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Frage
Hallo Hans Peter,

wie ist 2. Timotheus 2,25 zu verstehen?

Es ließt sich so, als müsste Gott Buße schenken, damit sie geschieht. Das scheint aber zu vielen anderen Stellen, in denen die Verantwortung des Menschen Buße zu tun, betont wird, nicht zu passen.

Danke vorab.
Maximilian

Antwort

Eine zentrale Spannung in der Bibel bezieht: die Souveränität Gottes und die Verantwortung des Menschen.


►  2. Timotheus 2,25 – Wörtlicher Text und Übersetzung
https://www.elb2023.com/neues-testament/2-timotheus/2-timotheus-kapitel-2

2. Tim 2,25 der in Sanftmut die Widersacher zurechtweist<O. unterweist>, ob ihnen Gott nicht etwa "Kehrt um" gebe zur Erkenntnis der Wahrheit,   

Sanftmut: Gal 6,1; 1. Petr 3,15-16 Kehrt um: Apg 11,18; 2. Kor 7,9-10 Wahrheit: 1. Tim 2,4

Kapitel 2 Vers 25
ἐν
1722 PREP
 in
πρᾳότητι  15
4240 N-DSF
 Sanftmut
παιδεύοντα
3811 V-PAP-ASM
unterweisend
τοὺς
3588 T-APM
 die
ἀντιδιατιθεμένους,
475 V-PMP-APM
 Widerspenstigen
μήποτε
3379 ADV-N
 ob etwa
δῷ  16
1325 V-2AAS-3S
 er gebe
αὐτοῖς
846 P-DPM
 ihnen

3588 T-NSM
 der
Θεὸς
2316 N-NSM
 Gott
μετάνοιαν
3341 N-ASF
 Buße
εἰς
1519 PREP
 zu
ἐπίγνωσιν
1922 N-ASF
 Erkenntnis
ἀληθείας
225 N-GSF
 Wahrheit
[1 unterweisend] o. zurechtweisend
25. indem er in Sanftmut die Widerspenstigen unterweist, ob ihnen Gott etwa Buße zur Erkenntnis der Wahrheit gebe,

 

Griechisch (Nestle-Aland 28):

ἐν πραΰτητι παιδεύοντα τοὺς ἀντιδιατιθεμένους, μήποτε δῷ αὐτοῖς ὁ Θεὸς μετάνοιαν εἰς ἐπίγνωσιν ἀληθείας

Die Formulierung ist grammatisch ein Hoffnungsausdruck, fast wie ein Wunsch: vielleicht gibt Gott ihnen Buße...


🧠 Was bedeutet es, dass „Gott metanoia  = Umkehr  gibt“?


https://www.youtube.com/watch?v=lGDGf0PrsjY&t=53s
https://www.youtube.com/watch?v=TVacsEp4dj0

 

Die Aussage hebt nicht die Verantwortung des Menschen auf, sondern betont, dass wahre Umkehr letztlich ein Werk Gottes im Herzen ist.
 Dieses Zusammenspiel finden wir mehrfach in der Schrift:

🔹 Gott wirkt die Umkehr (sein Teil):

Der Mensch ist zum Handeln aufgefordert (seine Verantwortung):


►►► Die Spannung: Gottes Souveränität vs. menschliche Verantwortung

Diese Spannung durchzieht viele biblische Themen (z. B. Erwählung ( ist immer zum Dienst)  und Glaube, Gnade und Werke).

>>>  Paulus meint also nicht: „Der Mensch ist passiv und Gott tut alles.“
Sondern: „Auch wenn du als Diener lehrst, muss Gott im Herzen wirken, damit wahre Umkehr geschieht.“


►►►  Anwendung im Kontext von 2. Tim 2,25

Der Vers steht im Zusammenhang mit dem Dienst eines Knechtes des Herrn, der Sanftmut und Geduld im Umgang mit Irrenden und Widersprechenden zeigen soll.

→→→  Das schützt vor geistlichem Stolz und erinnert daran: Es ist Gnade, wenn jemand zur Wahrheit kommt.


🧩 Zusammenfassung

Aspekt Beschreibung
Was steht im Vers? Gott gibt (möglicherweise) Buße zur Erkenntnis der Wahrheit.
Was bedeutet das? Wahre Buße ist Gottes Wirken im Herzen des Menschen.
Ist der Mensch trotzdem frei? Ja – er wird aufgerufen, Buße zu tun (Verantwortung).
Warum ist das wichtig? Damit der Diener Gottes mit Demut und Geduld dient – nicht in Überlegenheit.

Die Art und Weise, in der die Wahrheit gelehrt wird, ist äußerst wichtig. Ein korrigierender
Dienst muss durch persönliche Sanftmut im Charakter des Lehrers begleitet
werden. W. E. Vine hat zur Sanftmut folgendes gesagt: »Die Bedeutung von
prautes kann im Deutschen mit den Begriffen Sanftmut und Milde nicht ohne weiteres
ausgedrückt werden, wie es häufig geschieht, da diese oft Schwachheit und
Schüchternheit in größerem oder kleinerem Maße bedeutet, während prautes nichts
davon enthält ... Daher muss klar verstanden werden, dass die von dem Herrn dargestellte
Sanftmut, die hier auch dem Gläubigen geboten wird, die Frucht von Kraft
ist. Die landläufige Annahme ist die, dass jemand deshalb sanftmütig ist, weil er sich
selbst nicht helfen kann; aber der Herr war ›sanftmütig‹, weil ihm die unendlichen
Kraftquellen Gottes zur Verfügung standen « (Expositiory Dictionary of NT
Words). Paulus selbst hatte einen korrigierenden
Brief an die Korinther geschrieben, aber aus 2Kor 2,4 geht hervor, dass er ihn
mit seinen Tränen benetzt hatte. Diese Beispiele offenbaren, dass geistliche Langmut
in keiner Weise Verzicht auf wirklich treues Lehren enthält. Die folgenden
Schriftstellen geben Beispiele für diese Dinge: 1Kor 4,21; 2Kor 10,1; Gal 5,23;
6,1; Eph 4,2; Kol 3,12; Jak 3,13; 1Petr 3,15.
Das Wort »zurechtweist« finden wir auch in Tit 2,12 (»unterweist uns«), wo der
Kontext seine Bedeutung deutlich macht. Wir sehen aber, dass der Grund für die
Unterweisung darin liegt, eine Umkehrung des Verhaltens hervorzurufen. Dies ist auch
das Ziel seiner Anwendung hier. »Die Widersacher « ist ein Ausdruck, der nur hier
im Neuen Testament vorkommt. Wörtlich beschreibt er diejenigen, die sich selbst zur
Opposition machen, und der Begriff kann sich sowohl auf die falschen Lehrer beziehen
als auch auf diejenigen, die von ihnen beeinflusst werden.
Es ist klar, dass der Apostel Paulus be seinem Lehrdienst ebenso wie in seinem
evangelistischen Dienst auf der Souveränität Gottes ruht. Gott allein kann Buße
geben, und dies ist das Hauptargument der Aussage hier. Der Knecht Gottes sollte in
seinem Dienst mit den Heiligen ebenso milde sein wie er es mit Sündern in der
Evangeliumsverkündigung ist und sich ebenfalls in gleicher Weise im Hinblick auf
das Ergebnis von Gott abhängig machen Buße ist eine Sinnesänderung, die auch
eine Veränderung des Verhaltens zeitigt. Sie sollte nicht mit »bereuen« verwechselt
werden. Eine sorgfältige Betrachtung von 2Kor 7,9-10 macht deutlich, dass die Heiligen
in Korinth nicht nur betrübt waren, sondern ihre Betrübnis hatte echte Buße zur
Folge. Der Zusammenhang macht sowohl hier wie dort klar, dass sich Buße nicht auf
die Unerretteten beschränkt. Der Lehrer des Wortes Gottes sollte die Wahrheit weitergeben
mit dem Ziel, im Volk Gottes Veränderung zu bewirken.
»Zur« (eis) zeigt, worauf Buße hinzielt –
die Erkenntnis der Wahrheit – und betont auf diese Weise die Verbindung zwischen
dem Intellektuellen und dem Moralischen. »Erkenntnis« (epignôsis) bedeutet volle
Erkenntnis. Der Ausdruck betont die Notwendigkeit,
dass diejenigen, die in einem solchen Gegensatz stehen, eine vollere
Erkenntnis bekommen als sie gegenwärtig besitzen. Der Ausdruck »(volle) Erkenntnis
der Wahrheit« ist den Pastoralbriefen

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