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Frage
Hallo Hans Peter,
wie ist 2. Timotheus 2,25 zu
verstehen?
Es ließt sich so, als müsste Gott Buße schenken, damit sie geschieht. Das
scheint aber zu vielen anderen Stellen, in denen die Verantwortung des Menschen
Buße zu tun, betont wird, nicht zu passen.
Danke vorab.
Maximilian
Antwort
Eine zentrale Spannung in der Bibel bezieht: die Souveränität Gottes und die Verantwortung des Menschen.
2. Tim 2,25 der in Sanftmut die Widersacher zurechtweist<O. unterweist>, ob ihnen Gott nicht etwa "Kehrt um" gebe zur Erkenntnis der Wahrheit,
Sanftmut: Gal 6,1; 1. Petr 3,15-16 Kehrt um: Apg 11,18; 2. Kor 7,9-10 Wahrheit: 1. Tim 2,4
Kapitel 2 Vers 25[1 unterweisend] o. zurechtweisend25. indem er in Sanftmut die Widerspenstigen unterweist, ob ihnen Gott etwa Buße zur Erkenntnis der Wahrheit gebe,
Griechisch (Nestle-Aland 28):
ἐν πραΰτητι παιδεύοντα τοὺς ἀντιδιατιθεμένους, μήποτε δῷ αὐτοῖς ὁ Θεὸς μετάνοιαν εἰς ἐπίγνωσιν ἀληθείας
μετάνοια (metanoia) = Umdenken, Sinnesänderung, Buße
δῷ … ὁ Θεός = ob (vielleicht) Gott gebe
εἰς ἐπίγνωσιν ἀληθείας = zur (tiefen) Erkenntnis der Wahrheit
Die Formulierung ist grammatisch ein Hoffnungsausdruck, fast wie ein Wunsch: vielleicht gibt Gott ihnen Buße...

Die Aussage hebt
nicht
die Verantwortung des Menschen auf,
sondern betont, dass
wahre Umkehr
letztlich
ein Werk Gottes im Herzen
ist.
Dieses Zusammenspiel finden wir mehrfach in der
Schrift:
Apg 11,18: „Dann hat also Gott auch den Nationen die Umkehrt gegeben zum Leben.“
Röm 2,4: „...verachtest du den Reichtum seiner Güte … und erkennst nicht, dass die Güte Gottes dich zur Umkehrt leitet?“
Apg 17,30: „...jetzt gebietet er den Menschen, dass sie alle überall umzukehern“
Lk 13,3: „Wenn ihr nicht umkehrtt, werdet ihr alle ebenso umkommen.“
Diese Spannung durchzieht viele biblische Themen (z. B. Erwählung ( ist immer zum Dienst) und Glaube, Gnade und Werke).
Der
Mensch kann und soll umkehren
diese Möglichkeit ist von Gott ins Herz gegeben, sieht man schon bei Adam
und Eva

Doch damit umkeher
geschieht, muss Gott das Herz bewegen.
Ps.: Das Wort Busse BRD Buße, impliziert in NT Übersetzungen immer
Werkgerechtigkeitsirrlehre

>>> Paulus meint also nicht:
„Der Mensch ist passiv und Gott tut
alles.“
Sondern: „Auch wenn du als Diener lehrst,
muss Gott im Herzen wirken, damit wahre Umkehr geschieht.“
Der Vers steht im Zusammenhang mit dem Dienst eines Knechtes des Herrn, der Sanftmut und Geduld im Umgang mit Irrenden und Widersprechenden zeigen soll.
Paulus sagt nicht: „Beweise ihnen, dass sie falsch liegen.“
Sondern: „Ermahne sie sanft, mit der Hoffnung, dass Gott ihnen einsicht zur Umkehr gibt.“
→→→ Das schützt vor geistlichem Stolz und erinnert daran: Es ist Gnade, wenn jemand zur Wahrheit kommt.
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Was steht im Vers? | Gott gibt (möglicherweise) Buße zur Erkenntnis der Wahrheit. |
| Was bedeutet das? | Wahre Buße ist Gottes Wirken im Herzen des Menschen. |
| Ist der Mensch trotzdem frei? | Ja – er wird aufgerufen, Buße zu tun (Verantwortung). |
| Warum ist das wichtig? | Damit der Diener Gottes mit Demut und Geduld dient – nicht in Überlegenheit. |
Die Art und Weise, in der die Wahrheit gelehrt
wird, ist äußerst wichtig. Ein korrigierender
Dienst muss durch persönliche Sanftmut im Charakter
des Lehrers begleitet
werden. W. E. Vine hat zur Sanftmut folgendes gesagt:
»Die Bedeutung von
prautes kann im Deutschen mit den Begriffen Sanftmut
und Milde nicht ohne weiteres
ausgedrückt werden, wie es häufig geschieht, da diese
oft Schwachheit und
Schüchternheit in größerem oder kleinerem Maße
bedeutet, während prautes nichts
davon enthält ... Daher muss klar verstanden werden,
dass die von dem Herrn dargestellte
Sanftmut, die hier auch dem Gläubigen geboten wird,
die Frucht von Kraft
ist. Die landläufige Annahme ist die, dass jemand
deshalb sanftmütig ist, weil er sich
selbst nicht helfen kann; aber der Herr war
›sanftmütig‹, weil ihm die unendlichen
Kraftquellen Gottes zur Verfügung standen «
(Expositiory Dictionary of NT
Words). Paulus selbst hatte einen korrigierenden
Brief an die Korinther geschrieben, aber aus 2Kor 2,4
geht hervor, dass er ihn
mit seinen Tränen benetzt hatte. Diese Beispiele
offenbaren, dass geistliche Langmut
in keiner Weise Verzicht auf wirklich treues Lehren
enthält. Die folgenden
Schriftstellen geben Beispiele für diese Dinge: 1Kor
4,21; 2Kor 10,1; Gal 5,23;
6,1; Eph 4,2; Kol 3,12; Jak 3,13; 1Petr 3,15.
Das Wort »zurechtweist« finden wir auch in Tit 2,12
(»unterweist uns«), wo der
Kontext seine Bedeutung deutlich macht. Wir sehen
aber, dass der Grund für die
Unterweisung darin liegt, eine Umkehrung des
Verhaltens hervorzurufen. Dies ist auch
das Ziel seiner Anwendung hier. »Die Widersacher « ist
ein Ausdruck, der nur hier
im Neuen Testament vorkommt. Wörtlich beschreibt er
diejenigen, die sich selbst zur
Opposition machen, und der Begriff kann sich sowohl
auf die falschen Lehrer beziehen
als auch auf diejenigen, die von ihnen beeinflusst
werden.
Es ist klar, dass der Apostel Paulus be seinem
Lehrdienst ebenso wie in seinem
evangelistischen Dienst auf der Souveränität Gottes
ruht. Gott allein kann Buße
geben, und dies ist das Hauptargument der Aussage
hier. Der Knecht Gottes sollte in
seinem Dienst mit den Heiligen ebenso milde sein wie
er es mit Sündern in der
Evangeliumsverkündigung ist und sich ebenfalls in
gleicher Weise im Hinblick auf
das Ergebnis von Gott abhängig machen Buße ist eine
Sinnesänderung, die auch
eine Veränderung des Verhaltens zeitigt. Sie sollte
nicht mit »bereuen« verwechselt
werden. Eine sorgfältige Betrachtung von 2Kor 7,9-10
macht deutlich, dass die Heiligen
in Korinth nicht nur betrübt waren, sondern ihre
Betrübnis hatte echte Buße zur
Folge. Der Zusammenhang macht sowohl hier wie dort
klar, dass sich Buße nicht auf
die Unerretteten beschränkt. Der Lehrer des Wortes
Gottes sollte die Wahrheit weitergeben
mit dem Ziel, im Volk Gottes Veränderung zu bewirken.
»Zur« (eis) zeigt, worauf Buße hinzielt –
die Erkenntnis der Wahrheit – und betont auf diese
Weise die Verbindung zwischen
dem Intellektuellen und dem Moralischen. »Erkenntnis«
(epignôsis) bedeutet volle
Erkenntnis. Der Ausdruck betont die Notwendigkeit,
dass diejenigen, die in einem solchen Gegensatz
stehen, eine vollere
Erkenntnis bekommen als sie gegenwärtig besitzen. Der
Ausdruck »(volle) Erkenntnis
der Wahrheit« ist den Pastoralbriefen
*-*-*-