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Das Reich der Himmel – Teil 1

 

Von Karl-Heinz Weber  Abschrift von Bernd Steinhagen der MP- 3 ex:   https://www.bbkr.ch/forum/forum.php/Bibelkreisforum/viewtopic.php?p=651#651

 

https://www.audioteaching.org/index.php?page=details&address_id=khw006&lang=german&l_german=&l_english=&l_french=&l_other=

 

 

 

Ich möchte in dieser Vortragsreihe damit beginnen, die Gleichnisse über das Reich des Himmels zu betrachten. Es sind insgesamt 10 Gleichnisse im Mathäus-Evangelium. Der heutige Vortrag wird vorwiegend ein Einleitungsvortrag zu diesem Thema sein. Wir lesen einige Verse aus Mathäus 13.

Vers 1:

An jenem Tag ging Jesus aus dem Haus hinaus und setzte sich an den See. Und es versammelten sich grosse Volksmengen bei Ihm, sodass Er in ein Schiff stieg und sich setzte. Und die ganze Volksmenge stand am Ufer. Und Er redete vieles in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus um zu säen. Und als er säte, fiel einiges an den Weg. Vögel kamen und frassen es auf.

Vers 8:

Anderes fiel aber auf die gute Erde und gab Frucht. Das eine hundert, das andere 60, das andere 30fach. Wer Ohren hat, zu hören, der höre.

Die Jünger traten herzu und sprachen zu Ihm: Warum redest Du in Gleichnissen zu ihnen? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu erkennen. Ihnen, aber, ist es nicht gegeben.

Vers 18:

Hört ihr nun das Gleichnis vom Sämann: So oft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und reisst weg, was in sein Herz gesät war. Das ist, was am Weg gesät ist.

Vers 24:

Ein anderes Gleichnis legte  er ihnen vor  und sprach: Das Reich der Himmel ist einem Menschen gleich geworden, der guten Samen auf sein Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unterkraut unter den Weizen und ging weg. Als aber die Saat aufspross und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Die Knechte des Hausherrn kamen aber dazu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte, aber, sagen zu ihm: Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er, aber, sprach: Nein. Damit ihr, etwa, beim Zusammenlesen des Unkraus zugleich den Weizen ausreisst. Lasst es zusammen wachsen bis zur Ernte. Und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bündelt es in Bündeln um zu verbrennen. Den Weizen, aber, sammelt in meine Scheune.

Vers 34:

Dies redete Jesus zu den Volksmengen. Ohne Gleichnisse redete Er nicht zu ihnen. Damit erfüllt würde, das durch den Propheten geredet ist, der spricht: Ich werde Meinen Mund auftun in Gleichnissen. Werde aussprechen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war. Seine Jünger traten zu Ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers. Er antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, das ist der Sohn des Menschen. Der Acker, aber, ist die Welt. Der gute Same, aber, sind die Söhne des Reiches. Das Unkraut, aber, sind die Söhne des Bösen. Der Feind, aber, der das gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte, aber, ist die Vollendung des Zeitalters. Die Schnitter, aber, sind Engel. Sowie  das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. Der Sohn des Menschen wird Seine Engel aussenden und sie werden alle Ärgernisse aus Seinem Reich zusammenlesen und die, welche die Gesetzlosigkeit tun. Und sie werden sie in den Feuerofen werfen. Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten leuchten in dem Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat, zu hören, der höre.

Soweit das Wort.

Wir werden nicht den ganzen Text, den wir gelesen haben, betrachten können. Aber wir müssen einen gewissen Schrifttext haben, um auch überlegen zu können. Zunächst einige einleitende Gedanken zu unserem Thema.

Es besteht immer die Gefahr einer gewissen Einseitigkeit. Es heisst, es besteht die Gefahr: entweder nur die Gedanken Gottes über die Versammlung vorzustellen und danach zu forschen und zweitens, besteht die Gefahr, nur die Gedanken des Reiches zu überbetonen und die Wahrheit über die Versammlung zu vernachlässigen. In den zurückliegenden Jahrzehnten, das muss ich mit Vorsicht sagen, ist mehr die Wahrheit der Versammlung, - so wertvoll sie ist, - überbetont worden. Und der Gedanke an das Reich wurde etwas vernachlässigt. In den letzten Jahren, scheint mir, ist hier und da der Gedanke des Reiches wieder sehr stark überbetont worden. Vielleicht auf Kosten der Wahrheit über die Versammlung. Aber Gottes Wort ist nicht einseitig. Gottes Wort ist ausgewogen, ist homogen. Und wir möchten das auch sein. Wenn wir in diesen Tagen etwas hören über das Reich, dann wird damit nicht der Gedanke über die Versammlung an die Seite gestellt, sondern, wir wollen uns an beiden erfreuen und werden auch sehen,  dass, wenn es um die Wahrheit über das Reich geht, auch der Gedanke über die Versammlung beinhaltet ist. Grundsätzlich hat der Gedanke an das Reich mehr den irdischen Schwerpunkt. Und der Gedanke an die Versammlung hat mehr den Himmel zum Schwerpunkt. Gott hat Ansprüche an die Erde. Und dann, nach einer gewissen Zeit, beruft er von der Erde Menschen für den Himmel. Zunächst hat Gott Adam auf die Erde gestellt. Die Er zuvor zubereitet hatte und bewohnbar gemacht hatte für die Menschen. Dann sehen wir Henoch, ein Mensch, der für den Himmel berufen wird. Dann haben wir in Noah die Berufung Gottes für die Menschen auf der Erde. Das heisst, auf den Sündenfall stellt Gott Ansprüche an die Erde. Es ist Seine Schöpfung, die Er ins Leben gerufen hat. Und letztlich möchte Gott, dass auf dieser Erde die sittlichen Werte Gottes wieder gefunden werden. Da, wo die Sünde Einzug gehalten hat, da möchte Gott, letztlich, dass    S e i n e     Wertmassstäbe einen bleibenden, dauerhaften Niederschlag finden. Friede, Freude im Heiligen Geist, z. B. Und Gott will Seine Ansprüche an die Erde immer wieder geltend machen und will, letztlich, auch mit der Erde zu einem Ziel kommen und zwar in der Erfüllung Seiner Gedanken im Tausendjährigen Friedensreich. Nun haben wir diesem Gedanken an das Reich, von gleich zu Beginn der Bibel, Zum Beispiel in der Geschichte Josephs folglich vorgestellt. Der ein Vorbild ist, von dem herrschenden Herrn Jesus im Tausendjährigen Reich. Dann haben wir in den Segnungen, die durch Jakob über  seine Söhne ausgesprochen werden, eindeutig in Juda, einen Hinweis auf diese Herrschaft des Herrn auf dieser Erde. Nicht weichen wird dieser Herrscherstab von  Juda. Aber wir werden sehen, dass immer dann, wenn Gott die Menschen für die Erde berufen hat, Seine Ansprüche an die Erde geltend machte, durch die Untreue des Menschen, alles verwirkt wurde. Immer wieder, als Noah auf die Erde gestellt wurde, war es so. Gott hat  ein bestimmtes Volk auserwählt für diese Erde, - Israel. Sie waren nicht besser als andere Völker, aber Er wollte in der Auserwählung dieses Volkes Seine Ansprüche an die Erde geltend machen. Sie sollten ein Zeugnis sein für die übrigen Nationen von dem einen wahren Gott. Aber die Untreue dieses Volkes, wie wir wissen, hat auch die Gedanken Gottes nicht verhindert, aber aufgehalten in der Verwirklichung Seiner Absichten. Anstatt diesen einen Gott zu dienen, haben sie sich fremden Göttern hingegeben. Er hat sich immer wieder bemüht um dieses Volk. Und zuletzt sandte Er Seinen Sohn. Elias, den verheissenen König zu diesem Volk, um diesem Volk auf der Erde ein Reich aufzurichten.  In vielen Stellen des Alten Testamentes angekündigt. Von vielen Propheten des AT wird dieses Reich, diese Herrschaft mit einem anwesenden König auf der Erde in Seinem Volk angekündigt. Was hat dieses Volk  mit dem Messias gemacht?  Sie wollten Ihn nicht!  Die Masse des Volkes hatte Ihn abgelehnt. Er hat Busse verkündigt, als Er auf dieser Erde war. Das war die Voraussetzung, um in dieses Reich einzukehren. Sein Vorläufer, Johannes der Täufer sagt in Mathäus 3 zu Beginn:

Tut Busse. Das Reich der Himmel ist nahe gekommen.

Und der Herr Jesus selbst hat in Mt. 4 wiederholt.

„Tut Busse“. 

Aber hat das Volk Busse getan? Einzelne wohl, aber die Gesamtheit hat Ihn nicht angenommen. Dieser Gedanke, dass Busse nötig war, um in dieses reich einzugehen, war, anscheinend, in der Masse des Volkes gar nicht mehr bekannt. Aber Jesus sagt in Johannes 3, Vers 5:

Es sei, dass jemand aus Wasser und Geist geboren werde, - sonst kann er nicht in das Himmelreich eingehen.

Schon aus dem Alten Testament musste es bekannt sein.

Hesekiel 36, Vers 26:

Ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch geben und ich werde das steinerne Herz von euch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Und ich werde Meinen Geist in euer Inneres geben und werde machen, dass ihr in Meinen Satzungen wandelt und meine Rechte bewahrt und tut.

Das hätte bekannt sein dürfen. Aber Jesus musste zu Nikodemus sagen:

Du bist ein Lehrer in Israel und weißt dieses nicht?

Nun, Busse, innere Erneuerung, war nötig, - wie gesagt, - um in dieses Reich einzugehen. Aber der Messias wurde verworfen. Er wurde nicht angenommen. Und jetzt nähern wir uns schon so allmählich unserem Kapitel. Wir müssen den Zusammenhang sehen, der zwischen Mathäus 12 und Mathäus 13 besteht, damit wir den Werdegang erkennen. Im Mathäus-Evangelium     i s t    der Herr der gesandte Messias! Die Verwerfung des Messias haben wir im Mathäus-Evangelium gesehen. Im Kapitel 12. Wir schauen es uns einmal an. In Mathäus 12 hat der Herr Jesus die Dämonen ausgetrieben. Von der Besessenheit befreit. Und dann sagen die Pharisäer zu Ihm, dem Herrn Jesus:

Der treibt die Dämonen nicht anders aus, Vers 24, als durch den Beelzebub, dem Fürsten der Dämonen!

Dann muss der Herr Jesus ihnen, anschliessend, sagen, dass ihnen diese Lästerung, Vers 31, nicht vergeben wird. Das war der Höhepunkt der Verwerfung der Führer dieses Volkes. Sie unterstellen dem Herrn nicht den Heiligen Geist. Sondern: „das tust Du durch einen dämonischen Geist“!

Daraufhin verlässt der Herr Jesus, Mathäus 13, Vers 1, das „Haus“. Das heisst, Er verlässt Israel und setzt sich an den See. Wendet sich den Nationen zu. Es ist ein Wendepunkt in diesem Mathäus-Evangelium. Ein ganz wichtiger Punkt um die Gleichnisse über  das Reich der Himmel zu verstehen. Der Herr Jesus sucht also jetzt nicht mehr länger Frucht in Israel, wie Er das sehr deutlich getan hat. Er hat in diesem auserwählten Volk viel Frucht gesucht, Er hat vieles getan, um diese Frucht zu bewirken.  Wir haben diesen Gedanken auch im Neuen Testament, wenn wir an Lukas 13 denken. Es sind bekannte Stellen. Hier lesen wir ab  Vers 6 das Gleichnis von dem Feigenbaum in Seinem Weinberg. Er kam und suchte Frucht und fand keine. Und dann sagt Er, letztlich, ich lasse ihn noch dieses Jahr stehen und wenn er Frucht bringt, - gut. Wenn nicht, wird er abgehauen. Und hier ist der Moment gekommen, wo Er nicht mehr länger Frucht in Israel sieht, sondern, Er wendet sich in Seiner Gnade und Barmherzigkeit den Menschen im Allgemeinen zu. Das ist der grosse Gedanke zwischen Kapitel 12 und 13 des Mathäus-Evangeliums. Es war noch nicht alles verloren, obwohl dieses Volk den Messias abgelehnt hatte. Nein, es gibt eine „Zwischenperiode“. Er hat Seine Gedanken im Blick auf die Aufrichtung des Reiches nicht endgültig beiseite gelegt. Er hat sie nur für eine gewisse Zeit verschoben. Aufgeschoben und wird sie zur Erfüllung bringen, wenn diese Segensperiode des Tausendjährigen Reiches beginnt. In der Zwischenzeit hat Gott jetzt die Gedanken über Sein Reich geändert. Jetzt kommen wir zu dieser Zwischenperiode. Wir müssen darüber Gedanken machen, was nun der Ausdruck „Reich der Himmel“ bedeutet. Wir haben diesen Ausdruck nur im Mathäus-Evangelium. Und zwar 32-mal. Juden kannten diesen Ausdruck.  . Die aus dem Alten Testament etwas wussten über die Herrschaft vom Himmel her über die Erde. Man könnte hier viele Stellen anführen, diesen Gedanken zu untermauern. Ich möchte nur kurz an den Anfang des Mathäus-Evangeliums gehen, wo das reich durch Johannes, dem Täufer, angekündigt wird, Mathäus 3, und in Mathäus 4,17 wird noch einmal durch den Herrn Jesus bestätigt wird: „Tut Busse, das Reich der Himmel ist nahe gekommen“ und das war etwas, was Er ihnen gar nicht erklärt hat. Er hat den Zuhörern jetzt nicht gesagt, was es bedeutet. Weil Er ganz einfach wusste, die Juden, zu denen Ich rede, haben eine gewisse Vorstellung davon. Dass auf der Erde ein Reich existieren würde, das vom Himmel aus regiert würde. Ich möchte daran erinnern, an 2 Stellen. Eine aus dem Propheten Daniel und noch eine aus den Psalmen. Nun, sie zeigen, dass sie für die Juden kein völlig neuer Gedanke war. In Daniel 2 lesen wir, Vers 44:

„Und in den Tagen dieser Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, - achten wir auf die Ausdrücke, - der Gott des Himmels wird ein Königreich aufrichten, dass ewig nicht zerstört und dessen Herrschaft keinen anderen Volk überlassen wird“.

Wir haben weitere Stellen in Daniel 4 und Daniel 7, die ich jetzt nicht alle lesen will. Noch eine Stelle aus Psalm 89, Vers 29:

„Und ich will seinen Samen einsetzen für immer und Seinen Thron wie die Tage des Himmels“.

Dieser Gedanke war den Juden nicht fremd. Aber, so wie im Alten Testament angekündigt war, konnten sie  es nicht verstehen und wir haben gesehen, warum dieser König, der zu ihnen gekommen war, nicht angenommen wurde. Aber jetzt nimmt dieses Reich eine andere, bis dahin verborgene  Gestalt an. Es ist noch nicht alles verloren. In Apostelgeschichte 3,21 steht, in dieser Rede des Petrus, dass jetzt der Himmel den zuvor bestimmten Christus aufnehmen musste, ist zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, durch den Gott durch den Mund Seiner heiligen Propheten von jeher geredet hatte. Das stimmt, es ist wahr. Es musste sein, - aber es gibt noch ein Reich! Und zwar ein Reich in einer vorher nicht angekündigten Gestalt. Dass eine andere Form annimmt. Und deshalb ist auch jetzt in unseren Kapiteln öfter die Rede von Geheimnissen des Reiches der Himmel. Warum dieser Ausdruck auf einmal? Weil jetzt, was durch den Herrn Jesus offenbart wird, im Alten Testament nicht bekannt war. Und das ist etwas, ihr lieben jungen Freunde, dass ihr euch vielleicht einmal, - wenn ihr Interesse an der Schrift habt und sie erforschen möchtet: Wenn im Neuen Testament, irgendwo, ganz egal wo, die Stelle lest  von einem Geheimnis, dann dürft ihr nie denken, jetzt wird etwas sehr Geheimnisvolles gesagt. Etwas „nicht Seriöses“, was man nicht versteht. Ganz im Gegenteil. Wenn im Neuen Testament  von einem Geheimnis geredet wird, meint es immer, ich glaube ohne Ausnahme, etwas, was im Alten Testament verbogen war, nicht geoffenbart war, jetzt aber durch den Herrn kundgemacht wird. Ich möchte ein Beispiel, stellvertretend für viele erklärend anführen. Das ist die bekannte Stelle 1. Tim. 3,16.  Was steht da?

Und gross ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens

Ich weiss, es ist nur ein erklärender Vergleich. Hat nichts mit dem Reich der Himmel zu tun, was ich jetzt sage. Aber mit tut es immer ein bisschen leid, wenn mit dieser Stelle gesagt wird: Ja, das Geheimnis der Gottheit, das können wir nie erklären. In die Bundeslade können wir nicht schauen. Diese Aussage, an sich, ist richtig, aber keine Erklärung für 1. Tim. 3, 16. Hier geht es überhaupt nicht um ein Geheimnis. Nein. Die Stelle ist klar. Was Gottseligkeit ist, ist bisher nicht bekannt gewesen. Niemand wusste zu Recht, was Gottseligkeit war. Aber jetzt ist es kein Geheimnis mehr. Jetzt ist in dem fleischgewordenen Herrn Jesus offenbar geworden, was Gottseligkeit ist. Herr Jesus, als Gott, offenbar geworden im Fleisch, hat uns in Seinem Leben vorgelebt, gezeigt, was ein Leben in Frömmigkeit und Hingabe an Gott ist. Das nur als eine Erklärung. Und so ist es auch hier in unserem Kapitel. Hier erklärt der Herr Jesus ihnen die neue Gestalt des Reiches. Und zwar hat das Reich 2 Formen. Einmal diese geheimnisvolle, bis jetzt verborgene Gestalt, die inhaltlich so nicht gab und zweitens, hat das Reich eine sichtbare Form, die aber erst im Tausendjährigen Reich in Erscheinung treten wird. Und dieses Reich in der verborgenen Gestalt meint, obwohl der König verworfen wurde, jetzt trotzdem ein Reich gilt. Aber, nicht mit einem anwesenden König auf der Erde, sondern, mit einem abwesenden Herrn im Himmel. Der Bereich der Himmel bedeutet nicht den Himmel selbst. Es ist nicht das Himmelreich. Das ist nicht der Himmel. Es ist ein Bereich auf der Erde,  der aber vom Himmel her regiert wird. Ich will ganz einfach sagen: das Reich der Himmel ist heute da! Überall auf der Erde, wo die Christenheit zu finden ist. Es ist da, wo man sich auf der Erde zu Christus bekennt. Ob das Bekenntnis echt oder unecht ist, tut mal nichts zur Sache. Aber wo man ein Bekenntnis hat, zu Christus, da ist Reich der Himmel. Es ist letztlich, heute, die Christenheit. Nun wollen wir uns einen weiteren Gedanken zuwenden. Wir müssen jetzt etwas über die „Zeitspannen“ nachdenken. Über die Zeitepochen, die das Reich der Himmel hat, die auch das Reich Gottes hat und die die  Versammlung umfasst. Die sind nicht deckungsgleich. Das Reich der Himmel setzt einen verworfenen, gekreuzigten und jetzt im weilenden, abwesenden Herrn voraus. Das Reich der Himmel in dieser verborgenen Gestalt begann mit der Himmelfahrt des Herrn Jesus und einem abwesenden Herrn. Und dauert an bis zu einem Wiederkommen des Herrn. Nicht Entrückung, sondern bei einem wiederkommenden Herrn zur Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches. Es endet mit dem anwesendem Herrn. auf der Erde. Die Zeitspanne umfasst also die Abwesenheit des Herrn. Wenn der Herr Jesus wieder anwesend ist, dann geht dieses Reich der Himmel über in das Tausendjährige Reich in zwei verschiedenen Aspekten. Aber dazu später mehr. Die Zeitspanne der Versammlung ist nicht deckungsgleich in der Zeitspanne des Reiches der Himmel. Die Versammlung hat ihren Anfang nicht mit der Himmelfahrt des Herrn, sondern, Apostelgeschichte 2 mit dem Niederkommen des Heiligen Geistes, der mit einem Geist die Gläubigen zu einem Leib getauft hat. Apostelgeschichte 2, Tag der Pfingsten. Und die Zeit der Versammlung auf der Erde endet, das wissen wir alle, mit der Entrückung der Versammlung der Gläubigen. Dann dauert das Reich der Himmel aber noch etwas an. Jetzt habe ich noch nichts gesagt über das Reich Gottes. Das ist ganz einfach. Ich habe gesagt, nur Mathäus erwähnt den Ausdruck „Reich der Himmel“. Alle anderen Evangelien nicht. Mathäus erwähnt aber auch, viermal, das „Reich Gottes“. Ich nenne 2 Stellen. Die erste Stelle über das Reich Gottes haben wir in Kapitel 6, am Ende.

 „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit, dies alles wird euch hinzugefügt werden“.

Noch eine zweite Stelle in Kapitel 12, Vers 28:

„Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen“.

Und in Lukas 17, 20 und 21 sagt der Herr Jesus, als die Pharisäer Ihn fragen: wann kommt das Reich Gottes? Dann sagt der Herr:

„Das Reich Gottes ist mitten unter euch“.

Das bedeutet: das Reich Gottes in     S e i n e r    Person war jetzt mitten unter ihnen. Wenn wir diese beiden Ausdrücke „Reich Gottes“ und „Reich der Himmel“ miteinander vergleichen, dann gibt es manche Stellen, wo man die beiden Begriffe einfach austauschen kann. Wenn wir das Gleichnis vom Senfkorn, ab Vers 31, „Reich der Himmel“ lesen, dann lesen wir in der Parallelstelle im Markus-Evangelium, z. B. den Ausdruck „Reich Gottes“. Es gibt also Stellen, wo man die Begriffe austauschen kann. Aber bei weitem nicht überall. An manchen Stellen kann man sie nicht austauschen. Wir müssen über einen gewissen Unterschied nachdenken. Der Zusammenhang wird es öfter klarmachen, was gemeint ist. Aber grundsätzlich kann man sagen, dass der Ausdruck „Reich Gottes“ mehr ein Name ist, der in einer Überschrift steht. Ein Zeilenname, ein Ausdruck, der mehr den geistlichen Bereich dieses Reiches vorstellt. Zum Beispiel Römer 14:

„Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern, Friede und Freude und Gerechtigkeit im Heiligen Geist“.

Eine Stelle, die sehr deutlich diesem Himmel den geistlichen Aspekt dieses Reiches  vorstellt. Der war zu ihnen gekommen in der Person des Herrn Jesus selbst. So begann das Reich Gottes in dieser Beziehung, als der Herr Jesus auf die Erde kam. Und eine zweite Stelle, die das deutlich macht, ist 1. Korinther 4. Wir lesen dort Vers 20:

„Das Reicht Gottes besteht nicht im Wort, sondern, in Kraft“.                     

Es ist der Bereich der ordnenden und regierenden Macht Gottes in göttlicher Weisheit auf der Erde. Aber das Reich der Himmel zeigt mehr die Zeitepoche, zeigt mehr Entwicklungen, zeigt mehr die Verantwortlichkeit des Menschen in diesem Bereich. Auch seine Untreue, zeigt die Fehlentwicklung, zeigt aber auch das Tun Satans. Letztlich aber auch, das werden wir sehen, den wahren, inneren Kern dieses Reiches. Noch einen weiteren Gedanken  zum Unterschiede gegenüber der Versammlung. Im Reich wird das Böse und das Gute nebeneinander, zusammen aufwachsen. Es bleibt nebeneinander bestehen bis zur Ernte. Das Böse im Reich wird nicht entfernt. Es bleibt. Aber das Offenbarwerden des Bösen in der Versammlung, 1. Korinther 5, wir sehen es, muss hinaus getragen werden. Nun hat das Reich der  Himmel, das muss ergänzend dazu gesagt werden, aber auch einen inneren geistlichen Bereich. Das werden wir sehen, wenn wir an die zweite Dreiergruppe des Reiches der  Himmel in der Betrachtung in Mathäus 13 kommen. Zur Einleitung werde ich noch etwas sagen. Das sind die 3 Gleichnisse über den Schatz, über die Perlen und über die Fische. Eine andere Stelle aus dem Mathäus-Evangelium, die diesen Charakter zeigt.

„Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Reich der Himmel eingehen“.

Oder Mathäus 11, 11:

„Es ist kein Grösserer aufgestanden als Johannes, der Täufer, der Kleinste aber im Himmel ist grösser als er“.

Das zeigt uns, dass es im Reich der Himmel auch einen inneren, geistlichen, göttlichen Bereich gibt, der gleichsam unverwundbar ist.

Wir wollen uns noch einteilen, mit den Gleichnissen im Reich mit Mathäus 13 beschäftigen. Es sind in Mathäus 13 insgesamt 8 Gleichnisse. Es wird auch von der Zahl 7 ausgegangen, aber es sind 8. Das erste ist das Gleichnis vom Sämann und das wird nicht überschriftet mit einem Gleichnis vom Reich der Himmel. Das erste Gleichnis in Mathäus 13 ist nicht ein Gleichnis vom Reich der Himmel. Dann kommen 6 Gleichnisse über das Reich der Himmel. Ich darf sie der Reihe nach aufzählen:

Das Gleichnis vom Unkraut,

das Gleichnis vom Senfkorn,

das Gleichnis: Sauerteig unter dem Mehl,

Das ist die erste Dreiergruppe.

Dann haben wir eine zweite Dreiergruppe über den wahren Kern des Reiches.

Das Gleichnis vom Acker,

der Kaufmann, der schöne Perlen sucht

und dann das Gleichnis, wo das Netz ins Meer geworfen wird und die Fische sammelt.

Das sind wieder 3 Gleichnisse.

Dann kommt das achte.

Das Reich der Himmel ist gleich einem Hausherrn

Der Herr Jesus stellt oft Gleichnisse paarweise zusammen. Eine gewisse Methode. Denken wir nur an Lukas 15, wo drei Gleichnisse genannt werden, über etwas, was verloren ist. Drei Gleichnisse zusammengestellt. Hier haben wir auch gewisse Gruppen.

Das erste und das letzte Gleichnis sind keine Gleichnisse vom Reich der Himmel. Rahmen aber die anderen Gleichnisse ein. Wenn wir das erste Gleichnis vom Sämann nicht verstehen, werden wir kaum die anderen Gleichnisse verstehen. Und das achte Gleichnis ist ein Gleichnis, was eine Schlussfolgerung zieht aus den anderen vorangegangenen gleichnishaften Belehrungen. Dann haben wir 6 Gleichnisse vom Reich der Himmel. Insgesamt gibt es zehn Gleichnisse vom Reich der Himmel. Die wollen wir jetzt aufteilen. In Mathäus 13 haben wir 6. In den 10 Gleichnissen kann man aufteilen in 3 Dreiergruppen und in ein letztes, abschliessendes Gleichnis. In der ersten Dreiergruppe in Mathäus 13. Senfkorn – Sauerteig, zeigt uns die äussere Entwicklung des Reiches. Das erste: die Vermischung von gut und böse. Das zweite, vom Senfkorn, die äussere machtvolle Entfaltung der Christenheit in dieser Welt. Und das dritte: die innere Verdorbenheit in diesem Reich. Dann kommt die zweite Dreiergruppe. Schatz, - Kaufmann, - Fische. Sie zeigt uns den inneren Wert dieses Reiches, woran Gott Sein Wohlgefallen hat. Dann kommt eine dritte Dreiergruppe. Die haben wir in den 3 Gleichnissen, Mathäus 18, 20 und 22.

Ich fasse noch einmal zusammen: In diesen 3 Gleichnissen werden uns bestimmte Personengruppen im Reich in einer bestimmten Verantwortung gesehen. Dann haben wir im letzten Gleichnis, in Mathäus 25, das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Und wieder gibt es wunderbare Parallelen: das erste Gleichnis, vom Sämann, und das zehnte Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Beide zeigen uns oder geben uns einen Überblick über die ganze Zeit des Reiches. Vom Anfang bis zum Ende. Es wird gesät und am Ende das Gericht.

Das letzte, das zehnte: Das Reich ist gleich geworden! In Mathäus 25 wird gleichsam ein Rückblick getan auf diese ganze Zeit. Es wird geredet vom Ausgehen der Jungfrauen, am Ende kommt der Bräutigam und die bereit sind, gehen mit ihm ein. Die töricht sind, gehen verloren. Wieder ein Überblick über diese ganze Zeit. Das war eine kleine Einteilung über die zehn Gleichnisse vom Reich der Himmel. Und dann gibt es auch hier wider gewisse Paare. Das soll der letzte Gedanke zu dieser Einteilung sein. Ich habe gesagt, das erste und das letzte ergeben ein gewisses Paar. Dann gibt es dazwischen bei diesen 6 auch wieder Gleichnis-Paare. Nach dem Acker kommen die beiden Senfkorn und Sauerteig. Die beiden bilden auch ein Paar. Ganz ähnlich. Dann kommt das 2. Paar: Schatz und Perle. Wobei beide male darauf hingewiesen   wird auf den wahren Kern göttlichen Lebens in diesem Reich. Nun wollen wir uns diesen gelesenen Text zuwenden. Ich muss noch einen Gedanken dazwischen schieben, fällt mir gerade ein. Die ersten vier Gleichnisse in Mathäus 13 werden geredet zu den Volksmengen.

Vers 2: Es versammelten sich grosse Volksmengen bei Ihm. Ihnen sagt Er diese vier Gleichnisse. Und die Jünger traten zu Ihm und fragen Ihn nach den Sinn der Gleichnisse. Und dann sagt Er ihnen: Weil es    E u c h    gegeben ist, - das sagt Er zu den Jüngern, - die Geheimnisse des Reiches zu erkennen. Jenen, aber, den Volksmengen ist es nicht gegeben. Wenn wir es weiter lesen würden, erfüllt sich sogar eine Gerichtsverheissung aus den Propheten Jesaja im Blick auf das abgewichene Volk. Und danach lesen wir im Vers 34 des Kapitels: Nachdem Er ihnen die vier Gleichnisse gesagt hatte und das erste Gleichnis vom Sämann auch erklärt hat, danach geht Er wieder, in Vers 36, in das Haus und spricht jetzt nur noch zu den Jüngern. Die Deutung über das Gleichnis vom Acker wird nur den Jüngern gegeben. Und die anderen 3 Gleichnisse -  wird nur den Jüngern gegeben. Wir lesen das sehr deutlich im Markus-Evangelium in Kapitel 4. In Vers 10: Und als Er allein war, fragen Ihn die, die um Ihn waren, mit den Zwölfen über die Gleichnisse. Und Er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen. Denen, die draussen sind, wird alles in Gleichnissen zugeteilt. Noch etwas zu dem ersten Gleichnis über den Sämann. In Vers 3 haben wir gelesen: Siehe, der Sämann ging aus um zu säen. Es ist gut, sofort die Erklärung dazu zu nehmen. Denn in Vers 37 wird gesagt, dass der Sämann der Herr Jesus ist. Das ist grundsätzlich wahr. Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen. Und was hat Er gesät? Nun, Er hat das Wort Gottes gesät. In Vers 19 heisst es, „das Wort vom Reich“. Das Wort, wird nun wo gesät? „Er ging aus“. Das bedeutet, er überschreitet die Grenzen Israels. Wir haben hier die beginnende Tätigkeit des Säens über Israel hinaus durch den Herrn selbst. Das müssen wir so sehen, um den Gedanken der Geheimnisse über die Gleichnisse über das Reich der Himmel zu verstehen. Denn nicht mehr Israel allein, ist, was der Herr jetzt mit dem Wort Gottes erreichen will. Auf Grund der Verwerfung wendet sich der Herr, letztlich allen Menschen zu. Bisher hatte man den Herrn ganz anders gehört. Er hat gesagt: Geht nicht. Geht nur zu den verlorenen Schafen Israels. Wendet euch nicht den Nationen zu. Aber jetzt ging Er selbst über Grenzen Israels hinaus. Zu wirken, um das Wort Gottes zu verbreiten. Es ist wahr geworden, was in Titus 2 steht, vom Vers 11: Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend für alle Menschen. Ich möchte den Gedanken vorstellen, dass die Menschen erreicht werden. Und der Same wird in das Herz des Menschen hinein gestreut. Das haben wir in der Erklärung im Vers 19 gelesen: Der Böse kommt und nimmt das weg, was in das Herz des Menschen gesät worden ist. Und nachdem die Jünger diese Erklärung verstanden haben, dass sich der Herr Jesus Sich in Seiner Gnade allen Menschen zuwendet, würde es ihnen leichter fallen, auch die übrigen Gleichnisse vom Reich der Himmel zu verstehen, die Er ihnen ab Vers 24 vorstellt. Das möchte ich noch einmal mit Markus belegen. Denn dort sagt Er im Vers 13: Begreift ihr dieses Gleichnis nicht, das vom Sämann, also, wenn ihr das nicht versteht, wie werdet ihr dann die anderen Gleichnisse verstehen! Es ist eine Grundvoraussetzung, um die anderen Gleichnisse vom Reich der Himmel  erkennen und verstehen zu können. Und wenn der Herr Gnade schenkt, werden wir morgen Abend damit beginnen, dieses erste Gleichnis vom Reich der Himmel ab Vers 24 vorzustellen. Ich weiss, dass es heute etwas schwer war. Aber ich habe den Eindruck, dass diese vorlaufenden Erklärungen nötig waren, um wirklich zu erkennen, was das Reich der Himmel für unsere Tage bedeutet. Noch einmal zusammen fassend:  es setzt einen abwesenden König voraus, der jetzt vom Himmel aus auf der Erde ein Reich hat, wo Er göttliche Gedanken verwirklicht sehen möchte. In denen, die zu Seinem Reich gehören. Es gibt eine äussere negative Entwicklung, Fehlentwicklung. Der Mensch wird untreu. Es gibt aber einen inneren Kern des Reiches, das in den Gläubigen besteht. Und es gibt einen Herrn, der auf der Erde Seine Jünger liebt, die Ihm verantwortlich sind, Auch die Grundsätze, die uns gegeben sind, zu praktizieren. Und der Eingang in diesem Reich, im Blick auf den inneren wahren Gehalt, wird durch die Neugeburt, durch die Wiedergeburt erreicht. Aber es gibt auch, daneben, unechte Bekenner, die kein wahres Leben haben. Auch ein Bekenntnis haben zu Christus und es, z. B., durch die Taufe abgelegt haben. Denn durch diese christliche Taufe kommt man in den Bereich dieses Reiches. Man nennt den Herrn Jesus „Herr“, ohne wirkliches Leben zu haben und wird gerichtet, später, obwohl man sich nach dem Namen genannt hat, aber Christus nicht kannte. Und mit all diesen Einzelheiten werden wir uns ab den morgigen Abend beschäftigen.