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Elb2023
Einführung in die AT Bibelbücher für e-2023
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„Drei Facetten des Ausharrens“
Liebe Geschwister im Herrn,
manchmal führt uns der Herr durch Situationen, in denen wir merken:
Ausharren ist nicht gleich Ausharren.
Und doch benutzt der griechische Grundtext in allen drei Stellen dasselbe Wort:
hupomonē — ὑπομονή.
Es bedeutet wörtlich: „darunter bleiben“, standhaft bleiben
unter einer Last, ohne wegzulaufen.
Aber obwohl das Wort gleich bleibt, verändert sich seine Farbe,
je nachdem, worauf es sich richtet.
Schauen wir uns die drei Stellen an.
1. Römer 8,25 – Das Ausharren der Hoffnung
„Wenn wir aber das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir mit Ausharren.“
Hier verbindet Paulus Hoffnung und Ausharren.
Das ist kein passives Ertragen, kein resigniertes Warten.
Es ist ein aktives, zielgerichtetes Ausharren, das weiß:
Das Unsichtbare ist realer als das Sichtbare.
Gott erfüllt, was Er verheißen hat.
Dieses Ausharren richtet den Blick nach vorne — auf die zukünftige
Herrlichkeit.
2. Kolosser 1,11–12 – Das Ausharren der Kraft
„Gekräftigt mit aller Kraft … zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden.“
Hier geschieht etwas Besonderes:
Paulus verbindet hupomonē mit makrothumia —
Langmut.
Hupomonē beschreibt das Standhalten unter Umständen.
Makrothumia beschreibt Geduld mit Menschen.
Und beides soll geschehen mit Freuden.
Das zeigt:
Dieses Ausharren ist nicht menschliche Disziplin,
sondern göttliche Kraft, die uns befähigt,
unter Druck nicht bitter zu werden,
sondern freudig zu bleiben, weil Christus in uns wirkt.
3. 2. Thessalonicher 3,5 – Das Ausharren des Christus
„Der Herr aber richte eure Herzen … zu dem Ausharren des Christus!“
Hier geht es nicht mehr nur um unser Ausharren.
Es geht um Sein Ausharren.
Die Standhaftigkeit, die Jesus auf dem Weg zum Kreuz gezeigt hat —
dieselbe Qualität möchte der Herr in unsere Herzen schreiben.
Das ist die tiefste Dimension:
Wir harren nicht allein aus.
Wir treten hinein in das Ausharren,
das Christus selbst vollbracht hat.
Er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens.
Zusammenfassung
Dasselbe Wort — hupomonē —
aber drei verschiedene Übungen,
drei verschiedene Blickrichtungen,
drei verschiedene Wirkungen der Gnade Gottes.
Und vielleicht führt der Herr Dich gerade deshalb durch unterschiedliche
Situationen,
damit Du alle drei Facetten dieses göttlichen Ausharrens
kennenlernst:
die Hoffnung, die Kraft und die Gesinnung Christi.
Der Herr Jesus segne Dich darin.
*-*-*-
Liebe Geschwister im Herrn, meine Frage ist, ob das Wort "Ausharren" jeweils
dasselbe ist?
Habe vor allem die letzten Tage Umständebedingt verschiedene Übungen (Qualitäten)
von "Ausharren" realisieren dürfen, durch die Gnade und Führung unseres Herrn
Jesus im Wort.
Ich meine folgende:
Rö.8,25: Wenn
wir aber das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir mit Ausharren.
Kol.1; 11-12: gekräftigt
mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller
Langmut mit Freuden;
2.Thes.3,5 : Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu dem Ausharren des Christus!
Das ist eine sehr giute Beobachtung.
Im Deutschen nutzen wir oft dasselbe Wort,
während der griechische Grundtext Nuancen bietet,
die wie verschiedene Facetten eines Diamanten leuchten.
In allen drei von Dir genannten Stellen wird im Grundtext
das Substantiv: hupomonē (ὑπομονή)
verwendet.
Es setzt sich zusammen aus
hupo (unter) und
menō (bleiben/bleiben).
Wörtlich bedeutet es also „darunter
bleiben“.
Obwohl es dasselbe Wort ist, verändert sich die „Glang-Farbe“ des Ausharrens,
je nach dem Objekt, auf das es sich richtet.
Die Stellen:
Hier steht das Ausharren in engem Bezug zur Hoffnung (elpis).
Qualität: Es ist ein aktives Warten. Es ist nicht das resignierte Ertragen eines Schicksals, sondern die feste Gewissheit, dass das Unsichtbare realer ist als das Sichtbare.
Fokus: Geduld im Hinblick auf die Zeit bis zur Vollendung.
Hier geschieht etwas Spannendes: Paulus kombiniert hupomonē mit makrothumia.
Der Unterschied: Während hupomonē oft das Standhalten gegenüber schwierigen Umständen beschreibt, meint makrothumia (Langmut) meist die Geduld gegenüber schwierigen Menschen.
Qualität: Dieses Ausharren ist mit Freude gekoppelt.
Das zeigt uns:
Es ist keine menschliche Disziplin,
sondern eine Frucht der Kraft Gottes (kratos).
Es ist ein „siegreiches Ertragen“.
Dies ist vielleicht die tiefste Ebene.
Es geht nicht mehr nur um unsere Fähigkeit,
sondern um
die Qualität, die der Herr Jesus selbst bewiesen hat.
Qualität: Es beschreibt die Standhaftigkeit, die Jesus auf dem Weg zum Kreuz hatte (Hebräer 12,2).
Fokus: Unsere Herzen werden in die Gesinnung Jesu hineingerichtet. Wir harren nicht „alleine“ aus, sondern wir treten in das Ausharren ein, das Er bereits vollbracht hat.
| Stelle | Fokus des Ausharrens (hupomonē) | Begleitende Qualität |
| Römer 8 | Die zukünftige Herrlichkeit | Hoffnung (elpis) |
| Kolosser 1 | Die gegenwärtige Last/Prüfung | Freude (chara) |
| 2. Thess. 3 | Die Person Jesu Christi | Liebe (agapē) |
Fazit: Ja, es ist im Griechischen dasselbe Wort,
aber die „Übungen“, die Du erleben durftest, unterscheiden sich darin,
worauf Sie blicken.
Mal stärkt Gott Deien Hoffnung, mal schenkt Er Dir Freude mitten im Druck,
und mal verbindet Er Dein Herz ganz tief mit dem Leiden und dem Sieg
Christi.