Bibelkreis.ch   Bibelkreis.ch auf YouTube
Fragen und Antworten  BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing   Elberfelder 2023  Logos | Logos Bible Study Platform  www.Bibelkreis.ch

https://www.bibelkommentare.de/   Design  F&A

https://www.bibelkreis.ch/Darby%20Synopsis%20komplett/ohne_titel_3.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/kelly_william_at.html
https://www.bibelkreis.ch/BEGRIFFSERKLAERUNG/Kelly%20William%20NT.html


Elb2023    Einführung in die  AT  Bibelbücher für e-2023  Einführung in die NT  Bibelbücher für e-2023


00897 Johannes 13.31 - Johannes 14.5   →→  Johannes Evangelium

„Die Wohnungen, die Stätte und das Bleiben“

Stell dir vor, Jesus öffnet einen Vorhang und lässt dich für einen Moment in die unsichtbare Welt blicken.
Er sagt: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.“
Nicht: „Sie werden sein.“
Sondern: „Sie sind.“
Jetzt. Bereits vorhanden. Vollkommene Gemeinschaft, ewig, unzerstörbar.

Doch dann sagt er etwas Überraschendes:
„Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“
Warum muss er etwas bereiten, wenn die Wohnungen schon existieren?

Weil die Wohnungen der Ort der Gemeinschaft sind —
aber die Stätte ist der Zugang.
Die Wohnungen sind viele
aber die Stätte ist eine.
Die Wohnungen sind bereit
aber der Zugang ist noch verschlossen.

Und genau das ist der Weg, den Jesus geht:
Sein Kreuz, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt.
Er baut nicht den Himmel —
er öffnet ihn.

Johannes verbindet das mit einem seiner stärksten Worte: μένω – bleiben.
Der Sohn bleibt im Vater.
Der Gläubige bleibt in Christus.
Der Vater und der Sohn machen Wohnung im Gläubigen.
Das Bleiben beginnt jetzt — und endet in den Wohnungen des Vaters.

Und dann, am Ende der Bibel, öffnet Johannes das letzte Kapitel der Geschichte:
Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen… und er wird bei ihnen wohnen.“
Das Bleiben wird sichtbar.
Die Wohnungen werden bewohnt.
Die Stätte ist vollendet.
Die Braut ist beim Bräutigam.

Johannes 14 ist die Verlobung.
Offenbarung 21–22 ist die Hochzeit.
Dazwischen liegt das eine Werk, das alles möglich macht:
Die Stätte, die Jesus bereitet.

Wer das versteht, sieht:
Die Wohnungen sind nicht ein Ort.
Sie sind eine Beziehung.
Und die Stätte ist nicht ein Zimmer.
Sie ist das Kreuz.

Das ist die ganze Geschichte in drei Worten:
Wohnungen. Stätte. Bleiben.
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft —
alles getragen von Christus.

 1.      Wann spricht der Herr Jesus die Worte aus Johannes 13,31?

Antwort:  Nachdem Judas hinausgegangen war, um Ihn zu verraten.

2. Was sagt Jesus über die Verherrlichung in Vers 31?

Antwort: „Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm.“

3. Wie wird Gott nach Vers 32 auf die Verherrlichung des Sohnes reagieren?

Antwort: Gott wird den Sohn auch in sich selbst verherrlichen und zwar bald.

4. Wie nennt Jesus seine Jünger in Vers 33?

Antwort: „Kinderlein“ (ein Ausdruck der Zuneigung und Fürsorge).

5. Was kündigt Jesus in Vers 33 an?

Antwort: Dass Er „nur noch eine kleine Weile“ bei ihnen sein wird.

6. Welche Einschränkung erwähnt Jesus für die Jünger in Vers 33?

Antwort: „Wo ich hingehe, könnt ihr nicht hinkommen.

7. Welches neue Gebot gibt Jesus in Vers 34?

Antwort: „Liebt einander; wie ich euch geliebt habe.

8. Was macht diese Liebe „neu“?

Antwort: Der Maßstab: Jesu eigene hingebende Liebe.

9. Woran sollen alle erkennen, dass die Jünger Jesu Jünger sind? (Vers 35)

Antwort: An ihrer gegenseitigen Liebe.

10. Welche Frage stellt Petrus in Vers 36?

Antwort: „Herr, wohin gehst du?

11. Wie antwortet Jesus auf Petrus' Frage?

Antwort: „Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber später folgen.

12. Was entgegnet Petrus darauf?

Antwort: Dass er bereit sei, sein Leben für Jesus zu lassen.

13. Wie reagiert Jesus auf Petrus’ Selbstversprechen? (Vers 38)

Antwort: Er kündigt an: „Der Hahn wird nicht krähen, ehe du mich dreimal verleugnet hast.

14. Welche Spannung steht im Zentrum dieses Abschnitts?

Antwort: Die Verherrlichung Jesu und zugleich der Verrat und die kommende Verleugnung.

15. Was zeigt Jesu „Kinderlein“ im Zusammenhang der Fußwaschung vorher?

Antwort: Seine tief demütige, dienende Liebe.

16. Was ist die Hauptbotschaft des neuen Gebots?

Antwort: Selbstaufopfernde, praktische Liebe als Wesenskern der Nachfolge.

17. Warum können die Jünger Jesus nicht folgen (Vers 33 und 36)?

Antwort: Weil Jesus seinen einzigartigen Weg ans Kreuz, zur Auferstehung und zum Vater geht.

18. Wieso kann Petrus „später“ folgen?

Antwort: Durch seine eigene spätere Hingabe, sogar den Märtyrertod.

19. Was offenbart Petrus’ Reaktion über seinen Charakter?

Antwort: Eifer und Aufrichtigkeit, aber noch Selbstüberschätzung.

20. Warum kündigt Jesus Petrus’ Verleugnung an?

Antwort: Um Petrus zur Selbsterkenntnis zu führen und ihn auf die eigene Schwachheit vorzubereiten.

21. Was zeigt Jesu Vorhersage über seine göttliche Souveränität?

Antwort: Er weiß alles im Voraus und hat die Kontrolle über das Geschehen.

22. Welche Verbindung besteht zwischen Verherrlichung und dem Kreuz?

Antwort: Für Jesus ist das Kreuz keine Niederlage, sondern der Weg zur Verherrlichung von Ihm und dem Vater.

23. Warum ist Liebe das Kennzeichen der Jüngerschaft?

Antwort: Weil sie das Wesen Gottes und Jesu offenbart.

24. Was sagt der Abschnitt über echte Nachfolge?

Antwort: Sie zeigt sich weniger im Bekenntnis als in der gelebten Liebe.

25. Wie kann man diesen Abschnitt zusammenfassen?

1. Der Schauplatz: Der Verräter geht hinaus – die Herrlichkeit bricht an (V. 31–32)

Der Abschnitt beginnt mit den Worten:
„Als er nun hinausgegangen war…“
Gemeint ist Judas. In demselben Augenblick, in dem die Dunkelheit des Verrats die Tür hinter sich schließt, beginnt Jesus, von der Herrlichkeit zu sprechen.

Das ist ein tiefes göttliches Paradox:

„Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht.“
„Jetzt“ – nicht erst in der Auferstehung, nicht erst im Himmel,
sondern im Weg zum Kreuz.
Im Kreuz sieht der Herr nicht Schmach, sondern Verherrlichung, denn dort wird sichtbar:

Diese gegenseitige Verherrlichung von Vater und Sohn zeigt die Einheit ihres Wesens und Willens.

Das Kreuz ist nicht ein Unfall, sondern der Brennpunkt göttlicher Liebe.

2. Jesu zärtliche Anrede: „Kinderlein“ (V. 33)

Zum ersten und einzigen Mal im Johannesevangelium nennt Jesus seine Jünger:
„Kinderlein“ (τεκνία). teknia

In diesem Augenblick der Trennung offenbart sich das Herz des Meisters. Die Jünger stehen an einem Wendepunkt:

Dieses „jetzt nicht“ ist zugleich Trost und Prüfung:

Die Trennung ist notwendig, damit der Heilsplan Gottes sich erfüllt — doch sie geschieht im Ton tiefster Zärtlichkeit.

3. Das neue Gebot: Liebe in der Qualität Christi (V. 34–35)

Der Herr Jesus sagt nicht einfach: „Liebt einander.“
Das wäre nicht neu gewesen — das alttestamentliche Gebot kannte bereits die Nächstenliebe.

Das Neue liegt in folgenden Worten:
„Wie ich euch geliebt habe.“

Jesu Liebe war:

Das Kreuz ist der Massstab und die Quelle dieser Liebe.
Wer Jesu Liebe erfahren hat, kann auch in ihr wandeln.

Vers 35 fasst die Identität der Jünger zusammen:
Nicht ein Bekenntnis, nicht eine Kirchenzugehörigkeit, nicht Wissen —
sondern Liebe ist das Erkennungszeichen.
Wahre Christen sind an ihrer Liebe erkennbar, nicht an ihren Parolen.

4. Petrus’ Eifer
— und Jesu prophetische Klarheit (V. 36–38)

Petrus fragt: „Herr, wohin gehst du?“
Er merkt etwas von der Schwere der Stunde,
aber versteht die geistliche Dimension nicht.

Jesus antwortet:
„Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt nicht folgen.“

Petrus lässt das nicht stehen.
Er verspricht:
„Mein Leben will ich für dich lassen.“

Echter Eifer, echte Liebe — aber noch nicht geprüft.
Petrus überschätzt die Stärke seines Fleisches und unterschätzt die Schwachheit seines Herzens.

Jesus antwortet mit schmerzhafter Wahrheit:
„Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast.“

Damit zeigt der Herr Jesus:

Später — nach der Auferstehung — stellt Jesus Petrus wieder her (Joh 21).
Der, der fallen wird, wird durch Gnade wieder aufgerichtet werden.

 Zentrale geistliche Linien dieses Abschnitts

1. Der Weg Christi ist der Weg der Herrlichkeit – durch Leiden.

Gottes Herrlichkeit offenbart sich nicht in Macht, sondern in Opfer.

2. Die Jünger sollen Christus ähnlich werden — zuerst in der Liebe.

Liebe ist kein Gefühl, sondern eine göttliche Kraft.

3. Der Mensch überschätzt sich leicht — Jesus kennt uns besser als wir uns selbst.

Petrus’ Fall war vorhergesehen und vorausgetragen durch Jesu Fürbitte (Lk 22,32).

4. Jesu Liebe bleibt, auch wenn wir versagen.

Die Anrede „Kinderlein“ gilt auch heute — Seine Zuneigung ist unerschütterlich.

 Zusammenfassung in einem Satz

Johannes 13,31–38 zeigt die Verherrlichung Christi im Kreuz, die Berufung der Jünger zur göttlichen Liebe und
die Realität menschlicher Schwachheit, der Jesus mit unerschütterlicher Gnade begegnet.

Johannes 14. 1-10
Der Trost und das Ziel (Verse 1–3)

  1. Was ist das erste Gebot, das Jesus seinen Jüngern in Vers 1 gibt?
     Er sagt: „Euer Herz werde nicht bestürzt.“ Er ruft sie zur inneren Ruhe auf.
  2. Worauf sollen die Jünger laut Vers 1 ihr Vertrauen setzen? 
    Sie sollen an Gott glauben und ebenso an Jesus selbst.
  3. Wie beschreibt Jesus das Haus seines Vaters? 
    Er sagt, dass es darin „viele Wohnungen“ gibt.
  4. Was wäre gewesen, wenn es diese Wohnungen nicht gäbe? 
    Der Herr Jesus sagt, er hätte es ihnen dann gesagt. Er ist also vollkommen aufrichtig mit ihnen.
  5. Was ist der erklärte Zweck von Jesu Weggang? 
    Er geht hin, um den Jüngern eine Stätte zu bereiten.
  6. Was verspricht Jesus für die Zeit nach seiner Vorbereitung? 
    Er verspricht: „Ich komme wieder und werde euch zu mir nehmen.“
  7. Was ist das ultimative Ziel dieser Mitnahme? 
    Dass die Jünger dort sind, wo Jesus auch ist. Die Gemeinschaft mit ihm ist das Ziel.

Der Weg, die Wahrheit und das Leben (Verse 4–6)

  1. Was setzt Jesus in Vers 4 bei seinen Jüngern voraus? 
    Er sagt: „Und wohin ich gehe, wisst ihr, und den Weg wisst ihr.“
  2. Welcher Jünger äußert offen sein Unverständnis? 
    Thomas stellt die Gegenfrage.
  3. Was genau versteht Thomas nicht? 
    Er sagt, sie wüssten weder, wohin Jesus geht, noch wie sie den Weg kennen könnten.
  4. Wie lautet die berühmte Selbstaussage Jesu in Vers 6? 
    „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“
  5. Gibt es laut Jesus einen anderen Zugang zum Vater? Nein, er betont exklusiv: „Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“
  6. In welcher Beziehung stehen „Weg“, „Wahrheit“ und „Leben“ zueinander? 
    Der Herr Jesus ist nicht nur ein Wegweiser, sondern die Personifizierung des Ziels und der Kraft, dorthin zu gelangen.

Bedeutung der „vielen Wohnungen“

Elberfelder 1905 wird der Begriff „Wohnungen“ (griechisch monai) verwendet.
Dieses Wort hat eine tiefe Verwurzelung im griechischen Urtext und beschreibt weit mehr als nur ein bloßes „Zimmer“.

Hier ist eine Vertiefung der Bedeutung im Kontext von Johannes 14,2:

1. Bleibende Stätten statt Zelte

Das griechische Wort monē leitet sich von menō ab, was „bleiben“ oder „verweilen“ bedeutet.

2. Die Größe des Vaterhauses

Der Herr Jesus sagt nicht „eine Wohnung“, sondern „viele“.

3. Die „Vorbereitung“ durch das Kreuz

Jesus sagt: „Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“ In der Theologie der Elberfelder Tradition wird dies oft so gedeutet:

4. Gemeinschaft statt Geografie

Obwohl wir uns oft goldene Paläste vorstellen, liegt der Schwerpunkt im Johannesevangelium auf der Beziehung.


Zusammenfassend: 
Die „vielen Wohnungen“ sind die Zusage, dass im Herzen Gottes genug Platz für jeden ist, der an Jesus glaubt, und dass diese Gemeinschaft durch nichts mehr erschüttert werden kann.

Das ist eine hervorragende Beobachtung. In der Elberfelder 1905 wird hier derselbe Wortstamm verwendet, was eine wunderbare Brücke zwischen dem „Jenseits“ und dem „Hier und Jetzt“ schlägt.

Hier ist der Vergleich zwischen Vers 2 (der himmlischen Hoffnung) und Vers 23 (der gegenwärtigen Realität):

Der sprachliche Schlüssel

In Vers 2 spricht der Herr Jesus von den vielen Wohnungen (monai).
In Vers 23 sagt er: „...und wir werden zu ihm kommen und Wohnung (monē) bei ihm machen.“
Es ist im Griechischen exakt dasselbe Wort.

1. Die Richtung der Bewegung

2. Die Bedingung der Wohnung

Während die himmlische Wohnung in Vers 2 eine Verheißung für alle Glaubenden ist, betont Vers 23 die Liebe und den Gehorsam:

„Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben...“ (Elberfelder 1905)
Die „Wohnung“ Gottes im Menschen ist also untrennbar mit einer lebendigen Liebesbeziehung und dem Halten seines Wortes verknüpft.

3. Das „Haus Gottes“ ist nicht nur ein Ort

Durch diesen Vergleich verstehen wir: Das „Haus des Vaters“ ist nicht nur eine geografische Angabe für den Himmel.

4. Die Beständigkeit (menō)

Da das Wort „Wohnung“ von „bleiben“ kommt, bedeutet Vers 23 auch:
Gott möchte kein gelegentlicher Gast in Ihrem Leben sein, der kurz vorbeischaut.
Er möchte bleiben.
Es ist ein dauerhaftes Niederlassen.

Es ist faszinierend, wie die Elberfelder Übersetzung diese Wortgleichheit so präzise bewahrt.

In modernen Bibeln geht das oft verloren, wenn einmal von „Wohnungen“ und einmal von „bleiben“ oder „daheim sein“ die Rede ist.

Ich zeigen noch wie der Heilige Geist in diesem Kapitel (Vers 16-17) als derjenige eingeführt wird,
der dieses „Wohnen“ überhaupt erst möglich
.

1. Der Text (Elberfelder 1905)

Johannes 14,2–3

„In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben.
Denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.
Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite,
so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen,
damit, wo ich bin, auch ihr seiet.“

↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓

Das ist kein Zufall. Johannes schreibt extrem präzise.

→→  2. Warum „viele Wohnungen“ (Plural, Präsens)?

Der Herr Jesus spricht von etwas, das bereits existiert:

Das Entscheidende:
Diese „Wohnungen“ existieren bereits, weil die Gemeinschaft mit dem Vater ewig ist. Sie sind Teil der himmlischen Realität, die nicht erst geschaffen werden muss.

→→ Die Wohnungen sind da – aber sie sind noch nicht für Menschen zugänglich.

→→ 3. Warum „eine Stätte bereiten“ (Singular, Zukunft)?

Hier liegt der Schlüssel.

Jesus sagt nicht, dass er die Wohnungen baut.
Er sagt, dass er eine Stätte bereitet.

Das Wort „Stätte“ (topos, τόπος) meint:

Es geht nicht um Architektur, sondern um Heilsordnung.

Was bereitet Jesus also?

Nicht die Wohnungen – die sind schon da.
Sondern den Zugang.

Und dieser Zugang wird durch sein Kreuz, seine Auferstehung und seine Himmelfahrt geschaffen.

Er bereitet nicht den Raum, sondern unsere Möglichkeit, dort zu sein.

→→  4. Warum Singular?

Weil es nur einen Weg gibt, nur eine Grundlage, nur eine Stätte, die er bereitet:

Diese eine Stätte ist die einzige Grundlage, auf der viele Wohnungen für viele Menschen zugänglich werden.

5. Zusammenspiel der beiden Aussagen



Kurz gesagt:

→→ 6. Die theologische Schönheit dahinter

Jesus sagt seinen Jüngern:

Das ist reine Gnade:

→→ 7. Ein Bild, das hilft

Stell dir vor:

Er baut nicht das Haus – er öffnet es.

→→ 8. Fazit

„Viele Wohnungen sind“
→ Die himmlische Realität ist vorhanden.

„Ich bereite eine Stätte“
→ Er schafft den Zugang durch sein Erlösungswerk.

Plural vs. Singular
→ Viele Plätze, aber nur ein Weg.

Die  griechischen Begriffe in Johannes 14,2–3

a) „Wohnungen“ – μοναι (monai)

Wichtig:
Das Wort kommt im NT nur zweimal vor – beide Male in Johannes 14 (V. 2 und V. 23).
Das zeigt: Es geht um Gemeinschaft, nicht um Räume.

b) „sind“ – εἰσίν (eisin)

Jesus sagt also nicht: „Es wird einmal viele Wohnungen geben“, sondern:
„Sie sind schon da.“

c) „eine Stätte bereiten“ – τόπον ἑτοιμάσαι (topon hetoimasai)

Das ist kein bauliches Vorbereiten, sondern ein heilsgeschichtliches:

👉 Jesus bereitet nicht die Wohnungen, sondern unseren Platz dort.

Und das geschieht durch:

d) Warum Plural vs. Singular?

Das ist johanneische Theologie in Reinform.

2 Verbindung zu Johannes 1,18; 13,36; Hebräer 10,19–22

a) Johannes 1,18 – der Sohn führt ein

„Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn kundgemacht.“

Das passt perfekt zu Johannes 14:
👉 Er kommt von dort – und führt uns dorthin.

b) Johannes 13,36 – „Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt nicht folgen“

Petrus will mitgehen, aber Jesus sagt:

„Jetzt kannst du mir nicht folgen; später aber wirst du mir folgen.“

Warum nicht jetzt?

Weil der Weg, den Jesus geht, sein Kreuzweg ist.
Kein Mensch kann diesen Weg mitgehen.

Erst nach seinem Werk kann Petrus folgen.

Das ist exakt die Logik von Johannes 14:

c) Hebräer 10,19–22 – der geöffnete Zugang

„Da wir nun Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu…“

Hier wird ausgesprochen, was Johannes 14 andeutet:

Das ist die „eine Stätte“, die Jesus bereitet.

👉 Er öffnet den Weg in die Gegenwart Gottes – dauerhaft, frei, sicher.

3 Die jüdische Hochzeitssymbolik

Johannes 14 ist ohne jüdischen Hintergrund kaum zu verstehen.

a) Der Bräutigam geht, um einen Platz zu bereiten

Im jüdischen Hochzeitsbrauch:

  1. Der Bräutigam verlobt sich (Kidduschin).
  2. Er geht zum Haus seines Vaters zurück.
  3. Er bereitet dort eine Wohnstätte für die Braut vor.
  4. Er kommt wieder, um sie zu holen.
  5. Er führt sie in das Haus des Vaters.

Das ist 1:1 Johannes 14.

b) Was bedeutet das für den Text?

Das ist reine Hochzeitssprache.

c) Warum „eine Stätte“?

Weil der Bräutigam für die Braut als Einheit einen Platz bereitet.
Die Braut ist eine – die Gemeinde.

Die vielen Wohnungen sind für die vielen Gläubigen,
aber die Stätte ist die eine Stellung der Braut beim Bräutigam.

Zusammenfassung


Offenbarung 21–22 und dann eine tiefe Gegenüberstellung von μονή (monē) und τόπος (topos).

Beides zusammen zeigt, wie Johannes ein einziges, großes theologisches Bild zeichnet: Gemeinschaft – Zugang – Vollendung.

1 Bezug zu Offenbarung 21–22

(Johannes-Evangelium und Offenbarung stammen vom gleichen Autor – daher ist die innere Verbindung extrem stark.)

A. Die „Wohnungen“ (μοναι) und das neue Jerusalem

In Johannes 14 spricht Jesus von:

In Offenbarung 21–22 beschreibt Johannes:

Der Schlüsselvers:

„Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen…“ (Offb 21,3)

Das Wort „wohnen“ ist hier σκηνόω (skēnoō), nicht μονή – aber die Idee ist dieselbe:

👉 Gott wohnt dauerhaft bei den Menschen – und die Menschen dauerhaft bei Gott.

Das ist die Vollendung dessen, was Jesus in Johannes 14 ankündigt.

B. Die Struktur ist identisch

Die Offenbarung zeigt also das Endergebnis dessen, was Jesus in Johannes 14 verspricht.

C. Die Braut-Symbolik verbindet beide Texte

Johannes 14 ist Hochzeitssprache:
Der Bräutigam bereitet einen Platz für die Braut.

Offenbarung 21–22 ist die Erfüllung:

„Bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“ (Offb 21,2)

👉 Johannes 14 ist die Verlobung – Offenbarung 21–22 ist die Hochzeit.

D. Die „Wohnungen“ sind nicht die Stadt – sondern die Gemeinschaft

In Offenbarung 21–22 ist die Stadt selbst die Braut (Offb 21,9–10).
Das bedeutet:

Beides meint dasselbe:
Dauerhafte, ungestörte Gemeinschaft mit Gott.

2 Tiefer Vergleich: μονή (monē) vs. τόπος (topos)

A. μονή (monē) – „Wohnung“, „Bleibestätte“

Bedeutung:

Vorkommen im NT:

Nur zweimal – beide in Johannes 14:

  1. Joh 14,2 – viele Wohnungen im Haus des Vaters
  2. Joh 14,23 – der Vater und der Sohn machen Wohnung beim Gläubigen

Das ist entscheidend:

👉 Die gleiche Art von „Wohnung“, die im Himmel existiert, existiert auch im Herzen des Gläubigen.

Es geht um Gemeinschaft, nicht um Architektur.

B. τόπος (topos) – „Ort“, „Platz“, „Stellung“

Bedeutung:

Es ist ein rechtlicher Begriff, kein räumlicher.

Beispiele im NT:

In Johannes 14 bedeutet es:

👉 Jesus schafft die rechtliche Grundlage, dass wir im Haus des Vaters sein dürfen.

C. Warum Jesus „Wohnungen“ (Plural) und „Stätte“ (Singular) unterscheidet

1. Wohnungen (μοναι) – Plural

Viele Gemeinschaftsorte für viele Erlöste.

2. Stätte (τόπος) – Singular

Ein einziger Zugang, eine einzige Grundlage:

👉 Viele Wohnungen – aber nur ein Weg.

D. Zusammenspiel der Begriffe

 

Jesus sagt also:

Das ist reine Heilsökonomie.

🎯 Gesamtfazit

Johannes 14 und Offenbarung 21–22 sind zwei Seiten derselben Medaille:

Und die Begriffe zeigen:

Die Wohnungen sind viele und bereits da.
Die Stätte ist eine und wird erst geschaffen.

Wenn du möchtest, können wir jetzt noch:

Sehr gern, Hans. Die johanneische Theologie des „Bleibens“ – μένω (menō) ist einer der tiefsten und schönsten Fäden im gesamten Johannesevangelium. Sie verbindet:

Johannes baut damit ein einziges, zusammenhängendes theologisches System.

Wir entfalten das jetzt strukturiert und tief.

1→ Grundbedeutung von μένω (menō)

Das Verb bedeutet:

Es ist kein statisches Bleiben, sondern ein Beziehungs‑Bleiben.

Johannes verwendet es über 40-mal – mehr als jeder andere neutestamentliche Autor.

2 →→ Die vier Ebenen des „Bleibens“ bei Johannes

Johannes entfaltet das Bleiben in vier konzentrischen Kreisen:

A. Der Sohn bleibt im Vater

Joh 1,18; 10,38; 14,10

Der Sohn ist:

Das ist die Urform des Bleibens.

👉 Alles Bleiben im Johannesevangelium ist eine Ausweitung dieser ewigen Beziehung.

B. Der Gläubige bleibt in Christus

Joh 15,1–7 (Weinstock und Reben)

Jesus sagt:

Das Bleiben ist:

C. Christus und der Vater bleiben im Gläubigen

Joh 14,23

„Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“

Das Wort „Wohnung“ ist hier μονή (monē) – dasselbe wie in Joh 14,2.

Das bedeutet:

👉 Das Bleiben beginnt jetzt – die Wohnungen sind die Vollendung davon.

D. Der Gläubige bleibt im Wort und in der Liebe

Joh 8,31; 15,9–10

Das Bleiben ist also:

3 Die Verbindung zu Johannes 14: Wohnungen und Bleiben

Jetzt wird es spannend.

Joh 14,2 – viele Wohnungen (μοναι) im Haus des Vaters

→ zukünftige, vollendete Gemeinschaft

Joh 14,23 – der Vater und der Sohn machen Wohnung (μονή) im Gläubigen

→ gegenwärtige, geistliche Gemeinschaft

Johannes zeigt:

👉 Die himmlische Gemeinschaft (Zukunft) ist dieselbe Art von Gemeinschaft, die wir jetzt schon geistlich erleben (Gegenwart).

Das Bleiben ist also:

4→→ Die Verbindung zu Johannes 15: Weinstock und Reben

Johannes 15 ist die praktische Ausfaltung von Johannes 14.

In Joh 14:

In Joh 15:

Das Bleiben ist also die Lebensform derer, die eine Wohnung im Haus des Vaters haben werden.

5 Die Verbindung zur Offenbarung 21–22

In Offenbarung 21–22 wird das Bleiben vollendet:

Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen… und er wird bei ihnen wohnen (σκηνόω).“

Das ist die endgültige Form des Bleibens:

👉 Das Bleiben, das jetzt geistlich ist, wird dann sichtbar, dauerhaft und vollkommen.

6 Die theologische Linie des Bleibens (μένω) bei Johannes

Eine zusammenhängende Linie:

  1. Der Sohn bleibt im Vater
    → ewige, göttliche Gemeinschaft
  2. Der Sohn bleibt im Gläubigen
    → geistliche Gegenwart
  3. Der Gläubige bleibt im Sohn
    → Jüngerschaft, Abhängigkeit, Frucht
  4. Der Vater und der Sohn machen Wohnung im Gläubigen
    → Vorgeschmack der himmlischen Wohnungen
  5. Der Gläubige bleibt im Wort und in der Liebe
    → praktische Lebensführung
  6. Die Wohnungen im Haus des Vaters
    → vollendete Gemeinschaft
  7. Die Hütte Gottes bei den Menschen (Offb 21–22)
    → endgültiges, ewiges Bleiben

Das ist ein geschlossenes System.

7 Fazit: Was Johannes mit „Bleiben“ wirklich meint

Johannes beschreibt mit μένω:

Das Bleiben ist: