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00902 das Wort "Ausharren ex.: https://m316.ch/forum/topic/ausharren/#postid-13     Sprachliche Hilfen

„Drei Facetten des Ausharrens“

Liebe Geschwister im Herrn,
manchmal führt uns der Herr durch Situationen, in denen wir merken:
Ausharren ist nicht gleich Ausharren.
Und doch benutzt der griechische Grundtext in allen drei Stellen dasselbe Wort:
hupomonē — ὑπομονή.
Es bedeutet wörtlich: „darunter bleiben“, standhaft bleiben unter einer Last, ohne wegzulaufen.

Aber obwohl das Wort gleich bleibt, verändert sich seine Farbe, je nachdem, worauf es sich richtet.
Schauen wir uns die drei Stellen an.

1. Römer 8,25 – Das Ausharren der Hoffnung

„Wenn wir aber das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir mit Ausharren.“

Hier verbindet Paulus Hoffnung und Ausharren.
Das ist kein passives Ertragen, kein resigniertes Warten.
Es ist ein aktives, zielgerichtetes Ausharren, das weiß:
Das Unsichtbare ist realer als das Sichtbare.
Gott erfüllt, was Er verheißen hat.
Dieses Ausharren richtet den Blick nach vorne — auf die zukünftige Herrlichkeit.

2. Kolosser 1,11–12 – Das Ausharren der Kraft

„Gekräftigt mit aller Kraft … zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden.“

Hier geschieht etwas Besonderes:
Paulus verbindet hupomonē mit makrothumia — Langmut.
Hupomonē beschreibt das Standhalten unter Umständen.
Makrothumia beschreibt Geduld mit Menschen.

Und beides soll geschehen mit Freuden.
Das zeigt:
Dieses Ausharren ist nicht menschliche Disziplin,
sondern göttliche Kraft, die uns befähigt,
unter Druck nicht bitter zu werden,
sondern freudig zu bleiben, weil Christus in uns wirkt.

3. 2. Thessalonicher 3,5 – Das Ausharren des Christus

„Der Herr aber richte eure Herzen … zu dem Ausharren des Christus!“

Hier geht es nicht mehr nur um unser Ausharren.
Es geht um Sein Ausharren.
Die Standhaftigkeit, die Jesus auf dem Weg zum Kreuz gezeigt hat —
dieselbe Qualität möchte der Herr in unsere Herzen schreiben.

Das ist die tiefste Dimension:
Wir harren nicht allein aus.
Wir treten hinein in das Ausharren,
das Christus selbst vollbracht hat.
Er ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens.

Zusammenfassung

Dasselbe Wort — hupomonē
aber drei verschiedene Übungen,
drei verschiedene Blickrichtungen,
drei verschiedene Wirkungen der Gnade Gottes.

Und vielleicht führt der Herr Dich gerade deshalb durch unterschiedliche Situationen,
damit Du alle drei Facetten dieses göttlichen Ausharrens kennenlernst:
die Hoffnung, die Kraft und die Gesinnung Christi.

Der Herr Jesus segne Dich darin.

*-*-*-
*-*-*

Liebe Geschwister im Herrn, meine Frage ist, ob das Wort "Ausharren" jeweils dasselbe ist?
Habe vor allem die letzten Tage Umständebedingt verschiedene Übungen (Qualitäten) von "Ausharren" realisieren dürfen, durch die Gnade und Führung unseres Herrn Jesus im Wort.

Ich meine folgende:

Rö.8,25: Wenn wir aber das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir mit Ausharren.

Kol.1; 11-12:  gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut mit Freuden;    

2.Thes.3,5 : Der Herr aber richte eure Herzen zu der Liebe Gottes und zu dem Ausharren des Christus!   

Das ist eine sehr giute  Beobachtung.
Im Deutschen nutzen wir oft dasselbe Wort,
während der griechische Grundtext Nuancen bietet,
die wie verschiedene Facetten eines Diamanten leuchten.

In allen drei von Dir genannten Stellen wird im Grundtext
das Substantiv: hupomonē (ὑπομονή) verwendet.
Es setzt sich zusammen aus
hupo (unter) und
menō (bleiben/bleiben).
Wörtlich bedeutet es also „darunter bleiben“.

Obwohl es dasselbe Wort ist, verändert sich die „Glang-Farbe“ des Ausharrens,
je nach dem Objekt, auf das es sich richtet.
Die Stellen:


1. Römer 8,25 – Das Ausharren der Erwartung

„...so warten wir mit Ausharren (hupomonē).“

Hier steht das Ausharren in engem Bezug zur Hoffnung (elpis).

2. Kolosser 1,11-12 – Das Ausharren der Kraft

„...zu allem Ausharren (hupomonē) und aller Langmut (makrothumia) mit Freuden.“

Hier geschieht etwas Spannendes: Paulus kombiniert hupomonē mit makrothumia.

3. 2. Thessalonicher 3,5 – Das Ausharren des Christus

„...zu dem Ausharren (hupomonē) des Christus!“

Dies ist vielleicht die tiefste Ebene.
Es geht nicht mehr nur um unsere Fähigkeit,
sondern um die Qualität, die der Herr Jesus selbst bewiesen hat.


Zusammenfassung der Begriffe

Stelle Fokus des Ausharrens (hupomonē) Begleitende Qualität
Römer 8 Die zukünftige Herrlichkeit Hoffnung (elpis)
Kolosser 1 Die gegenwärtige Last/Prüfung Freude (chara)
2. Thess. 3 Die Person Jesu Christi Liebe (agapē)

Fazit: Ja, es ist im Griechischen dasselbe Wort,
aber die „Übungen“, die Du erleben durftest, unterscheiden sich darin,
worauf Sie blicken.
Mal stärkt Gott Deien Hoffnung, mal schenkt Er Dir Freude mitten im Druck,
und mal verbindet Er Dein  Herz ganz tief mit dem Leiden und dem Sieg Christi.