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Der Himmel Ist nicht auf Erden

Irrlehren  des Protstantiusmus

Heilsverlierer Gotteslästerer

Calvinismusgotteslästerung

Der Himmel ist nicht auf Erden

 Ein beachtenswertes Buchl

Der Himmel Ist nicht auf Erden
Vom Elend des Protestantismus Prof. Dr. Dr. G. Huntemann

 Im folgenden veröffentlichen wir einen Atxiruck des II. Kapitels aus einem neuen Buch unseres geschätzten Professors für Ethik und Fundamentaltheologie, Prof. Dr. Dr. G. Huntemann.

 Das Buch enthält folgende Kapitel:
I. Die evangelische Kirche ist ganz anders geworden
II. An der Bibelverlassenheit stirbt der Protestantismus
III. Heute will man den Himmel auf die Erde holen: die Verpolitisierung des Protestantismus IV. Religion als Konsum - die letzte Phase in der Degeneration des Protestantis mus
V. Wird der Protestantismus ein Sozialismus?
VI. Warum keine Protestation gegen die Moralrevoiution ?
Vil. Schlußwort

Wir hoffen, daß der Abdruck unsere Leser dazu anregt, das ganze aktuelle Buch zu lesen.

 II. An der Bibelverlassenheit stirbt der Protestantismus
 Luther «hing» an der Bibel

 Was hat Luther eigentlich gewollt - wie und warum kam es zur Reformation? Die 95 Thesen, die Luther am 31. Oktober 1517 In die Welt gehen ließ, waren der offi ziellen und überlieferten kirchlichen Lehre ein Schlag Ins Gesicht. Die Stützbalken des kirchlichen Apparates waren umgestoßen: «Man soll die Christen ermahnen, daß sie Ihrem Haupt Christo durch Strafen, Tod und Hölle nachzufolgen trachten und also Ihr Vertrauen mehr darauf setzen, durch viel Trübsal ins Himmelreich ein zugehen als durch die Sorglosigkeit: Es hat keine Gefahr.»

Diese unmittelbare, eben nicht mehr kirchlich vermittelte Christusbegegnung brachte Aufregung und Ärger, Disputation und Verhöre - schließlich den Auftritt vor Kaiser und Reich. Nicht nur die kirchliche, auch die politische Basis des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war In Gefahr. Ein geistig-geistlicher Kemspaltungsprozeß war durch Luther in die Welt gebracht worden. Auf dem Reichs tag zu Worms am 18. April 1521 wurde Luther aufgerufen, nach langem Zögern doch nun endlich eine klare Antwort «ohne Hörner» zu geben, ob er seine Thesen gegen Kirche und Tradition widerrufen wolle oder nicht. Luther gab diese ge wünschte klare Antwort: Wenn er nicht durch Zeugnisse der Schrift oder durch die



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Evidenz der Vernunft (ratlone evidente) überwunden werde, könne er nicht wider rufen, denn er sei «gefangen im Gewissen an dem Worte Gottes. Derhalben mag noch will ich nichts widerrufen, weil wider das Gewissen zu handeln beschwerlich, unheilsam und gefährlich ist.»

Diese Worte Luthers sprechen das Geschick des Protestantismus aus: Alles hängt am Worte Gottes und das Wort Gottes ist das geschriebene Wort in der Heiligen Schrift, ist eben die Bibel. Kirchliche Traditionen, hierarchische Lehrämter - das al les wird irrelevant. Damit ist ganz klargeworden: Der Protestantismus hängt an ei nem einzigen Haken - am Worte Gottes, an der Bibel: «Größer ist die Autorität des göttlichen Wortes als unsere Fassungskraft... die Schrift ist Gottes Wort, nicht Menschenwort, welches lügt; kein Jota ist umsonst... darum heißt es rund und rein ganz und alles geglaubt oder nichts geglaubt... die Vernunft ist von Art und Natur eine schädliche Hure. Darum siehe, daß du die Vernunft in Zaume hältst.» Solche und ähnliche Aussagen sind bei Luther Legion.

Bis zu seinem Lebensende ist er niemals von dem Prinzip des «sola scriptura», das heißt «allein aus der Schrift», abgewichen. Das Axiom des Protestantismus stand klar und eindeutig fest: Alle Heilswahrheit kommt aus der Heiligen Schrift.

Heute aber ist dieses Prinzip im Protestantismus aufgegeben. Das Schriftprinzip gilt nicht mehr, wie es zur Zeit Luthers galt. Luther, Zwingli und Calvin, also alle Re formatoren, waren von der Unfehlbarkeit des Gotteswortes in der Heiligen Schrift überzeugt. Heute ist diese Selbstverständlichkeit «Wort Gottes» bei den Nachkom men dieser Reformatoren zu einer fast tödlich getroffenen Schwachstelle gewor den.

Kritische Bibelwissenschaft oder wie man sagt «die wissenschaftliche, historische Kritik» ist Axiom allen Tuns an den theologischen Fakultäten dieses Landes. Was einst die so von Luther bekämpften Konzile und Päpste waren, die eine neben der Bibel stehende Autorität beanspruchten, das ist heute diese sogenannte wissen schaftliche Bibelkritik, die ihre eigenen Axiome und Theorien hegt und pflegt, und der sich biblische Aussagen zu beugen haben. Das «naive» Schriftverständnis der Reformatoren nahm die Offenbarungen in der Bibel als letztgültige Wahrheit über die Welt, die Geschichte, die Menschheit, über die Entscheidung von Gut und Böse, über Heil und Unheil. Die Bibel war unfehlbar, ob sie nun von der Entstehung der Welt oder über das Heil der einzelnen Seele aussagte. An dieser «naiven Un fehlbarkeit», eben an diesem Nagel hing das Vollmachtsbewußtsein des Protestan ten. Dadurch und wirklich nur dadurch konnten sie eine Welt verändern. Aber die ses Vollmachtsbewußtsein des «sola scriptura» ist nicht mehr. Halten wir noch einmal fest:


Seit dem 31. Oktober 1517 ist die Welt anders geworden, denn Protestanten haben sie verändert. Neuzeitliches Freiheitsverständnis erwuchs aus unmittelbarem Hö ren von Gottes Wort. Ohne Luthers Thesen von 1517 keine Mayflower vom 21. No vember 1620 mit 41 englischen Puritanern, ihren Familien und dem «MayflowerCompact», einem Verfassungsentwurf, ohne den die USA von heute undenkbar sind. Den Puritanern, die am Cap Cod landeten, war die Unfehlbarkeit des Gottes wortes auch in politischen Dingen eine Selbstverständlichkeit, die sie dazu moti vierte, einen neuen Staat zu gründen, der heute eine Weltmacht ist. Der einzelne und seine Gemeinschaft in der unmittelbaren Verantwortung vor Gottes Wort, Got-

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 tes Gebot - diese Freiheit in dieser Bindung ist Ursprung moderner Demokratie. Aber heute werden diese Selbstverständlichkeiten hinterfragt, wird konsequenter weise damit die ganze Wert- und Lebensgestaltung des Protestantischen verneint oder kritisch ins Gerede gebracht. Das Zeitalter Luthers und Calvins ist in die Däm merung eingetreten.


Die Wissenschaft wird zum Vormund der Bibel

Alles begann damit, daß die Aussagen der Bibel über die Natur, über Entstehung und Ende der Welt als irrelevant selektiert wurden. Die Bibel sollte ohne ihre «vor wissenschaftlichen Weltbilder» gelesen werden. Die Schöpfung der Welt von ei nem Gottvater, Auferstehung eines Toten, Wiederkunft Christi am Ende der Zeit, stellvertretendes Leiden des Erlösers am Kreuz wurden zum Mythos erklärt, mit dem der Neuprotestantismus nun nicht mehr leben wollte. Plötzlich war da wieder eine Autorität neben der Bibel, die sich als moderne «Wissenschaftlichkeit» aus wies, als ein neues «Lebensgefühl», als ein anderes «Wirklichkeitsverständnis». Zergliedernd und analytisch wurde hinfort die Bibel gelesen. Was vordem organi sche Einheit und Ganzheitlichkeit war, wurde wie durch Atomzertrümmerung in neue Elementarteile zerlegt und dann wieder zu einer neuen Konstruktion, gleichsam zu einer künstlichen Synthese, zu einem Produkt «wissenschaftlicher» Erkenntnis aufgebaut.


Was ein Moses geschrieben, Jesus gesagt und getan, Propheten prophezeit und gelebt hatten, wurde Sozietäten, Traditionen und Situationen zugewiesen, von de nen man zwar nichts Genaues wußte und weiß, die aber hypothetisch postuliert und konstruiert wurden. Was eigentlich war, weiß niemand. Gewißheit wollte man eben nur darüber, daß es anders sei, als es in der Bibel steht. Biblische Aussagen wurden in Relation zu «Kultlegenden», «Priesterteams», «Gemeindetheologie» ge setzt und damit relativiert, das heißt in ihren Funktionen einsehbar und begreifbar gemacht. Kain ist die Ackerbau-, Abel die Viehzuchttradition. Kains Mord an Abel ist der Konflikt einer neuen mit einer alten Produktionsphase. Die Relation ist er kannt, die religiöse Aussage soziologisch begriffen und damit als religiöse Aus sage relativiert.


Wenn Jesus in der Bergpredigt bekundet, daß er nicht gekommen sei, das Gesetz des Moses aufzulösen, sondern es zu erfüllen, dann waltet nach Meinung analysie render Exegeten daran das Interesse einer «judenchristlichen» Gruppierung, die diese Worte Jesus in den Mund gelegt hat, um das mosaische Gesetz auch in die neutestamentliche Gemeinde hineinzubringen. Weil Propheten nicht prophezeien können, allenfalls zurückblicken oder Zeitgeschehen kommentieren dürfen, ein Prophet Jesaja nichts wissen durfte von kommenden Reichen, Gerichten und Köni gen, mußten andere Propheten konstruiert, mußte dem ersten Jesaja noch ein zweiter oder dritter als notwendige Arbeitshypothese hinzugefügt werden.

Luthers «Eine feste Burg ist unser Gott» fällt unter den Hammer der «Entmythologisierung» des Gottesbegriffes. Ein Gott im Himmel ist nicht mehr - auch wenn die Bibel von der ersten bis zur letzten Seite es so bezeugt. Denn, so sagt man heute: Wo Jesus geschieht, da geschieht Gott. Und der Neutestamentier Herbert Braun als Beispiel unter vielen meinte: Gott dürfe gar nicht als Existierender, als eine Per-



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verstanden werden. Gott sei da, wo ein «Ich darf» und «Ich soll», wo Liebe er fahren werde. Außerhalb der Welt, also im Himmel, sei Gott nicht - so sagen es die Theologen, die den Himmel auf die Erde holten.

 Das «klassische Bultmann-Beisplel»

Wer in den Savannen Afrikas oder in den Urwäldern Brasiliens Missionare oder ein geborene Prediger nach dem deutschen Theologieprofessor Rudolf Bultmann fragt, wird staunen über die ausführliche und erregte Antwort, die er bekommen wird. Kein deutscher protestantischer Theologe hat das zwanzigste Jahrhundert so aufgeregt wie Rudolf Bultmann, der 1884 in Wiefelstede im damaligen Großher zogtum Oldenburg geboren wurde. Neben dem Schweizer Karl Barth gehört der 1979 verstorbene Rudolf Bultmann schon jetzt zu den großen «Kirchenvätern» des Protestantismus.

Wie Donnerschläge wirkten seine Sätze aus dem 1942 zuerst veröffentlichten, aber erst nach dem Kriege zum vollen Durchbruch gekommenen Aufsatz «Neues Testament und Theologie». Man las und staunte: «Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunder welt des Neuen Testamentes glauben.» Aber nicht nur die Dämonen und Wunder seilten aus der Glaubenswelt des modernen Menschen verschwinden. Bultmann fragte: «Welchen Sinn hat es. heute zu bekennen, .niedergefahren zur Hölle' oder .aufgefahren in den Himmel', wenn der Bekennende das diesen Formulierungen zugrunde liegende mythische Weltbild von den drei Stockwerken nicht teilt? Ja. den .Himmel' im aiten Sinne gibt es für uns gar nicht mehr. Und ebensowenig gibt es die Hölle, die mythische Unterwelt unterhalb des Bodens, auf dem unsere Füße stehen. Erledigt sind damit die Geschichten von der Himmel- und Höllenfahrt Chri sti. erledigt ist die Erwartung des mit den Wolken des Himmels kommenden .Men schensohnes' und des Entrafftwerdens der Gläubigen in die Luft, ihm entoeoen » (1. Thess. 4.15ff.)

 Befreiung zur «intellektuellen Redlichkeit» waren für viele diese klaren, zunächst ganz unmißverständlichen Sätze. Es öffnete sich die Möglichkeit, ohne die Über nahme eines überholten Weltbildes an die Aussagen des Neuen Testamentes zu glauben. Aber - welche Aussagen? Was bleibt übrig? Sollte hinfort alles «Mytholo gische» aus der Bibel herausgeschnitten und etwa ein «ethischer Gehalt», vielleicht das «ewig gültige Ethos der Bergpredigt» als Restbestand für den im Glauben «in tellektuell Redlichen» übrig bleiben? - Genau das wollte Bultmann nicht. Unbe dingt wollte er sich scharf abgrenzen gegen die liberale Theologie, etwa gegen ei nen Adolf von Harnack. den von Kaiser Wilhelm II. geadelten Star des alten, klassi schen liberalen Protestantismus, der um die Jahrhundertwende im Apostolikum streit Jungfrauengeburt. Versöhnungstod. Auferstehung und Wiederkunft Christi eliminieren wollte, um zurückzufinden zu dem einfachen Evangelium des schlich ten Menschen Jesus von Nazareth.

Nein, Bultmann wollte nicht eiiminieren. sondern «interpretieren», er mühte sich um den «existentiellen Bezug», sagen wir um die persönliche Betroffenheit durch die biblische Verkündigung. Er wollte aus der urchristlichen, mythischen Überlieferung herausinterpretieren, was uns heute, als moderne Menschen noch betrifft.


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  Bultmanns Gegner bezweifelten damals von vornherein, daß man aus einem «my thologischen» Rahmen einen «existentieilen», also bleibenden gültigen Rest herausinterpretieren könne. Sie hielten an den Heilstaten Christi, an Versöhnung, Auferweckung, Wiederkunft am Ende der Zeiten fest und bezweifelten überhaupt, daß die Bibel ein mythologisches Weltbild habe. Sie sahen allenfalls in den Aussagen der Bibel über Raum und Zeit und vor allem in den Heilstaten Christi gleichnis hafte Aussagen und Handlungen einer nicht beschreibbaren, über alle Vernunft hinausgehenden Wirklichkeit.

Diese Auseinandersetzung um Gültigkeit und Verstehensmöglichkeit biblischer Aussagen ist heute im Protestantismus praktisch zugunsten Bultmanns entschie den. Das Lebenswerk des Marburger Neutestamentiers hat natürlich diese Grund lagenkrise gegenwärtigen Protestantismus nicht geschaffen, sie war schon im 18. Jahrhundert aufgebrochen. Aber Bultmann hat diese Krise durch die Radikali tät seiner Aussagen und durch den erbitterten Streit, den er dadurch buchstäblich in aller Welt auslöste, auf die Spitze getrieben. Die evangelikalen, konfessionellen und pietistischen Bewegungen, die sich in den sechziger Jahren zum Kampf gegen Bultmanns Theologie formierten, wehrten sich vor allem dagegen, daß der breite Strom dieses kritischen Denkens in die Schulbücher, in die Verkündigung von den Kanzeln und damit in die Gemeinden eindrang. Ohne Rudolf Bultmann wäre es viel leicht nie zur «Bekenntnisbewegung kein anderes Evangelium» gekommen.

Ist Bultmanns Position heute überholt? Abgesehen davon, daß die Forschungen seiner eigenen Schüler wieder hinter die Verkündigung zurück nach dem histori schen Jesus fragen - was Bultmann für unmöglich hielt - wie E. Käsemann, H. Braun, E. Fuchs u. a., geht die moderne politische, gesellschaftlich orientierte Theologie über Bultmanns Theologie der Existenz hinaus. Für sie ist Bultmanns Theologie zu sehr am Heil des einzelnen orientiert. Sie kann Bultmanns These, daß es «weder ein politisches Programm noch ein Sozialprogramm des christlichen Glaubens gäbe», nicht akzeptieren. Moderne Theologie bewegt sich von der Heils frage des einzelnen zur Erlösungsfrage - oder sagen wir besser zur Revolution - der ganzen Welt.

Aber ganz abgesehen von der Wandlung in der theologischen Szenerie stellt sich die Frage: Sind heute wirklich «elektrisches Licht und Radioapparat» Zeichen einer nicht zu widersprechenden modernen Realität? Haben wir nicht heute auf der «grü nen Welle» ein ganz anderes, tiefergreifendes und viel kritischeres Verständnis technokratischer Wirklichkeit? Können wir überhaupt noch im Zeitalter der kriti schen Theorien von Weltbildern im Sinne der klassischen Physik sprechen? Ist nicht durch die Kritik am «Herrschaftswissen», wie sie in der modernen Philosophie der negativen Dialektik (von Horkheimer und Adorno bis Habermas) an den Weltbil dern der Moderne wahrgenommen wird, ein ganz anderes Verständnis von Mensch, Umwelt und Wirklichkeit aufgebrochen?

Jede Theologie hat ihre Zeit. Theologie ist nicht Offenbarung, sondern Reflexion über Offenbarung. Nur eines steht fest: Rudolf Bultmann hat eine Grundlagenkrise des Protestantismus offenbar gemacht, die bis heute nicht überwunden ist. Seine Methode der kritischen Forschung wirkt selektiv, sie überläßt es dem Kritiker, was er jeweils aus dem Verständnis des Zeitbewußtseins für interpretationswürdig hält oder nicht. Die organische Einheit der Bibel wird demontiert.


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Die Projektionswand, die Jesus heißt

 Man wollte also - das halten wir fest - eigentlich keineswegs die Bibel oder Ge halte der Bibel eliminieren, also einfach streichen, sondern vielmehr interpretieren, in das moderne, wissenschaftliche Welt- und Selbstverständnis integrieren. Aber die Konsequenz ist doch, daß neben der Bibel nun ein neues Wirklichkeitsverständnis mit der «intellektuellen Redlichkeit» steht, also eine Autorität neben der Bibel - was Luther gerade verurteilt und bekämpft hat. Was bei Luther der Autoritätsan spruch von Päpsten und Konzilien war, ist nun der Autoritätsanspruch eines neu zeitlichen Selbst- und Wirklichkeitsverständnisses.

Von dieser neuen Autorität wird die Bibel nun nicht nur interpretiert - wie immer ab schwächend behauptet wird -, sondern ganz frisch und mutig selektiert. Nützliche, von der Kritik nach wechselnden Maßstäben als echt angesprochene Texte dürfen - isoliert vom anderen - überleben und arbeiten. Aus dem ursprünglichen Sinnzusammenhang sind sie herausgenommen, so, daß man ihnen mühelos andere Ar beit zuteilen, das heißt einen anderen Sinn unterschieben kann. Die durch Kritik de montierte «Jesusgestalt» wird folgerichtig zu einer Projektionswand einer mögli chen Heils- und Weltanschauung. Wenn Figur und Projektion nicht zueinander passeri, dann wird historisch-kritisch solange an dem «historischen Jesus» herumge meißelt, bis genau das Gesicht herauskommt, in dem sich das jeweilige politische, philosophische oder ideologische Interesse wiederfindet.

Das alles hat nichts mehr mit reformatorischem Christentum, hat überhaupt nichts mehr mit herkömmlichem Christentum gemeinsam. Diese Art «intellektueller Red lichkeit» im Umgang mit der Bibel müßte — wenn sie konsequent wäre — endgültig und ein für allemal vom Christentum Abschied nehmen.

 Die Reformatoren fragten das Lebens- und Weltverständnis ihrer Zeit von der Bibel her ab. Luther hat das magisch-hierarchische Wirkiichkeitsverständnis des Mittel alters zerbrochen. Die adäquate reformatorische Aufgabe von heute wäre, das Wissenschaftsverständnis unserer Tage und dabei vor allem die historisch kritische Methode zu hinterfragen. Ein imponierendes, in jüngster Zeit immer reich haltiger entdecktes archäologisches Material entlarvt immer mehr jene modernen Theorien und Hypothesen, die biblische Aussage als Wirklichkeitsverfremdende Sagen und Legenden historisch-kritisch ausklammern wollten.

 Wissenschaftskritik finden wir heute zwar in moderner Philosophie und Naturwis senschaft, aber gegenwärtige Theologie ist immer noch in einer Weise von Wissen schaftsgläubigkeit befangen, die als naiv bezeichnet werden könnte, wenn sie nicht zu sehr gewollt und beabsichtigt wäre. Wissenschaft ist nämlich für manche Art heute dominierender Theologie ein wichtiges Instrument, damit im Umgang mit der Bibel an Aussagen genau das herauskommt, was man herausholen will. Im 19. Jahrhundert war es das Ethische im Sinne Kants oder die Evolutionstheorie Hegels, im 20. Jahrhundert der Existentialismus und nun neuerdings ein revolutionä rer und utopischer Sozialismus. Was einer Theologengeneration wichtig und ent scheidend ist (also der philosophischen und politischen Mode einer jeweiligen Zeit entspricht), wird dann als das «Echte», als Mitte und Wesen durch eine iistige Bibel wissenschaft «wiedergefunden». Wie das durch die Jahrhunderte lief, hatte schon um die Jahrhundertwende Albert Schweitzer in seiner «Geschichte der Leben-


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Jesu-Forschung» hinterfragt. Die Geschichte dieser Leben-Jesu-Forschung ist letztlich eine Geschichte der Leben-Jesu-Ideologie. Die Geschichte der Bibelkritik ist im Ergebnis die Widerlegung dieser Kritik. Bibelkritik dieser Art ist nicht nur das Dilemma des Protestantismus. Die soge nannte historische Kritik an der Bibel ist in viele Konfessionen eingebrochen - sie wirkt sich als Krise des Christentums aus, deren Zeugen wir heute sind. Am töd lichsten aber sind die Folgen dieser sich historisch-kritisch nennenden Auflösung der Bibel im Protestantismus, weil er durch das Zeugnis der Reformatoren auf das Wort und nur auf das Wort zurückgeworfen war. Kommt keine Neubesinnung des Protestantismus im Sinne seiner Väter, dann ist wahrlich das protestantische Zeit alter endgültig und für immer zu Ende gegangen.

Bevor die Kirche war, war die Bibel Im Jahre 1535 gab der damals 26jährige Johannes Calvin in Basel ein bedeutendes katechetisches Lehrbuch mit dem Titel «Institutio Christianae Religionis» (zu deutsch «Unterricht in der christlichen Religion») zum Druck. Sinn dieser Schrift war zunächst, die gerade wieder verfolgten Protestanten Frankreichs gegen den Vorwurf revolutionärer Gesinnung und schwärmerischer Sektiererei zu verteid gen.

Nicht an Innerlichkeiten oder irgendwelchen Gefühlen hängt das Christentum, sondern am Wort. Calvin schrieb damals: «So überzeugte ich mich, daß mein Still schweigen ein Verrat an der Wahrheit gewesen wäre.
 Das ist es, was mich zu der Herausgabe meiner,Institutio' veranlaßt hat. Ich hatte die Absicht, meine Brüder, deren Tod vor Gott köstlich ist, von ungerechter Schmach zu befreien, und da ich die Scheiterhaufen wiederaufrichten sah, wollte ich wenigstens andere Völker zum Mitleid bewegen.»

Calvin hat an diesem Werk immer weiter gearbeitet und in der 4. Ausgabe von 1559 hatte es sich zum Standardwerk der reformierten Dogmatik entwickelt. Dann aber hat man eben auch die Dogmatik der Reformation, das große klassische Lehrge bäude der reformatorischen Theologie in einer klaren, kräftigen, ungepanschten und unversüßten Weise in sich aufgenommen.

Calvin behandelt in diesem Buch alle Themen christlicher Glaubenslehre. Basis sei ner Lehraussage ist die Heilige Schrift. Das «sola scriptura» haben Luther und Cal vin, wie fast alle anderen Wesenserkenntnisse der Reformation, gemeinsam. Ge rade daran sollte sich allerdings die «kontextuale» Theologie der Gegenwart, die die Bibel neben und mit natürlichen Erkenntnissen und Erfahrungen (Selbsterfah rung) lesen will, dringend erinnern lassen. Calvin schreibt in der «Institutio», daß Gott es gefailen habe, «aliein in der Schrift seine Wahrheit zu stetem Gedächtnis zu erhalten». Die Heilige Schrift ginge der Kirche voraus, denn die Kirche «ist erbaut auf dem Grund der Propheten und Apostel». Calvin betont: «So ging die Anerken nung dieser Lehre, ohne welche die Kirche nie entstanden wäre, doch sicherlich dem Dasein der Kirche voraus.» Also nicht die Kirche wählt die Schrift (so wie mo derne Kirchlichkeit heute selektiv Bibelworte für theologische Programme «nutzt»), sondern das Wort, so wie es in der Schrift zum Ausdruck kam, begründete die Kir che. Das ist bei Luther wie bei Calvin das reformatorische Prinzip, das heute in den Folterkammern der sogenannten historischen Kritik zu Tode gequält wird.





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Wie kann Vergangenes heute verständlich werden?

 Wie können wir die Bibel verstehen? Die Hermeneutik (Lehre vom Verstehen) un serer modernen Theologie seufzt seit vielen Jahrzehnten unter diesem Problem: Wie kann Vergangenes verstanden und angeeignet werden? Calvins Antwort ist verblüffend einfach: «... denn die Wahrheit der Schrift erweist sich ganz von selbst.» Das geschieht «im geheimen Zeugnis des Heiligen Geistes». Dazu meint Calvin weiter: «Das Zeugnis des Heiligen Geistes ist besser als alle Beweise. Denn wie Gott selbst in seinem Wort der einzige vollgültige Zeuge von sich selbst ist, so wird auch dies Wort nicht eher im Menschenherzen Glauben finden, als bis es vom inneren Zeugnis des Heiligen Geistes versiegelt worden ist. Denn derselbe Geist, der durch den Mund der Propheten gesprochen hat, der muß in unser Herz dringen, um uns die Gewißheit zu schenken, daß sie treulich verkündet haben, was ihnen von Gott aufgetragen war.»

Dieser Geist ist «viel lebendiger und stärker als menschliches Wollen und Wissen», meint Calvin. Allerdings räumt der Reformator ein:«... nicht allen wird der Arm des Herrn offenbar.» Daß die Schrift Gottes Wort sei, «kann ohne den Glauben nicht er kannt werden». Zum Relativismus von der «Zeitgebundenheit des Wortes», wie ihn heute die moderne Theologie gleichsam zum Grundsatz erhoben hat (zum Beispiel Auferstehung von den Toten als zeitgebundene mythische Aussage), meint Calvin: «Was ist es doch für ein teuflischer Wahn, von einer bloß zeitlichen und vorüberge henden Geltung der Schrift zu fantasieren.»

Ganz im Einklang mit Luther betont Calvin in der Abwehr des Schwärmertums mit seinem subjektivistischen Prinzip der Inneriichkeit und gegen die in der modernen Theologie so hochgejubelte innere Erfahrung (zum Beispiel daß nach der Aussage der Feministinnen die Frauen Gott als Mutter erfahren müssen): «Der Heilige Geist ist mit seiner Wahrheit, die er in der Schrift kundgemacht hat, derart verbunden, daß er erst dann seine Kraft äußert und erweist, wenn man sein Wort mit gebühren der Ehrfurcht und Achtung vor seiner Würde annimmt... denn der Herr hat die Ge wißheit seines Wortes und seines Geistes wechselseitig fest verknüpft..., und an dererseits empfangen wir den Geist ohne alle Furcht vor Täuschung, wenn wir ihn an seinem Bilde, an dem Wort wiedererkennen.»

Diese Aussage Calvins über die Schrift in der «Institutio» ist gemeinsame reforma torische Zentralaussage. Wort und Geist sind einander zugeordnet - das konnte Luther genauso kräftig betonen wie Calvin. Die Auflösung dieses reformatorischen Zueinanders ist die Ursache der Bibelverlassenheit unserer Zeit. Wo das Wort Got tes nicht gehört wird, da schwärmt der Geist aus in eine fleischliche Weltanschau ung oder sinnliche, weil wortverfremdete Religiosität, die wirkungsvoll sein mag, aber ganz gewiß nicht mehr christiich ist. Wir erinnern uns: Von allen europäischen Völkern ist der protestantische Teil Deutschlands zuerst und am radikalsten von der Säkularisation erfaßt worden. Als um die Jahrhundertwende Holland noch ein christliches Land war, zeigten sich die Großstädte Norddeutschlands wie Berlin, Hamburg und Bremen bereits als Hoch burgen des Neuheidentums, ohne dessen nihilistische Tendenz der Nationalsozia lismus der dreißiger Jahre unmöglich gewesen wäre. Dietrich Bonhoeffer hat dann mit Entsetzen in den dreißiger Jahren die immer weiter um sich greifende Entchristiichung Deutschlands beobachten müssen. Was sich nach außen noch als stabile




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 Kirchlichkeit ausweist, ist durch einen theologischen Pluralismus zerrissen, und die deutschen evangelischen Kirchentage, die täglich von 150 000 Protestanten be suchten Massentreffs der Evangelischen Kirche in Deutschland, offenbaren eine vöilig neue religiöse Weiie, die mit dem reformatorischen Christentum kaum noch etwas gemeinsam hat. Welcher Art muß die protestantische Theologie dieses Lan des gewesen sein, wenn nicht nur die deutsche Gesellschaft, sondern gerade auch die evangelische Kirche so sehr in die Schatten des Neuheidentums hineingeraten konnte?

Hendrikus Berkhof, der «grand old man» des holländischen Protestantismus, hat ein Urteil gefällt über «Zweihundert Jahre Theologie» in Deutschland. Er nennt sein Buch («Zweihundert Jahre Theologie - ein Reisebericht» 1985) einen «Reisebe richt», der vornehmlich die Landschaft jenes deutschen Protestantismus schildert, der sich seit der Aufklärung um eine positive, also bejahende «Verarbeitung» des Zeitgeistes bemüht.


Wie kam es zu der Misere, die wir heute erleben?

 Mit einem feinnervigen Einfühlungsvermögen und mit erstaunlicher Kenntnis im Blick auf die Hintergründe der deutschen Theologie hat der Leidener Theologe den Nerv neuprotestantischer Theologie in Deutschland getroffen. Berkhof hat er kannt, daß die deutsche protestantische Theologie in ihrer Auseinandersetzung mit dem Zeitgeist auf doppelte Weise reagierte. Sie hat deswegen auch zwei Kir chenväter;
Kant und Hegel.

 Der eine Weg mit Immanuel Kant sieht so aus: Kant bemühte sich darum, der Theo logie in der aufgeklärten Welt mit ihrem rationalistischen Weltbild, der «natürlichen» Erklärung allen Weltgeschehens, einen «Platz zum Überleben» zu sichern. Dieser Platz wurde in der Innerlichkeit gefunden, und Innerlichkeit war für den Preußen Im manuel Kant die Moral. Alle Aussagen des Christentums über die Welt, über ihren Anfang, ihr Ende, ihre Mitte, auch die Heilsaussagen über Kreuz, Auferstehung und Wiederkunft Christi, also die Heilstaten in der Geschichte, eben alles was Na tur und Geschichte berührt, sei «Metaphysik» und habe mit dem Christentum nichts zu tun. Seit Kant (und die protestantische Theologie in der Linie von A. Ritsehl über W. Herrmann bis R. Bultmann hat Kants Philosophie wie Muttermilch eingesogen) ist ein Teil, ja der entscheidende Teil der protestantischen Theologie in Deutsch land schizophren: Die lutherische Aufteilung zwischen geistlichem und weltlichem Reich wurde durch diese liberale Theologie zu einem Dualismus zwischen Seins und Werturteilen fortentwickelt und die historisch-kritische Methode führte damals zur Selektion bibiischer Aussagen: Nur das Moralische, nur was die «Existenz» un mittelbar angeht, durfte überleben, alles andere mußte in den Vemichtungskammern der Ratio zugrunde gehen.

Neben diesem Kantianismus, dessen Erbe Berkhof auch bis in die Theologie ande rer Länder hinein verfolgt, gibt es den Weg Hegels. Hier ist das Wirkliche vernünftig und das Vernünftige wirklich - oder das Wirkliche ist letztlich christlich und das letztlich Christliche ist wirklich. Die Übernahme des Hegeischen Programms durch protestantische Theologie meint, daß im Grunde die eine Wahrheit, die die Philoso phen begreifen, die Christen aber «nur» glauben, sich in der Geschichte der Menschheit zwangsiäufig auf dem Weg einer Entwicklung durchsetzen müsse. AI-


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les sei auf dem Pfad einer Christifizierung und es sei die Aufgabe des Theologen, diese Christifizierung zu erkennen. Da richtet sich dann nicht die Wirklichkeit nach der Bibel, sondern die biblische Aussage nach der Wirklichkeit, wie sie jeweils vom Zeitgeist verstanden wird. Die Auslegung der Bibel muß also dem jeweiligen Zeitgeist entsprechen. Will man zum Beispiel heute Gott als die große Mutter verehren, dann muß die Bibel so ausgelegt werden, daß in ihr eben eine Muttergottheit ausgegraben werden kann. Durch die Zeit, durch die «Moderne» spricht nach Auffassung Hegels Gott selbst. Die Zeit bringt Entfaltung der Offenbarung Gottes, also steht der Geist der Zeit als Offen barungsanspruch neben oder gar über der Bibel.

Die Reformatoren nannten diese von der Bibel losgelöste Bedeutungszuweisung an den Geist «Schwärmerei». So leben wir heute in einem schwärmerischen und damit unprotestantischen Zeit alter. Der Protest vor allen anderen Protesten des Protestantismus müßte eine echte Protestation, ein Zeugnis für die ausschließliche Offenbarung Gottes in der Bibel sein. Denn wir werden in den folgenden Kapiteln erkennen, daß die Bibelver lassenheit des Protestantismus Ursache und Voraussetzung für alle anderen «Elendswege» ist.


MERKSATZE

1. Die Offenbarung Gottes über Welt, Mensch und Heil ist für die Reformatoren das unfehlbare, biblische Gotteswort, das keine Autorität neben oder über sich duldet. Das biblische Wort begründet Kirche, und der Geist, der das Wort inspi riert hat, ist auch der Geist, der als der Heilige Geist allen Gläubigen die Möglich keit gibt, die Bibel als das Wort Gottes zu verstehen.

 2. Im Namen einer Wissenschaftlichkeit wird heute die Bibel hinterfragt. Ihr Welt-, Menschen- und Heilsverständnis wird als «mythologisch» relativiert bzw. es wird in der Bibel zwischen Wesen und Form selektiert. Die nach dem modernen Selbstverständnis selektierte und interpretierte Bibel ist nicht identisch mit der Bibel der Reformatoren. Gegen deren Absicht und gegen die Intention des Pro testantischen wird wieder, diesmal im Namen modernen Bewußtseinsverständ nisses, eine Autorität über oder neben die Bibel gestellt.


3. Im Auflösungsprozeß des Protestantismus kam es zur Unterscheidung von Wert- und Seinsurteilen im Hören auf die Philosophie Immanuel Kants. Was die Bibel über Moral sagt, ist relevant. Was sie über Erlösung, über Natur und Ge schichte sagt, ist irrelevant. Neben dieser Art von neuprotestantischem Moralis mus steht die an Hegel anknüpfende Zeitgeisttheologie. Da in jedem Zeitalter das Wirkliche vernünftig und das Vernünftige wirklich ist, sich also Wahrheit in der Zeit offenbart, muß die Bibel jeweils nach dem herrschenden Zeitgeist inter pretiert und selektiert werden. Das Moderne wird zur Autorität neben der Bibel. Das ist eine im Urteil der Reformatoren schwärmerische Verkennung christli cher Offenbarung.

4. Die Aufgabe des Protestantismus wäre der Protest gegen die Relativierung der biblischen Offenbarung. Das Wissenschaftsverständnis von Neuzeit und Ge genwart muß daraufhin hinterfragt werden, was wirklich Wissenschaft und was


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 ideologisch motivierte Wissenschaftlichkeit ist. Luthers Protest gegen die Autorität irrtumsfähiger Päpste und Konzile muß heute zum Protest gegen jene spekulative, irrtumsfähige Weltbemächtigung werden, die im Namen der Wissen schaft über die Theologie ihre Autorität aufrichten will.