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193.Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner​​​​ ​​​- Lukas 18,9-14

Prüfet alles und das Gute behaltet:
Das Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner​​​​ ​​​- Lukas 18,9-14
Leitvers: Epheser 2,13
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Epheser 2,13 Jetzt aber, in Christo Jesu, seid ihr, die ihr einst fern waret, durch das Blut des Christus nahe geworden.​




9 Er sprach aber auch zu etlichen, die auf sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und die übrigen für nichts achteten, dieses Gleichnis:

10 Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer und der andere ein Zöllner.

11 Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen der Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

12 Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich erwerbe.

13 Und der Zöllner, von ferne stehend, wollte sogar die Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!

14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus vor jenem; denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; wer aber sich selbst 
erniedrigt, wird erhöht werden.​



Gott hatte im Gesetz geboten, daß jeder männliche Israelit dreimal im Jahr zu den großen Versammlungen

1. 
am PassahfestFest der ungesäuerten Brote (im März/April),
2. am Erntefest, Fest der WochenPfingstfest (im Mai/Juni),
3. am Fest der EinsammlungLaubhüttenfest (im September/Oktober)
2. Mose 23,14-17; 34,18.22-23; 5. Mose 16,1-17: V. 11.14-15
zeigen, daß die beiden letzteren - das Ernte - und das Laubhüttenfest - fröhliche Feste sein sollten; Neh. 8,9-18​

an dem von Gott erwählten Ort, d. i. im Tempel zu Jerusa­lem, Ps. 132,13-14; 1. Kön. 8,44; 11,36; 2. Kön. 21,7; 23,27; Sach. 1,17, vor dem HERRN, seinem Gott, erscheinen sollte, um ihn zu preisen und ihm die vorgeschriebenen Opfer und Gaben darzubringen. Im Anblick der hochge­bauten Stadt Jerusalem und der Tempelzinnen ordneten sich die herannahenden Pilgerscharen zu einem feierlichen Aufzug und stimmten dann wohl die uns als Wallfahrts­ lieder überlieferten Psalmgesänge (120-134) an. Ps. 122; 42,2-5; Luk. 2,41-44; Joh. 2,13; 7,2.10.14.​

So mögen sich auch in der Umgebung unseres Herrn die Gedanken der Menschen mit dem bevorstehenden Auf­bruch zum Passahfest in Jerusalem beschäftigt haben, 18,31, und ihre Gespräche geben ihm Veranlassung zu einem Gleichnis, das von zwei durchaus verschiedenartigen Menschen handelt, die aber beide zum Tempel hinauf­ gingen, um zu beten.​

I. Zwei Menschen. V. 10.

1. Der Pharisäer.
Obwohl die Pharisäer in der Öffent­lichkeit als strenge Beobachter des Gesetzes gal­ten, mußte sie der Herr Jesus Christus doch vor allen anderen wieder und wieder strafen und sie hinweisen auf

a) ihre Selbstgerechtigkeit, V. 9; Luk. 10,29; 16,15,
b) ihren Stolz und Hochmut, Matth. 23,6-7; Joh. 8,33,
c) ihre oberflächliche Frömmigkeit, Matth. 23,23-28,
d) ihre Sel bstherrlichkeit, V. 11-12,
e) ihre zur schaugetragene Frömmigkeit, Matth. 6,5; 23,5; Luk. 20,46,
f) ihre Heuchelei, Matth. 23,15.29-30,​
g) ihre Menschenverachtung. V. 9; Luk. 7,39; Joh. 7,4749; 9,34.


Daß wir uns hier selbst im Sinne von Matth. 7,1-5 ernstlich prüften.

Wir sehen das Bild der soge­nannten Christen, 
„die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen“2. Tim. 3,5, und um derenthalben „der Name Gottes unter den Nationen gelästert“ wird. Röm. 2,17-24

2. Der Zöllner.
Obwohl die Zöllner in der Öffentlich­keit als große Sünder galten und den Heiden gleichgeachtet wurden, finden wir in den Evange­lien kein Wort des Tadels über sie. Diese erstaunliehe Tatsache besagt gewiß nicht, daß der Herr Jesus die Sünde tolerierte.
Der Grund hierfür lag vielmehr in ihrer Büßfertigkeit und im Glauben an ihn als ihren Erretter.
Matth. 21,31-32; Luk. 15,1.6-7.9-10.24.32.

Sie waren
a) Zolleinnehmer. Luk. 5,27.
Dieser Beruf
a) machte sie zu Verbündeten der heidnischen Besatzungsmacht,
b) verführte sie zu Betrügereien und zum Miß­brauch ihrer Befugnisse, Luk. 3,12-13; 19,8,
b) von den Pharisäern geschmäht, Mark. 2,13-17,
c) vom Volk verachtet, Matth. 11,19,
d) Sünder, die sich als solche erkannten und dar­um zu dem Herrn Jesus kamen, um bei ihm Heil und Rettung zu finden. Luk. 19,9-10.​

II. Zwei Gebete. V. 11-13.

1. Das Gebet des Pharisäers, V. 11-12

a) Sein Standort: er steht „bei sich selbst“. Der Gott, den er anbetet, ist er selbst. 1. Mose 3,5.
b) Seine Gebetshaltung: „er steht“ voller Stolz, Ein­bildung und Selbstgerechtigkeit.
c) Sein Gebetsinhalt: Selbstlob, Selbstgefälligkeit und Selbstgerechtigkeit;
a) er dankt nicht für das, was Gott für ihn ist, sondern was er selbst ist: gerecht und kein Sünder wie alle anderen, V. 11,
b) er rühmt, nicht was Gott für ihn tut, sondern was er selbst tut:
- das vom Gesetz geforderte einmalige Fasten am großen Versöhnungstag, 3. Mose 23,23-34,
übertrifft er durch zwei wöchentliche Fastentage,
- die vorgeschriebene Abgabe des Zehnten vom Ertrag der Äcker, Bäume und Herden, 3. Mose 27,30.32,
übertrifft er durch das zu­ sätzliche Verzehnten der Gartenkräuter, Matth. 23,23, und alles dessen, was er er­ wirbt,
selbst wenn es vom vorigen Besitzer bereits verzehntet wurde. V. 12.

Seine Frömmigkeit dreht sich nur um sich selbst:
- fünfmal betont er sein „Ich“,
- fünfmal spricht der Teufel von „ich, mein, mich“Jes. 14,13-14,​
- fünfmal führt auch Paulus sein 
„Ich“ an und zeigt uns den ihm gebührenden Platz:
mit Christus gekreuzigt und gestorben. Gal. 2,19-20.​

2. Das Gebet des Zöllners, V. 13,
a) Sein Standort:
er steht von fern und anerkennt damit den Zustand seiner Gottesferne.
1. Mose 4,16; Jes. 59,1-2; Jer. 2,13.17-19; Luk. 15,13.
b) Seine Gebetshaltung:
a) demütig, er „wollte die Augen nicht aufheben zum Himmel“sein Schuldbewußtsein be­schämte ihn,
Hiob 22,29; Dan. 9,7-9,
b) bußfertig, „er schlug an seine Brust“ als Ein­ geständnis seiner Schuld.
Jer. 17,9; Mark. 7,21-23.
c) Sein Gebet:
die Bitte um Gnade für ihn, den alleinigen Sünder.
Gewiß fielen seine Augen auf das um die gleiche Stunde auf dem Altar geopferte Lamm, 2. Mose 29,38-42; Apg. 3,1; Luk. 1,8-10, und er konnte im Glauben fassen, daß dieses Lamm seine Sünden trug, an seiner Statt starb und daß er um des vergossenen Blutes willen von Gott angenommen wurde.

Und damit erfüllte er, was Gott seit den Tagen Johannes des Täufers in Israel verkünden ließ:
„Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“
Mark. 1,15.​

Der Pharisäer glaubte an seine eigene, aber nicht vor­handene Gerechtigkeit.

Der Zöllner glaubte an das von Gott vorgesehene Opfer, das wenige Tage nach dieser Gleichnisrede um die gleiche Stunde sowohl die Sünden der Welt als auch die des Zöllners sühnen sollte.
Joh. 1,29; Luk. 23,44-46; Joh. 19,30; Röm. 3,25; 1. Joh. 2,2.

Das ist der alles entscheidende Unterschied zwischen diesen beiden Männern.

Das ist noch heute der 
Unter­schied zwischen dem sogenannten Namenchristen und dem wahrhaft gläubigen Christen.​
III. Zwei Ergebnisse. V 14.

1. Der Pharisäer.
Er ging wieder hinaus aus dem Tempel, wie er hereingekommen war:
selbstge­recht, verblendet, ein Kind des Teufels. Joh. 8,44; Röm. 10,3.
Welch tragischer Selbstbetrug!

2. Der Zöllner.
Er „ging gerechtfertigt hinab“,Apg. 13,38-39; Röm. 3,24; 5,1,
Gott wohlgefällig und nahegebracht durch den Glauben an das Sühnopfer des Schafes, das Gott selbst zum Brandopfer ersehen hatte. 1. Mose 22,8; Hebr. 9,14; 10,14; Jer. 3,21-25; 31,3. „Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden. Denn er ist unser Friede“Eph. 2,13.​



Im HERRN JESUS CHRISTUS, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.
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Antonino.S