Bibelkreis.ch
Bibelkreis.ch auf YouTube
Fragen und Antworten BEGRIFFSERKLAERUNG
STEM Publishing Elberfelder
2023 Logos
| Logos Bible Study Platform www.Bibelkreis.ch
https://www.bibelkommentare.de/ Design
00880
Offb
21,1 Und ich sah einen
neuen Himmel und eine neue Erde;
-*-*-*-*
„Vaterhaus vs. Neue Schöpfung“
Viele Christen werfen zwei völlig verschiedene Dinge durcheinander:
Das Vaterhaus aus Johannes 14 – und die Neue Schöpfung aus
Offenbarung 21.
Aber die Bibel unterscheidet sie glasklar.
1. Das Vaterhaus – jetzt schon real
Jesus sagt: „Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“
Das bedeutet:
Das Vaterhaus existiert jetzt.
Es gehört zur jetzigen Schöpfungsordnung.
Es ist der Ort, an den Jesus die Seinen holt.
Der Ort des Zwischenzustands.
Der Ort der Gemeinschaft mit Christus vor der Auferstehung.
Ein realer, himmlischer Aufenthaltsort – aber noch nicht die Vollendung.
2. Die Neue Schöpfung – erst nach dem Gericht
Offenbarung 21 beginnt mit einem Paukenschlag:
„Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die
erste Erde waren vergangen.“
Das heißt:
Die neue Schöpfung existiert noch nicht.
Sie entsteht erst, wenn der jetzige Himmel vergangen ist.
Sie ist neu in Art, nicht nur neu in Zeit.
Sie ist der endgültige Zustand nach Auferstehung und Gericht.
Hier wohnt Gott „bei den Menschen“.
Hier ist alles neu.
Hier ist Ewigkeit.
3. Der entscheidende Unterschied
Das Vaterhaus ist vorläufig.
Die neue Schöpfung ist endgültig.
Das Vaterhaus ist der Ort zwischen Tod und Auferstehung.
Die neue Schöpfung ist der Ort nach der Auferstehung.
Das Vaterhaus gehört zur jetzigen Welt.
Die neue Schöpfung gehört zur kommenden Welt.
Das Vaterhaus ist nicht das neue Jerusalem.
Das neue Jerusalem kommt herab – auf die neue Erde.
4. Warum das wichtig ist
Wenn wir das verwechseln, verlieren wir die Schönheit der biblischen
Hoffnung.
Denn unsere Zukunft ist nicht „ewig im Himmel“.
Unsere Zukunft ist ewig in der neuen Schöpfung.
Mit Auferstehungsleib.
Mit Christus.
Mit Gott mitten unter uns.
Das ist die Vollendung, die die Bibel verspricht.
5. Zusammenfassung
Vaterhaus: jetzt – Zwischenzustand – im Himmel.
Neue Schöpfung: dann – Vollendung – neuer Himmel und neue Erde.
Zwei Orte.
Zwei Phasen.
Zwei Ordnungen.
Eine Hoffnung:
Gott macht alles neu.
Offb 21,1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr.
1. Der Text in Offb 21,1 (Elberfelder 1905)
„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen…“
Der griechische Text lautet:
Καὶ εἶδον οὐρανὸν καινὸν καὶ γῆν καινήν· ὁ γὰρ πρῶτος οὐρανὸς καὶ ἡ πρώτη γῆ ἀπῆλθαν…
Wichtig ist hier das Verb εἶδον („ich sah“) und der Ausdruck οὐρανὸν καινόν („einen neuen Himmel“).
🧠 2. Was sagt die Zeitform?
Das Verb εἶδον steht im Aorist.
Der Aorist beschreibt im Griechischen keine Zeit, sondern
eine punktuelle Handlung: Johannes sieht etwas in einer Vision.
Der Aorist sagt NICHT:
Der Aorist sagt nur:
Johannes sah ihn in diesem Moment der Vision.
🌌 3. Existiert der neue Himmel schon „ewig“?
Die Bibel gibt darauf eine klare Antwort: Nein.
Warum?
(1) Der neue Himmel entsteht erst, nachdem der alte vergangen ist
Der Text sagt ausdrücklich:
„denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen“
(ἀπῆλθαν – Aorist)
Das bedeutet:
(2) Petrus bestätigt denselben Ablauf
Auch hier: Der neue Himmel ist zukünftig, nicht ewig bestehend.
(3) „Ewig“ bezieht sich auf seine Zukunft, nicht auf seine Vergangenheit
Der neue Himmel ist ewig in seiner Dauer, aber nicht ewig in seiner Existenz.
Er ist eine neue Schöpfung, nicht eine „ewige Realität, die schon immer da war“.
📘 4. Kann man das aus der Zeitform ableiten?
Nein.
Die Zeitform (Aorist) sagt nur, dass Johannes ihn sah.
Die Aussage, dass der neue Himmel zukünftig ist, ergibt sich aus:
Die Zeitform allein würde das nicht leisten.
5. Zusammenfassung

Offenbarung 21 meint nicht das Vaterhaus.
1. Warum „ich sah“ NICHT bedeutet, dass der neue Himmel schon ewig existiert
Das griechische εἶδον („ich sah“) ist rein visionär.
Es beschreibt nicht den ontologischen Status des Gesehenen.
Johannes sieht in der Offenbarung:
Aber niemand würde sagen:
„Ich sah“ bedeutet nur:
Gott zeigt es ihm jetzt in der Vision.
Es sagt nichts darüber aus, ob das Gesehene schon existiert.
2. Der neue Himmel entsteht erst, nachdem der alte vergangen ist
Der Text sagt ausdrücklich:
„denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen“
(ἀπῆλθαν – Aorist)
Das ist eine zeitliche Abfolge:
Das schließt logisch aus, dass der neue Himmel „ewig vorher“ existiert hätte.
3. Warum der neue Himmel NICHT das Vaterhaus aus Johannes 14 ist
Das Vaterhaus (Joh 14,2–3):
Der neue Himmel in Offb 21:
Das Vaterhaus ist also nicht der neue Himmel.
Es ist der Ort, an dem die Gemeinde vor der neuen Schöpfung bei
Christus ist.
4. Warum manche denken, der neue Himmel sei ewig
Das kommt aus zwei Missverständnissen:
(1) „Neu“ = „ursprünglich“
Aber das griechische καινός bedeutet:
(2) „Ich sah“ = „ich sah etwas, das schon da war“
Aber in der Offenbarung sieht Johannes ständig Dinge, die zukünftig sind.
5. Die klare Linie der Schrift
Die Bibel ist in sich völlig konsistent:
Jetzt existiert:
Zukünftig entsteht:
Der neue Himmel ist also nicht ewig rückwärts, sondern ewig vorwärts.
6. Kurzformulierung
Der „neue Himmel“ in Offb 21,1 ist keine ewig bestehende
Realität,
sondern eine zukünftige Neuschöpfung, die erst nach dem Vergehen
des jetzigen Himmels entsteht.
Die Formulierung „ich sah“ beschreibt lediglich die Vision,
nicht die ontologische Dauer.
Er ist nicht identisch mit dem Vaterhaus aus Joh 14,
das bereits existiert.
1. Das Vaterhaus (Joh 14) – jetzt schon existent
Jesus sagt:
„Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen … ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten.“
Das bedeutet:
Das Vaterhaus gehört zur jetzigen Schöpfungsordnung, nicht zur neuen.
🌙 2. Der Zwischenzustand – bei Christus, aber noch nicht in der neuen Schöpfung
Paulus beschreibt:
Das ist der Zustand:
Das Vaterhaus ist also der Ort des Zwischenzustands.
🌅 3. Die neue Schöpfung (Offb 21) – erst nach dem Gericht
Offb 21,1:
„Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen.“
Das ist eindeutig:
Das neue Jerusalem kommt herab (Offb 21,2) —
es ist also nicht identisch mit dem Vaterhaus, sondern die
vollendete Wohnstätte Gottes in der neuen Schöpfung.
🔥 4. Die heilsgeschichtliche Linie in einem Satz
Jetzt: Vaterhaus (Joh 14)
Dann: Auferstehung und Gericht
Schließlich: Neue Schöpfung (Offb 21)
Das Vaterhaus ist vorläufig, die neue Schöpfung ist endgültig.
🧭 5. Warum der neue Himmel NICHT ewig vorher existiert
Weil:
„Ich sah“ bedeutet nur:
Johannes bekommt eine Vision der Zukunft, nicht:
„Johannes sieht etwas, das schon immer existiert hat“.
-**
Vaterhaus (Joh 14) vs. Neue Schöpfung (Offb 21)
(Elberfelder 1905 als Standard berücksichtigt)
Kurzform
Das Vaterhaus ist der gegenwärtige himmlische Aufenthaltsort der
Gläubigen (Zwischenzustand).
Die neue Schöpfung ist die endgültige, zukünftige Wohnstätte nach
Auferstehung und Gericht.
Das Vaterhaus existiert jetzt;
der neue Himmel entsteht erst,
wenn der alte vergangen ist.

| Heilsgeschichtliche Linie: Vaterhaus vs. Neue Schöpfung | |
|---|---|
| Jetzt (Zwischenzustand) → Dann (Vollendung) | |
| Vaterhaus (Joh 14) | Neue Schöpfung (Offb 21–22) |
| Existiert jetzt | Entsteht nach dem Vergehen des jetzigen Himmels und der Erde |
| Zwischenzustand der Gläubigen | Endgültiger Zustand nach Auferstehung und Gericht |
| Ort: im jetzigen Himmel | Ort: neuer Himmel und neue Erde |
| Christus nimmt die Seinen dorthin („Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten“) | Christus wohnt bei den Menschen („das Zelt Gottes bei den Menschen“) |
| Bezug zu den Gläubigen: vor der Auferstehung | Bezug zu den Gläubigen: nach der Auferstehung |
| Vorläufig (bis zur Auferstehung) | Ewig (endgültige Ordnung) |
| Nicht identisch mit dem neuen Jerusalem; gehört zur jetzigen Schöpfungsordnung | Neues Jerusalem kommt herab auf die neue Erde; gehört zur zukünftigen Neuschöpfung |
| Biblische Haupttexte: Joh 14,1–3; Phil 1,23; 2Kor 5,8 | Biblische Haupttexte: Offb 21–22; 2Petr 3,10–13; Jes 65–66 |