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„Die Wohnungen, die Stätte und das Bleiben“
Stell dir vor, Jesus öffnet einen Vorhang und lässt dich für einen Moment in
die unsichtbare Welt blicken.
Er sagt:
„Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.“
Nicht:
„Sie werden sein.“
Sondern:
„Sie sind.“
Jetzt. Bereits vorhanden. Vollkommene Gemeinschaft, ewig, unzerstörbar.
Doch dann sagt er etwas Überraschendes:
„Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“
Warum muss er etwas bereiten, wenn die Wohnungen schon existieren?
Weil die Wohnungen
der Ort der Gemeinschaft sind —
aber die Stätte ist
der Zugang.
Die Wohnungen sind
viele —
aber die Stätte ist
eine.
Die Wohnungen sind
bereit —
aber der Zugang ist
noch verschlossen.
Und genau das ist der Weg, den Jesus geht:
Sein Kreuz, seine Auferstehung, seine Himmelfahrt.
Er baut nicht den Himmel —
er öffnet ihn.
Johannes verbindet das mit einem seiner stärksten Worte:
μένω –
bleiben.
Der Sohn bleibt im Vater.
Der Gläubige bleibt in Christus.
Der Vater und der Sohn machen Wohnung im Gläubigen.
Das Bleiben beginnt jetzt — und endet in den Wohnungen des Vaters.
Und dann, am Ende der Bibel, öffnet Johannes das letzte Kapitel der
Geschichte:
„Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen… und er wird bei ihnen wohnen.“
Das Bleiben wird sichtbar.
Die Wohnungen werden bewohnt.
Die Stätte ist vollendet.
Die Braut ist beim Bräutigam.
Johannes 14 ist die Verlobung.
Offenbarung 21–22 ist die Hochzeit.
Dazwischen liegt das eine Werk, das alles möglich macht:
Die Stätte, die Jesus bereitet.
Wer das versteht, sieht:
Die Wohnungen sind nicht ein Ort.
Sie sind eine Beziehung.
Und die Stätte ist nicht ein Zimmer.
Sie ist das Kreuz.
Das ist die ganze Geschichte in drei Worten:
Wohnungen. Stätte. Bleiben.
Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft —
alles getragen von Christus.
1.
Wann spricht der Herr Jesus die Worte aus Johannes 13,31?
Antwort: Nachdem Judas hinausgegangen war, um Ihn
zu verraten.
2. Was sagt Jesus über die Verherrlichung in Vers 31?
Antwort: „Jetzt ist der Sohn des Menschen
verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm.“
3. Wie wird Gott nach Vers 32 auf die Verherrlichung des
Sohnes reagieren?
Antwort: Gott wird den Sohn auch in sich selbst
verherrlichen und zwar bald.
4. Wie nennt Jesus seine Jünger in Vers 33?
Antwort: „Kinderlein“ (ein Ausdruck der
Zuneigung und Fürsorge).
5. Was kündigt Jesus in Vers 33 an?
Antwort: Dass Er „nur noch eine kleine Weile“
bei ihnen sein wird.
6. Welche Einschränkung erwähnt Jesus für die Jünger in
Vers 33?
Antwort: „Wo ich hingehe, könnt ihr nicht
hinkommen.“
7. Welches neue Gebot gibt Jesus in Vers 34?
Antwort: „Liebt einander; wie ich euch geliebt
habe.“
8. Was macht diese Liebe „neu“?
Antwort: Der Maßstab: Jesu eigene hingebende
Liebe.
9. Woran sollen alle erkennen, dass die Jünger Jesu
Jünger sind? (Vers 35)
Antwort: An ihrer gegenseitigen Liebe.
10. Welche Frage stellt Petrus in Vers 36?
Antwort: „Herr, wohin gehst du?“
11. Wie antwortet Jesus auf Petrus' Frage?
Antwort: „Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt
nicht folgen; du wirst mir aber später folgen.“
12. Was entgegnet Petrus darauf?
Antwort: Dass er bereit sei, sein Leben für Jesus
zu lassen.
13. Wie reagiert Jesus auf Petrus’ Selbstversprechen?
(Vers 38)
Antwort: Er kündigt an: „Der Hahn wird nicht
krähen, ehe du mich dreimal verleugnet hast.“
14. Welche Spannung steht im Zentrum dieses Abschnitts?
Antwort: Die Verherrlichung Jesu und zugleich
der Verrat und die kommende Verleugnung.
15. Was zeigt Jesu „Kinderlein“ im Zusammenhang der
Fußwaschung vorher?
Antwort: Seine tief demütige, dienende Liebe.
16. Was ist die Hauptbotschaft des neuen Gebots?
Antwort: Selbstaufopfernde, praktische Liebe als
Wesenskern der Nachfolge.
17. Warum können die Jünger Jesus nicht folgen (Vers 33
und 36)?
Antwort: Weil Jesus seinen einzigartigen Weg ans
Kreuz, zur Auferstehung und zum Vater geht.
18. Wieso kann Petrus „später“ folgen?
Antwort: Durch seine eigene spätere Hingabe,
sogar den Märtyrertod.
19. Was offenbart Petrus’ Reaktion über seinen
Charakter?
Antwort: Eifer und Aufrichtigkeit, aber noch Selbstüberschätzung.
20. Warum kündigt Jesus Petrus’ Verleugnung an?
Antwort: Um Petrus zur Selbsterkenntnis zu
führen und ihn auf die eigene Schwachheit vorzubereiten.
21. Was zeigt Jesu Vorhersage über seine göttliche
Souveränität?
Antwort: Er weiß alles im Voraus und hat die
Kontrolle über das Geschehen.
22. Welche Verbindung besteht zwischen Verherrlichung
und dem Kreuz?
Antwort: Für Jesus ist das Kreuz keine Niederlage,
sondern der Weg zur Verherrlichung von Ihm und dem Vater.
23. Warum ist Liebe das Kennzeichen der Jüngerschaft?
Antwort: Weil sie das Wesen Gottes und Jesu
offenbart.
24. Was sagt der Abschnitt über echte Nachfolge?
Antwort: Sie zeigt sich weniger im Bekenntnis als
in der gelebten Liebe.
25. Wie kann man diesen Abschnitt zusammenfassen?
1. Der Schauplatz: Der Verräter geht hinaus – die Herrlichkeit bricht an (V.
31–32)
Der Abschnitt beginnt mit den Worten:
„Als er nun hinausgegangen war…“
Gemeint ist Judas. In demselben Augenblick, in dem die Dunkelheit des Verrats
die Tür hinter sich schließt, beginnt Jesus, von der Herrlichkeit zu sprechen.
Das ist ein tiefes göttliches Paradox:
„Jetzt ist der Sohn
des Menschen verherrlicht.“
„Jetzt“ – nicht erst in der Auferstehung, nicht erst im Himmel,
sondern im
Weg zum Kreuz.
Im Kreuz sieht der Herr nicht Schmach, sondern Verherrlichung, denn dort wird
sichtbar:
Diese gegenseitige Verherrlichung von Vater und Sohn
zeigt die Einheit ihres Wesens und Willens.
Das Kreuz ist nicht ein Unfall,
sondern der Brennpunkt göttlicher Liebe.
2. Jesu zärtliche Anrede: „Kinderlein“ (V. 33)
Zum ersten und einzigen Mal im Johannesevangelium nennt
Jesus seine Jünger:
„Kinderlein“ (τεκνία).
In diesem Augenblick der Trennung offenbart sich
das Herz des Meisters. Die Jünger stehen an einem Wendepunkt:
Dieses „jetzt nicht“ ist zugleich Trost und Prüfung:
Die Trennung ist notwendig, damit der Heilsplan Gottes
sich erfüllt — doch sie geschieht im Ton tiefster Zärtlichkeit.
3. Das neue Gebot: Liebe in der Qualität Christi (V.
34–35)
Der Herr Jesus sagt nicht einfach: „Liebt einander.“
Das wäre nicht neu gewesen — das alttestamentliche Gebot kannte bereits die
Nächstenliebe.
Das Neue liegt in folgenden Worten:
„Wie ich euch geliebt habe.“
Jesu Liebe war:
Das Kreuz ist der Massstab und die Quelle dieser Liebe.
Wer Jesu Liebe erfahren hat, kann auch in ihr wandeln.
Vers 35 fasst die Identität der Jünger zusammen:
Nicht ein Bekenntnis, nicht eine Kirchenzugehörigkeit, nicht Wissen —
sondern Liebe ist das Erkennungszeichen.
Wahre Christen sind an ihrer Liebe erkennbar, nicht an ihren Parolen.
4. Petrus’ Eifer
— und Jesu prophetische Klarheit (V. 36–38)
Petrus fragt: „Herr, wohin gehst du?“
Er merkt etwas von der Schwere der Stunde,
aber versteht die geistliche Dimension nicht.
Jesus antwortet:
„Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt nicht folgen.“
Petrus lässt das nicht stehen.
Er verspricht:
„Mein Leben will ich für dich lassen.“
Echter Eifer, echte Liebe — aber noch nicht geprüft.
Petrus überschätzt die Stärke seines Fleisches und unterschätzt die Schwachheit
seines Herzens.
Jesus antwortet mit schmerzhafter Wahrheit:
„Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast.“
Damit zeigt der Herr Jesus:
Später — nach der Auferstehung — stellt Jesus Petrus
wieder her (Joh 21).
Der, der fallen wird, wird durch Gnade wieder aufgerichtet werden.
Zentrale geistliche Linien dieses Abschnitts
1. Der Weg Christi ist der Weg der Herrlichkeit – durch
Leiden.
Gottes Herrlichkeit offenbart sich nicht in Macht,
sondern in Opfer.
2. Die Jünger sollen Christus ähnlich werden — zuerst in
der Liebe.
Liebe ist kein Gefühl, sondern eine göttliche Kraft.
3. Der Mensch überschätzt sich leicht — Jesus kennt uns
besser als wir uns selbst.
Petrus’ Fall war vorhergesehen und vorausgetragen durch
Jesu Fürbitte (Lk 22,32).
4. Jesu Liebe bleibt, auch wenn wir versagen.
Die Anrede „Kinderlein“ gilt auch heute — Seine
Zuneigung ist unerschütterlich.
Zusammenfassung in einem Satz
Johannes 13,31–38 zeigt die Verherrlichung Christi im
Kreuz, die Berufung der Jünger zur göttlichen Liebe und
die Realität
menschlicher Schwachheit, der Jesus mit unerschütterlicher Gnade begegnet.
Johannes 14. 1-10
Der Trost und das Ziel (Verse 1–3)
Der Weg, die Wahrheit und das Leben (Verse 4–6)
Bedeutung der „vielen Wohnungen“
Elberfelder 1905
wird der Begriff „Wohnungen“
(griechisch monai) verwendet.
Dieses Wort hat eine tiefe Verwurzelung im griechischen Urtext und beschreibt
weit mehr als nur ein bloßes „Zimmer“.
Hier ist eine Vertiefung der Bedeutung im Kontext von
Johannes 14,2:
1. Bleibende Stätten statt Zelte
Das griechische Wort monē leitet sich von menō ab,
was „bleiben“ oder „verweilen“ bedeutet.
2. Die Größe des Vaterhauses
Der Herr Jesus sagt nicht „eine Wohnung“, sondern „viele“.
3. Die „Vorbereitung“ durch das Kreuz
Jesus sagt: „Ich gehe hin, euch eine Stätte zu
bereiten.“ In der Theologie der Elberfelder Tradition wird dies oft so
gedeutet:
4. Gemeinschaft statt Geografie
Obwohl wir uns oft goldene Paläste vorstellen, liegt der
Schwerpunkt im Johannesevangelium auf der Beziehung.
Zusammenfassend:
Die „vielen Wohnungen“ sind die Zusage,
dass im Herzen Gottes genug Platz für jeden ist, der an Jesus glaubt, und dass
diese Gemeinschaft durch nichts mehr erschüttert werden kann.
Das ist eine hervorragende Beobachtung. In der
Elberfelder 1905 wird hier derselbe Wortstamm verwendet, was eine wunderbare
Brücke zwischen dem „Jenseits“ und dem „Hier und Jetzt“ schlägt.
Hier ist der Vergleich zwischen Vers 2 (der himmlischen
Hoffnung) und Vers 23 (der gegenwärtigen Realität):
Der sprachliche Schlüssel
In Vers 2 spricht der Herr Jesus von den vielen Wohnungen (monai).
In Vers 23 sagt er: „...und wir werden zu ihm kommen und Wohnung (monē)
bei ihm machen.“
Es ist im Griechischen exakt dasselbe Wort.
1. Die Richtung der Bewegung
2. Die Bedingung der Wohnung
Während die himmlische Wohnung in Vers 2 eine Verheißung
für alle Glaubenden ist, betont Vers 23 die Liebe und den Gehorsam:
„Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten,
und mein Vater wird ihn lieben...“ (Elberfelder 1905)
Die „Wohnung“ Gottes
im Menschen ist also untrennbar mit einer lebendigen Liebesbeziehung und dem
Halten seines Wortes verknüpft.
3. Das „Haus Gottes“ ist nicht nur ein Ort
Durch diesen Vergleich verstehen wir: Das „Haus des
Vaters“ ist nicht nur eine geografische Angabe für den Himmel.
4. Die Beständigkeit (menō)
Da das Wort „Wohnung“ von „bleiben“ kommt, bedeutet Vers
23 auch:
Gott möchte kein gelegentlicher Gast in Ihrem Leben sein, der kurz
vorbeischaut.
Er möchte bleiben.
Es ist ein dauerhaftes Niederlassen.
Es ist faszinierend, wie die Elberfelder Übersetzung
diese Wortgleichheit so präzise bewahrt.
In modernen Bibeln geht das oft
verloren, wenn einmal von „Wohnungen“ und einmal von „bleiben“ oder „daheim
sein“ die Rede ist.
Ich zeigen noch wie der Heilige Geist in
diesem Kapitel (Vers 16-17) als derjenige eingeführt wird,
der dieses „Wohnen“
überhaupt erst möglich.
1. Der Text (Elberfelder 1905)
Johannes 14,2–3
„In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen;
wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben.
Denn ich gehe hin, euch
eine Stätte zu bereiten.
Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite,
so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen,
damit, wo ich bin, auch ihr
seiet.“
↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓↓
Das ist kein Zufall. Johannes schreibt extrem präzise.
→→ 2. Warum „viele Wohnungen“ (Plural,
Präsens)?
Der Herr Jesus spricht von etwas, das bereits existiert:
Das Entscheidende:
Diese „Wohnungen“ existieren bereits, weil die Gemeinschaft mit dem Vater ewig
ist. Sie sind Teil der himmlischen Realität, die nicht erst geschaffen werden
muss.
→→ Die Wohnungen sind da – aber sie sind
noch nicht für Menschen zugänglich.
→→ 3. Warum „eine Stätte bereiten“
(Singular, Zukunft)?
Hier liegt der Schlüssel.
Jesus sagt nicht, dass er die Wohnungen baut.
Er sagt, dass er eine Stätte bereitet.
Das Wort „Stätte“ (topos, τόπος) meint:
Es geht nicht um Architektur, sondern um Heilsordnung.
Was bereitet Jesus also?
Nicht die Wohnungen – die sind schon da.
Sondern den Zugang.
Und dieser Zugang wird durch sein Kreuz, seine
Auferstehung und seine Himmelfahrt geschaffen.
→ Er bereitet nicht den Raum, sondern
unsere Möglichkeit, dort zu sein.
→→ 4. Warum Singular?
Weil es nur einen Weg gibt, nur eine Grundlage, nur eine
Stätte, die er bereitet:
Diese eine Stätte ist die einzige Grundlage, auf der
viele Wohnungen für viele Menschen zugänglich werden.
5. Zusammenspiel der beiden Aussagen

Kurz gesagt:
→→ 6. Die theologische Schönheit dahinter
Jesus sagt seinen Jüngern:
Das ist reine Gnade:
→→ 7. Ein Bild, das hilft
Stell dir vor:
Er baut nicht das Haus – er öffnet es.
→→ 8. Fazit
„Viele Wohnungen sind“
→ Die himmlische Realität ist vorhanden.
„Ich bereite eine Stätte“
→ Er schafft den Zugang durch sein Erlösungswerk.
Plural vs. Singular
→ Viele Plätze, aber nur ein Weg.
Die griechischen Begriffe in Johannes 14,2–3
a) „Wohnungen“ – μοναι (monai)
Wichtig:
Das Wort kommt im NT nur zweimal vor – beide Male in Johannes
14 (V. 2 und V. 23).
Das zeigt: Es geht um Gemeinschaft, nicht um Räume.
b) „sind“ – εἰσίν (eisin)
Jesus sagt also nicht: „Es wird einmal viele Wohnungen geben“, sondern:
„Sie sind schon da.“
c) „eine Stätte bereiten“ – τόπον ἑτοιμάσαι (topon hetoimasai)
Das ist kein bauliches Vorbereiten, sondern ein heilsgeschichtliches:
👉 Jesus bereitet nicht die Wohnungen, sondern unseren Platz dort.
Und das geschieht durch:
d) Warum Plural vs. Singular?
Das ist johanneische Theologie in Reinform.
2 Verbindung zu Johannes 1,18; 13,36; Hebräer 10,19–22
a) Johannes 1,18 – der Sohn führt ein
„Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn kundgemacht.“
Das passt perfekt zu Johannes 14:
👉 Er kommt von dort – und führt uns dorthin.
b) Johannes 13,36 – „Wohin ich gehe, kannst du mir jetzt nicht folgen“
Petrus will mitgehen, aber Jesus sagt:
„Jetzt kannst du mir nicht folgen; später aber wirst du mir folgen.“
Warum nicht jetzt?
Weil der Weg, den Jesus geht, sein Kreuzweg ist.
Kein Mensch kann diesen Weg mitgehen.
Erst nach seinem Werk kann Petrus folgen.
Das ist exakt die Logik von Johannes 14:
c) Hebräer 10,19–22 – der geöffnete Zugang
„Da wir nun Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu…“
Hier wird ausgesprochen, was Johannes 14 andeutet:
Das ist die „eine Stätte“, die Jesus bereitet.
👉 Er öffnet den Weg in die Gegenwart Gottes – dauerhaft, frei, sicher.
3 Die jüdische Hochzeitssymbolik
Johannes 14 ist ohne jüdischen Hintergrund kaum zu verstehen.
a) Der Bräutigam geht, um einen Platz zu bereiten
Im jüdischen Hochzeitsbrauch:
Das ist 1:1 Johannes 14.
b) Was bedeutet das für den Text?
Das ist reine Hochzeitssprache.
c) Warum „eine Stätte“?
Weil der Bräutigam für die Braut als Einheit einen Platz
bereitet.
Die Braut ist eine – die Gemeinde.
Die vielen Wohnungen sind für die vielen Gläubigen,
aber die Stätte ist die eine Stellung der Braut
beim Bräutigam.
Zusammenfassung

Offenbarung 21–22
und dann eine tiefe Gegenüberstellung von μονή (monē) und τόπος (topos).Beides zusammen zeigt, wie Johannes ein einziges, großes theologisches Bild zeichnet: Gemeinschaft – Zugang – Vollendung.
1 Bezug zu Offenbarung 21–22
(Johannes-Evangelium und Offenbarung stammen vom gleichen Autor – daher ist die innere Verbindung extrem stark.)
A. Die „Wohnungen“ (μοναι) und das neue Jerusalem
In Johannes 14 spricht Jesus von:
In Offenbarung 21–22 beschreibt Johannes:
Der Schlüsselvers:
„Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen…“ (Offb 21,3)
Das Wort „wohnen“ ist hier σκηνόω (skēnoō), nicht μονή – aber die Idee ist dieselbe:
👉 Gott wohnt dauerhaft bei den Menschen – und die Menschen dauerhaft bei Gott.
Das ist die Vollendung dessen, was Jesus in Johannes 14 ankündigt.
B. Die Struktur ist identisch
Die Offenbarung zeigt also das Endergebnis dessen, was Jesus in Johannes 14 verspricht.
C. Die Braut-Symbolik verbindet beide Texte
Johannes 14 ist Hochzeitssprache:
Der Bräutigam bereitet einen Platz für die Braut.
Offenbarung 21–22 ist die Erfüllung:
„Bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.“ (Offb 21,2)
👉 Johannes 14 ist die Verlobung – Offenbarung 21–22 ist die Hochzeit.
D. Die „Wohnungen“ sind nicht die Stadt – sondern die Gemeinschaft
In Offenbarung 21–22 ist die Stadt selbst die Braut (Offb
21,9–10).
Das bedeutet:
Beides meint dasselbe:
Dauerhafte, ungestörte Gemeinschaft mit Gott.
2 Tiefer Vergleich: μονή (monē) vs. τόπος (topos)
A. μονή (monē) – „Wohnung“, „Bleibestätte“
Bedeutung:
Vorkommen im NT:
Nur zweimal – beide in Johannes 14:
Das ist entscheidend:
👉 Die gleiche Art von „Wohnung“, die im Himmel existiert, existiert auch im Herzen des Gläubigen.
Es geht um Gemeinschaft, nicht um Architektur.
B. τόπος (topos) – „Ort“, „Platz“, „Stellung“
Bedeutung:
Es ist ein rechtlicher Begriff, kein räumlicher.
Beispiele im NT:
In Johannes 14 bedeutet es:
👉 Jesus schafft die rechtliche Grundlage, dass wir im Haus des Vaters sein dürfen.
C. Warum Jesus „Wohnungen“ (Plural) und „Stätte“ (Singular) unterscheidet
1. Wohnungen (μοναι) – Plural
Viele Gemeinschaftsorte für viele Erlöste.
2. Stätte (τόπος) – Singular
Ein einziger Zugang, eine einzige Grundlage:
👉 Viele Wohnungen – aber nur ein Weg.
D. Zusammenspiel der Begriffe

Jesus sagt also:
Das ist reine Heilsökonomie.
🎯 Gesamtfazit
Johannes 14 und Offenbarung 21–22 sind zwei Seiten derselben Medaille:
Und die Begriffe zeigen:
Die Wohnungen sind viele und bereits da.
Die Stätte ist eine und wird erst geschaffen.
Wenn du möchtest, können wir jetzt noch:
Sehr gern, Hans. Die johanneische Theologie des „Bleibens“ – μένω (menō) ist einer der tiefsten und schönsten Fäden im gesamten Johannesevangelium. Sie verbindet:
Johannes baut damit ein einziges, zusammenhängendes theologisches System.
Wir entfalten das jetzt strukturiert und tief.
1→ Grundbedeutung von μένω (menō)
Das Verb bedeutet:
Es ist kein statisches Bleiben, sondern ein Beziehungs‑Bleiben.
Johannes verwendet es über 40-mal – mehr als jeder andere neutestamentliche Autor.
2 →→ Die vier Ebenen des „Bleibens“ bei Johannes
Johannes entfaltet das Bleiben in vier konzentrischen Kreisen:
A. Der Sohn bleibt im Vater
Joh 1,18; 10,38; 14,10
Der Sohn ist:
Das ist die Urform des Bleibens.
👉 Alles Bleiben im Johannesevangelium ist eine Ausweitung dieser ewigen Beziehung.
B. Der Gläubige bleibt in Christus
Joh 15,1–7 (Weinstock und Reben)
Jesus sagt:
Das Bleiben ist:
C. Christus und der Vater bleiben im Gläubigen
Joh 14,23
„Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“
Das Wort „Wohnung“ ist hier μονή (monē) – dasselbe wie in Joh 14,2.
Das bedeutet:
👉 Das Bleiben beginnt jetzt – die Wohnungen sind die Vollendung davon.
D. Der Gläubige bleibt im Wort und in der Liebe
Joh 8,31; 15,9–10
Das Bleiben ist also:
3 Die Verbindung zu Johannes 14: Wohnungen und Bleiben
Jetzt wird es spannend.
Joh 14,2 – viele Wohnungen (μοναι) im Haus des Vaters
→ zukünftige, vollendete Gemeinschaft
Joh 14,23 – der Vater und der Sohn machen Wohnung (μονή) im Gläubigen
→ gegenwärtige, geistliche Gemeinschaft
Johannes zeigt:
👉 Die himmlische Gemeinschaft (Zukunft) ist dieselbe Art von Gemeinschaft, die wir jetzt schon geistlich erleben (Gegenwart).
Das Bleiben ist also:
4→→ Die Verbindung zu Johannes 15: Weinstock und Reben
Johannes 15 ist die praktische Ausfaltung von Johannes 14.
In Joh 14:
In Joh 15:
Das Bleiben ist also die Lebensform derer, die eine Wohnung im Haus des Vaters haben werden.
5 Die Verbindung zur Offenbarung 21–22
In Offenbarung 21–22 wird das Bleiben vollendet:
„Siehe, die Hütte Gottes bei den Menschen… und er wird bei ihnen wohnen (σκηνόω).“
Das ist die endgültige Form des Bleibens:
👉 Das Bleiben, das jetzt geistlich ist, wird dann sichtbar, dauerhaft und vollkommen.
6 Die theologische Linie des Bleibens (μένω) bei Johannes
Eine zusammenhängende Linie:
Das ist ein geschlossenes System.
7 Fazit: Was Johannes mit „Bleiben“ wirklich meint
Johannes beschreibt mit μένω:
Das Bleiben ist: