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28....Daniel

 

Der Prophet Daniel

Schlüsselworte: Kap. 2,22; 4,25b.

Leitgedanke: Die unumschränkte Herrschaft Gottes.
Daniel:
1. Daniel war ebenso wie Hesekiel unter den Gefangenen, die anlässlich des Einfalls Nebukadnezars in Palästina nach Babel geführt wurden.
2. Es wird angenommen, dass Daniel aus einer hochgestellten Familie, wenn nicht gar aus königlichem Hause, stammte, und dass er im Alter von sechzehn Jahren, acht Jahre vor Hesekiel, nach Babel mitge­nommen wurde. Wenn dies zutrifft, dann war Daniel unter der Zahl der beim ersten Einfall im dritten Jahre Jojakims gefangen Weg­geführten, während Hesekiel beim zweiten Einfall entführt wurde.
3. Daniel verbrachte von dieser Zeit an sein ganzes Leben in Babel (siehe Kap. 1,21; eine Zeitspanne von neunundsechzig Jahren); an
heidnischem Hofe führte er ein heiliges Leben mit einer solchen Treue, dass er in Hes. 14,14-20 und 28,3 als ein Muster oder Vor­bild der Gerechtigkeit und Weisheit angeführt wird.
4. Obwohl Daniel einem gefangenen Volke angehörte und nie in seiner Hingabe und Treue gegen Jehova wankte, stieg er zur höchsten Stellung im Staate empor und übte seinen einflussreichen und kraftvollen politischen Dienst in drei Königreichen aus: in Babylon, Medien und Persien.
Der Prophet:
Daniel war nicht nur ein Staatsbeamter, sondern er war vor allem ein Prophet Gottes. Seine Weissagungen - welche vielmehr die heid­nischen Nationen als sein eigenes jüdisches Volk betreffen - gehören zu den bemerkenswertesten der ganzen Bibel. *)
Des Herrn Anerkennung:
In Matth. 24,15 setzt der Herr Sein Siegel unter den Inhalt dieses Buches, indem Er Daniel als Propheten, bezw. das Buch Daniel als von Gott inspiriert anerkennt. Ein dem Herrn eigener Titel «Sohn des Menschen» gründet sich auf Kap. 7,13.
Bemerkenswertes:
Das Buch Daniel hat mehrere besondere Botschaften. Erstens werden des Herrn treue und gehorsame Knechte oft mit irdischem Erfolg gesegnet (Kap. 1,9.20; 2,48.49); zweitens werden ihnen Seine Ge­heimnisse geoffenbart (Kap. 2,19. 22.47); drittens haben sie in Zei­ten der Leiden und Prüfungen den Trost Seiner Gegenwart (Kap, 3,25). Viertens enthält dieses Buch eine ernste Warnung vor dem Hochmut (Kap. 4,30-37) und fünftens die Mahnung, Gott zu ehren und zu verherrlichen (Kap. 5,22-23). Der Hauptinhalt jedoch ist die Verkündigung der unumschränkten Herrschaft Gottes (Kap. 4,25).
*) Das Buch ist zweisprachig geschrieben, nämlich von Kap. 2, 4 an bis zurrt Schluss von Kap. 7 aramiisch, das übrige aber, also der Anfang bis Kap. 2, 3 und die Kap. 8-12, hebräisch, wie das übrige Alte Testament. Warum? Was •ramlisch, also in der damaligen allgemeinen Handels- und Beamtensprache ganz Vorderasiens, geschrieben ist, betrifft eben die Weltreiche. Dieses sollten auch die Nationen kennen lernen. Im übrigen aber war mehr Israels Ergehen Gegenstand der Offenbarung; deshalb war jener Teil besonders Israel vorbe­halten und daher hebrSisch geschrieben.
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Gliederung:
Das Buch Daniel zerfällt in zwei Hauptteile - der erste handelt hauptsächlich von geschichtlichen Ereignissen, der zweite bringt Ge­sichte und Deutungen. Daniels Name bedeutet entweder «Mein Richter ist Gott», andeutend, wie Gott seine Verteidigung fibernimmt, oder «Richter Gottes*, d. h. einer, der Gericht übt im Namen des Herrn. Es ergeben sich folgende kleinere Abschnitte:
A. Geschichtlicher Teil (von Daniel in der dritten Person geschrieben!)
1. Heidnische Gebräuche verurteilt (Kap. 1)
1. Der neue Name Daniels, Belsazar =- Bei schütze sein Leben, zeigt an, dass Daniel von seinen Herren dem Gott Bei geweiht worden war. Trotzdem blieb er aber dem Gott Israels, Jehova, treu.
2. Die Tafelkost des Königs enthielt nach damaliger Sitte Fleisch, in welchem noch das Blut war und zudem war es den Götzen geweiht. Daniel und seine Genossen wollten sich jedoch nicht damit ver­unreinigen.
3. Gott segnete Daniel und seine Freunde für ihre Treue und gab ihnen Erfolg.
2. Heidnische Weisheit verurteilt (Kap. 2)
1. Die heidnischen Weisen vermochten den Traum nicht zu erzählen.
2. Die Deutung dieses Traumes zeigt Verlauf und Ende der heidnischen Weltherrschaft von Daniel bis zum Ende unseres Zeitalters.
3. Beachte, der Stein (Kap. 2,34-35) wächst nicht, bis er das grosse Bild in Stücke zerschmettert hat. Erst nach dieser völligen Vernich­tung der heidnischen Herrschaft wird Gottes Reich aufgerichtet.
3. Heidnischer Stolz verurteilt (Kap. 3 und 4)
1. Die Errichtung des grossen Bildes von Gold war der Versuch Nebu-kadnezars, die Religionen seines Reiches-durch Vergötterung seiner Person zu einigen.
2. Dieser Versuch wird von dem «Tier», dem letzten Haupt der heidni­schen Weltmacht, wiederholt werden (Offenbg. 13,11-15).
3. Beachte daher die heutige Entwicklung dieser neuen Religion, welche den Menschen vergöttert und ihn an Stelle Gottes setzen will.
4. Heidnische Gottlosigkeit verurteilt (Kap. 5)
1. Durch den Tod Belsazars.
2. Aus Inschriften, die gefunden und entziffert wurden, wissen wir heute, dass Belsazar und sein Vater gemeinsam über Babel und das Reich herrschten.
3. Während Belsazar bei der Einnahme der Reichshauptstadt durch Darius den Meder fiel, ergab sich, wie die Weltgeschichte erzählt, sein Vater bei Borsippa.
5. Heidnische Verfolger verurteilt (Kap. 6)
1. Daniel muss ungefähr 80 Jahre alt gewesen sein, als diese Prüfung über ihn kam.
2. Daniel stellte Gott an erste Stelle und Gott verteidigte ihn.
3. Siehe, wie Gott durch die Treue Seines Knechtes verherrlicht wurde.
B. Prophetischer Teil (in der ersten Person geschrieben)
6. Die Nationen der Erde verurteilt Aufrichtung des Ewigen Reiches (Kap. 7-12)
1. Das Gesicht von den Tieren (Kap. 7). Nach Kap. 2 wurden die Welt­reiche von dem heidnischen König Nebukadnezar in ihrer äusseren Einigkeit und Herrlichkeit gesehen, aber als metallener Koloss ohne Leben. In Kap. 7 erschienen sie dem Propheten Gottes in ihrem wah­ren Naturtrieb, rein tierischem Leben und in schrecklicher tierischer Kraft
2. Das Gesicht vom Widder und Ziegenbock (Kap. 8), gibt weitere Einzelheiten über das Medo-Persische und das Mazedonische Reich.
3. Das Gesicht von den siebenzig Wochen (Kap. 9). Dieses Kapitel ist überaus bemerkenswert Die 70 Wochen sind 70 Zeitabschnitte von je sieben Jahren.
4. Das Gesicht vom Herrn (Kap. 10). In den Versen l-9 und 16 bis Schluss haben wir die Erscheinung des Herrn, aber in den Versen 10-15 erscheint dem Daniel ein Engel.
5. Weitere Weissagungen über Daniels Zeit bis zum Ende des Zeit­alters (Kap. 11-12,3).
6. Schlussworte (Kap. 12,4 bis Ende).

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Der Prophet Daniel

Schlüsselwörter Kap. 2,22; 4,25b.

Leitgedanke: Die unumschränkte Herrschaft Gottes.

Daniel:

1.  Daniel war ebenso wie Hesekiel unter den Gefangenen, die anlässlich des Einfalls Nebukadnezars in Palästina nach Babel geführt wurden.

2.  Es wird angenommen, dass Daniel aus einer hochgestellten Familie, wenn nicht gar aus königlichem Hause, stammte, und dass er im Alter von sechzehn Jahren, acht Jahre vor Hesekiel, nach Babel mitge­nommen wurde. Wenn dies zutrifft, dann war Daniel unter der Zahl der beim ersten Einfall im dritten Jahre Jojakims gefangen Weg­geführten, während Hesekiel beim zweiten Einfall entführt wurde.

3.  Daniel verbrachte von dieser Zeit an sein ganzes Leben in Babel (siehe Kap. 1,21; eine Zeitspanne von neunundsechzig Jahren); an

heidnischem Hofe führte er «m heiliges Leben mit «an«' solchen Treue, dass er in Hes. 14,14-20 und 28,3 als ein Muster oder Vor­bild der Gerechtigkeit und Weisheit angeführt wird.

4. Obwohl Daniel einem gefangenen Volke angehörte und nie in seiner Hingabe und Treue gegen Jehova wankte, stieg er zur höchste» Stellung im Staate empor und übte seinen einflussreichen und kraftvollen politischen Dienst in drei Königreichen aus: in Babylon, Medien und Persien.

Der Prophet:

Daniel war nicht nur ein Staatsbeamter, sondern er war vor allem
ein Prophet Gottes. Seine Weissagungen - welche vielmehr die heid­nischen Nationen als sein eigenes jüdisches Volk betreffen -- gehören
zu den bemerkenswertesten der ganzen Bibel. *)
               '

Des Herrn Anerkennung:                                                          '

In Matth. 24,15 setzt der Herr Sein Siegel unter den Inhalt diese! Buches, indem Er Daniel als Propheten, bezw. das Buch Daniel als von Gott inspiriert anerkennt. Ein dem Herrn eigener Titel «Sohn des Menschen» gründet sich auf Kap. 7,13.

Bemerkenswertes:

Das Buch Daniel hat mehrere besondere Botschaften. Erstens werden des Herrn treue und gehorsame Knechte oft mit irdischem Erfolg gesegnet (Kap. 1,9.20; 2,48.49); zweitens werden ihnen Seine Ge­heimnisse geoffenbart (Kap. 2,19.22.47); drittens haben sie in Zd» ten der Leiden und Prüfungen den Trost Seiner Gegenwart (Kap 3, 25). Viertens enthält dieses Buch eine ernste Warnung vor dem Hochmut (Kap. 4,30-37) und fünftens die Mahnung, Gott zu ehren und zu verherrlichen (Kap. 5,22-23). Der Hauptinhalt jedoch ist die Verkündigung der unumschränkten Herrschaft Gottes  (Kap. 4,25).

*) Das Buch ist zweisprachig geschrieben, nämlich von Kap. 2, 4 an bis zun* Schluss von Kap. 7 aramfiisch, das übrige aber, also der Anfang bis Kap. 2, 9 und die Kap. 8-12, hektisch, wie das übrige Alte Testament. Warum? Wal aramlisch, also in der damaligen allgemeinen Handels- und Beamtensprache ganz Vorderasiens, geschrieben ist, betrifft eben die Weltreiche. Dieses sollten auch die Nationen kennen lernen. Im übrigen aber war mehr Israels Ergehen Gegenstand der Offenbarung; deshalb war jener Teil besonders Israel vorbehalten und daher hebräisch geschrieben.

            Gliederung:   

Das Buch Daniel zerfällt in zwei Hauptteile- der erste handelt hauptsächlich von geschichtlichen Ereignissen, der zweite bringt Ge­dichte und Deutungen. Daniels Name bedeutet entweder «Mein Richter ist Gott», andeutend, wie Gott seine Verteidigung übernimmt, oder «Richter Gottes», d.h. einer, der Gericht übt im Namen des Herrn* Es ergeben sich folgende kleinere Abschnitte:

A, Geschichtlicher Teil (von Daniel in der dritten Persen geschrieben!) 1. Heidnische Gebräuche verurteilt  (Kap. 1)

1.  Der heue Name Daniels, Belsazar - Bei schütze sein Leben,, zeigt <™V dass Daniel von seinen Herren dem Gott Bei geweiht worden w«? Trotzdem blieb er aber dem Gott Israels, Jehova, treu.     '

2.  Die Tafelkost des Königs enthielt nach damaliger Sitte Fleisch, in welchem noch das Blut war und zudem war es den Götzen geweiht Daniel und seine Genossen wollten sich jedoch nicht damit ver­unreinigen.

3.  Gott segnete Daniel und seine Freunde für ihreTreue und gab ihnen Erfolg.

2. Heidnische Weisheit verurteilt (Kap. 2)

1.  Die heidnischen Weisen vermochten den Traum nicht zu erzählen.

2.  Die Deutung dieses Traumes zeigt Verlauf und Ende der heidnischen Weltherrschaft von Daniel bis zum Ende unseres Zeitalters.

3.  Beachte, der Stein (Kap. 2,34-35) wächst nicht, bis er das grosse Bild in Stücke zerschmettert hat. Erst nach dieser völligen Vernich­tung der heidnischen Herrschaft wird Gottes Reich aufgerichtet

3. Heidnischer Stolz verurteilt (Kap. 3 und 4)

1. Die Errichtung des grossen Bildes von Gold war der Versuch Nebukadnezars, die Religionen seines Reiches durch Vergötterung seiner Person zu einigen.

% Dieser Versuch wird von dem «Tier», dem letzten Haupt der heidni­schen Weltmacht, wiederholt werden (Offenbg. 13,11-15).                                                              

3. Beachte daher die heutige Entwicklung dieser neuen Religion, welche den Menschen vergöttert

4. Heidnische Gottlosigkeit verurteilt (Kap. 5)

1.  Durch den Tod Belsazars.

2.  Aus Inschriften, die gefunden und entziffert wurden, wissen wir heute, dass Belsazar und sein Vater gemeinsam über Babel und das

' Reich herrschten.

3. Während Belsazar bei der Einnahme der Reichshauptstadt durch
Darius den Meder fiel, ergab sich, wie die Weltgeschichte erzählt,
sein Vater bei Borsippa.

5. Heidnische Verfolger verurteilt (Kap. 6)

1, Daniel muss ungefähr 80 Jahre alt gewesen sein, als diese Prüfung
Aber ihn kam.

2. Daniel stellte Gott an erste Stelle und Gott verteidigte ihn.

S> Siehe, wie Gott durch die Treue Seines Knechtes verherrlicht wurde«

B. Prophetischer Teil  (in ckf ersten Person geschrieben)

& Die Nationen der Erde verurteilt. Aufrichtung des Ewigen Reiches (Kap. 7-12)

1.  Das Gesicht von den Tieren (Kap. 7). Nach Kap. 2 wurden die Welt­reiche von dem heidnischen König Nebukadnezar in ihrer äusseren Einigkeit und Herrlichkeit gesehen, aber als metallener Koloss ohne Leben. In Kap. 7 erschienen sie dem Propheten Gottes in ihrem wah­ren Naturtrieb, rein tierischem Leben und in schrecklicher tierischer Kraft                                                 '

2.  Das Gesicht vom Widder and Ziegenbock (Kap. 8), gibt weitere Einzelheiten Ober das Medo-Persische und das Mazedonische Reich.

3.  Das Gesicht von den siebenzig Wochen (Kap. 9). Dieses Kapitel ist überaus bemerkenswert Die 70 Wochen sind 70 Zeitabschnitte von je sieben Jahren.

4.  Das Gesicht vom Herrn (Kap. 10). In den Versen 1-9 und 16 bis Schluss haben wir die Erscheinung des Herrn, aber in den Versen 10-15 erscheint dem Daniel ein Engel.

5.  Weitere Weissagungen über Daniels Zeit bis zum Ende des Zeit­alters (Kap. 11-12,3).

6.  Schlussworte (Kap. 12,4 bis Ende).

Der Prophet Hosea

Schlüsselwort! «Umkehren»; es wird mehr als zehnmal erwähnt Leitgedanke! Die Weise Gottes, Abtrünnige wiederherzustellen. Der Prophet:

1. Hosea, ein Zeitgenosse Arnos', Jesajas und Michas, wirkte in Samaria.

2. Lange Jahre durfte Hosea für seinen Herrn arbeiten. Nach Kap. 1,1
. scheint er seinen Dienst etwa zweiundsiebenzig Jahre hindurch aus­
geübt zu haben. Es ist berechnet worden, dass er, wenn sein
prophe­tischer Dienst mit zwanzig Jahren begonnen hat, in einem Alter von
zweiundneunzig bis achtundneunzig Jahren gestorben sei,

3. Er hatte eine sehr schmerzliche Prüfung in seinem
H a u s e - die Untreue seines Weibes. - Gott redete Wl Israel durch
diesen beklagenswerten Kummer. Dies ist der Hauptgegenstand des
ganzen Buches.

Sein Auftrag:  

Hoseas Sendung richtete sich hauptsächlich an Israel, d. h. an die zehn Stämme. Der Name Ephraim kommt im Buche Hosea mehr als dreissigmal vor und der Name Israel fast ebenso häufig, während Juda nur fünfzehnmal und Jerusalem über­haupt nicht genannt wird.

Seine Schreibwebe:

1.  Die Ausdrucksweise Hoseas ist poetischer als die der meisten Propheten - ein Ueberf Hessen von treffenden Wortbildern.

2.  Das in Hoseas Denken vorwiegende Wesen Gottes ist: «Liebe». Hosea verweilt besonders liebevoll bei dem Vorbild von Mann und Weib. Es redet von den lieblichen Beziehungen Jehovas zu Israel. Israel ist Jehovas Braut, während die Kirche Christi die «Braut, das Weib des Lammes» genannt wird (Offenbg. 21,9).

Gliederung:

1. Manche Leser sehen das Buch Hosea als das schwierigste aller pro­phetischen Bücher an und es ist tatsächlich nicht leicht zu verstehen.

2.  Auf den ersten Blick scheint es ohne jede Ordnung; aber nach ein­gehendem Studium sieht man wunderbar geordnete Gedankengänge.

3.  Es ist eine wirklich klare Abhandlung über Busse. Es ist ein Buch für Abtrünnige und zeigt uns die Wege Gottes zur Wiederherstellung Seines abtrünnigen Volkes.

t, Israeli trauriger Zustand, als es von Gott amerwShlt wurde (Kap. 1)

'1. Hoseas Verbindung litt einem lasterhaften Weib (Vers 2)* (Calvin und andere Ausleger halten Gomer nur für ein Gleichnis. Aber es liegt kein Grund vor, die Schilderung nicht als Tatsache zu werten.)

2.  Die Geburt zweier Söhne und einer Tochter, denen bezeichnende Namen gegeben wurden (Verse 4-9).

3.  Die Verbindung Hoseas mit Gomer sollte die Israeliten lehren (ist dies nicht auch heute hinsichtlich der Christenheit der Fall?), dass

ihr Verhältnis zu Gott ein solch trauriges geworden war, dass eil mit
der nicht ehrenhaften Verbindung eines rechtschaffenen Mannes mit
einem hurerischen Weibe zu vergleichen war.               '

4. In Vers 2 zeigt Hosea, dass Israels Not durch seine Abkehr von Gott
begann. Vergl. den letzten Vers des Buches (Kap. 14,9).

2. Israels schrecklicher Fall (Kap. 2)

1.  Die Untreue des Weibes Hoseas ein Bild der Untreue Israels gegen Gott (Kap. 2,1-5).

2.  Züchtigung (Kap. 2,6-13). Vergl. Jer. 16,14-15.

3.  Vers 14 in Verbindung mit Kap. 8,13 scheint anzudeuten, dass Israel bildlich nochmals eine Ägypten- und Wüstenerfahrung machen muss.

4. Am Ende des Kapitels erkennen wir Israels Wiederherstellung durch
und für den Herrn. Beachte: Durch Gottes Segen wird das Tal Achor
(= Kümmernisse) zu einem Tor des Segens und zu einer Stätte des
Gesanges (Vers 15).

3. Israels Losegeld bezahlt (Kap. 3)

1.      Der Prophet wird wieder angewiesen ein Weib zu lieben, das Ehe­bruch treibt (Kap. 3,1).

2.  Er macht einen Vertrag mit ihr, der ihr gewisse Versorgung bringt (Vers 2) unter bestimmten Bedingungen (Vers 3).

3.  Aber es scheint nicht, dass sie schon zusammenleben sollten.

4.     Das ist heute bei Israel der Fall. Es lebt nicht als das Weib Jehovas, sondern es führt ein von Ihm getrenntes Leben (Verse 4-5).

5.  Am Ende wird David, d.h. der Messias aus Davids Stamm, auch wieder über die zehn abgefallenen Stämme regieren.

4. Die schrecklichen Folgen des Falles Israels, rät Herrn bezeichnet (Kap. 4 and 5)

1.  Kein* Sittlichkeit (Kap. 4,1-5)

2.  Vorsätzliche Unwissenheit (Kap. 4,6-M) und Abgötterei (Kap. 4, 12-19).

3.  Aber das grösste Unglück war, dass Jehova Sein Angesicht verbarg (siehe Kap. 5,15).      ; (Vergleiche Kap. 4,17 mit Kap. 14,8! Hier ist ein kraftvolles Evangelium. Die erste Stelle zeigt das Bild eines Volkes, das seine Götzen liebt, die zweite dasselbe Volk, wie es sie verwirft «Ich habe ihn erhört» ist das Geheimnis davon.)

5. Israels Buss-Schrei (Kap. €^1-3)

Das wird der Entschluss des Überrestes in den letzten Tagen sein. 3. Beachte die Kraft von Kap. 6,3: Für das unbussfertige Israel ist

Jehova «wie ein Löwe» (Kap. 5,14), aber für die Bussfertigen wie

der «sanfte, befruchtende Regen». 3. Wenn unsere Frömmigkeit echt ist, wird sie nicht sein,  «wie die

Morgenwolke» oder «wie der Tau, der früh verschwindet» (Kap. 6,4).

i    6. Der Herr prüft Israels Wunden, bevor Er den heilenden Balsam auflegt (Kap. 6,4 bis Kap. 13)

1.  Um gewiss zu sein, dass Israel wirklich umkehrt, prüft Jehova seine Wunden, um seine Reue zu erproben und zu vertiefen.

2.  Beachte die Wortbilder, die der Prophet benutzte, um den Charakter und Zustand Israels zu beschreiben: Kap. 6,4; 7,4.8.11.12; 8,7.9? 10,1.11.12; 12,1.

3.  Beachte das leidenschaftliche Erbarmen in Kap 11,81

7. Des Propheten entscheidender Aufruf an Israel (Kap. 14,1-3)

X. Es soll bekennen, dass es seinen traurigen Zustand gänzlich tatet; verursacht habe durch seine eigene Sünd«^

2.  Abweisung aller Hoffnung auf Hilfe von Menschen.

3.  Forderung aufrichtiger, wahrer Busse.

(Wie tröstlich ist der letzte Satz von Vers 3 für Waisen!)

8. Des Herrn gnädige Antwort: Israels endliche Wiederherstellung (Kap. 14,4-9)

1.      Heilung (Vers 4)                       5. Fruchtbarkeit (Vers 6)

2.  Von Jehova geliebt (Vers 4)    6. Schönheit (Vers 6)

3.  Erfrischung von Jehova (Vers 5)          7. Wohlgeruch (Vers 6)

4.  Wachstum (Vers 5)                  8. Gemeinschaft mit Gott (V. 7)

Beachte: •i. den wunderbaren Abschluss in Vers 94 (Vergl. 2. Kor. 5,21.) 2. Israels Abtrünnigkeit heilen bedeutet mehr als dem Abtrünnigen ver­geben - es bedeutet, dass Jehova die Ursache der Abtrünnigkeit heilen oder wegtun wird.
 

Der Prophet Joel

Schlüsselwort:
 «Der Tag Jehovas». Leitgedanke! Wert and Wichtigkeit der Basse. Der Prophet

1.  lieber den Propheten Joel ist, ausser der kurzen Einführung, die er in Kap. 1,1 über sich selbst gibt, nichts bekannt

2.  Der erste, der in der Heiligen Schrift diesen Namen trog, war Samuels ältester Sohn (1. Sam. 8,2); er bedeutet: «Jehova ist mein Gott*.

3.  Wahrscheinlich war Joel der allererste der prophetischen Schrei­ber, der seinen Dienst in Juda im Anfang der Remerunc Jons ausübte (2. Kön. 11-12)1             -     Bemerkenswert!

1.  Massgebende Sachverständige erklären, dass dieses kleine Buch, was seinen Stil angeht, ein literarischer Edelstein sei. Sein Stil ist aussergewohnlich rein; er ist flüssig und gleichzeitig kraft­voll Und zart.

2.  Das Buch Joel ist besonders wegen drei Dingen beachtenswert: a) Es enthält die grossartigste Schilderung einer Verwüstung durch Heu­schrecken, die es in der Literatur gibt, b) Es gibt die erste Andeutung von der Ausgiessung des Heiligen Geistes auf alles Fleisch (Kap. 2, 28-29). c) Seine Weissagungen sind bedeutsam wegen ihrer Reich­weite; sie gehen von den Tagen des Propheten bis zum Ende der Zeiten.

Anlass:

1.  Es hatte eine sehr schwere Heimsuchung des Landes durch grosse Dürre und dureh eine Heuschreckenplage, die alles zerstörte, statt­gefunden.

2.  Obwohl Moses (5. Mose 28,38-39) and Salomo (1. KBn. 8,37) die Heuschrecken als eines der Werkzeuge göttlicher Züchtigung er­wähnen, erkannte das Volk sie in diesem Falle nicht als solche.

3.  Joels Auftrag war es daher, den traurigen Zustand des allgemeinen geistlichen Lebens all den Grund der Plage zu bezeichnen, und das Volk zu wahrer Busse, der Grundlage der Rückkehr zu Gott, zu ermahnen.

Weissagung:

1.  Joel wies aber auch darauf hin, dass der Einfall der Heuschrecken nur ein Vorbild eines andern viel schrecklicheren Einfalls sei.

2.  Diese Weissagung fand eine Vorerfüllung durch die heidnischen Schwärme, die in jenen Tagen ins Land einfielen.

3.  Aber da sind auch Dinge, die bis jetzt keinerlei Erfüllung gefunden haben und noch der Zukunft, den letzten Tagen, vorbehalten sind.

Leitgedanken:

Joel ist der «Prophet religiöser Erweckung» genannt worden. Er sah, dass echte Busse aller wirklichen Erweckung zu Grunde liegt, und er arbeitete mit dem Ziel, diese hervorzubringen. So ist denn sein Buch dasjenige des Bussrufes. Einem zerrissenen Herzen folgt ein zerrissener Vorhang, d.h. der offene Zugang zu Gott und der Pfingstsegen folgen auf wahre Busse.

Schlüssel:                  

1.  Der Schlüssel zum Verständnis des Buches Joel ist der Ausdruck: «der Tag Jehovas» (Kap. 1,15; 2,1.11.31; 3,14).

2.  Der «Tag Jehovas» wird nach der Entrückung der Kirche (Braut­gemeinde) beginnen. Es ist der Tag, an welchem der Herr Gericht üben und noch einmal unmittelbar in den Lauf der Weltgeschehnisse eingreifen wird, um da« «Tausendjährige Reich» herbeizuführen. (VergL 2. Petri 3,7-10.)

Gliederung:

1. Das nationale Unglück geschildert sad erUlrt (Kap. 1,1-14. 16-20)

1.  Das unvergleichliche Unglück (Verse 1-3)

2.  Schilderung der Verwüstung (Verse 4-12)

3.  Es wird zur Busse und zu einem nationalen Fasten gedringt (Verse 13 und 14).

4.  Das Trauern des Propheten (Verse 16-20)

2. Der Tag Jehovas vorgeschattet (Kap. 1,15)

Der Prophet sieht in dem Angriff der Heuschrecken ein Bild von
einem viel schrecklicheren Angriff ganzer Schwärme heidnischer Sol­
daten zu seinen Lebzeiten, besonders aber in den noch zukünftigen
letzten Tagen.

3. Der Tag Jehovas vorhergesagt (Kap. 2,1-10; 3,9-15)

1.  Anzahl der Feinde und das Unrecht, das von ihnen begangen wird (Kap. 2,1-10).

2.  Herausforderung Jehovas an Israels Feinde (Kap. 3,9-15)

3.  Verheissung der Bewahrung eines Überrestes (Kap. 2,30-32)

4. Eintreten des Herrn für Israel (Kap. 2,11; 3,16)

1.  Des Herrn plötzliches und schnelles Eingreifen, um Israel vor der Vernichtung zu retten.

2.  Man beachte den schönen Ausdruck! «Jehova ist eine Zuflucht für Sein Volk».

5. Aufforderung zu Busse und Fasten; Bitte n Gott und Seine
Dazwischenkunft  (Kap. 2,12-17)

1.  Beachte das dringende Wort der Einladung: «Aber auch jetzt noch kehret um zu Mir» (Kap. 2,12).

2.  Des Herrn freiwillige Dazwischenkunft als die Ursache,  warum Israel Busse zu tun hatte.

6. Des Herrn herrliche Antwort aal Israels Basse (Kap. 2,18-29; 3,1-S and 17-21)

1.  Segen (Kap. 2,18-19)

2.  Befreiung (Kap. 2,20)

3.  Gedeihen (Kap. 2,21-27)

4.  Ausgiessung des Heiligen Geistes (Kap. 2,28-29)

5.  Gericht der heidnischen Nationen (Kap. 3,1-fi)

6.  Ein Königreich voller Segen (Kap. 3,17-21)

Der Prophet Arnos

Schlüsselwort: Strafe.

Leitgedanke: Der Volks-Sünde folgt das Volks-Gericht

Der Prophet:

1.  Arnos war aus Tekoa, einem Orte, der sechzehn Kilometer von Jeru­salem und acht Kilometer von Bethlehem entfernt ist Er gehörte somit zum Stamme Juda.

2.  Arnos war kein Höfling wie Jesaja, auch, kein Priester wie Jeremia, sondern ein gewöhnlicher Arbeiter, ein Viehhirte, der daneben auch Maulbeerfeigen sammelte (Kap. 7,14). Diese müssen, um geniessbar zu sein, zuerst geritzt werden, wonach der herbe Saft ausfliegst; auch dies wird Arnos besorgt haben. Diese Früchte sind noch heute die Kost nur der Ärmsten.

3.  Arnos war ein Zeitgenosse Hoseas und Jonas. Obgleich er aus Juda gebürtig war,  weissagte  er in und gegen Israel.

Die Zeit:    

1.     «Zwei Jahre vor dem Erdbeben» (Kap. 1,1) begann Amos seinen prophetischen Dienst zu Bethel. Er sagte dieses Erdbeben voraus (Kap. 5,9; 6,11; 9,5).

2.  Das Erdbeben muss besonders schwer gewesen sein, denn Sacharja spricht annähernd 300 Jahre spiter davon als von einem wohlbe­kannten Ereignis.

Ein vorbildlicher Arbeiter:

Nebenbei sei bemerkt, dass das Buch eine Abhandlung über da» Predigen enthält; es schildert Amos als einen, vorbildlichen Arbeiter. Beachte:

1.      Seine Demut: Er versucht nicht, die einfachen Umstände seines bis­herigen Lebenslaufes zu verbergen; auch schämt er sich nicht, seine niedrige Herkunft «und Tätigkeit kundzugeben. Jede «Einbildung» war ihm vollkommen fremd. Die Erhöhung zum Propheten verdarb ihn nicht.

2.  Sein Fleiss: Infolge seines Gewerbes lebte er oft sehr einsam; doch verbrachte er seine Tage in Gemeinschaft mit Gott und war ein genauer Beobachter. Die Bilder, die er in seinem Buche anwendet, sind seinem tagtäglichen Leben entnommen und beweisen seine scharfe Beobachtungsgabe und originelle Auffassung.

3.  Seine Weisheit: Er predigte nicht über die Köpfe des Volkes hinweg, sondern gebrauchte Ausdrücke, die allen vertraut waren. Er fesselte die Aufmerksamkeit des Volkes dadurch, dass er zunächst von dessen Feinden sprach.

4.  Seine Treue: Er redete nicht in Ohrendienerei zum Volke, sondern handelte treu, indem er sich direkt an ihre Gewissen wandte.

5.  Seine Festigkeit: Er liess sich nicht von dem Werk abbringen, das Gott ihm gegeben hatte (Kap. 7,10-17), sondern hielt sein Auge auf seinen göttlichen Meister gerichtet.

6.  Seine Botschaft: Er hatte seine Botschaft unmittelbar von Gott: «So spricht Jehova». Es war eine der Zeit entsprechende Botschaft, passend für jenen gottlosen Zustand Israels.

7.  Sein Erfolg: Amos hatte wunderbaren Erfolg (Kap. 7,10), denn der Einfluss seiner Predigt erstreckte sich über das ganze Land.

Botschaft:

Des Amos Last-Spruch war: «Strafe». Er hatte eine sehr ernste Bot­schaft für jene üppige und mit sich selbst nachsichtige Zeit. Er war der Prophet des Gerichts. Das Buch zeigt, dass die Volkssünde das Volksgericht nach sich zieht; während die Sünden der Einzelnen vor dem grossen weissen Thron gerichtet werden, werden die Völker in dieser Welt und Zeit gerichtet. Dies beweist auch die Welt«

Gliederung:

Ein grosser Bibel-Lehrer teilte das Buch Arnos in vier Abschnitte; wir mochten es im Folgenden zugleich in fünf Teile zerlegen.

A. Gerichtsankündigungen Ober Israels Feinde I. Bestrafung der heidnischen Völker (Kap. 1,2 bis 2,8)

1.  Hier finden wir Weissagungen gegen die Nachbarvölker Israels.

2.  Obwohl ausdrücklich für Israel gesandt, beginnt der Prophet seinen Dienst, indem er das kommende Gericht über diese sechs heidni­schen Völker anzeigt,

 

a)     um Israel auf den gerechten, die Sünde rächenden Gott aufmerk­sam zu machen,

b)  um Israel zu zeigen, dass Gott nicht die Person ansieht, wenn es sich um das Gericht handelt.

Beachtenswerte Verse: «wegen drei Freveltaten... und wegen vier» in Kap. 1,3 und wiederholt. Dieser seltsame Ausdruck will wohl sagen, drei oder vier Freveltaten würden genügen, das Gericht auszusprechen. Es waren aber nicht drei oder vier, sondern ihre Zahl war Legion.

B. Gerichtsankündigung über Gottes Volk selbst

IL Bestrafung Judas and Israels (Kap. 2,4 bis 16)

1.  Das Gewitter des Zornes Gottes rollt über alle Nachbar-Königreiche, berührt Juda (wie in Vers 4-5 gezeigt wird) und entladet sich endlich mit zermalmender Wirkung über Israel.

2.  Beachte die Beschuldigungen, die Gott Seinem Volk zur Last legen muss (Kap. 2,4.6.7.8 usw.).

  Beachtenswerter Vers: «Siehe, Ich werde euch niederdrflcfcen, wie der Wagen drückt, der voll Garben ist» (Kap. 2,13).     ,    ,

III. Drei Predigten wider Israel (Kap. 3,1 bis 6,3)

1.      Jede dieser drei Predigten beginnt mit: «HöretI»

2.  Die Predigtworte sind an Israel und «das ganze Geschlecht», d.h. ebensowohl auch an Juda gerichtet.

3.  In Kap. 4,2 zerstreut Gott auch die Einbildung, die Israel in seinem Nationalstolz hatte, dass nämlich dem bevorzugten Volk Jehovas nichts Böses zustossen könne.

4.  In Kap. 5 haben wir eine Predigt über das Thema: «Suchet Jehova».

Beachtenswerte Verse: Kap. 3,3; 4,12; 6,1.

C. Offenbarung

IV.    Gesichte betreffend Israel (Kap. ?, 1 bis 9,10)

1.      Von den Heuschrecken (Kap. 7,1)

2.  vom Feuer (Kap. 7,4)

3.  vom Senkblei (Kap. 7,7)

4.  vom reifen Obst (Kap. B,l)

5.  von dem Herrn (Kap. 9,1)

D. Wiederherstellung

V. Wiederherstellung ganz Israels (Kap. 9,11-15)

Hier wird die Wiederkunft des Herrn and die Aufrichtung des
 Königreiches Davids vorausgesagt.

1.      Die Wiederherstellung (Kap. 9,11)

2.  Besitz (Kap. 9,12)

3.  Gedeihen (Kap. 9,18-14)

4.  Dauernder Bestand (Kap. 9,15)

Beachtenswerter Vers: Kap. 9,15.


Der Prophet Obadja

Schlüsselwort« «Wie du getan hast, wird dir getan werden» (Vers 15).

Leitgedanke: Feierliche Warnung vor den Gefahren des Stolzes und vor dem Antisemitismus.

Der Prophet:

Über den Schreiber dieses Buches ist gar nichts bekannt. Ver­schiedene Obadjas werden im Alten Testament erwähnt; aber nichts deutet darauf hin, dass einer von diesen das nach diesem Namen genannte Buch schrieb. Obadja bedeutet «der Diener (oder Verehrer) Jah's». Es ist schwierig zu bestimmen, wann das Buch geschrieben, wurde; aber die Verse 10-14 beweisen deutlich dass es nach dem Fall Jerusalems sein rauss  (2. Chron. 36, 17-21).

Zweck:

Dieses kürzeste Buch des Alten Testamentes ist ein ausgezeichnetes prophetisches Gedicht, eine scharfe Kundgebung gegen die wilden
Edomiter, die beständigen Feinde Israels. Es zeigt den Charakter,
die Entwicklung und den Sturz Edoms.

Geschichte:

Die Edomiter (später Idumäer) waren die Nachkommen Esaus. Sie waren ein stolzes, verbittertes und rachsüchtiges Volk, das stets eine Gelegenheit suchte, Jakobs Nachkommen zu schaden. Anfänglich von Fürsten, später von Königen regiert (1. Mose 36), war Edom auf dem Höhepunkt seiner Macht, als Israel aus der ägyptischen Ge­fangenschaft herausgeführt wurde. Israel und Edom befanden sich ständig im Kriegszustand. Als Nebukadnezar Jerusalem eroberte, freute sich Edom über Israels Sturz und nahm in grausamer Weise an der Plünderung und dem Blutbad teil. (Siehe Psalm 137,7.) In früheren Tagen hatte Gott Seinem Volke befohlen, Edom freundlich zu behandeln (5. Mose 23,7); jetzt aber war durch sein grässliches Verhalten sein Mass der Ungerechtigkeit voll und das Urteil der Verdammung und Vernichtung kam über Edom. Nach Israels Wiederherstellung überwältigte Gyrus, der König von Persien, die Edomiter und metzelte Tausende von ihnen nieder. Sie erlitten noch eine vernichtende Niederlage durch die Judei* «nter den Makkabäern und verschwanden langsam als Volk, bis sogar ihr Gedächtnis ausgelöscht war.

Botschaft:

Dieses kleine Buch enthält zweierlei - eine Warnung vor Überhebung und Herausforderung (Vers 3) sowie davor, die Juden zu hassen und zu schädigen, deren Angelegenheiten Gott selbst über­nehmen und deren Feinde Er vernichten wird.

Evangelium:

Welch kostbare Wahrheit finden wir in Vera 17-181 Das sind die Vorbereitungen zum Sieg - als befreit, geheiligt und reich gemacht, werde ich imstande sein, ein stets siegreiches Leben zu führen.

Gliederung:

1. Edoms Demütigung (Verse 1-9)

Beachte die einzelnen Stufen dieser Demütigung:

1.  Der Herr ist daran, die Nationen gegen Edom zu gebrauchen

(Vers 1).

2.  Infolgedessen traf das kleine Volk Edom Verachtung (Vers 2)

3.  Sie würden herausgeholt werden aus ihren scheinbar unbezwinglichen Schlupfwinkeln (Verse 3 und 4).

4» Sie würden beraubt werden, völliger als von Dieben (Verse 5 und 6).

5.  Benachbarte Völker, mit denen sie Bündnisse eingegangen waren, würden ihre Verträge brechen und sie zerreissen (Vers 7).

6.  Sogar die anerkannte Weisheit seiner Ratgeber und die Kraft und der Mut seiner Soldaten würden weggenommen werden und versagen (Verse 8 und 9).

2. Edoms Verbrechen (Verse 10-14)

Beachte die erzählende Beschreibung der Sünde Edoms:

1.      c Gewalttat an deinem Bruder Jakob» (Vers 10)

2.  Es verweigerte die Hilfe - «da du gegenüberstandest uad handeltest wie die Eroberer» - (Vers 11).

3.  Es freute sich über Israels Niederlage und verhöhnte es (Vers 12)

4.  Es beteiligte sich auch an der Plünderung (Vers 13)

5.  Und, schlimmer als alles, jagte Edom die Flüchtlinge und lieferte sie dem Feinde aus (Vers 14£).

 

3. Urteil Ober Edom (Verse 15-21)                               '

Auf den ersten Blick scheint dieser Abschnitt ausschliesslich von Juda's herrlicher Wiederherstellung zu handeln; aber bei näherer Untersuchung erkennt man, dass gezeigt werden soll, wie und wann Edoms Vernichtung geschehen sollte.

1.  Das Urteil wird verkündet (Verse 10 und 15)

2.  Israel wird befreit, geheiligt und bereichert werden (Vers 17) und darnach wird es ein Werkzeug zu Edoms Vernichtung werden (Vera 18) und das Land Edom in Besitz nehmen usw. (Verse 19-20).

3.  Dies geschah in der Zeit der Makkabäer - doch wird diese Prophetie noch eine viel herrlichere Erfüllung finden (Verse 19-21).

4.  Welch erfreulicher Ausklang: «Das Reich wird Jehova gehören!»


Der Prophet Jona

Schlüsselwortes Kapitel 4,2 und 11.

Leitgedanke: Gott ist der Gott aller Völker ebensowohl wie der der Juden.

literarischer Wert:

Ein bekannter Schriftsteller erklärte das Buch Jona für die aller' schönste Geschichte, die je auf solch kleinem Raum geschrieben worden sei. Es ist ein Kleinod und voller Belehrung.

Geschichte:

Das Buch Jona ist ein wirklicher Tummelplatz der modernen, ver­derblichen Kritik. Von vielen Auslegern wird es nur sinnbildlich be­trachtet, ohne jeden geschichtlichen Hintergrund. Aber 2. Kön. 14,25 beweist, dass Jona eine geschichtliche Persönlichkeit war. Zudem ist der geschichtliche Charakter dieses Mannes vom Herrn selbst be­stätigt  worden   (Matth. 12,39-41).   Daher  besteht  für  uns  kein Zweifel, dass wir hier absolut* WahAeii wk ans haben, nicht

Dichtung; Geschichte, nicht Fabel.

Der Prophet:

1.      Jona war aus Gath-Hepher, nahe bei Nazareth, somit ein Galiläer, was beweist, dass die Pharisäer logen, als sie sagten, dass «aus Galiläa kein Prophet aufstünde» (Joh. 7,52). Vor allem besitzen wir da Jes. 9,1-2 als deutliche Prophezeiung auf den Herrn selbst.

2.  Er begann seine prophetische Laufbahn als Elisa die seinige beendete. Einige alte jüdische Autoritäten waren der Meinung, dass Jona der Sohn der Witwe von Zarpath gewesen sei, den Elias vom Tode auferweckt habe (1. Kön. 17,22).

3.  Eine der Weissagungen Jonas ist uns in 2. Kön. 14,25-27 aufbe­wahrt. Er war also ein durchaus beglaubigter Prophet.

Schlüssel:

Kapitel 4 Vers 2 zusammen mit Vers 11 sind der Schlüssel zum Ver­ständnis dieses Buches. Warum gehorchte Jona dem Herrn nicht?
1. Nicht aus Feigheit - es sind genug Beweise seines Mutes vorhanden (z. B. Kap. 1,10.12 und Kap. 3).
2. Auch nicht, weil ihm Aufträge an die Heidenvölker an und für sich nicht zusagten.
3. Auch nicht so sehr im Blick auf seine persönliche Ehre als Prophet, obwohl es so scheinen könnte.
4.  Der  Beweggrund,   der  Jona  veran­lasste,   Gott   nicht   zu   gehorchen,   war vor   allem jene   falsche   national-religiöse   Einstellung   und Mentalität,  welche die frommen orthodoxen Juden heute noch beseelt. Assyrien mit der Hauptstadt Ninive war Israels grosser Feind. j     Jona mochte wünschen, dass diese Leute in ihren Sünden zugrunde gingen, damit Israel von seinem alten Feind befreit würde. Dorthin zu gehen und zu predigen, könnte zur Errettung und dadurch zur Erhaltung der Assyrer führen; dieses passte Jona nicht, dass Gott, der gnädig und barmherzig ist, sich des Uebels gereuen könnte, und so wollte er es vermeiden. Dann aber hegte Jona mit seinem Volke die falsche Einbildung, dass sie als Abrahams Nachkommen allein ;;     Inhaber der Verheissung Gottes seien. Darum war es ihnen, wie auch Jona - und ist es heute noch - ein unerträglicher Gedanke, dass i  Gottes Gnade auch den andern Nationen zuteil werde. Jonas Ver­halten, auch nachher noch in Kap. 4, ist aus derselben grundsätz­lichen Einstellung und Mentalität zu deuten, wie das der Juden, in Apostelg. 22, als Paulus von seiner Sendung zu den Nationen sprach.

Lehren:

1.      Es wird gezeigt, wie unnütz die Anstrengungen des Menschen sind, die göttlichen Gnadenabsichten zu vereiteln.

2.  Den zugrunde liegenden Gedanken finden wir in Rom. 3,29. Das Volk Gottes sollte belehrt werden, dass Gott sowohl der Gott der Nationen, als auch der der Juden sei und dass Er Absichten der Gnade und Liebe gegen sie ebenso wie gegen Israel habe. Das hat Israel niemals gelernt, trotz der beredten Sprache dieses Buches.

Vorbild:

1.  In Matth. 12,38-42; 16,4; Luk. 11,29-32 erklärte Jesus, wie Jona ein Vorbild Seiner Grablegung und Auferstehung sei, aber mehr als das, Jona war als ein aus dem Tode Wiedererstandener den Niniviten ein eindrückliches Zeichen, das sie zur Busse führte. Aber ebenso, wie Jona nach seinem Erlebnis als solches Zeichen nicht zu Israel, sondern zu den Nationen gesandt worden war und diese zur Busse führte, so kündigte der Herr damit an, dass auch Sein Evangelium der Gnade auf Grund Seines Todes zu den Nationen gebracht werden sollte, und diese als erste annehmen würden, was Israel verworfen hat.

2.  Jonas Erlebnis ist auch ein Vorbild der Geschichte Israels. Dr. Bullinger hat dies treffend ausgeführt: «Jona ist Gottes Gesandter, um den Nationen Busse zu predigen. Das war auch Israel. Wie Israel wollte Jona nicht, dass die übrigen Völker gesegnet werden sollten und flieht vor der unangenehmen Aufgabe. Er wird von einem von Gott ge­sandten Sturm heimgesucht und ins Meer geworfen. So ist auch Israel jetzt in das Völkermeer geworfen; aber wie Jona nicht umkam, so wird auch das heutige Israel, bezw. sein gläubiger Ueberrest, nicht untergehen in den Gerichten, sondern geläutert werden und in der Tiefe der Todesnot zu Gott umkehren und wieder «ans Land» ge­bracht werden und dann als Jehovas Gesandter Träger der Segnungen für die Nationen werden.»

Gliederung:

1. Des Propheten Auftrag (Kap. 1,1-2)

1. Nach dem Inhalt und besonders der Kürze des göttlichen Auftrages zu schliessen, muss Jona ein erfahrener Prophet gewesen sein, als das Wort Jeharas an ihn gerichtet wurde.

2.  Das Buch beginnt unvermittelt mit «Und». Das scheint zu sagen, dass es eine Fortsetzung und nicht der Anfang des Dienstes Jonas war.

3.  Ninive war tatsachlich «eine grosse Stadt» mit einer Bevölkerung von gegen einer Million Menschen (nach andern 600000). Dieser, nach der Gepflogenheit der alten Zeiten und des Orients ummauerte Raum hat wohl nach Kap. 4,11 auch Vieh, somit Weideplätze usw. für den Lebensunterhalt der Bevölkerung umschlossen. Dies erklärt die ge­waltige, übrigens durch die Ausgrabungen bestätigte, wenn auch nicht genau feststellbare Grösse der Stadt.

2. Des Propheten Ungehorsam (Kap. 1,3-17)

1.  Der Prophet gehorchte dem Herrn absichtlich nicht

2.  Er gab sein Fährgeld. Wir müssen immer «bezahlen», wenn wir dem Herrn nicht gehorchen.

3.  Beachte die fünf bestellten Dinge: Kap. 1,4; 2,1; 4,6-8, also alles nach Gottes Anordnung.

4.  Wie ähnlich ist der Schlaf des Sünders dem des Jona!

5.  In Vers 15 des 1. Kapitels wird Rettung durch Stellvertretung ange­deutet.

3. Des Propheten Gehet (Kap. 2) Das war das Gebet eines Mannes

1.  in grosser Leibes- und Seelennot, und

2.  an einem seltsamen Ort.

Beachte:

a)   die verzweifelte Lage,

b)       die genaue Beschreibung.

4. Der erneuerte Auftrag an den Propheten. (Kap. 3,1-3)

1.     Welch eine Gnade, nicht wegen Treulosigkeit und Ungehorsam Ver­stössen zu werden.

2.  Jona musste des Herrn Botschaft ausführen: «Die Botschaft, die Ich dir sagen werde».

3.  Der Prophet gehorcht sofort

5. Des Propheten Erfolg (Kap. 3,4-10) 1. Jona war erfolgreich, weil er ein lebendiges Zeugnis der Wahrheiten

war, die er verkündigte. Im Blick auf seine Geschichte würden sie Vertrauen schöpfen können. 2. Beachte: «die Leute von Ninive glaubten Gott» and taten Busse.

6. Der Prophet wird getadelt (Kap. 4)

1.  Jon« hegte die Hoffnung, dass die Vernichtung der Assyrer kommen würde.

2.  Gott gab ihm Anschauungsunterricht

3.  Beachte den plötzlichen Schluss. Gottes zarte Sprache ist das lotete,' was das Ohr erreicht - der unvermittelte Schluss des Buche» macht sie noch eindrucksvoller.


Der Prophet Micha
Schlüsselworte: Kapitel 6,8; 7,18.

Botschaft Gottes: 1. Hass gegen die Ungerechtigkeit 2. Hass gegen das Formwesen. 3. Willigkeit, EU vergeben.

Schreiber:

1.     Von Micha ist nur bekannt, was in Kap. 1,1 erzählt wird, dass zu Juda gehörte, ein Zeitgenosse Jesajas war und dass Jesaja siet Sehn oder achtzehn Jahre, ehe Micha seinen Dienst begann, schon geweissagt haben muss. Obwohl Landmann, galt sein Dienst vornehm­lich den Städten.

2.  Sein Name bedeutet: «Wer ist wie Jah?»; er trug ihn mit Recht, denn für ihn war Gott alles. Er hatte eine erhabene Vorstellung von der Heiligkeit, Gerechtigkeit und dem Erbarmen Gottes. Er schliesst sein Buch mit dem Ausruf: «Wer ist ein Gott wie Du?», und er meinte, was er sagte. Micha war ein Mann von wunderbarer Kraft, und nach seiner Schreibweise zu urteilen, hatte er ein gesundes Urteil, war ruhigen Wesens, zartfühlend, aber treu; in allem gab er Gott die Ehre (Kap. 3,8).

 

Bemerkenswertes!

Das Buch ist aus verschiedenen Gründen beachtenswert:

1.  Es ist in sehr ansprechenden Stil geschrieben. Es ist voll poetischer Schönheit und wird infolgedessen beim Betrachten der kleinen Pro­pheten bevorzugt.

2.  Es enthält beachtenswerte Prophezeiungen Aber Jerusalem (Kap. 3,12),

3.  und die zukünftige Herrlichkeit Jerusalems (Kap. 4)

4.  Es gibt den Geburtsort des Erlösers an (Kap. 5,1)

5.  Um allem die Krone aufzusetzen, haben wir in Kap. 7,18-19 im Hebräischen ein kleines Gedicht von nur zwölf Zeilen, eines der erle­sensten Stücke, die wir im ganzen Alten Testament finden. Dieses allein würde genügen, um zu beweisen, dass die Bibel Gottes Wort ist, denn es gibt nichts Ähnliches in der ganzen Literatur der Menschen.

Anführungen aus Micha:

Ein Schriftsteller freut sich des Tages, da seine Werke im Druck erscheinen. Es gibt drei wichtige Gelegenheiten, bei denen Micha genannt wurde:

1.      Von den Ältesten des Landes, die dadurch da* Leben Jeremies fet­teten (Jer. 26,18 - Micha 3,12).

2.  Durch die Schriftgelehrten, als die Magier nach Jerusalem kanten (Matth. 2,5-6 - Micha 5,1).

3.  Vom Herrn selbst, als Er Seine zwölf Jünger aussandte (Matth. 10, 35-36 - Micha 7,6).

Gliederung:

Wie Jesaja zerfällt das Buch Micha deutlich in zwei Teile: Anklage (Kap. 1-3); dann Tröstung (Kap. 4-7). Es hat eine auffallende Ähnlichkeit mit Jesaja. Darum ist es von manchen als ein Auszug des Buches Jesaja, gewissermassen ein «Jesaja in Kurzschrift», angesehen worden; es ist aber natürlich ein besonderes und wichtiges Buch für sich. Es zerfällt in vier Unterabschnitte.

A. Anklage (Kap. I-») Zeugen  (Schlüsselvers: Kap. 1,2) Kap. 1-3

1.  Der Prophet und seine Hörer (Kap. 1,1-2)

2.  Praktische Beschreibung, wie der Herr im Gericht ausgebt, um gegen Israel zu zeugen (Kap. 1,3-5).

3.  Ursache des Gerichts (Kap. 1,5)

4. Zerstörung Samarias vorausgesagt (Kap. 1,6-7)
5* Ein Einfall in Juda (Kap. 1,8-9)

6.  Die darauf folgende Panik (Kap. 1,10-16)

7.  Abfall von Gott und Ungerechtigkeit gegen Menschen verurteilt (Kap. 2).

8.  Die herrschende Klasse angeklagt (Kap. 3,1-11)

9.  Zerstörung Jerusalems bildlich vorausgesagt (Kap. 3,12)

B. Trost. «Wer Ist ein Gott wie Du?» (Kap. 4-7) Trösten (Schlüssellvers: Kap. 4,4) Kap. 4-5

1. Beachte den Wechsel im Ton! Der Herr, der gegen Israel zeugte, ist hier der Tröster durch Verkündigung zukünftiger Herrlichkeit (Kap. 4,1-5).

2. Israel soll, obgleich zerstreut, gesammelt werden (Kap. 4,6-8)

3. Und, obwohl die Babylonische Gefangenschaft sicher war, sollten sie wieder befreit werden (Kap. 4,9-13).

4. Alles dieses wird einst durch Jesus, den Sohn Gottes, den König und Messias, geschehen (Kap. 5,1-3).

5. Israels künftige Herrlichkeit (Kap. 5,6-8)

Rechtsstreit (Schlüsselverse: Kap. 6,2-3) Kap. 6

1.  Ein überaus rührendes Kapitel! Wie überzeugend rechtet der Herr (Kap. 6,1-5).

2.  Er fordert geistliche Anbetung und Dienst (Kap. 6,6-8)

3.  Die Sünde und das Böse werden' verurteilt und gerichtet (Kap. 6,9-16).

Beachte, dar Prophet spricht in Vers 8 von Gottes Forderungen, aber sonst nichts über Gottes Gabe. Wir können aber jenen nicht gerecht werden, ohne zuerst Gottes grosse Gaben der Rechtfertigung und des Lebens erhalten zu haben.

Verzeihen (Schlüsselvers: Kap. 7,18) Kap. 7

1.  Der Prophet trauert (Kap. 7,1-4)

2.  Sogar ins Haus sind Trug und Hass eingedrungen (Kap. 7,5-6)

3.  Der Prophet wendet sich zu Gott (Kap. 7,7)

Er tadelt die Feindin, bekennt demütig die Sünde Israels  (Kap.

7,8-9).

Er  rechnet  vertrauensvoll  auf  Gott  in bezug auf  die  Zukunft

(Kap. 7,10-17).

Er schliesst, indem er schildert, wie völlig frei und trau der Herr vergibt (Kap. 7,18-20).

Der Prophet Nahum

Schlüsselwort: Gänzliche Zerstörung (Kap. 1,8-9) Botschaft: Das schreckliche Schicksal des Abtrünnigen. Nahum:

Der Schreiber dieses Buches War aus Elkosch gebürtig. Es gibt ein Elkosch in Assyrien, wenige Meilen nördlich der Ruinen Ninives; dort ist lange Zeit ein Grab als das Nahums gezeigt worden. Doch wird dieser Ort von den Sachverständigen aus verschiedenen Gründen zu­gunsten eines Elkosch in Galiläa verworfen. Letzteres wurde, obwohl in Trümmern, von einem eingeborenen Führer dem Kirchenvater Hieronymus als Nahums Heimat bezeichnet.

Geschichtliche Tatsachen:

Diese zu kennen, ist wichtig für das richtige Verständnis des Buches.

Gegenstand:

Das Buch hat nur ein Thema: die Zerstörung Ninives. Es wurde etwa 150 Jahre nach der Sendung Jonas geschrieben. Die Busse auf Jonas Predigt, so auf richtig sie auch war, war doch nicht dauerhaft und von einem vollständigen und vorsätzlichen Abfall von Gott ver­drängt worden. Sie waren nicht bloss Rückfällige, sie waren - weit schlimmer als das - Abgefallene, Rebellen, die mit voller Überlegung Gott verwarfen und herausforderten, vor dem sie sich einst gebeugt hatten (2. Kön. 18,25.30.35; 19,10.13). Der Herr nahm die trotzige assyrische Herausforderung auf (2. Kön. 19,22-23) und Nahum ward erwählt, die Weissagung des endgültigen und vollstän­digen Sturzes Ninives und ihres Reiches aufzuzeichnen, eines Reiches, das auf Gewalt und grausame Unterdrückung aufgebaut worden war, und das dazu bestimmt wurde, auf gewaltsame und aussergewöhnliche Weise unterzugehen. Die Erfüllung von Nahums Prophezeiung Hess nicht sehr lange auf sich warten. Um 600 vor Chr. wurde Ninive zerstört.

Stil des Buches:

Nahum formt ein schönes, lebendiges, malerisches Gedicht von der Grösse, Macht und Gerechtigkeit Gottes und dem Kampf zwischen Jehova und diesem grausamen, herausfordernden Weltreich Assyrien (Ninive). Ein grosser Kenner der Propheten schreibt: «Keiner der kleinen Propheten scheint Nahum an Kühnheit, Eifer und Erhaben­heit gleich zu kommen. Seine Prophezeiung ist ein regelrechtes und vollkommenes Gedicht. Die Einleitung ist nicht nur von ausserordent­licher Schönheit, sie ist geradezu majestätisch; die Vorbereitung der Zerstörung und des Sturzes Ninives wird in den lebhaftesten Farben geschildert. Die Beschreibung ist im höchsten Grade kühn und glänzend.»

Gliederung:

Das Buch zerfällt in zwei Abschnitte, die uns zuerst mit dem Richter und dann mit dem Gericht bekannt machen.

A. Der Richter (Kap. 1,1-7)

t. Das Buch beginnt mit einer Erklärung, wer und was Gott ist, indem es eine erhabene und machtvolle Aufstellung Jener Eigenschaf­ten Gottes gibt, die die Grundlage all Seines Handelns mit den Menschenkindern bilden.

2. Ist Aide einet Sturmwindes ist die flfeerwUtigende Majestät Gotte» dargestellt

B. Das Gericht (Kap. 1,8 bi. 3,19)

1. Das Urteil (Kap. 1,8-14)

1.  Zur Vernichtung verurteilt (Kap. 1,8-9)

2.  Ninive wurde erstürmt, als die Verteidiger tranken waren (Kap. 1,10)

3.  Zweifellos bezieht sich Vers 11 auf den Hoho rtabsakes in 2. Kita. 18, 17-37.

4.  Der Name soll ausgelöscht werden (Kap. t, 14)

2. Die Anwendung (Kap. t, 15)

1.  Das erste Kapitel schliesst mit einer Warnung an Juda.    

2.  Dies ist ein Aufruf an Juda, der im Anschluss an das über Ninive Gesagte äusserst eindringlich ist - Gott würde strenge mit ihnen verfahren, wenn sie nicht vom Irrtum ihrer Wege umkehrten.

3. Das prophetische Gesicht (Kap. 2)

1. Das Gemilde, das von der Belagerung und dem Fall Ninives, sowie der nachfolgenden Verwüstung entworfen wird, ist von überaus leb­haftem und anschaulichem Charakter. Der Prophet sieht und lässt seine Hörer all die schrecklichen Bilder der tragischen Szene sehen.

4. Die Gewissheit (Kap. 3)

1.  Der Sieger und der Besiegte (Kap. 3,1-3)

2.  Die Ursache der Niederlage (Kap. 3,4)

3.  Die Gewissheit des Gerichts (Kap. 3,8-10)

4 Hier werden verschiedene andere Einzelheiten der Belagerung mit­geteilt

Botschaft

Diese ist eine zweifache: 1. iat es eine Botschaft des Trostes (der Name Nahum bedeutet = Trost) an ein gequältes und geängstigtes Volk, das bedroht ist durch die grausame, schreckliche Macht Assyriens. Beachte, wie tröstlich die Verse 1, 7. 12. 13 sind. 2. Es ist eine Botschaft der Warnung, welche zeigt, dass Gott mit einem, abtrünnigen   Volk   nur   den   Weg   der   Vernichtung  gehen  kann.

Der Prophet Habakuk

Schlüsselwort: Warum? Kap. 1,3; Antwort: Kap. 2,3-4.

Botschaft: Gottes Übereinstimmung mit sich selbst, auch wenn Er Böses zulässt

Literarische Vortrefflichkeit:

1.   Vom literarischen Standpunkt aus gesehen - obwohl es mehr als das ist - ist dieses Buch von hervorragender Schönheit. Es wird erzählt, dass Benjamin Franklin den Propheten Habakuk einem literarischen Kreis in Paris vorlas, wobei er einmütigen bewundernden Beifall für einen Autor erntete, von dem nicht einer je zuvor etwas gehört hatte.

2.   Habakuks Beschreibung von der Majestät und Selbst-Offenbarung Gottes in Kap. 3 ist einzigartig erhaben. Das ganze Buch ist in einer besonderen lyrischen Art geschrieben, indem es sich in seinem Auf­bau mehr als irgend ein anderes der prophetischen Bücher den Psalmen nähert.

Wer war Habakuk

1. Was Habakuk von sich selber schreibt, erklärt die Ähnlichkeit seiner Schreibart mit den Psalmen. Er war nämlich nicht nur Prophet (Kap. 1,1), sondern auch einer der Levitischen Chorsänger im Tempel (Kap. 3,19, Schlusssatz). Sonst ist nichts weiter von ihm bekannt.

Nach Kap. 1,5-6 zu urteilen, wo von dem Einfall der Chaldäer als noch zukünftig, wenn auch nahe bevorstehend, gesprochen wird, muss Habakuk im letzten Zeitabschnitt der Regierung Josias (2. Kön. 22, 18-20) gelebt haben. Der Einfall fand fünf Jahre später statt

Der Grossvater der Reformation

1.  Dieser Prophet kann tatsächlich der Grossvater der Reformation ge­nannt werden. Die grosse Lehre von der Rechtfertigung aus Glauben lernte Paulus von Habakuk und Luther lernte sie von Paulus.

2.  Man möchte annehmen, dass Paulus das Buch besonders geschätzt hat denn er erwähnt Kap. 1,5 in seiner Warnung an die unbekehrten Juden zu Antiochien (Apostelg. 13,41) und den bekannten Vers Kap. 2,4 führt er sogar dreimal an (Rom. 1,17; Gal. 3,11 und Hebr, 10,38).

GesprSchsform i

1.  Das Buch ist einzigartig. Nahezu zwei Drittel bilden eine Unterhal­tung zwischen dem Propheten und seinem Herrn.

2.  Habakuk ist nicht nur der „Prophet des Glaubens“ genannt worden, sondern auch der «Kritiker unter den Propheten». Er konnte seinen Glauben an einen guten und gerechten Gott mit den Umständen des Lebens, wie er sie sah, nicht in Einklang bringen und grübelte darum über das «Warum?»

3.  Doch in all diesen Geheimnissen und Nöten klammerte sich Habakuk, getreu seinem Namen («umarmen, klammern), an Gott, und, indem er seine Schwierigkeit vor Ihm im Gebet ausschüttete, wartete er geduldig (Kap. 2,1) auf die göttliche Erklärung.

Gliederung:

A. Die elfte Unterredung (Kap. 1,1-11)

1.  Habakuk war erstaunt über das Schweigen und die Nachsicht Gottes,
der zuließ, dass das Böse andauerte, und schüttet sein Herz vor Gott
aus (Kap. 1,1-4).

Der Prophet ist darüber erstaunt, dass

a)  der Herr seine Gebete nicht hört (Vers 2)

b)      und scheinbar gleichgültig ist gegen Sünde und Leiden.

2. Gott antwortet mit der Feststellung, dass Sein Schweigen nicht Unwissenheit oder Gleichgültigkeit bedeute, sondern dass Er im Begriffe
sei, die Strafe über jenes sündige Volk zu bringen (Kap. 1,5-11)

Gott antwortet, dass Er

a)  im Begriff sei, etwas Unglaubliches zu tun (Vers 5)

b)  dass Er die Chaldäer benützen wolle, Israel für seine Sünde zu züchtigen (Vers 6).

e) und gibt eine anschauliche Charakterskizze der Chaldäer (Verse 7-11).

B. Die zweite Unterredung (Kap. 1,12 bis 2,20)

3. Obwohl die Antwort des Herrn eine Schwierigkeit beseitigte, brachte
sie dafür eine neue, nämlich, wie konnte ein heiliger Gott, der Böse»
nicht sehen kann, Israel durch eine Nation züchtigen, die noch weit
schlechter war, als Sein Volk?

Der Prophet erklärt seine Schwierigkeit zu glauben, dass

a)  der ewige und heilige Gott (Vers 12-13)

b)  ein sündiges Volk durch ein noch sündigeres züchtigen konnte (Verse 12-13)

e) und ihm erlaube, Menschen wie Fische zu fangen (Verse 14-15),

d)  wenn sie sich selbst verherrlichten (Verse 16-17).

e)  Des Propheten Geduld (Kap. 2,1).

4. Hierauf antwortet der Herr, dass Er die Gottlosigkeit des Werkzeuges
nicht übersehe und dass Er es sogleich empfindlich bestrafen werde
(Kap. 2,2-20).

a)  Gott gebot dem Propheten, sehr deutlich niederzuschreibellt was Er gerade sagen wolle (Vers 2):

b)  Was Gott tun wolle, würde geschehen (Vers 3).

e) Die durch ihren Glauben Gerechtfertigten würden vor diesem

schrecklichen Leid bewahrt bleiben (Vers 4). d)
 Dann spricht Gott fünf «Wehe» über die Chaldäer aus (Vers 5-20).

C. Des Propheten Lied und Lobgesang (Kap. 8)

5. Nachdem Habakuk alle seine Schwierigkeiten gelöst sieht, und Gottes
«sei stille» seine Seele erfüllt, zerfliesst sein ganzes Herz in einem
ergreifenden Gesang von Gebet, Lob und Gottvertrauen (Kap. 3).

a)  Der Prophet betet, dass Gott Seine befreiende Gnade erneuern möge (Vers 2),

b)  und dass Er sich bei der Ausübung des Gerichtes Seines Erbarmens erinnern möge (Vers 2).

c)  Dann gibt er eine Beschreibung von der Majestät des Herrn, am Sinai, als Er vor Israel herzog, um Kanaan in Besitz zu nehmen (Verse 3-15).

d)  Die Erinnerung an alles dieses bringt seine Seele rar Ruhe (Kap. 3,16)

e)  und Gottvertrauen (Verse 18-19).

 

Der Prophet Zephanja

Schlüsselwort t Eifer - d.h. Eifersucht - (Kap. 1,18; 3,8} Botschaft! «leb, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott». > Schreiber:

Von Zephanja, dem Schreiber des Buches, ist sehr wenig bekannt ! Aus Kap. 1,1 ist zu entnehmen, dass er wahrscheinlich ein Prinz ams dem königlichen Hause gewesen sein muss, da er ein Nachkomme Hiskias war. Es wird angenommen, dass er ein Jüngling war, als er '[weissagte. Sein Name bedeutet: «Geborgen von Jehova». Vielleicht dachte er in Kap. 2,3 an seinen Namen.

Arbeit

Er begann seinen Dienst anfangs der Regierung Josias (641-610 v.

. , Qir.). Er sagte das Schicksal Ninives voraus (Kap. 2,13), das sich etwa um 608 v. Chr. (andere 625 v. Chr.) erfüllte, und in Kap. % 4-6 erwähnt er verschiedenerlei Götzendienste, die von Josia weggefegt wurden. Zweifellos war er vor allem Urheber der Erweckung unter Josia. Die Überlieferung sagt, dass er Jeremia zum Mitarbeiter hatte.

Schlüsselworte:

Es sind deren drei,

1. Der «Tag Jehovas» wird siebenmal erwähnt and bildet eines Schlüssel zum Verständnis dieses Buches.

.2. «In deiner Mitte» ist ein anderer bedeutsamer Schlüsselsatz.

8. Aber das Schlüsselwort ist «Eifer». Es gibt einen Eifer, genauer Eifersucht, der niemals mit Gott in Verbindung gebracht werden darf, eine Eifersucht, welche immer Treulosigkeit argwöhnt und be­ständig auf Beweise derselben lauert Der Dichter Milton spricht von solch einer Eifersucht als «der Hölle eines Liebhabers». Welch

i eine Hölle auf Erden ist ein Haus, wo solche Eifersucht wohnt! Aber es gibt noch eine andere Art Eifer (oder Eifersucht), welcher der natürliche Ausfluss der Liebe ist und dies ist die Natur der Eifers Gottes. Er liebt Sein Volk so sehr, dass Er keinen Nebenbuhler dulden kann, und eine Hingabe aus ganzem Herzen haben muss. Er wird alles tun, um sich dies zu sichern, selbst wenn Er den Weg schrecklicher Gerichte gehen muss, wie hier.

Wenn man das Buch liest, ist man entsetzt über seinen Inhalt - ernste Anklage, schreckliche Drohungen, Äusserungen des Zornes usw. - aber wenn wir uns an Gowpers schönes Wort erinnern, dass «Züchtigung das ernstere Gesicht der Liebe ist», so sehen wir dennoch in all diesem den Beweis der Liebe Gottes. Wenn das Buch auch mit Wehe anfängt, so endet es doch mit Gesang, und obwohl die beiden ersten Teile voll Dunkelheit und Trauer sind, enthält der letzte Abschnitt einen der schönsten Gesänge des Alten Testamentes.

Gliederung:

A. Der Herr «in der Mitte» zum Gericht (Schlüsselvers: Kap; 3,5 la Verbindung mit Kap. 1,7) Kap. 1,1 bis 3,8

h Das verzehrende Feuer des Eifers Jehovas angezündet im «ganzes Lande» Israels (Beachte Kap. 1,18) Kap. 1,1 bis 2,3 und 3,1-7

1.  Androhung des Gerichts (Kap. 1,2-7)

2.  Diejenigen, über die das Gericht hereinbrechen wird (Kap. 1,8-13}

3.  Die Nähe des «Tages Jehovas» (Kap. 1,14-18) - teilweise durch den Einfall Nebukadnezars erfüllt, aber die Tolle und endgültige Erfüllung ist noch zukünftig.

4» Aufruf zur Busse (Kap. 2,1-13)

5. Der traurige moralische Zustand Jerusalems zur Zeit des Propheten (Kap. 3,1-7).

IL Das verzehrende Feuer des Eifers Jehovas ausgegossen Ober «die ganze Erde», unter den Nationen (Beachte Kap. 3,8) Kap. 2,4-15 u. 3,8

1.  Gericht an Israels Feinden in den angrenzenden Ländern buchstäblich in jenen Tagen erfüllt (Kap. 2,4-15).

2.  Gericht über Israels Feinde in der gesamten weiten' Welt, nach zukünftig (Kap. 3,8 in Verbindung mit Kap. 2,10-11).

Wie wunderbar und erstaunlich ist Gottes Tun!

B. Der Herr «in der Mitte» zur Errettung (Schlttisel Ten Kap. 3,1*-17)

Kap. 3,9 bis Schluss

m. Das verzehrende Feuer des Eifers Jehovas gefischt, und Je­hova zur Ruhe gekommen in Seiner Liebe (Beachte Kap. 3,17)

1.   Auf Israels Busse (Vers 9) folgt Israels Sammlung (Vers 10), Demut (Verse 11-12), Heiligung (Vers 13), Freude (Vers 14), Befreiung und Wiederherstellung (Verse 15-20).

2.   Beachte das Frohlocken Gottes (Kap. 3,17)

3.   Jehova hatte Hiob (Hiob 38,7) gesagt, dass «die Morgensterne mit­einander jubelten und alle Sohne Gottes jauchzten», aber Er selber schwieg dabei.

4.   Zum ersten Mal lesen wir von Gottes Frohlocken in Verbindung mit der Erlösung in Psalm 105, 43.

Anlass:

Sechzehn Jahre waren seit der Rückkehr aus der Gefangenschaft vergangen. Esra (Kap. 3) erzählt, dass der erste Gedanke und die erste Sorge des Volkes war, den Altar und den Tempel wieder her­zustellen; aber es ergaben sich Schwierigkeiten. Schliesslich hielten politische Umtriebe das Werk auf, und der Eifer und die Begeiste­rung des Volkes hielten angesichts dieser lang anhaltenden Schwierig­keiten nicht stand. Obgleich der Sturm nachliess und vorüberging, kehrten die Leute nicht an ihre Arbeit zurück. Dann kam die Zeit der Not: die Ernte schlug fehl, es gab Dürre, Angst und Sorge (Kap. 1,6.9-11). Haggai ward gesandt, das Unglück zu deuten und das Volk zu beschwören, endlich mit seiner sündhaften Trägheit und Verzagtheit ein Ende zu machen. Das Ergebnis war gut. In vierund­zwanzig Tagen fing das Volk wieder an zu bauen. Dann wurden andere tröstende und aufmunternde Botschaften gegeben.

Stil:

Der Prophet Haggai

Schlüsselsatz  „Das Wort Jehovas“ und Vers 6.

Botschaft: Richtet das Heia auf eure Wege, Gott an erster Stelle im Leben und im Dienste.

Zeit:

Das zweite Jahr des Darius, in dem Haggai weissagte, war
ungefähr das Jahr 520 v. Chr. - Konfuzius, der berühmte chinesische Philosoph, stand damals in China auf der Höhe seines Ruhmes.

Schreiber:

Wir wissen von Haggai nur, dass er ein Prophet war, der in Ver­bindung mit Sacharja arbeitete. Er wurde wahrscheinlich zu Babylon in der Gefangenschaft geboren. Sein Name bedeutet: «Der am Fels Geborene».
Andere übersetzten ihn mit «Mein Fest»; dies mag ihm im freudigen Vorgefühl der Rückkehr aus der Gefangenschaft gegeben worden sein. Er begann seine prophetische Tätigkeit zwei Monate vor

Sacharja.

Jedes Buch der Bibel hat seinen eigenen Stil. Der Stil Haggais ist klar, einfach, kurz, fast geschäftsmässig. Er stellte gerne Fragen, B. B. Kap. 1,4; 2,3.12.13, die zum Nachdenken und zur Aufmerk­samkeit zwingen. Gewisse Sätze wiederholt er öfter, wie «So spricht Jehova» und «Jehova der Heerscharen», jedes zwölfmal, «richtet euer Herz auf eure Wege» viermal (Kap. 1,7; 1,6; 2,15; 2,18); «das Wort Jehovas» kommt fünfmal vor und bestimmt die Einteilung des Buches. Fünfmal redet Jehova aus besonderen und bestimmten Anlässen.

Gliederung:

Erste Botschaft: Ernster Verweb (Kap. 1,1-11)

1» Entmutigt und unlustig zur Arbeit, versuchen sie sich mit der un­günstigen Zeit zu entschuldigen (Kap. 1,1-5).

2.   Das Unglück wird erzählt und gedeutet (Kap. 1,6-11)

3.  Das Volk wird zur Arbeit angespornt (Kap. 1,8)
Zweite Botschaft (24 Tage später): Tröstliche Anerkennung (Kap. 1,12-15)

1.   Der Verweis hat die gewünschte Wirkung (Vers 12)

2.   Sofort wurde Haggai von Jehova eine zwar kurze, aber überaus tröstliche Botschaft gegeben (Vers 13)

3.   und diese Botschaft hatte eine belebende Wirkung (Vers 14)

Dritte Botschaft (nochmals 27 Tage nachher) i Liebevolle Ermunterung

(Kap. 2,1-9)

3, Bei der Arbeit wurden sie durch die Tatsache entmutigt, dass der Tempel infolge ihrer Armut kleiner und weniger schön als der Salomos wurde.

2. Haggai ermunterte sie durch die Erklärung, dass die letzte Herrlich­keit des Tempels grösser sein würde als die des früheren Tempels, / durch die persönliche Gegenwart des Messias und Gottessohnes. Jesus, Gott in Niedrigkeit gekommen, hat darin gewandelt, allerdings in dem durch Herodes umgebauten Tempel, und wird im Tempel des Tausendjährigen Reiches in Herrlichkeit wohnen.

Vierte Botschaft (63 Tage nach der letzten)! Reinigung and Segen

(Kap. 2,10-11)

1.  Durch Frage und Antwort verweilt Haggai bei der Unreinheit des Volkes und dem daraus hervorgehenden Unsegen.

2.  Nach dem Hinwegtun der Unreinigkeit will Gott segnen.

Fünfte Botschaft (gleichen Tages)« Zusicherung (Kap. 2,20--23)

1* Augenscheinlich hatte Kap. 2,6-7 das Volk ergriffen.

% Durch das Bild des «Siegelrings» wurden sie belehrt, wie der Herr

:   sie wertschätzte und für sie sorgte,    -

3. und auch, wie sieher sie in anruhigen Zeiten waren.

Botschaft

1.  «Gott an erster Stelle»: sei es im Leben, sei es im Dienst, ist die Botschaft des Buches. Es ist auch eine alttestamentliche Auslegung und Darstellung von 1. Kor. 15, 58.

2.  Haggai steht vor uns als ein Muster-Arbeiter für Gott, ein Beispiel: für uns, dem wir nacheifern sollen:

 

a)  Er schaltete sich selbst aus, verliert keine Zeit mit Einzelheiten über sein Leben und seinen Dienst; er ehrt seinen Herrn.

b)  Er hatte immer ein «So spricht der Herr», er war des Herrn Bote.

c)  Er gab nicht nur Verweise, sondern ermunterte auch; er übte nicht nur Kritik, sondern lobte und spornte durch Wort und Beispiel an»

d)  Er predigte nicht nur, sondern lebte entsprechend und fasste mit an (vergl. Esra 5,1-2).

 

Der Prophet Sacharja

Schlüsselverse: Kap. 1,14; 2,8; 8,2.

Botschaft: Gottes unveränderliche Liebe und Fürsorge für Sein Volk.

Schreiber:

1.  Sacharja, der Prophet der Wiederherstellung und Herrlichkeit, wurde wahrscheinlich zu Babylon geboren.

2.  Er war sowohl Priester als Prophet. Die drei Namen ergeben vereinigt eine bezeichnende Bedeutung: Sacharja - "Jehova gedenkt", Berekja = «Jehova segnet», Iddo = «die bestimmte Zeit». (Andere: «Am Festtag Geborene».) Sie bilden zusammen einen Schlüssel zum Verständnis des Buches. Beachtenswert das Schlüssel­wort: eifersüchtig.

Aufgabe:

Er war ein Zeitgenosse von Haggai und war der jüngere von beiden (Kap. 2,4). Seine Aufgabe war, die Verzagten aufzurichten.

1.  Er ermutigte die Entmutigten, indem er in glühenden Farben von der Herrlichkeit Israels in fernen Zeiten redet.                                                                                      Vl1'

2.  So ist die göttliche Art der Ermutigung - Er lenkt unsern Blick von der trüben Gegenwart auf die zukünftige Herrlichkeit

Stil:

Sacharja war einer der grössten alten inspirierten Seher, und sein Buch enthält wertvolle, treffende Gesichte.

Gliederung:

1.  Das Buch zerfällt in zwei Teile; der erste Teil zerfällt in drei Abschnitte, der zweite in zwei. Das Buch besteht aus fünf getrennten, bestimmten Botschaften.

2.  Manche erklären, dass dieses Buch ganz erfüllte Weissagung wäre. Tatsächlich ist es grösstenteils zukünftig, und selbst einige Weis­sagungen, die, oberflächlich betrachtet, schon der Vergangenheit an­zugehören scheinen, sind nur teilweise erfüllt

 

Erster Hauptteil. Nachtgesichte  (Kalb 1-6)

 Erste Botschaft (Kap. 1,1-6)

Ein ernster Huf zur Busse. Er erinnert sie an die Sünden ihrer Vater (Vers 2) und an die Gefangenschaft, die daraus folgte (Vers 6), und ermahnt sie, solche Sünden zu fliehen (Vers 4). Wenn sie ihre geschwundene Grösse beklagen, sollen sie die Ursache nicht vergessen.

Beachte: das Wort «getroffen» in Vers 6 kann auch als «erreicht» wiedergegeben werden. Sowohl Gerichte als Segen Gottes folgen und erreichen ans.

EL Zweite Botschaft: Gesichte (Kap. 1,7 bis Kap. 6)

Acht Gesichte, alle in einer Nacht gegeben, und alle zur Ermunterung bestimmt

A. Die materielle Seite der künftigen Wohlfahrt

1.      Myrtenbäume (Kap. 1,7-17): Für Israel, das verachtet und unter­drückt ist, wird gesorgt und gebetet.

2.  Hörner und Werkleute (Kap. 1,18-21): Vorhersage des Sturzes der feindlichen Machte.

3.  Mess-Schnur (Kap. 2): Offenbarung der Herrlichkeit Jerusalems als Ergebnis der Niederlage der Feinde.

B. Die geistliche Seite der künftigen Wohlfahrt

4.  Josua, der Priester (Kap. 3): Bild von dem nationalen Verderben, Reinigung and Wiederherstellung des Volkes zum priesterlichen Dienst

5.  Der Leuchter (Kap. 4): Das Ergebnis, dass Israel Lichtträger Gottes für die Welt sein kann.

6.  Die fliegende Rolle (Kap. 5,1-4): Ernstes Urteil über den sittlich«» Zustand des Volkes Israel.

7.  Das Epha (Kap. 5,5-11): Das Gericht über das religiöse Verderbe« des Volkes.

& Vier Wagen  (Kap. 6,1-8): Gottes Wirksamkeit für Israel. Schluss  (Kap. 6,9-15): Sinnbildliche Krönung.

Zweiter Hauptteil. Prophetische Worte und Aussprüche (Kap. 7-14)

III. Dritte Botschaft (Kap. 7 und 8)

1.      Diese dritte Botschaft wurde beinahe 2 Jahre später ausgesprochen.

2.  Sie ist eine vierfache Antwort auf die Nachfrage einer Abordnung aus Babylon über die Notwendigkeit, gewisse Feste, die sie selbst (nicht Gott) eingesetzt hatten, zu beobachten.

3.  Das Fasten des fünften Monats war wegen der Zerstörung des Tempels, und das des siebenten Monats wurde am Jahrestage der Ermordung Gedaljas (Jer. 41) gehalten.

4 Erste Antwort: Kap. 7,1-7;       Zweite Antwort: Kap. 7,8-14; Dritte Antwort: Kap. 8,1-17; Vierte Antwort: Kap. 8,18-23.

IV. Vierte Botschaft (Kap. 9-11) V. Fünfte Botschaft (Kap. 12-14)

1.      Die Weissagungen der vierten Botschaft haben eine teilweise, aber noch nicht vollständige Erfüllung gefunden (siehe Kap. 9,9).

2.  Die Weissagungen der fünften Botschaft liegen alle völlig in der Zukunft

3.  Die Weissagungen sind nicht der Zeit nach geordnet

Über den König

1.  Das Kommen des Königs (Kap. 9,9) ist nur teilweise erfüllt

2.  Die Verwerfung des Königs:

 

a)  der bezahlte Preis (Kap. 11,12-13)

b)     der Hirte geschlagen (Kap. 13,6-7)

c)  Zerstreuung des Volkes (Kap. 11,7-11)

 

3.  Das zweite Kommen des Königs (Kap. 14,3-8)

4.  Die Siege des Königs (Kap. 9,8; 12,1-9)

5.  Das Programm des Königs (Kap. 9,1-17; 10; 14,9-21)

Der Prophet Maleachi

Schlüsselwort:  «Ihr sprechet».

Botschaft i Gedenken, Busse, Umkehren, Erproben.

Eines Engels Name:

1.  Von Maleachi ( = Mein Bote; Mein Engel) ist nichts bekannt Manche meinen sogar, dass Maleachi nur ein Titel sei, und der Verfasser, weil er sein eigenes Wirken (beschreibt, sich deshalb diesen Namen «Mein Bote (Engel)» gab.

2.  Er trug diesen Namen nicht nur, sondern er wiederholte ihn gern. So sagt er z. B., wenn er von Levi als einem Muster treuer Priester­schaft spricht, «er ist ein Bote Jehovas der Heerscharen» (Kap. 2,7). Er nannte auch Johannes den Täufer den «Boten Gottes» und spricht vom Herrn als dem «Engel des Bundes» (Kap. 3,1).

Zwiegespräch:

1.      Dieses Buch ist beachtlich wegen seiner Sprachform als Zwiegespräch. Ein Beweis für den abtrünnigen Zustand des Volkes Israels ist sein spitzfindiger Geist. Das Volk befand sich in traurigem geistlichem Zustand und war geneigt, alles und jedes in Frage zu stellen, sogar Gottes eigene Aussprüche. Alle ihre bekritelnden Worte waren aber vom Herrn vermerkt worden. «Ihr sprechet» finden wir ein ganzes Dutzend mal: Kap. 1,2.6.7 (zweimal). 12.13; 2,14.17; 3,7.8.13.14. Er beachtet auch die Aussprüche Anderer, z. B. Edoms (Kap. 1,4).

2.  Aber Gott nahm nicht nur Kenntnis von ihren Reden - Er bekämpft sie auch, wie schon ein oberflächliches Studium obiger Texte zeigen wird.

Ein Gemälde:

1. Maleachi war der letzte der Propheten. Seine Weissagungen sind des­halb von ernster und tiefer Bedeutung und zwar aus zwei Gründen: Erstens sehen wir den Zustand des Überrestes, der durch das zärt­liche Erbarmen Gottes aus Babylon zurückgebracht worden war, und zweitens die Übereinstimmung der Stellung dieses Überrestes mit der des Volkes Gottes unserer Zeit Wie damals nichts zwischen ihnen und Gott war, kann nichts zwischen uns und die Erwartung der Wiederkehr des Herrn treten.

8. In Israel» Zustand» wie Maleachi ihn offenbart, haben wir ein be­redtes Gemälde unserer eigenen Zeit und unseres Zeitalters.

Gliederung:

Das Buch zerfällt in zwei Haupt- und drei Nebenabschnitte.

A. Auseinandersetzung (Gettes Klage)} Kap. 1 und 2

1. Eine Botschaft der Liebe (Kap. 1,1-5)

1» Gottes Beteuerung Seiner Liebe für Israel (Kap. 1,2)

2. Israel, geistlich blind, stellt diese Liebe in Frage (Kap. 1,2)

3» per Herr lässt sich herab, einen von vielen Beweisen auszuführen

- Seine Wahl zwischen Esau und Jakob- (Kap. 1,3-5).

Beachte: Das Alte Testament enthält die Zusicherung der Liebe

Gottes zum Volke   Israel,   im Neuen Testament wird die liebe

Gottes zur Welt angekündigt

2. Eine Botschaft des Tadels (Kap. 1,6 bis Kap. 2,17)

An die  Priesterschaft:

1.  Sie gaben Gott nicht die schuldige Ehre und Ehrfurcht (Kap. 1,6)

2.  Die Opfer, die sie Gott darbrachten, waren solche, die sie dem Land­pfleger nicht hätten anbieten können (Kap. 1,8).

3.  Gott muss ihr Opfern als vergeblich ablehnen (Kap. 1,10)

4.  Gottes Entschluss, Seinen Namen gross zu machen (Kap. 1,11)

5.  Ihr völliges Versagen (Kap. 2,1-9) An das Volk :

6.  Der Versündigung gegeneinander schuldig (Kap. 2,10)

7.  Treulosigkeit untereinander und deshalb Entheiligung des Heilig­tums Gottes (Kap. 2,11-17).

B. Prophezeiung (Kap. 3 und 4)

3. Eine Botschaft der Hoffnung (Kap. 3 und 4)

Eine Reihe von Weissagungen:

1.  Die Ankunft und das Wirken Johannes des Täufers (Kap. 3,1)

2.  Das Kommen und Tun des Herrn, beides noch in der Zukunft (Kap, 3,1-6).

3.  Der traurige Zustand Seines Volkes vor Seinem Kommen (Kap. 3, 7-15).

4.  Doch auch dann wird es einen gläubigen Ueberrest geben (Kap. 3, 16-18).

5.  Der Tag des Herrn (Kap. 4,1)

6.  Sein Kommen hat keine Schrecken für Seine Getreuen (Kap. 4,2-4)

7.  Elias soll wiederkommen vor dem Tag des Herrn (Kap. 4,5-6)

Botschaft:

Gedenket Seiner Liebe, bereut eure Sünden, kehret um zu Ihm,
erzählet einander von Seiner Liebe, Seiner Gnade und Seiner verheissenen Ankunft