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Alfred P. Gibbs

156.Einer Sünderin wird vergeben​ - Lukas 7,36-50

Prüfet Alles und das Gute behaltet:

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Einer Sünderin wird vergeben​ - Lukas 7,36-50
Leitvers: Titus 3,5
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Titus 3,5 errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes,​



I. Der Bußruf des Täufers und des Herrn Jesus Christus: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen!" Matth. 3,2; 4,17
1. Buße bedeutet:
a) Abwendung vom Bösen, Joh. 5,14; Hebr. 6,1 und äußert sich
a) durch Reue und Leidtragen über die Sünde, V 38; Luk. 22,62; Matth. 5,4; 2. Kor. 7,10,
b) im Bekenntnis der Schuld. Ps. 32,5; Jes. 6,5; Luk. 15,21; 18,13; 23,41; 1. Joh. 1,9;
c) im Reinigen der Hände. Luk. 19,8; Jak. 4,8;
b) Hinkehr zu Gott. Mark. 1,15; Luk. 15,7.22; Apg. 2,38.
2. Buße ist einerseits Gottes Tat
a) er gibt Raum zur Buße, Apg. 5,31; 11,18; 2. Tim. 2,25,oder
b) er verweigert Buße. Hebr. 6,6; 12,17.
3. Buße ist andererseits des Menschen Tat, darum fordert Gott den Menschen auf, Buße zu tun. Matth. 3,2; 4,17; 11,21; 21,32.
4. Buße entsteht
a) angesichts des Gerichtes Gottes, Matth. 12,41; Luk. 15,17; Apg. 17,30-31; Offb. 3,19 oder
b) angesichts der Güte Gottes. V 37-38; Matth. 9,13; Luk. 19,7-8; Röm. 2,4.
5. Buße bewirkt Frucht. Matth. 3,8; Luk. 3,11.
6. Buße ist sowohl
a) eine einmalige Tat bei der Bekehrung, Apg. 3,19, als auch
b) eine zu wiederholende Tat als Ausdruck eines Wandels im Licht. Matth. 5,4; 1. Joh. 1,7-8; Offb. 2,5.16; 3,3.19.
Unter den vielen, die diesen Ruf vernahmen, befanden sich zwei Menschen, die der Herr gleicher­ weise als Schuldner bezeichnet.



II. Die beiden Schuldner V 41
1. Ihre gemeinsamen Erfahrungen
Sie hatten Jesu Bußruf gehört und wußten, daß er
a) nicht gekommen war, um die Gerechten zur Buße zu rufen, sondern die Sünder, Luk. 5,32,
b) alle zur Buße aufrief, weil kein Gerechter da war, Matth. 4,17; Röm. 3,10-12.20,
c) den Bußfertigen das Reich der Himmel verhieß, Matth. 4,17,​
d) den verlorenen Schafen voll Liebe und Erbar­men nachging und sie suchte, bis er sie fand, um sie zu retten, Luk. 15,1-7,
e) Sünden vergab, wenn ein bußfertiger Sünder im Glauben zu ihm kam. Luk. 5,20; Joh. 6,37.
2. Die Sünderin V 37-50
a) Sie war als große Sünderin in der Stadt bekannt, V 37.39.47,
b) sie wurde durch den Ruf des Sünderheilands zur Buße geführt und brachte der Buße würdige Frucht, indem sie
a) sich vom Bösen abwandte und über ihre Sünden leidtrug, V 38,
b) sich dem zuwandte, der ihr die Vergebung ihrer Sünden verhieß, V 37,
c) durch ihr Verhalten ein öffentliches Schuld­ bekenntnis ablegte, V 38,
d) seine unverdiente große Güte und Liebe von ganzem Herzen mit Gegenliebe,
Dank und vor allem mit dem Glauben an ihn erwiderte. V. 38.50; Röm. 2,4; 1. Joh. 4,19; 5. Mose 6,5.
3. Simon, der Pharisäer V 36.39-47
Der Herr Jesus Christus, der über seine völlige Ablehnung der Lehre und des Verhaltens der Pharisäer und Schriftgelehrten von Anfang an keinen Zweifel ließ, Matth. 5,20; 15,1-14; 16,6.12; Kap. 23, war trotzdem immer wieder zum Ge­spräch mit ihnen bereit. Wiederholt baten sie ihn zu Tisch, und er kam ihrer Einladung nach, wobei er zeigte, daß er in jeder Lage derselbe war, treu seiner Sendung, treu seinem Vater. V 36; 11,37; 14,1.
a) Simon, der Pharisäer, hielt sich selbst für gerecht, Sünder waren die anderen, V. 39,
b) infolgedessen war sein Herz verstockt, so daß er Jesu Ruf nicht hörte und keine Buße tat,​
c) dagegen wich er auf die allgemeine Frage aus:
 „Wer ist dieser? V 49; Luk. 5,21; 8,25; 9,9; er lud ihn ein, um ihn kritisch zu prüfen, war aber innerlich unbeteiligt, V 36.44-46; im Gegensatz dazu Luk. 5,27-29; 10,38.40,
d) Das Beispiel der Sünderin bewirkte in seinem Herzen nur negative Reaktionen. V 39.
Bedenke die Tragik dieser Überlegung: Der Sohn Gottes, der erwartete Messias des Volkes, gibt ihm die Ehre, in sein Haus einzukehren und mit ihm zu essen; doch er erkennt ihn nicht, ehrt ihn nicht, liebt ihn nicht; seine Selbstgerechtig­keit macht ihn blind. 
Joh. 3,17-19.
Und welch eine Gelegenheit verpaßt er: das Heil seines ganzen Hauses hätte er erlangen können. Luk. 19,1-10.



III. Christus, der Hohepriester und Richter V 40-50
1. Auch während seines Erdenlebens lagen die Gedanken der Menschen „bloß und aufgedeckt“ vor seinen Augen. V. 40;
Hebr. 4,12-13; Matth. 9,3-4; Mark. 9.33-35; Joh. 1,47-48; 2,24-25; 6,64. 70-71.
2. Der Herr spricht Simon auf Grund seiner Gedanken an,
a) nicht, weil er ihn selbst, seinen hohen Gast, im Herzen verachtete, Joh. 8,50, sondern
b) weil er eine bußfertige Frau als Sünderin verachtete,
c) weil er sich selbst nicht als Sünder, sondern als Gerechten betrachtete. 
Luk. 18,9-11.
3. Die Antwort Simons.
Mit einer höflichen Antwort wahrt er seine „gerechte“ Fassade und wird dadurch zum Heuchler.
„Ihr Heuchler!“ siebenmal nennt der Herr sie so in seiner großen Strafrede. Matth. 23.
Gewiß eine Situation, die auch unsere Herzen prüft. Ps. 139,1-7.
4. Der Herr, der gerechte Richter, Joh. 8,15-16, aber stellt uns vor das Licht seines Angesichts, Ps. 90,8:
a) Die Ausgangsbasis ist für beide gleich, ob Pharisäer oder stadtbekannte Sünderin, sie sind Schuldner vor Gott;
die Unfähigkeit zu bezah­len, gleicht die unterschiedliche Schuldenhöhe wieder aus, verweist beide an die Barmherzig­keit Gottes.
b) Dann aber gibt es einen himmelweiten Unter­schied zwischen beiden:
a) die verachtete Sünderin ist ein Mensch, dem der Herr Herz, Augen und Ohren hatte auftun können, Apg. 16,14, so daß sie
aa) in richtiger Einschätzung ihrer Lage die angemessene Haltung einnahm
(beachte,​ welch tiefgehende Herzensangelegenheit wahre Buße ist!),
ab) im Glauben das Heil empfangen durfte: „Deine Sünden sind vergeben.
Dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden!“ V 49-50; Matth. 13,16.
b) Trotz Jesu Bußruf, trotz seiner noch weiter­ gehenden Güte, in sein Haus einzukehren und trotz des zusätzlichen Vorbildes der Frau, blieb der Pharisäer verstockt und bekehrte sich nicht, so daß ihn der Herr nicht heilen konnte. V 36.39.44-46; Matth. 13,14-15.
Auch wir stehen vor unserem Gläubiger.
In welchem von diesen beiden Schuldnern erkennen wir uns?
Können wir mit Freimütigkeit vor ihn treten, weil wir als große Sünder zu dem Sünder­heiland kamen, der unsere Schuld mit seinem eigenen kostbaren Blut bezahlte und nun in ihm einen Hohenpriester voll Mitleid haben, der uns vor Gott vertritt, so daß uns kein Feind mehr verklagen kann: „Sie ist eine Sünderin“Hebr. 4,15-16; 1. Petr. 1,18-19; Offb. 12,10-11?
Oder bauen wir auf unsere eigene Gerechtigkeit: „Herr, Herr, haben wir nicht...?“
Dann wird uns all unsere Rechtschaffenheit vor ihm nicht rechtfertigen, nicht freisprechen;
wir werden unsere Schuld bezahlen müssen. Matth. 7,22-23; 21,31.​

Beachte den entscheidenden Beitrag unseres Herrn zur Frauenfrage!
„Siehst du diese Frau?“ Das ist ein unerhörtes Wort.
Der Prediger hatte festgestellt: „Ein Weib habe ich nicht gefunden.“
Aber der Herr hat es gefunden. Die Samariterin sagte: „Sehet einen Menschen!“
Und der Herr erwidert hier: „Sehet eine Frau!“

Es ist die Frau, die aus ihrer Verlorenheit, aus Sünde und Schuld zu ihm gekommen ist und rein gewaschen wurde, die aber ihre Herkunft sowohl in ihrem Herzen als auch in ihrem Verhalten niemals leugnet, die ihn liebt und ehrt, nicht in Worten, sondern in der Tat, die Frau zu seinen Füßen, die nur auf ihn blickt, so daß sie den Beifall der Menschen weder sucht, noch auch deren Kritik bemerkt oder beachtet.

Das ist die Frau, die unser Herr rühmt. - Ein nachahmens­wertes Vorbild?
Luk. 7,44; Pred. 7,28; Joh. 4,29; Röm. 3,10-11.23-25a;Tit. 3,4-7; 2. Kor. 11,2; 1. Joh. 3,18 Spr. 31,12; Hebr. 12,1-3; 1. Petr. 3,4; Spr. 31, 28b; Eph. 5,22-27.​
Im HERRN JESUS CHRISTUS, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.
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Antonino.S