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165.Die Frage Johannes des Täufers​ - Lukas 7,17-35

Prüfet Alles und das Gute behaltet:

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Die Frage Johannes des Täufers​ - Lukas 7,17-35
Leitvers: Lukas 7,23
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Lukas 7,23 Und glückselig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.​




I. Die Frage V 17-20
1. Ihre Veranlassung V 17-18
Wie alle Juden, die in der Erwartung des ver­heißenen Messias standen, lebte auch Johannes der Täufer in der Hoffnung, daß der nun erschie­nene Messias „Israel erlösen“ und das Reich Davids, das seit der Eroberung Jerusalems durch Nebukadnezar (586 v. Chr.) nicht mehr, bzw. nur noch unter Fremdherrschaft bestand, wiederher­stellen würde. Luk. 24,21; Apg. 1,6. So war er gern dazu bereit, als der „Freund des Bräutigams“ beiseitezustehen, dessen Wachstum zu beobachten und sein eigenes Abnehmen bis zur Gefangen­setzung durch Herodes zu bejahen, Joh. 3,29-30; Luk. 3,15-20, würde doch dieser Sohn Gottes, Joh. 3, 31-35, in Kürze nicht nur über Herodes, sondern auch über alle anderen Feinde Israels, einschließlich des mächtigen römischen Reiches, triumphieren, so wie Jesaja, wie selbst Maria und sein eigener Vater geweissagt hatten. Jes. 42; 45; 49; Luk. 1,46.51-52.67-79. Darum war er zuversichtlich und betrachtete sich als einen Gefangenen, den der „Knecht des HERRN“ aus dem finsteren Kerker herausführen würde. Jes. 42,7. Doch scheint es, als ob seine Erkennt­nis über den „Knecht des HERRN“ unvollständig gewesen wäre.​
a) Hatte er die tiefe Bedeutung seiner eigenen Prophezeiung verstanden: „Siehe das Lamm Gottes..." Joh. 1,29; 1. Mose 22,8?
b) Hatte er die Weissagungen Jesajas über die Leiden des „Knechtes des HERRN“ recht ver­standen, Jes. 50; 52; 53; insbes. 53,5-7 in Bezug auf Joh. 1,29?
c) Des Herrn eigene Aussagen über seinen Lei­dens- und Kreuzesweg erfolgten erst später und waren ihm somit unbekannt.
Matth. 16,21; 17,22-23; 20,18-19; 26,2; Joh. 12,24.
d) Ebenso fremd kann es ihm gewesen sein, daß die Nachfolge dieses leidenden Messias auch für seine Jünger und ihn, seinen Vorläufer, den gleichen Kreuzesweg bedeuten mußte: „Wer nicht sein Kreuz nimmt...“. Matth. 10,17-42;​ 16,24-26; Mark. 10,21; Luk. 14,26-35; Joh. 15,20; 16,2; Apg. 14,22; Röm. 8,17; Phil. 1,29; 3,10; 1. Thess. 3,3-4; 2. Thess. 1,4-5; 2. Tim. 3,12: 1. Petr. 2,19-21; 3,14; 4,12-14.​ Das Fehlen dieses tieferen Verständnisses mag die Ursache dafür gewesen sein, daß im Herzen des einsamen Mannes, der nun schon viele Monate in der fernen Bergfeste Machärus jenseits des Toten Meeres (wie uns Josephus berichtet) schmachtete und harrte, Zweifel wach wurden. Die Wunder, von denen er durch seine Jünger hörte, genügten ihm nicht mehr, es mußte mehr kommen, aber es kam nicht mehr. Dieser Enttäuschung wurde er schließlieh nicht mehr Herr, und darum floh er - im Gegensatz zu Jona, Jona 1,3 - so wie einst Elia zum „Angesicht des HERRN“ hin. 1. Kön. 19. Er sandte zwei seiner Jünger zu Jesus, um von ihm selbst Klarheit zu erlangen.​
2. Ihr Inhalt V 19-20
a) Um seine Frage recht werten zu können, lies,
a) was er mit dem Herrn Jesus erlebt hatte, Matth. 3,13-17; Joh. 1,32-34; 3,29,
b) was er über ihn ausgesagt und wie er sich zu ihm bekannt hatte. Matth. 3,11-12.14; Joh. 1,26-36; 3,27-36.
b) Seine jetzt durch die Jünger an den Herrn gestellte Frage spricht
a) zwar von quälenden Zweifeln in Bezug auf die Person Jesu,
b) aber doch auch von einer noch nicht / erloschenen Hoffnung,​
c) von einer tiefen Demut: die Bitte um Befrei­ung wird nicht geäußert. Es geht ihm nicht um sein Leben, sondern um Ihn, den Messias und um die Wahrheit seiner eigenen Bot­schaft: „Bist du der, für den ich mein Leben eingesetzt habe, bist du es wahrhaftig?“ In der Dunkelheit seiner Kerkerzelle braucht er ein Wort seines Herrn.​



II. Die Antwort V 21-23
1. Die Antwort des Herrn Jesus Christus an Johannes mutet im ersten Augenblick befremdend an.
War ihr Inhalt dem Fragenden nicht bereits bekannt, V17-18; Matth. 11,2?
Wie konnte sie ihm da eine Hilfe sein? Doch dürfen wir uns daran erinnern, daß unser Herr
a) die Seinen - einschließlich des Johannes - liebt, Joh. 13,1,
b) der gute Hirte und weise Lehrer der Seinen ist, Joh. 10,11; 13,7,
c) den Seinen stets richtige, weise, hilfreiche und liebevolle Antworten gibt. Hierzu gehören auch solche Antworten, die zunächst schwer verständlich erscheinen. Joh. 11,3-5; 21,22; 2. Kor. 12,8-10: doch beachte, wie sie Paulus zum Segen wurde!
Diese Überlegungen treffen auch für die hier gegebene Antwort zu.
2. Der Bescheid an Johannes bestand
a) aus einer Demonstration seiner Tätigkeit. Er tat vor den Augen der Boten viele und große Zeichen, wie sie keiner vor ihm getan hatte, so daß sie als Bestätigung seiner göttlichen Her­kunft erkannt werden mußten. Joh. 5,36; 10,25.37-38; 15,24;
b) aus dem Hinweis auf die wörtliche Erfüllung prophetischer Voraussagen über den Messias, Jes. 35,5-6: „Sieh, das tu ich, da steht es, also bin ich es.“ Ein Beweis, wie er knapper nicht formuliert werden konnte;
c) aus der Seligpreisung dessen, der sich nicht an ihm ärgert,
a) der glaubt und vertraut, ohne zu sehen und zu verstehen, Joh. 20,29,
b) dem das untrügliche Wort des Herrn ein starker Trost, ein sicherer und fester Anker der Seele ist, Hebr. 6,18-19,
c) der wie Paulus auch im Gefängnis und an­ gesichts des Todes bekennen kann: „Ich weiß, wem ich geglaubt habe, und bin überzeugt, daß er mächtig ist, mein anvertrautes Gut bis auf jenen Tag zu bewahren“. 2. Tim. 1,12.​
Diese, dem Johannes in Kraft und Liebe von dem Sohn Gottes übermittelte Antwort hat ihren gläu­bigen Hörer gefunden, hat sein Gefängnis hell gemacht und Trost und Frieden in sein unruhig gewordenes Herz gesenkt, hat auch diesem, menschlich gesprochen so schmählichen Ende des Größten „von Frauen Geborenen“ Sinn und Herr­lichkeit verliehen, wurde er doch auch darin Vorläufer des Christus: „Durch Glauben ... Sie deren die Welt nicht wert war.. Hebr. 11,32-38; Jes. 50,10; Joh. 16,33; 1. Petr. 4,14; 1. Joh. 5,4-5.​




III. Des Herrn Jesus Bekenntnis zu Johannes V 24-35
Nach dem Weggang der Boten bekennt sich der Herr zu Johannes und rühmt und rechtfertigt ihn vor dem Volk:
1. Er ist trotz seiner heu tigen Frage kein schwanken­ des Rohr. V 24; Luk. 1,17.
2. Er ist trotz seiner heutigen Frage kein Mensch, dem es um sein Wohlleben geht. V 25; Matth. 3,4.
3. Obwohl jeder Teilhaber des neuen Bundes im Reich Gottes größer ist als Johannes, der noch ein Angehöriger des ersten Bundes ist, Matth. 11,13; Hebr. 7,18-19; 8,6-13; 10,1-9, so war er doch ein Prophet, und er war mehr, er war der Größte, ein Prophet des Höchsten, der „vör dem Angesicht des Herrn“ herging. V 26-28; Mal. 4,5; Luk. 1,17.76.
4. Er wirkte im Auftrag Gottes, und die ihm gehorch­ten, gehorchten Gott; die ihn aber verwarfen, verwarfen Gottes Ratschluß über sich selbst. V 29-30; 1. Tim. 2,4.
5. Schließlich wendet sich der Herr art die Menge und straft sie für ihr kindisch-eigenwilliges Verhalten gegenüber Johannes und ihm: Was immer wir, Johannes und ich, tun, es ist falsch in euren Augen, ihr werdet uns ablehnen und verwerfen. V 31-34.
6. Alle aber, die auf Johannes und mich hören und durch den Glauben an mich Kinder des allein weisen Gottes - Kinder der Weisheit - werden, rechtfertigen Gott und geben ihm die Ehre und Herrlichkeit in Ewigkeit. Matth. 17,5; Gal. 3,26; Röm. 16,27; Ps. 19,8; 111,10; Spr. 23,26; 5. Mose 32,4.​












Im HERRN JESUS CHRISTUS, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.
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Antonino.S