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Klagelieder

Klagelieder - Abriss und Gliederung zur Bibel von R.L.

Prüfet Alles und das Gute behaltet:

Klagelieder - Abriss und Gliederung zur Bibel von Robert Lee.

Schlüsselworte: Kap. 1,12; 2,17; 3,22 und 33.
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Leitgedanke:

1. Das Elend, welches durch die Sünde Israels hervorgerufen wurde.

2. Die Liebe und das Erbarmen Jehovas gegenüber den Gegenständen Seines Zornes.




Verfasser usw.:

1. Dieses Buch wurde von Jeremia nach der dritten Belagerung und dem Falle Jerusalems geschrieben. In der Septuaginta sind den Klageliedern nachstehende Worte vorgesetzt: «Und es geschah, nachdem Israel gefangen und Jerusalem verwüstet worden war, dass Jeremia weinend dasass und mit diesen Worten Jerusalem beklagte und sagte... ». Anstatt über die Erfüllung seiner Weissagungen zu frohlocken, trauerte und weinte Jeremia. Dies ist wohl unserer besonderen Beachtung wert.



2. An der Vorderseite des Hügels Golgatha, des grünen Hügels ausserhalb der Stadtmauer, auf dem unser geliebter Herr gekreuzigt wurde, ist eine dunkle Felsennische, bekannt als «Jeremiasgrotte». Diese hält man für den Platz, wo der Prophet sass und die zerstörte Stadt betrachtete und diese «Klage eines gebrochenen Herzens» verfasste. Wenn das so ist, wie bezeichnend ist es dann, zu sehen, dass die Tränen des über das Leid der Stadt klagenden Propheten so nahe an dem Ort vergossen wurden, an dem der verworfene Heiland für die Sünden jener Stadt leiden sollte, nicht allein aber für diese, sondern auch für die der ganzen Welt.

3. Jüdische Patrioten singen die Klagelieder jeden Freitag an der sogenannten Klagemauer in Jerusalem. Ebenso wird dieses Buch in jeder jüdischen Synagoge am Festtag (Fasten) des 9. August gelesen, also an dem Tage, der dazu angesetzt ist, über die fünf grossen Unglücke, die das Volk Israel betroffen haben,zu trauern.




Beurteilung:
«Es gibt in der ganzen Welt nichts, das den Klageliedern Jeremias gleichkäme. Es hat zu jeder Zeit und in jedem Lande eine Fülle von Leid gegeben; aber ein zweiter Prediger und Dichter mit solch einem teilnehmenden Herzen für das Leid seines Volkes ist nie wiedergeboren worden. Dante kommt Jeremia am nächsten, und gerade diesem grossen Verbannten war Jeremia der Lieblingsprophet.»




Ein Grosserer als Jeremia ist hier:
Zweifelsohne steht hinter dem Verfasser dieses Buches ein Grösserer als Jeremia. Jemand äusserte bezeichnend: «Die ergreifende Bedeutung dieses Buches liegt in der Enthüllung der Liebe Jehovas und Seines Schmerzes über dasjenige Volk,das Er züchtigt — ein Schmerz, der durch den Geist Gottes auch in dem Herzen Jeremias bewirkt wurde. Es ist ein Vorbild von der Wehklage des Herrn Jesus über die nahende Zerstörung der heiligen Stadt Jerusalem.

Viele Stellen haben messianische Bedeutung: 1,12; 2,15; 3,14. 15. 19. 30.




Stil:
Die Klagen sind im Urtext alphabetisch geordnet, bei der Übersetzung ist jedoch diese Besonderheit naturgemäss verloren gegangen. Das hebräische Alphabet hat zweiundzwanzig Buchstaben. Dementsprechend haben vier von den fünf Kapiteln des Buches Jeremia ebenfalls zweiundzwanzig Verse. Bei drei Kapiteln beginnt jeder Vers in der Reihenfolge des Alphabetes mit einem der zweiundzwanzig Buchstaben. Im dritten Kapitel, das Sechsundsechzig Verse hat, folgen sich sogar je drei Verse mit A,drei mit B und so fort. Nur das letzte Kapitel weist einige Unregelmässigkeiten auf. Man nimmt an, dass diese auffallende alphabetische Reihenfolge zur Unterstützung des Gedächtnisses gewählt wurde.




Gliederung:
Die Klagelieder bestehen aus fünf Gedichten, wie dies schon durch die Zahl der Kapitel angegeben ist. In jedem, ausser dem letzten, sind Hinweise auf den traurigen Zustand der zerstörten Stadt gegeben. Gott, der so furchtbar und streng mit Seinem Volke handelt, wird gerechtfertigt in Seinem Tun. Auch an Vorübergehende werden Worte gerichtet. Ausser dem vierten endigt jedes Gedicht mit einem Gebet oder einer Klage zu Jehova. Das letzte Gedicht beginnt auch mit einem Gebet. Wohl die kostbarste Stelle im ganzen Buche sind die Verse 22 und 23 im 3. Kapitel.



Erstes Gedicht: Die Stadt dargestellt als weinende Witwe, die in Einsamkeit trauert (Kap. 1)

Jerusalem wird bildlich dargestellt als eine ihrer Kinder beraubte Witwe, die in der Nacht einsam weinend dasitzt.

Beachte die treffenden Ausdrücke:
«keinen Tröster» (Vers 2); «keine Ruhe» (Vers 3); «keine Weide» (Vers 6); «da ist niemand, der sie tröste» (Verse 9.17.21).
1. Die Stadt in ihrem Elend (Verse 1—7)
2. Gerichte — Gott gerechtfertigt (Verse 8—11 und 18)
3. Vorüberziehende — Ruf nach Mitgefühl (Verse 12—17 und 19)
4. Gebet — Flehen zu Jehova (Verse 20—22)



Zweites Gedicht: Die Stadt dargestellt als eine verschleierte Frau, die jetzt inmitten der Trümmer trauert (Kap. 2)

Hier haben wir eine lebendige Schilderung der Belagerung Jerusalems.

In diesem zweiten Gedicht verweilt der Prophet hauptsächlich bei Gott, als dem Urheber des Gerichts und dem, der diese schweren Züchtigungen verhängt.
1. Die Belagerung und Zerstörung der Stadt (Verse 1—14)
2. Vorübergehende — ihr Spott und grausamer Hohn (Verse 15—16)
3. Erfüllung der vorverkündigten Gerichte (Vers 17)
4. Anweisung zum Gebet und ein Gebet zu Jehova (Verse 18—22)




Drittes Gedicht: Der weinende Prophet versetzt sich in die Lage der Stadt; er trauert vor Jehova, dem Richter (Kap. 3)

Dieses Kapitel wird als eines der beachtenswertesten Gedichte des Alten Testamentes angesehen. Es unterscheidet sich von den andern Kapiteln der Klagelieder dadurch, dass der Prophet sich mit seinem Volke und mit der heiligen Stadt eins macht, indem er sich tief in deren Elend und Sorgen hineinfühlt und sie erlebt, als wären sie seine eigenen.
1. Der Prophet, ein Mann der Niedergeschlagenheit (Verse 1—20) Der Prophet, ein Mann der Hoffnung (Verse 21—36)
2. Gerichte — Gott gerechtfertigt (Verse 37—39)
3. Aufruf und Klage an das Volk (Verse 40—54)
4. Flehen zu Jehova (Verse 55—66)


Viertes Gedicht: Die Stadt dargestellt als Gold, verdunkelt, verändert, entwürdigt (Kap.4)
1. Die Stadt. — Mittelst einer Reihe von Gegensätzen wird das Furchtbare der Belagerung geschildert (Verse 1—10).
2. Gerichte — Gott gerechtfertigt (
Verse 11—16)
3. Grausamkeit der Verfolger (Verse 17—20)
4. Vergeltung an Edom (Verse 21—22)




Fünftes Gedicht: Die Stadt dargestellt als eine Bittende, die Jehova ihre Lage klagt (Kap.5)

Im vorhergehenden Kapitel war kein Schlussgebet, aber hier haben wir ein langes, heisses Flehen zu Jehova.
1. Stadt — Unglück (Verse 1—6)
2. Sünde — Bekenntnis (Vers 7)
3. Leiden (Verse 8—18)
4. Schrei zu Jehova (Verse 19—22)







Im HERRN JESUS CHRISTUS, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.
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Antonino.S