nicht
metaphysische Unfähigkeiten (1Mo 6,5).
Philosophie: Systeme beschreiben metaphysische Strukturen des
Willens.
5. Bibel: Christus befreit aus der Knechtschaft des Todes
(Hebr 2,14–15).
Philosophie: Der Mensch muss sich selbst befreien oder ist
unfrei ohne Ausweg.
6. Bibel: Freiwillig bedeutet: in Gemeinschaft mit Gott, in
der Gesinnung Christi (1Kor 9,17; Phlm 14; 1Petr 5,2).
Philosophie: Freiwillig bedeutet: autonom, unabhängig,
selbstbestimmt.
7. Bibel: Freiwillige Opfer folgen Gottes Ordnung (3Mo 1;
3Mo 22).
Philosophie: Freiwilligkeit bedeutet: „Ich entscheide, wie ich
will.“
8. Bibel: Ungehorsam setzt die Möglichkeit des Gehorsams
voraus (Tit 3,3).
Philosophie: Ungehorsam wird oft als Unfähigkeit interpretiert.
9. Bibel: Der Schöpfer steht im Mittelpunkt.
Philosophie: Das Geschöpf steht im Mittelpunkt.
10. Bibel: Verantwortung ist objektiv, weil Gott richtet (Röm
2,5–11).
Philosophie: Verantwortung ist subjektiv, abhängig von
Willensdefinitionen.
11. Bibel: Die Befreiung durch Christus wirkt
zeitübergreifend (Hebr 11; Ps 8).
Philosophie: Es gibt keine objektive Erlösung.
12. Bibel: Die Schrift kennt freiwillige Handlungen, aber
keinen „freien Willen“.
Philosophie: Systeme kennen den „freien Willen“, aber keine
echte freiwillige Hingabe an Gott.